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Wiebke Leister, Through Gritted Teeth (jayne)
Mit Fotografien von Fee Schlapper und Kurt Julius werden in der Burg galerie coiffeur Schätze aus dem Archiv der Deutschen Fotografischen Akademie vorgestellt
Kurt Julius, Hansi Müller-Schorp
Das Schauspiel des AuthentischenKatharina Bosse, Wiebke Leister und Silke Helmerdig Galerie Altes Rathaus Musberg
Katharina Bosse
Katharina Bosse bevorzugt leibliche Signale, die Körpersprache eines prall-sinnlichen Glamours, der in bestimmten Posen, Figuren und zeitlosen Moden der 40er Jahre den schwelgerischen Ausdruckswert erotischen Selbstbewusstseins als Inszenierung von Freiheit und Unabhängigkeit vertritt. Als Eye Catcher und Pin Up mitten im allzu normalen Leben, immer auch mit einem Schuss Distanz und Ironie..
Wiebke Leister
Wiebke Leister liefert ein Wechselspiel der Bilder zwischen Maskierung und Desmaskierung in enger Kooperation mit ihrer Freundin, die zugleich Vertraute und Schauspielerin ist. Es entsteht eine Serie unterschiedlichster, vom Dramatischen bis ins Lyrische ausgefeilten Expressionen, die einer realen Person, und ihren verschiedenen alltäglichen Zuständen, aber auch diversen fiktiven Figuren zugeordnet werden können.
Silke Helmerdig
Silke Helmerdig setzt Die Statements zu den Arbeiten von Katharina Bosse, Wiebke Leister und Silke Helmerdig sind einem Text von Peter V. Brinkemper im Bulletin Nr. 24 der Deutschen Fotografischen Akademie entnommen, das zur Tagung 2008 erscheint
Potraits aus dem Archiv der DFAFee Schlapper und Kurt Julius Fee Schlapper
Kurt Julius
Kurt Julius, Porträt Peter Keetman, 1981
Jahrestagung der DFA 2007
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Andreas Herzau, Deutsch Land
Ist Heimat die Antithese zum globalen Tourismus? Um Heimat
zu erleben, ist emotionale Identifikation gefragt, geht es doch
darum, vergangene Erfahrungen zu aktualisieren. Doch wer nie für
längere Zeit seine Heimat verlassen hat, wird sie kaum wahrnehmen.
Distanz zu halten, scheint Voraussetzung für ihre Entdeckung
zu sein. Die vagen Vorstellungen über Heimat werden unter verschiedenen
Bedingungen an unterschiedlichsten Orten konkret.
Prof. Manfred Schmalriede, Präsident der DFA
An sechs Ausstellungsorten werden sehr unterschiedliche subjektive Annäherungen an diesen so vieldeutigen Begriff der Heimat vorgestellt. Mit geschichtlichem Ballast belegt und durch kitschige Visionen einer heilen Welt verklebt, hat er in Zeiten einer globalisierten Welt wieder eine ganz neue Bedeutung bekommen.
Peter Bialobrzeski, Jörn Vanhöfen und Andreas Weinand
19.7. 2.9.2007
Eröffnung: Donnerstag, 19.7.2007, 19 Uhr
Begrüßung: Roland Klenk, Oberbürgermeister Stadt
Leinfelden-Echterdingen und Prof. Georg Fundel,
Geschäftsführer Flughafen Stuttgart GmbH.
Einführung: Prof. Manfred Schmalriede
Ab 19.30 Uhr spielt die Brenzband
Flughafen Stuttgart, Terminal
3, Ebene 5
Öffnungszeiten: durchgehend geöffnet
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Immer bin ich in den Süden gefahren. Später habe ich
den Südosten fotografiert, Indien, Nepal, Birma, Thailand und
dann die Megastädte der asiatischen Tigerstaaten. Dort traute
ich mich, meiner Faszination Ausdruck zu verleihen, ja, auch Dinge
schön zu finden. Gleichzeitig entwickelte sich zu Hause eine
deutsche Fotografie, die Garagentore, Pappkartons und bleiche picklige
Jungmanager in scheinbar kritischer Distanz aufzeichnete. Diese
Bilder gaben vor, dokumentarisch zu sein, zu objektivieren. Ihren
Fürsprechern war jede Emotionalität suspekt, jede Assoziation
von Schönheit war Verrat an der angeblich so neuen deutschen
Fotografie...
Ich wollte mein Verhältnis zu meinem Deutschlandbild klären,
zu einem Land, das für mich emotional und kulturell prägend
ist, also Heimat.
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Die Elbe Kein anderer Fluss symbolisiert deutsche
Geschichte beziehungsweise die Geschichte der Deutschen und ihrer
östlichen Nachbarn einprägsamer als die Elbe. Ein Gebiet
von landschaftlicher Schönheit, die doch eine verwundete, vom
Menschen und seiner Industrie gefährdeten Schönheit ist;
ein Grenzfluss, an dem Ost- und Westeuropa und ihre verschiedenen
politischen Entwicklungen sich berühren...
(Die Elbe, Leipzig 2000)
Jörn Vanhöfen lenkt unsere Aufmerksamkeit auf unattraktive
Orte. Es sind Orte, die wir auf Reisen gerne übersehen. Und
dennoch sind es Orte, an denen Menschen leben und arbeiten: Orte
und Momente ihrer Konstruktion von Identität.
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Seit Jahren ist die Suche des Menschen nach Identität und deren Ausdruck wichtiger Bestandteil meiner Fotografie. Innerhalb dieses Spannungsfeldes befasse ich mich schwerpunktmäßig mit der Darstellung der Menschen in ihren Beziehungen zueinander und zu ihrer Umwelt. Der Zyklus acker*arable reflektiert das Verhältnis des Menschen zur Natur. Es ist eine ermutigende Auseinandersetzung mit dem Alter und versinnbildlicht einen organischen Lebens- und Arbeitsprozess, der durch den Rhythmus der Jahreszeiten strukturiert wird. Die Bilder sind in den Jahren 1999-2004 auf einem Demeter-Gemüsebetrieb im Ruhrgebiet entstanden.
Wolfgang Bellwinkel, Wiebke Loeper und Andreas Mader
21.7. 26.8.2007
Eröffnung: Samstag, 21.7.2007, 17 Uhr
Begrüßung: Katharina Goldbeck-Hörz
Einführung: Wolfgang Zurborn
Galerie Altes Rathaus Musberg
Filderstr. 44 70771 LE-Musberg
Öffnungszeiten: Sa. 16-18, So. 11-13 Uhr
In einer globalisierten Welt bekommt der Wunsch nach Identität
stiftender Einbindung in eine vertraute Umgebung wieder ein neues
Gewicht. Wir können in fast alle Länder dieser Erde zu
einem Spottpreis fliegen und werden permanent mit News aus den letzten
Ecken dieses Planeten beliefert. In unserer Vorstellung könnten
wir uns eigentlich schon auf der ganzen Welt heimisch fühlen,
da wir das Bild von ihr ununterbrochen in allen Medien konsumieren.
Susan Sontag schrieb aber schon in ihren frühen kritischen
Texten zur Fotografie darüber, dass diese Bilder eher den Blick
auf die Welt verstellen, da sie keine Zusammenhänge zeigen,
sondern eher ein Rauschen erzeugen, das unsere Wahrnehmungsfähigkeit
vernebelt.
Die fotografischen Positionen dieser Ausstellung Sehnsucht
und Vertrautheit schärfen dagegen unser Verständnis
davon, wie sehr der Mensch von seinem persönlichen, vertrauten
Umfeld geprägt ist, wie auch seine Sehnsüchte und Wunschvorstellungen
davon bestimmt sind
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Wolfgang Bellwinkel,
als permanent Reisender zwischen den Kontinenten Asien und Europa,
ein typischer Weltbürger eines zusammenrückenden Globus,
geht mit seiner Serie Heimat II auf die Suche nach dem Idyll
in der deutschen Provinz. Die intensive Erfahrung einer anderen
Kultur ermöglicht ihm dabei erst den Blick auf dieses schwer
zu fassende Thema, das voller Klischeefallen steckt. Der distanzierte
Blick macht es möglich. Seine Fotografien befassen sich mit
den Lebensentwürfen und Sehnsüchten moderner Menschen,
die der Stadt entfliehen und auf dem Land ihr Glück suchen.
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Wiebke Loeper zeigt mit ihrem Ausstellungs- und Buchprojekt
Hello from Bloomer. Viele Grüße aus Wismar, wie
sehr die frühen Prägungen eines Menschen ihren Ausdruck
auch in einer völlig neuen Umgebung behalten.
Sie beschreibt die Lebenswege ihres Großvaters Willi und dessen
Cousin mit gleichem Namen. Beide wuchsen in Pommern auf und lernten
den Beruf des Fleischers. Durch den Krieg getrennt, ließ sich
der eine in den USA, der andere in der späteren DDR nieder.
Mit einer Kombination von gesammeltem Bildmaterial aus den Familienalben
und eigenen Fotografien schafft sie eine sehr subtile Dokumentation
der verschiedenen Biografien, die überraschende Parallelen
besonders in der Gestaltung des eigenen Lebensraumes offen legt.
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Andreas Mader macht in seiner Arbeit Die Tage Das Leben deutlich, dass es die privaten Beziehungen sind, die für ihn das Empfinden von Vertrautheit erst ermöglichen. Über einen langen Zeitraum hinweg fotografierte er unprätentiöse und unsentimentale aber gleichzeitig intime Porträts von Menschen aus seinem Freundeskreis. Als er 1988 mit dieser Arbeit anfing, waren es noch situative Bilder von gemeinsamen Erlebnissen, die für ihn den stärksten Ausdruck einer authentischen Wahrnehmung darstellten. In einem langen Arbeitsprozess entwickelte er für sich dann einen ganz eigenen Portraitstil, der sich der Inszenierung der Aufnahmesituation mit der Großbildkamera sehr bewusst ist, dabei aber den Personen genügend Raum lässt, etwas von sich zu erzählen. Die Klarheit und Intensität der Fotografien entrückt die Bilder ihrer rein privaten Sphäre und lässt beim Betrachter Erinnerungen an eigene und universelle Lebenserfahrungen aufkommen.
Andreas Herzau
22.6. 2.9.2007
Eröffnung: Freitag, 22.6.2007, 20 Uhr
Begrüßung: Roland Burg
Einführung: Andreas Herzau
Burg galerie coiffeur
Friedrichstr. 4, 70771 LE-Musberg
Öffnungszeiten: Di.-Fr. 8-18 Uhr, Sa. 7.30-14 Uhr
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Dieses Projekt ist eine Bilderreise, eine subjektive Bestandsaufnahme über Deutschland 60 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und gut 15 Jahre nach der Wiedervereinigung. Andreas Herzaus Plan war es, keinen Plan zu haben, keiner Story, keinem Plot zu folgen. Bei dieser Arbeit ging es ihm darum, Bilder und Geschichten zu finden, statt diese zu suchen und sich die Freiheit zu nehmen, kleine Dinge zu entdecken, die durchaus die Kraft haben, vom großen Ganzen zu erzählen. Es werden die flüchtigen Dinge und Eindrücke festgehalten, die viel über die Stimmung in Deutschland erzählen können und vor denen letztlich die Sprache versagt. Seine Arbeitsweise ist ein Vagabundieren und Flanieren im Visuellen: subjektive Skizzen und Notizen, kleine Ausschnitte des deutschen Alltags und der deutschen Kultur. Anknüpfend an seine früheren Arbeiten über New York (2000 2002) oder die Durchquerung des indischen Subkontinents (2004) schneidet er diese fotografischen Eindrücke assoziativ an- und gegeneinander. So entstehen einzelne Kurzgeschichten und gefühlvolle Einblicke in die heutige deutsche Normalität.
Emanuel Raab
21.7. 17.8.2007
Eröffnung: Samstag, 21.7.2007, 18 Uhr
Begrüßung: BM Alexander Ludwig
Stadtarchiv Leinfelden-Echterdingen
Schönaicher Sträßle 4
70771 LE-Musberg
Öffnungszeiten: Mo. Di. Do. 14-17 Uhr Mi. 14-18 Uhr,
telefonische Voranmeldung erbeten (0711 / 997 54 09)
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Heimat was ist das? Welche Rolle spielt der Ort, an dem
wir leben, an dem wir Zuhause sind? Wie gestalten, wie empfinden
wir diese Orte in einer Zeit, in der die Authentizität von
Lebensräumen immer stärker einem weltumspannenden Einheitsgesicht
mit Lokalkolorit weicht?
Vor dem Hintergrund zunehmender Verflüchtigung der Orte beschreibt
das Projekt die Suche nach einem emotionalen Raum, der Identität,
Geborgenheit, Sicherheit und Vertrautheit schafft. Es geht darum,
Heimat nicht nur als topografischen, sondern auch als metaphysischen
Raum visuell zu erkunden, der da beginnt, wo das Denken aufhört.
Gestalterisch und inhaltlich sehr unterschiedliche Bildlösungen
dokumentieren und reflektieren heutige Lebensräume, die durch
wachsende Urbanisierung, das Zusammentreffen verschiedener Ethnien
und gleichzeitig dem individuellen Wunsch, Privatheit und Zugehörigkeit
zu schaffen, gekennzeichnet sind.
Die arge lola (Kai Loges und Andreas Langen),
und der Fotoclub Leinfelden-Echterdingen
20.7. 02.9.2007
Eröffnung: Feitag, 20.7.2007, 20 Uhr
Begrüßung: BM Alexander Ludwig
Einführung: Prof. Manfred Schmalriede
Stadtmuseum Leinfelden-Echterdingen
Hauptstraße 79, 70771 Leinfelden-Echterdingen
Öffnungszeiten: So. 10.30-12.30 Uhr und 14.30-17.30 Uhr
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Kai Loges (*1954) und
Andreas Langen (*1964) lernten sich beim gemeinsamen Fotografie-Studium
Mitte der 80er Jahre in Bielefeld kennen. Sie arbeiten zusammen
unter dem Namen die arge lola mit Firmensitz in Stuttgart.
Ihre Auftragsarbeiten, die vorwiegend im Bereich von Industrie,
Arbeitsprozessen, Porträt und Sachdarstellung liegen, inspirieren
häufig auch ihre freien Bildserien.
Dies gilt auch für die Aufnahmen aus Leinfelden-Echterdingen.
Eigens für die Ausstellung der Kulturregion entstand ihre Bildserie,
die sich mit visuellen und sonstigen Peripherien befasst - neue
Blicke auf die unbemerkten Ränder eines Ortes.
Sophie Schmalriede
21.7. 2.9.2007
Eröffnung: Samstag, 21.7.2007, 10 Uhr
Begrüßung: Fried Peter Bourseaux
Einführung: Dr. Eva Mahn
vhs Leinfelden-Echterdingen
Neuer Markt 1, 70771 Leinfelden-Echterdingen
Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 9-12 Uhr und 19-22 Uhr
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Es gibt etwas, das der Mensch von klein auf mit sich herumträgt. Auch dann noch, wenn er entwurzelt ist. Und das ist seine Herkunft. Sie ist ein Mosaiksteinchen unserer Identität, ein Rädchen in unserer Persönlichkeit. Sie ist stets in uns, wo immer wir sind. Die Düsseldorfer Fotografin Sophie Schmalriede hat dieses Stückchen, das in uns allen verborgen ist, sichtbar gemacht. In ihrer Serie secret gardens ist sie mit befreundeten Männern und Frauen an die Orte ihrer Kindheit zurückgekehrt.
Die Jahrestagung der Deutschen Fotografischen Akademie
findet vom 28. 30. April 2006 statt.
Austragungsort wird auch in diesem Jahr wieder die Zehntscheuer
in Echterdingen sein.
Bildpräsentationen und Vorträge von Mitgliedern und Gästen
am Samstag und Sonntag bieten ein Forum zur Auseinandersetzungen
über die Möglichkeiten der zeitgenössischen Fotografie.
Mit den Ausstellungen zur Jahrestagung greifen wir das Thema
Kommen und Gehen auf, das die Kulturregion Stuttgart
für das
Jahr 2006 an verschiedenen Orten realisiert.
Industrialisierung und prosperierende Wirtschaft haben eine große
Fluktuation und Internationalität unter den Menschen zur Folge.
Doch dieser Internationalität und Mobilität steht eine
überraschend stark ausgeprägte Verbundenheit mit der Heimat
gegenüber. Die allgemeinen Aspekte dieser Thematik in unterschiedlichen
Interpretationen sollen Gegenstand unserer Ausstellungen sein.
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Eva Mahn, Maasdam im Hafen
Jörg Boström, Kai-Olaf Hesse, David Klammer,
Bertram Kober, Eva Mahn, Ulrich Mertens,
Luzia Simons, Wolfgang Zurborn
30.4. 21.5.2006
Eröffnung: Freitag, 28.4.2006, 20 Uhr
Begrüßung: Erster Bürgermeister Ignac Vamos
Einführung: Dr. Eva Mahn
Stadtmuseum Leinfelden-Echterdingen
Hauptstr. 79
70771 LE-Echterdingen
Öffnungszeiten: So 10.30 12.30 Uhr und 14.30
17.30 Uhr
Kommen, Ankommen, zur Ruhe kommen, zu sich kommen, auskommen, zurechtkommen,
das klingt nach Sicherheit, Zufriedenheit, Stabilität, Heimat,
Familie und Tradition. Heimat ist der Ort und die Landschaft unserer
Kindheit, das Vertraute, das Trauliche, Gemütliche (trautes
Heim, Glück allein), die Zeit der Geborgenheit in der
Familie, die aber auch eine Zeit der Unmündigkeit war.
Damit etwas kommt, muss etwas gehen. Die erste Gestalt
der Hoffnung ist die Furcht. Die erste Erscheinung des Neuen ist
der Schrecken, schrieb Heiner Müller.
Gehen, das ist Verlassen, Verlieren, manchmal auch Flucht und deshalb
immer mit Angst besetzt. Gehen ist aber auch Veränderung, Neuanfang,
Erwartung, Neugier, Hoffnung, Mut und Zuversicht, Loslassen, um
die Hände freizubekommen, alles hinter sich lassen, um Neues
aufzubauen, Türen zuschlagen, um neue zu öffnen,
das Risiko eingehen, viel oder alles zu verlieren, den Partner,
die Arbeit, den Besitz und sogar die Heimat.
Aus dem Text zur Ausstellung von Eva Mahn im Bulletin der DFA
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Die eigene Identität im Zustand der Mobilität behandelt Luzia Simons in ihrer 32-teiligen Installation Transit in ganz unmittelbarer Form. Sie thematisiert ihren Pass und da ein Pass in den Ländern Europas, in denen die Künstlerin lebte, seit 1987, der neuen EU-Pass-Einführung, so viele Seiten hat, bezieht sich jede einzelne auf eine Seite des staatsbürgerlichen Dokuments. Für den Kontext der Installation Transit hat die Künstlerin die Sicherheitsstrukturen des sogenannten Identigrams im Pass im Ausschnittfragment gescannt und daraufhin vergrössert. Die einzelnen Elemente hat sie dann am Computer zu einer Patchwork-Collage frappanter Ornamentdetails mit fragmentierten Teilen ihres Gesichts verflochten. Somit entstehen Selbstportraits, die die Eigenständigkeit eines Menschen verkörpern, der nicht mehr fest an einen Ort gebunden ist.
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Eva Mahn befasst sich in ihrer Serie Traumschiff mit den
Mythen von Freiheit und Abenteuer bei einer Reise mit einem riesigen
Ozeandampfer. Ein Plakat der Zwanzigerjahre mit der Maasdam III,
einem Schiff der Holland-Amerika-Lijn, lockte sie schon
lange, eine Seefahrt zu machen und so landete sie schließlich
auf der Maasdam V, die in der Karibik, vor Kanada und Neuengland
kreuzt.
Die Reise auf dem Schiff übertraf meine kühnsten
Erwartungen: Ich war in einen modernen Sklavenhalterstaat geraten
und die Sklaven waren Philippiner und Balinesen. Auf 1.260 Passagiere
kamen 560 Crew-Mitglieder. Jeder noch so absurde Wunsch wurde den
Gästen erfüllt. 50 Dining Room Stewards und 25 Assistent
Stewards arbeiteten in zwei Durchgängen im Speisesaal, drei
Stewards für jeden Tisch. Ihre Bilder erzählen von
ihren ambivalenten Gefühlen, von der Faszination des Reisens
in ferne Länder, die sich mischt mit der Abscheu vor dem dekadenten
Leben auf dem Schiff.
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In der Arbeit von Kai Olaf Hesse wird der Aspekt des Kommen
und Gehens in einen komplexen historischen Kontext gestellt.
In seinem fotografischen Projekt über die ehemalige Bergbau-
und Schwerindustriestadt Ostrava in Tschechien stellt Hesse
diesen Ort als Sinnbild europäischer Prozesse nach 1989 dar.
Diese Stadt erlebt nach dem Zusammenbruch des Sozialismus und dem
Niedergang der Schwerindustrie gegenwärtig einen dramatischen
Wandel. War ihre Identität zuvor tief in einem sozialistischen
Realismus verankert, weicht dieser einer globalisierten Formensprache,
den Corporate Idendities der Konzerne, Handels-, Hotel- und Fastfoodketten.
Dies geschieht nicht ohne dramatische Auswirkungen auf das Leben
der Bewohner der Stadt. Und es geschieht auch unter dem ökonomischen
Druck hoher Arbeitslosigkeit radikaler und schneller, als
es in vergleichbaren westlichen Städten der Fall war und ist.
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Die Protagonisten der Bildserie untitled von David Klammer bewegen sich in den Straßen dieser westlichen Ballungszentren, die wie ein seltsam somnambules und anonymisiertes Umfeld wirken. In den Bildern wird der öffentliche Raum zur theatralischen Schaubühne von Eitelkeiten und Kurzgeschichten. Es sind Schnappschüsse, die durch ihre Lichtinszenierung die Selbstinszenierung deutlich machen. Gestik und Habitus der von Klammer fotografierten Menschen werden als einstudierte und oft geübte Kopien von Idealismen einer Gesellschaft entlarvt, welche die industrielle Individualisierung als erstrebenswerten Maßstab ansieht. Klammer löst die Menschen mit seiner Blitztechnik aus dem Kontext der realen Szenerie heraus und macht das Kommen und Gehen als Ritual ohne konkretes Ziel zum Thema seiner Serie.
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Mit dem Strom der Menschen in den Straßen beschäftigt sich auch Jörg Boström. In seinen Fotografien gibt es aber keinen Blitz, der die Szenerie erhellt. Die Menschen werden nicht zu den Hauptdarstellern der eingefrorenen Momente. Boström ist an den ganz elementaren Wirkungen der Schwarz/Weiß-Fotografie interessiert, an der Darstellung von Licht und Schatten und einer daraus resultierenden Abstraktion, die viel Raum für die Phantasie des Betrachters lässt. Schattenspiele auf Asphalt und Pflastersteinen erzählen in sehr reduzierter Form von der Choreografie der alltäglichen Bewegungen im öffentlichen Raum.
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Auf sehr symbolische Art und Weise behandelt Ulrich Mertens das Thema der Ausstellung. Er möchte mit seinem Beitrag darauf aufmerksam machen, dass jedes Kommen auch ein Gehen, jedes Ankommen auch einen Abschied beinhaltet. Ihm geht es um die Frage der Perspektive, die unmittelbar mit diesem Sujet verbunden ist. Mit dem Medium "Fotografie" lassen sich besonders gut unterschiedliche Standorte einnehmen, die neue Sichtweisen auf das Thema ermöglichen. Fußspuren im Schnee, aufgenommen auf einem zugefrorenen See, einem scheinbar statischen Ort zwischen Zufluss und Abfluss, versinnbildlichen das Kommen und Gehen als immer wiederkehrenden Prozess.
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In menschenleeren Landschaften findet auch Bertram Kober seine Motive. Seine Sicht auf die Dinge ist dagegen wesentlich sachlicher. Er interessiert sich für Hochsitze, ihre Unterschiedlichkeit und ihre Ausstrahlungen, die sowohl Stärke wie auch Brüchigkeit vermitteln. Die genau kalkulierte Auswahl der Bildausschnitte und das gleichartige Licht während der Aufnahmen ermöglichen es dem Betrachter, in einer vergleichenden Wahrnehmung die unterschiedliche Architektur dieser oft kurios anmutenden, selbstgebauten Beobachtungstürme zu studieren. Es macht sich aber auch bedrohlich wirkende Ungemütlichkeit breit, da man vergeblich nach den Spuren des Wildes sucht und sich schließlich selbst an dessen Platz gestellt fühlt. Das Kommen und Gehen mit all seinen ambivalenten Empfindungen entsteht bei diesen Bildern komplett in der Imagination des Betrachters.
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In den Fotografien von Wolfgang Zurborn lösen sich die realen Orte unserer urbanen Umwelt immer mehr auf in einer Collage von Zeichen, architektonischen Details und Körperfragmenten. Er lässt sich ein auf eine Drift im Fluss der uns täglich umgebenden Reize und konstruiert mit dem Zusammenspiel der Bilder ein komplexes Netz von Assoziationen, die den Betrachter sensibilisiert für subtile Veränderungen von Wahrnehmungszuständen. Lebenswelten und mediale Welten sind in seinen Fotografien kaum mehr zu unterscheiden und so interpretiert er das Kommen und Gehen nicht mehr in Hinsicht auf einen konkreten Ort, sondern vielmehr in der Sehnsucht des zeitgenössischen Menschen im Meer der Zeichen und Bilder einzutauchen.
Ingo Taubhorn, Sibylle Fendt,
Simone Demandt, Delia Keller
30.4. 28.5.2006
Eröffnung: Samstag, 29.4.2006, 17.00 Uhr
Begrüßung: Katharina Goldbeck-Hörz
Einführung: Wolfgang Zurborn
Galerie Altes Rathaus Musberg
Filderstr. 44
70771 LE-Musberg
Öffnungszeiten: Sa 10.00 18.00 Uhr, So 11.00
13.00 Uhr
Die Ausstellung Zwischen Obsession und Konstruktion - Dimensionen
inszenierter Identität führt sehr unterschiedliche
Ansätze von Konstruktionen der eigenen Identität zusammen.
Die Rolle der Fotografie in diesem Zusammenhang reicht vom Glauben
an das Authentische, über die Inszenierung und die installative
Kontextualisierung bis hin zur modellhaften Stilisierung. Gerade
das Aufeinanderstoßen dieser so divergierenden künstlerischen
Strategien ermöglicht es den Betrachtern, sich auf die unterschiedlichen
Verfahren und Dimensionen, Ansprüche und Verstiegenheiten eigener
und fremder Lebensentwürfe einzulassen.
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Mit seiner Arbeit VaterMutterIch macht Ingo Taubhorn deutlich, welch wesentlichen Faktor in seiner Persönlichkeitsbildung die prägende Macht der Kindheit darstellt. Er fotografiert die eigene Familie, die biologische Familie, der er entwachsen ist und findet in seinen Eltern bereitwillige Akteure in diesen aus dem alltäglichen Leben herausgegriffenen Inszenierungen des Privaten. In seiner Fotoinstallation kontrastiert er diese Einblicke in kleinstädtisches Leben mit Bildern von seinem schwulen Freundeskreis in Berlin, seiner Wahlfamilie. Gerade in der Gegenüberstellung dieser sehr unterschiedlichen Lebensentwürfe, werden aber auch sehr ähnliche alltägliche Riten sichtbar.
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Sibylle Fendts fotografische Haltung geht über einen privaten Ansatz hinaus. Sie richtet ihren Blick nicht auf Menschen aus ihrem persönlichen Umfeld. Die Protagonisten verschiedener Serien der letzten Jahre verbindet das Leiden an psychosomatischen Krankheiten. Durch eine sehr intensive Zusammenarbeit mit den Fotografierten erarbeitet Fendt sich eine Vertrauensebene, die Portraits von spürbarer emotionaler Nähe ermöglicht und zugleich der je besonderen Befindlichkeit der Portraitierten Ausdruck verleiht, aber auch die verschobene Wahrnehmung der realen gesellschaftlichen Zusammenhänge dokumentiert. Die Serie Ana mit Fotografien von jungen Frauen, die an Magersucht leiden, entstand in zwei psychosomatischen Kliniken in Deutschland.
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In ihrem Fotoprojekt Blamage befasst sich Simone Demandt
mit einem Ort, in dem Euphorie und Peinlichkeit gleichermaßen
zuhause sind: der Schulturnhalle. Ihre Arbeit basiert auf Texten
ihrer Freunde, die angefüllt sind mit Erinnerungen an diesen
Raum voller kollektiver körperlicher Grenzerfahrungen. Diese
erzählen von Schönheit und Eleganz, aber auch von Hässlichkeit
und Ungeschicklichkeit.
Auch wenn ihre Bilder die Anmutung von Dokumentarfotografie haben,
glaubt sie nicht an den rein abbildenden Charakter der Fotografie.
Im installativen Zusammenhang mit Objekten und Texten werden existentielle
Fragen evoziert, die über das unmittelbar Sichtbare hinausgehen.
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Die Serie La Dame en Blue von Delia Keller wirkt geheimnisvoll.
Wie in einem Tagtraum wandelt eine junge Frau in blauem Kleid durch
räumliche Szenarien, zwischen Architektur und natürlichen
Formationen. Der Gang der Protagonistin bleibt ambivalent und ergibt
für den Betrachter keinen eindeutig nachvollziehbaren narrativen
Zusammenhang. Dargestellt von der Fotografin selbst, lockt die Figur
trotz ihrer gestischen Statik den Betrachter in den Sog eines quasi
filmischen Zusammenspiels der acht Motive. Die ausgeklügelte
Inszenierung jeder einzelnen Aufnahme friert die visuelle Dynamik
des Einzelbildes und die Bewegung in der Abfolge ein. Delia Kellers
Arbeit verweist in ihrer abstrahierenden Dimension auf das Unsichtbare,
das vielleicht Inexistente, das die Dame in Blau auf den Spuren
von Jean Cocteau gleichwohl heroisch verfolgt.
Ute Behrend
29.4. 30.6.2006
Eröffnung: Samstag, 29.4.2006, 19.00 Uhr
Begrüßung: Roland Burg
Einführung: Wolfgang Zurborn
Burg galerie coiffeur
Friedrichstr. 4
70771 LE-Musberg
Öffnungszeiten: Di Fr 8.00 18.00 Uhr, Sa 7.30
- 14.00 Uhr Mo geschlossen
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Ute Behrend stellt Bildpaare vor, die auf die kindliche
Phantasiewelt verweisen, an geträumte und erinnerte Szenerien
aus allseits bekannten Märchen anknüpfen. Die fragmentierten
Aufnahmen verstärken den Aspekt von Unglück und Verlorenheit,
der in den Märchenszenerien vorherrscht: Reminiszenzen an keineswegs
idyllische Verhältnisse und kindliche Erlebnisse, die retrospektiv
zumeist von Erinnerungen an familiäre Behausungen und Geborgenheit
überdeckt werden.
Sie spürt Orte und Zeichen auf, sucht Signale und scheinbare
Zufälligkeiten. Jede Arbeit besteht aus zwei gleichformatigen
Bildern. Das Bildmaterial ist assoziativ und dokumentarisch zugleich.
Durch die präzise ausgewählten und dialogisch festgelegten
Bildpaare gerät Behrend zu einer Spurenlegerin, deren fiktive
Erzählweise zum Schlüssel für die Vorstellungskraft
des Betrachters wird.
In der Reihe: Schätze aus dem Archiv
der deutschen Fotografischen Akademie
Henning Christoph
30.4. 30.7.06
Eröffnung: 29.4.06, 18.00 Uhr
Begrüßung: OB Roland Klenk / Dr. Bernd Klagholz
Stadtarchiv Leinfelden-Echterdingen
Schönaicher Sträßle 4
Firmengebäude MHZ-Hachtel.
70771 LE-Musberg
Öffnungszeiten: So 14-17 Uhr
sowie nach telefonischer Voranmeldung (0711 / 997 54 09)
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Die sozialdokumentarische und journalistische Fotografie spielt
in der Deutschen Fotografischen Akademie eine sehr gewichtige Rolle
und so hatte sie diese im Jahr 2004 unter dem Titel Fremde
Nähe zum Schwerpunkt ihrer Jahrestagung gemacht. In diesem
Rahmen hatte die DFA schon Fotografien von Henning Christoph über
die traditionellen Riten des Voodoo im Benin gezeigt, einem Thema,
dem er sich seit 1993 ausschließlicht widmete.
Im Rahmen der Ausstellungsreihe Schätze aus dem DFA-Archiv
können wir jetzt einen Einblick in sein früheres Schaffen
gewinnen. Schwarz/Weiß-Fotografien von türkischen Familien
im Ruhrgebiet erzählen mit detailreichen Beschreibungen von
ihren religiösen und kulturellen Ritualen in einer fremden
Umgebung. Man spürt Christophs tiefes Interesse für die
Lebensbedingungen dieser Menschen, die als Gastarbeiter nach Deutschland
gekommen sind.
Die Jahrestagung der Deutschen Fotografischen Akademie
findet vom 15. 17. April 2004 statt.
Austragungsort wird auch in diesem Jahr wieder die Zehntscheuer
in Echterdingen sein. Bildpräsentationen und Vorträge
von Mitgliedern und Gästen am Samstag und Sonntag bieten ein
Forum zur Auseinandersetzungen über die Möglichkeiten
der zeitgenössischen Fotografie.
In diesem Jahr vergibt die DFA die David-Octavius-Hill-Medaille
und die
Stadt Leinfelden-Echterdingen ihren mit 5000 Euro dotierten
Kunstpreis an Bernhard Prinz.
Mit Bernhard Prinz hat die Deutsche Fotografische Akademie einen Künstler ausgezeichnet, der konsequent die fiktionalen Aspekte des Mediums auszuloten weiß und damit die künstlerischen Dimensionen der Fotografie erweitert hat.
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Bernhard Prinz, Ohne Titel aus BLESSUR, 1996
Ausstellung mit Arbeiten von Bernhard Prinz
15.4.13.5.2005
Eröffnung mit Preisverleihung: Freitag, 15.4.2005, 18 Uhr
Begrüßung: Oberbürgermeister Roland Klenk
Laudatio: Anna-Catharina Gebbers
Öffnungszeiten: Mo -Fr 10-17 Uhr
MHZ Hachtel GmbH,
Sindelfinger Str.21
70771 LE-Musberg
Peter Granser, Haubitz + Zoche, Marc Volk, Thomas Zika
16.4. 29.5.2005
Eröffnung: Samstag, 16.4.2005, 18 Uhr
Einführung: Wolfgang Zurborn
Galerie Altes Rathaus Musberg
Filderstr. 44
70771 LE-Musberg
Öffnungszeiten: Sa 16-18, So 11-13 Uhr
Das verbindende Element der fotografischen Arbeiten in der Ausstellung
SehBad ist das Wasser. Es taucht in unterschiedlicher medialer
Form auf, als visuelles Rauschen, in dem sich die Mythen der Tourismusindustrie
auflösen, wie auch als hyperreale Abbildung, die ein Sprungbecken
in einen lichtdurchfluteten Raumkörper transformiert.
Das Auge des Betrachters geht baden und stößt dabei oft
an die Grenzen der medialen Wahrnehmung. Dieser Verlust der Orientierung
kann als Akt verstanden werden, der dem Zustand des Schwimmers ähnlich
ist, der die Kontrolle über seinen Körper aufgibt, um
sich in die Fluten zu stürzen. Das Erlebnis des Wassers ist
dabei immer zweiseitig konnotiert, als Labsal aber auch als lebensbedrohliches
Element, wie es die Flutkatastrophe wieder in unser Bewusstsein
rückte.
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Für seine Serie "bathers" bearbeitet
Thomas Zika Fotos aus Reisekatalogen und Reiseprospekten
mit Strandansichten aus aller Welt. Die grellbunten Vorlagen werden
von ihm bearbeitet, indem er Ausschnitte von Luftaufnahmen mit offener
Blende und geringster Schärfe reproduziert und dabei den Horizont
eliminiert. Diese Fotografien werden dann digital bearbeitet bis
farblich fast völlig entsättigte Bilder entstehen. Das
Medium wird zum Fluidum der Unschärfen, der Wellen und Interferenzen.
Sichtbar bleiben nur noch einige menschliche Figuren, die aus ihrem
Raum und Zeit-Kontinuum herausgelöst worden sind.
Zika schafft Abstraktionen, die sich von den gängigen Ansichten
und Hyperzeichen der Orte, Badestrände und Hotelanlagen völlig
abgelöst haben. Partiell in aller Schärfe auftauchendes
Druckraster desillusioniert diese Werbewelt, während in den
Partien einer rasterlosen Unschärfe die visuellen Elemente
übergehen in den Schein einer flüssigen, kontinuierlichen
Vision von Meer und Strand.
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In ganz anderer Form begegnet Peter Granser den Mythen der
Freizeitindustrie. In Coney Island, New Yorks einstiger luxuriöser
Flanier- und Amüsiermeile an der Altantikküste, findet
er Bilder, die für ihn sinnbildlich für Amerikas Konsumverhalten
sind. Eingebunden in Meeresrauschen und Möwengeschrei rattern
die hölzernen Achterbahnen und Riesenräder der Vergangenheit,
bietet der, insbesondere in den Sommermonaten gnadenlos überfüllte
Strand jedem eine einzigartige Freizeit- und Selbstinszenierungs-Plattform.
Coney Island ist aufdringlich, schrill und billig, aber sie ist
die Spielwiese der Nation - wer sie nicht gesehen hat, hat
nichts vom Land gesehen behauptete Reginald Wright Kauffmann
bereits 1909.
Granser entwirft ein Bild vom Strandleben, in dem der Betrachter
in einem Meer von Zeichen versinkt. Das reale Meer erscheint nur
noch als Schaum der Wellen zwischen Coladosen, Melonenstücken
und weggeschwemmten Schuhen. Den Menschen auf seinen Bildern scheint
jeder Sinn dafür verloren gegangen, die See selbst als eine
Attraktion zu verstehen, so sehr sind sie eingetaucht in die Verlockungen
von Luna Park und Dreamland.
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Das Chaos der Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Handlungsebenen
an einem belebten Strand ist das Thema der Arbeit "SameTime/SamePlace"
von Marc Volk. Mit dem Medium der Fotografie löst er dieses
Chaos auf und wandelt es in ein Nebeneinander um. So können
gleichzeitig
getätigte Aufnahmen in eine direkte Beziehung gebracht werden,
die ein ruhiges Betrachten ermöglichen. Sehen ist Vergleichen!
Von einem erhöhten Standpunkt fertigt Marc Volk ein Übersichtsfoto
von dem Treiben am Strand an, das als Ausgangsmaterial für
Ausschnittsvergrößerungen dient. Diese Vergrößerungen
zeigen verschiedene einzelne Situationen, die
zwar gleichzeitig stattgefunden haben, aber erst durch die Anordnung
in einem Tableau nebeneinander wahrgenommen werden können.
In der Abstraktion der Darstellung, forciert durch eine digitale
Bearbeitung, die die Pixel sichtbar werden lässt, sind die
Menschen auf den Bildern nicht mehr als Individuen erkenntlich,
sie werden zu Bestandteilen eines Musters immer wiederkehrender
täglicher Rituale.
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Mit einem radikalen Perspektivwechsel tauchen wir buchstäblich
ein in die Bildwelten des Künstlerduos
Haubitz + Zoche. Die Unterwasserräume der Werkgruppe
"Wasserspiegel" vermitteln in ihrer Bewegungslosigkeit
eine fast kontemplative Ruhe. Die fotografische Belichtung als Verdichtung
von Zeit, die sich im Sammeln von Licht im Blau der unbewegten Wasserräume
abbildet, zeigt klare Spiegelungen an der Unterseite der Wasseroberfläche.
Die Transformation in lichtdurchflutete Raumkörper erfolgt
dabei nicht nur durch die Aufnahmen selbst, sondern wird signifikant
durch die Präsentation der Fotos als Leuchtkästen unterstrichen.
Durch die ungewöhnliche Perspektive und das Fehlen jeglichen
Lebenszeichens erscheinen die Schwimmbecken nicht in ihrem funktionalen
Zusammenhang sondern mutieren zu einer phantastisch anmutenden architektonischen
Situation, die dem Betrachter das Erlebnis des Mediums Wasser in
sehr ambivalenter Weise ermöglicht. Es wird für uns zu
einer Materie, die uns das Gefühl gibt, nach dem Licht greifen
zu können und gleichzeitig umhüllt es uns so vollständig,
dass wir uns bei aller Weite des Blicks bedrohlich eingeengt fühlen.
Bertram Kober
16.4. 18.6.2005
Preview: Samstag, 16.4.2005, 19 Uhr
Einführung: Prof. Manfred Schmalriede
Eröffnung: Sonntag, 17.4.2005, 11 Uhr
Galerie Coiffeur Burg
Friedrichstr. 4
70771 LE-Musberg
Öffnungszeiten: Di-Fr 8-18 Uhr, Sa 8-14 Uhr, Mo geschlossen
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Was den Touristen wie das Eldorado ihrer Einkaufslüste erscheint,
stellt sich in den Augen von Bertram Kober als absurdes Theater
dar. Schauplatz sind die überquellenden Schaufenster und Regale
der Läden im Grödnertal. Die südtiroler Scultori
sind durch ihre Schnitzkunst seit vielen Jahrzehnten in ganz Europa
bekannt. Ihre Madonnen, Herrgottfiguren und Heiligen haben Markencharakter.
Einzeln erworben, dienen sie der ganz privaten Andacht. Ausgestellt
werden sie jedoch als Massenware, häufig über- und nebeneinander.
Auch Klimtsche Liebespaare, Putti, Wurzelzwerge und Pinoccios werden
untergemischt und erweitern so das käufliche Gemenge.
Über Jahre schon hat Bertram Kober bei seinen Besuchen in den
Orten des Tales diese Konstellationen wahr- und aufgenommen. Der
Fotograf erweist sich, wie schon in früheren Arbeiten (z.B.
"Kulpoche" und "Legitime Aspekte des Alltags")
als wacher Beobachter kultureller Verwerfungen. Er erfaßt
Schnittstellen zwischen schlichter Realität und tiefer Sehnsucht
in wohl formulierten fotografischen Bildern. In ihnen fließen
Komponenten von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen.
In der Reihe: Schätze aus dem Archiv
der deutschen Fotografischen Akademie
Stefan Moses
17.4. 17.7.2005
Eröffnung: Freitag, 15.4.2005, 19.30 Uhr
Begrüßung: Prof. Manfred Schmalriede
Einführung: Dr. Bernd Klagholz
Stadtarchiv Leinfelden-Echterdingen
Schönaicher Sträßle 4
Firmengebäude MHZ-Hachtel.
70771 LE-Musberg
Öffnungszeiten: So 14-17 Uhr
sowie nach telefonischer Voranmeldung
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In seinem Porträtzyklus "Deutsche", den Stefan
Moses seit 1963 auf Reisen in der Bundesrepublik realisierte,
durchbricht er die übliche Fotoästhetik der 60er Jahre
und deren Vorstellungen einer tradierten Reportage mit einer konzeptionellen
Strategie. Mit einem als Hintergrund aufgespanntem Tuch löst
er die abgebildeten Menschen, Deutsche aus allen Gesellschaftsschichten
bekannt ebenso wie unbekannte Zeitgenossen, aus dem alltäglichen
Kontext heraus. Man sieht den porträtierten aber an, dass der
Fotograf zu ihnen gekommen ist, sie in ihrem Umfeld aufgesucht hat
und sie nicht in sein Studio bestellt hat. Ihr Lebensraum ist zwar
nicht sichtbar, aber ihre natürliche Gestik und Mimik und der
Humor, der in vielen Bildern durchschimmert, macht ihn spürbar.
Anders als bei August Sander scharf analysierendem Blick auf die
Menschen, definiert Stefan Moses dieses nicht als Teil einer gesellschaftlichen
Klasse. Er glaubt eher an das Individuum und lässt den Abgebildeten
daher viel Raum für Ihre Selbstinszenierung und die Identifizierung
über ihren Beruf.
Nach dem Fall der Mauer 1989 konnte Stefan Moses seine Porträt-Serie
in den östlichen Teilen Deutschlands fortsetzen.
Abbildung: aus der Serie Deutsche: Rollmopspackerinnen,
Büsum
Die Jahrestagung der Deutschen Fotografischen Akademie
findet vom 23.4. 25.4.2004 statt.
Neuer Austragungsort ist in diesem Jahr die Zehntscheuer in Echterdingen,
Maiergasse 5. Bildpräsentationen und Vorträge von Mitgliedern
und Gästen am Samstag und Sonntag bieten ein Forum zur Auseinandersetzungen
über die Möglichkeiten der zeitgenössischen Fotografie.
Der Schwerpunkt der Ausstellungen zur Jahrestagung liegt in diesem
Jahr auf der journalistischen Fotografie.
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Roman Bezjak, Kabul 1993
Hanns-Jörg Anders
Roman Bezjak
Jürgen Escher
23.4. - 28.5.2004
Eröffnung: Freitag, 23.4.2004, 20 Uhr
Begrüßung: Bürgermeister Dr. Gerhard Haag
Einführung: Peter V. Brinkemper
Foyer der MHZ Hachtel GmbH
Sindelfinger Str.21
70771 LE-Musberg
Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-17 Uhr
Henning Christoph
André Lützen
und als Gäste die Künstler der Galerie
Jörg Winde
Alexander von Reiswitz
24.4. - 13.6.2004
Eröffnung: Samstag, 24.4.2004, 18 Uhr
Einführung: Uwe J. Reinhardt und Wolfgang Zurborn
Galerie Altes Rathaus Musberg
Filderstr. 44
70771 LE-Musberg
Öffnungszeiten: Sa 16-18, So 11-13 Uhr
Dirk Reinartz
24.4. 25.5.2004
Preview: Samstag, 24.4.2004, 19 Uhr
Eröffnung: Sonntag, 25.4.2004, 11 Uhr
Einführung: Prof. Manfred Schmalriede
galerie coiffeur, Burg
Friedrichstr. 4
70771 LE-Musberg
Öffnungszeiten: Di-Fr 8-18 Uhr, Sa 8-14 Uhr, Mo geschlossen
Peter Thomann
23.4. 21.5.2004
Eröffnung: Freitag, 23.4.2004, 18 Uhr
VHS Leinfelden
Neuer Markt 1
70771 Leinfelden-Echterdingen
Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-17 Uhr
Die journalistische Fotografie hat in der letzten Zeit wieder sehr
stark an Aufmerksamkeit gewonnen. Ihr Wirkungskreis bleibt nicht
auf die Printmedien beschränkt. Immer mehr taucht sie in Museen
und Galerien auf. Die Sehnsucht, in Fotografien konkrete Bezüge
zu Lebenszusammenhängen zu finden wächst in Zeiten, in
denen diese durch die höhere Wahrscheinlichkeit von globalen
Katastrophen bedroht sind.
In Fremde Nähe, der Ausstellung zur journalistischen
Fotografie innerhalb der DFA, stellen die Bildautoren sehr unterschiedliche
Annäherungen an ihre Themen vor. Der entscheidende Impuls für
ihre Neugier hat ganz verschiedene Quellen. .
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Jürgen Escher identifiziert sich völlig mit den Menschen, die er in Afrika fotografiert hat, und wünscht sich das auch für den Betrachter. Dieser hat keine Möglichkeit, sich der Intensität dieser Porträts zu entziehen, mit denen er förmlich in die Gesichter eintaucht. Orientierung geben dann die mit den Bildern kombinierten Interviews, die Christian Frevel mit den Männern, Frauen und Kindern aus dem von Bürgerkriegen gezeichneten Kongo geführt hat. Die fremde Welt löst sich auf in der Präsenz der Individuen, die mit persönlichen Aussagen zu ihrem Alltagsleben einen Schlüssel zum Verständnis liefern. Mit ihrem Buch- und Ausstellungsprojekt Hautnah-Berührungen mit Menschen im Herzen Afrikas holen Escher und Frevel ihre Protagonisten aus der Anonymität der Masse heraus.
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Die Inneren Angelegenheiten von Dirk Reinartz
kehren diesen Wahrnehmungs-
prozeß um. Farbfotografien von menschenleeren Straßen
und Plätzen in Deutschland lassen eine Fremdheit in allzu vertrauter
Umgebung spüren. Öffentliches Leben findet kaum mehr statt,
da sich jeder sein individuelles Refugium schafft. Die
vielen kleinen Details in seinen Bildern entwickeln ein Eigenleben
und erzählen von begrabenen Sehnsüchten und gescheiterten
Illusionen. In strengen Kompositionen skizziert er das Bild einer
ordentlichen Republik, die möglichst alles unter Kontrolle
haben will. Die subtilen ironischen Brüche in dieser aufgeräumten
Welt sind es, die uns die Hoffnung geben, dass noch Leben hinter
den Fassaden schlummert.
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André Lützen sprengt den Rahmen des Bildjournalismus. Die eindeutige Botschaft und die sachliche Dokumentation interessieren ihn nicht. In seiner Arbeit Generation Boule Fale über die Rapszene zwischen Marseille und Dakar entwickelt er eine ganz eigene Bildsprache, die nicht den fruchtbaren Moment auswählt, sondern die Aufnahme, die den Rhythmus komplettiert. Er setzt nicht auf das Authentische, da er sich des Fiktionalen jeder Erzählung bewusst ist. Aus der Hand fotografierte Schwarz-Weiß-Fotografien und farbige Videostills zu fast filmisch wirkenden Sequenzen montiert, zeigen eine Seelenverwandtschaft mit der Musikszene, die er fasziniert erkundet und schaffen komplexe Bezüge zu politischen und musikhistorischen Zusammenhängen.
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Die traditionellen Riten des Voodoo im Benin sind es, die den Foto-Journalisten und Ethnologen Henning Christoph bei einer Auftragsproduktion für das Magazin Geo 1988 so faszinierten, dass er sich 1993 entschloss, seine ganze Arbeit nur noch dieser für uns Europäer so exotischen Welt zu widmen. Mein Traum war, einmal nicht an der Oberfläche eines Themas zu bleiben, sondern hinter seine Geheimnisse zu kommen. Im schnelllebigen Geschäft des Bildjournalismus, in dem der Fotograf oft zum Supertouristen zwischen allen Krisenherden der Welt wird, stellt das einen wirklichen Luxus dar. Christoph versteht sich als Chronist, der einen Zugang zu der für ihn sehr toleranten Glaubensform des Voodoo schafft und dabei alle blutgetränkten Hollywood-Klischees aus dem Weg räumt. Er beschränkt sich nicht auf seine eigene Fotografie, sondern betreibt auch eine Fotoagentur, die sich auf Bilder vom schwarzen Kontinent spezialisiert, und hat ein Voodoo-Museum in Essen eingerichtet. Als einziges seiner Art in Europa führt es seine Besucher in die geheimnisvolle Welt des Soul of Africa ein.
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Als klassischer Bildjournalist erzählt Roman Bezjak authentische Geschichten aus Osteuropa. Er komponiert traumhaft wirkende Szenarien. Die Perspektive wechselt zwischen Nahaufnahmen und dem weiten Blick in die Landschaft, zwischen Einzel- und Gruppenporträts. Aus dem Stoff des gesellschaftlichen Alltags und der politischen Wirklichkeit schafft er bühnenreife Darstellungen von bemerkenswerter Suggestion. Fremde Orte in Zeiten des Umbruchs und der Bewegung üben den filmischen Sog des scheinbar Bekannten aus. Der distanzierte Betrachter wird zum imaginativen Teilnehmer, der die Signale der Hoffnung und die Spuren der Enttäuschung, die Symbole der Macht und die Symptome der Ohnmacht zu lesen versteht. Bezjak war zwischen 1991 und 2001 unterwegs, in Bukarest und Baku, Bischkek und Berg-Karabach, Eriwan und Etschmiadsin, Kabul und Kostroma, Sofia, Tiraspol, Duschanbe, Buchara und Kattowitz.
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Jörg Anders macht in seinen Porträtaufnahmen keinen Unterschied zwischen gesellschaftlichen Außenseitern und anerkannten Persönlichkeiten. Leitmotiv ist für Anders das Studium des sich selbst erforschenden Blicks kreativer Menschen, in denen die Kategorien der Vertrautheit und Fremdheit ineinander umschlagen. Die Kamera verfolgt Augenpaare, die sich auf ein Werk oder ein Gegenüber richten. Schwarz-weiße Nahaufnahmen arbeiten aus Joseph Beuys horchender Mimik die Physiognomie hochkonzentrierter Präsenz und Aufmerksamkeit heraus. Auf den Porträts von nervenkranken Art-Brut-Schaffenden findet sich ein anderer und doch ähnlicher Blick: Der Blick, der berührt ist von der Verstörung des eigenen Ichs, um sich auf die Odyssee eines riskanten persönlichen Kunstschaffens zu begeben.
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Auf heimischem Boden inszeniert
Peter Thomann in seiner Serie Deutschland Spiegel
Verkehrt den ästhetischen Reiz von Spiegelwelten.
Die Ausgangsbilder der vertrauten Umgebung werden dem Spiel von
Umkehrung und Verdopplung unterzogen. So mutieren bekannte Motive
zu gegenläufigen architektonischen Strukturen und Kulissen.
Bildinhalte werden verfremdet, verzerrt und aus ihrem Kontext herausgelöst.
Sie werden zu Projektionen, die in imaginäre Richtungen umgelenkt
werden. Die endlose Vervielfältigung der Realität schlägt
um in die Virtualität des Irrealen.
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Als Gäste nehmen bei der Ausstellung die beiden Künstler
der Galerie Altes Rathaus Musberg Alexander von Reiswitz und
Jörg Winde teil.
Die Inspiration für seine Reise nach Mexiko nahm von
Reiswitz von den Büchern Carlos Castanedas, die in der
mexikanischen Somora-Wüste von indianischen Zauberern handeln.
Mit klassischer S/W-Fotografie lädt er den Betrachter ein zu
einer "Wahrnehmung-Reise" nach den fremden Kulten der
Huicholes-Indianer.
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Jörg Winde schildert in seiner Arbeit
Shivas Land. Götter, Tempel und Mythen in Südindien
seine Eindrücke von dieser für uns Europäer
so exotischen Kultur. Fabfotografien voller narrativer Details lassen
uns das öffentliche Leben Indiens in komplexer Dichte nachempfinden
und bieten einen Zugang zu anderen Religionen.
Das Aufeinanderprallen dieser sehr unterschiedlichen Weltsichten
macht deutlich, wie sehr jede fotografische Arbeit definiert ist
durch die subjektiven Intentionen des Fotografen und seine ästhetischen
Kriterien und wie sehr wir deshalb skeptisch sein sollten gegenüber
dem, was uns täglich als scheinbar neutrale und sachliche Nachricht
durch die Medienwelt vermittelt wird.
Die Unterschiede von Fremdem und Nahem zerfließen in der Omnipräsenz
der Bilder, die längst alle Grenzen überschritten haben.
Darin besteht aber auch eine Chance, bewusst zu machen, dass die
bisherigen Schranken und Orientierungsmuster nicht länger haltbar
sind. Zukünftig sind verantwortbare Konstruktionen der Zugehörigkeit
nur in dynamischen Beziehungen und nicht mehr absolut zu sehen.
Weitere Ausstellung zur Jahrestagung der DFA
Reservate - Landschaften in Ausschnitten
23. April bis 25. Juli 2004
Eröffnung: 23.4.04, 19.00 Uhr
Einführung: Prof. Manfred Schmalriede, Pforzheim/Berlin
Stadtarchiv, Stadtteil Musberg, Schönaicher Sträßle
4,
Firmengebäude MHZ-Hachtel.
Öffnungszeiten: So 14-17 sowie nach telefonischer Vereinbarung
(Tel. 0711/9975409).
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Charles Compère konfrontiert die Gebirgslandschaft des Tessin mit seiner Großbildkamera. Eine Herausforderung der Bergwelt, wenn man bedenkt, wie gigantisch sie erscheint, angesichts eines Fotografen, der diese Größe über Bilder begreifen möchte und dabei ganz wesentlich auf Ideen und Technik setzt. Die technische Qualität der Kamera, des Objektivs und nicht zuletzt des Filmmaterials machen es möglich, weite Räume zu erfassen und selbst bei großer Distanz die vielfältigen Phänomene differenziert vorzuführen. Wo das Auge nur punktuell Details wahrnimmt, breitet das Bild sie scheinbar ohne Grenzen aus, so dass der Eindruck entsteht, die Berge, Bäume, Sträucher, Gräser und Moose werden fotografisch zu Texturen abstrahiert, auf eine transparente Schicht übertragen und auf die Oberfläche der Berge, Bäume etc. zurückprojiziert. (Prof. Manfred Schmalriede)
Ausstellungsdauer: 2.5. – 25.5.2003,
Rundgang
Eröffnung: Freitag, 2.5.2003, 20 Uhr
Teilnehmende Künstler:
Axel Boesten, Wolfgang Bellwinkel, Peter Bialobrzeski, Andreas Gefeller,
Göran Gnaudschun, Kai-Olaf Hesse, Claudio Hils, Zoltan Jokay,
Wiebke Leister, Eva Mahn, Hartmut Nägele, Marc Räder.
Es sprechen:
Roland Klenk, Oberbürgermeister der Stadt Leinfelden Echterdingen
Prof. Manfred Schmalriede, Präsident der DFA
Städtische Galerie Filderhalle, Leinfelden, Bahnhofstr. 61