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D.O. Hill Medaille

 

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   Fotografische Akademie    
     
 

Ausstellung zur Tagung
Tagungsprogramm

 
 
   

Programm der Jahrestagung
in Leinfelden-Echterdingen, 24. - 26. April 2009

 

Freitag, 24.4.2009

15.00 Uhr

 

Mitgliederversammlung (nicht öffentlich)
in der Zehntscheuer, Maiergasse 8,
LE-Echterdingen,

18.00 Uhr

 

Verleihung des Kunstpreises der Stadt Leinfelden-Echterdingen an Joakim Eskildsen und Cia Rinne
Eröffnung der Ausstellung Die Roma-Reisen
Filderhalle, Bahnhofstr. 61, 70771 Leinfelden-Echterdingen

20.00 Uhr

 

Verleihung der David-Octavius-Hill-Medaille der DFA an Joakim Eskildsen
und Cia Rinne

Eröffnung der Ausstellung Ehemalige Preisträger der David-Octavius-Hill-Medaille
mit Arbeiten von Jürgen Heinemann, Fritz Kempe und Regina Relang
Stadtarchiv Leinfelden-Echterdingen, Schönaicher Sträßle 4, Firmengebäude MHZ-Hachtel, 70771 LE-Musberg


 

Samstag, 25.4.2008

10.00 - 17.30 Uhr

 

 

Bildpräsentationen und Vorträge von Mitgliedern und Gästen
Zehntscheuer, Maiergasse 8, Echterdingen

 

10.00 Uhr

 

Begrüßung: Prof. Manfred Schmalriede

10.15 - 11.00 Uhr

 

Bildpräsentationen von Frank Göldner

11.00 - 12.00 Uhr

 

Dr. Claude Sui stellt das Werk von Robert Häusser vor.

12.00 - 12.45 Uhr

 

Bildpräsentationen von Frederic Lezmi

12.45 - 14.00 Uhr

 

Mittagspause

14.00 - 15.30 Uhr

 

Bildpräsentationen von Günter Hildenhagen
und Thekla Ehling

 

15.30 - 16.00 Uhr

 

Kaffeepause

16.00 - 17.30 Uhr

 

Bildpräsentationen von Achim Mohné
und Silke Helmerdig

 

18.00 Uhr

 

Eröffnung der Ausstellung
Schnittstellen des Imaginären
mit Arbeiten von Thomas Anschütz, Dörte Eißfeldt und Sabine Schründer
Galerie Altes Rathaus Musberg,
Filderstraße 44, LE-Musberg

 

19.00 Uhr

 

Eröffnung der Ausstellung
Selbstportraits mit Kopfbedeckungen
von Wolfgang Gscheidle
Burg galerie coiffeur, Friedrichstraße 4,
LE-Musberg

 


 

Sonntag, 26.4.2008

10.00 - 16.30 Uhr

 

Bildpräsentationen und Vorträge von Mitgliedern und Gästen
Zehntscheuer, Maiergasse 8, LE-Echterdingen,

 

10.30 - 12.00 Uhr

 

 

Bildpräsentationen von Verena Franke und Karin Jobst

12.00 - 13.00 Uhr

 

 

Mittagspause

 

13.00 - 13.45 Uhr

 

Vortrag von Thomas Schirmböck

13.45 - 14.30 Uhr

 

Bildpräsentation von Olaf Otto Becker

14.30 - 15.00 Uhr

 

Kaffepause

 

15.00 - 16.30 Uhr

Bildpräsentationen von Anke Heelemann und Gottfried Hüttemann

 


Bildpräsentationen von:

Olaf Otto Becker, Thekla Ehling, Verena Franke, Frank Göldner,
Anke Heelemann, Günter Hildenhagen, Silke Helmerdig,
Gottfried Hüttemann, Karin Jobst, Frederic Lezmi, Achim Mohné,
Thomas Schirmböck, Dr. Claude Sui

 


 

Dr. Claude W. Sui, Leiter und Kurator des Forum Internationale Photographie (FIP) der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, stellt aus den fotografischen Sammlungsbestände des Museums das Werk von Robert Häusser vor. Prof. Robert Häusser, ein Klassiker der Moderne, erhielt viele internationale Auszeichnungen, u.a. war er 1995 der erste deutsche Hasselbladpreisträger.
Robert Häusser (Jahrgang 1924) gilt als ein Wegbereiter der zeitgenössischen Fotografie. Er gehört zu den wenigen nternational anerkannten deutschen Fotografen der Nachkriegszeit, die eine unverwechselbare Handschrift entwickelt haben. Seine Bilder wurden schon in den 50er und 60er Jahren in Galerien und Museen ausgestellt, zu einer Zeit, als die Fotografie in Deutschland noch nicht den künstlerisch autonomen Stellenwert besaß wie heute. Sie befinden sich in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen.
Bereits als 17- und 18jähriger schuf er 1941/42 eine Reihe von Bildern, die Höhepunkte der neueren Fotografie darstellen. Unbeirrt von Tagesmoden entwickelte er konsequent und kontinuierlich seine eigene Formsprache und ist im Laufe der Jahre Stil bildend für die deutsche Fotografie geworden. Für Robert Häusser ist die Fotografie ein künstlerisches Medium, bei dem Inhalt und Form sich wechselseitig bedingen. Seine Bilder spekulieren nicht auf vordergründige Effekte und schnellen Konsum, sondern fordern vom Betrachter eine kontemplative Annäherung, um ihren Gehalt zu erschließen. In der bildnerischen Interpretation einer Situation macht Häusser ein Mehr an Wirklichkeit und einen inneren Zustand sichtbar. Seine ausschließlich schwarz-weißen Fotografien sind von strenger, oft symmetrischer Tektonik. Fast grafisch heben sich die Hell-Dunkel-Flächen voneinander ab und verdichten sich zu einem suggestiv-symbolischen Ausdruck. Seine Fotos weisen in ihrer Statik und Aura eine Nähe zum Magischen Realismus auf. Wie psychische Engramme treffen sie das ”subjektiv Wesentliche”.
Bilder von Robert Häusser wurden bisher in über 100 Einzelausstellungen in Museen und Galerien des In- und Auslandes gezeigt.

 


 

Thomas Schirmböck    „Spurensuche“ ist die erste Ausstellung in Deutschland, die sich mit der historischen deutschen Polizeifotografie beschäftigt. Polizeifoto-grafie ist ein Ausstellungsthema, das in Museen nur äußerst selten anzutreffen und gewöhnlich auch nicht öffentlich zugänglich ist. Die fotografischen Bilder, die von den Fotografen des Mannheimer Polizeipräsidiums seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs angefertigt wurden, verfügen über eine Besonderheit: Die Fotografen der Spurensicherung arbeiteten ohne jede Leidenschaft, „schöne" Bilder anzufertigen. Sie wollten möglichst neutrale Bilder erstellen, die bei einer späteren Betrachtung die exakte Definition und Rekonstruktion des Aufnahmeortes ermöglichen sollten. Dass diese Orte Tatorte oder Unfallorte sind, ist aus heutiger Sicht nicht immer zu erkennen. So lakonisch und reduziert erscheinen die Aufnahmen, sofern keine Opfer zu erkennen sind. Tatorte oder Unglücksstätten sind immer Orte des alltäglichen Lebens, dessen Rhythmus für den Moment des Unglücks unterbrochen oder angehalten wird. So fixieren diese Aufnahmen Facetten des ganz gewöhnlichen menschlichen Seins.
Sie versetzen uns in die glückliche Lage miterleben zu können, wie sich Straßen, Plätze und Stadtviertel, aber auch die Mobilität und die persönliche Lebenssituation in Mannheim, analog zur Entwicklung im Nachkriegsdeutschland, veränderten. „Spurensuche" zeigt Alltagsleben in ungeschönter Direktheit: Elendquartiere in den Ruinen nach dem Krieg, das Hafenleben, Weihnachten in der Vorstadt, oder die von den Bomben verwüstete Innenstadt. Man sieht die Leistungen des Wiederaufbaus, erahnt die privaten Lebensverhältnisse der Menschen und gewinnt einen ganz neuen Einblick in eine gar nicht so ferne Vergangenheit.
Die Herangehensweise der Polizeifotografen mit ihrer raschen aber bedächtigen Vorgehensweise sowie die Knappheit des Aufnahmematerials in der Nachkriegszeit, erforderten einen ausgesprochen umsichtigen Umgang mit Material. Diesem Umstand aber auch der Virtuosität der Fotografen ist es geschuldet, dass Aufnahmen von besonderer bildnerischer Qualität entstanden sind.



 

Gottfried Hüttemann Das zentrale Thema meiner fotografischen Bilder ist der Mensch. Er erscheint in ihnen entweder als Körperfragment, zum Teil digital stark verfremdet, oder, wie in einer offenen Serie neuerer Arbeiten, mit freiem Oberkörper oder zumindest unbedeckten Schultern. Der Zustand der Exponiertheit des Modells vor der Kamera ist Ausgangspunkt meiner Arbeit und Metapher für einen existenziellen Zustand der Verletzlichkeit und Gefährdung des im Körper gebundenen Menschen, eine Gefährdung durch Alter und Verfall einerseits und in seelischer Hinsicht andererseits. Im Bild verweigert er sich der Kommunikation mit dem Betrachter durch Abwendung, Schließen der Augen und andere Gesten des Verharrens in einer Innenwelt. Andere Aufnahmen zeigen nur Teile des Körpers, die auf ihre Weise Zeugnis vom Dasein im Körper ablegen.
Gestik und Mimik, sowie die wenigen narrativen Elemente sind so minimiert, dass sie sich eindeutigen Interpretationen widersetzen.
Die Bilder dieser Serie sind durchweg Schwarz-Weiß und haben ein Format von 70 x 70 cm. Sie sind entstanden mit einer analogen Mittelformatkamera und zum Teil digital bearbeitet.

 


 

Im Zentrum von Thekla Ehlings Photographie stehen Portraits. Unabhängig von der Bekanntheit der portraitierten Persönlichkeiten zeihnen sich ihre Photographien immer durch eine sehr persönliche, die Individualität und ganz eigene Präsenz der Personen betonende Bildsprache aus.
Mit der Serie Sommerherz begleitet sie das Aufwachsen ihrer beiden Töchter und deren Freunde. Sie dokumentiert Situationen und Stimmungen und der Betrachter findet sich verstrickt in Assoziationen und Erinnerungen an die eigene Kindheit.

 





 

Olaf Otto Becker „Above Zero“
Mein vorangegangenes Buch „Broken line“ beinhaltet mit insgesamt
70 großformatigen Bildern die fotografische Dokumentation der grönländischen Westküste von 2003 bis 2006. Meine neue Arbeit „Above Zero“ zeigt Aufnahmen von Schmelzwasserseen und -flüssen auf dem grönländischen Inlandeis.
2007 und 2008 bereiste ich Grönland zusammen mit Georg Sichelschmidt, der bereits 2006 das Inlandeis zu Fuß von Osten nach Westen durchquert hatte. Bei diesen beiden Expeditionen war mir wichtig, die unmittelbaren Folgen der Klimaerwärmung mit meiner Großformatkamera aufzuzeigen. So entstanden insgesamt 4 Portraits von namenlosen Schmelzwasser-- flüssen auf ca 800 Meter dickem Eis. Die Flüsse wurden kartographiert und von der Quelle bis zu ihrem Verschwinden in einer Gletschermühle, in Bildsequenzen festgehalten. Die vier Gletscherflüsse stehen stellvertretend für tausende von Flüssen, wie sie sich jedes Jahr zunehmend im Sommer auf dem Inlandeis bilden.
In einer dritten Expedition im Mai 2008 begleitete ich die Forschergruppe von Jay Zwally (Nasa) und Prof. Dr. Konrad Steffen (Universität Colorado) bei ihren Messungen auf dem grönländischen Inlandeis. Ich dokumentierte das Forschungscamp und die Forscher bei Ihrer Arbeit.
Seitdem die Kommunikation zur Klimaerwärmung deutlich zunimmt, hat sich auch die Zahl der Touristen in Grönland vervielfacht. „Point 660“ im Süden Grönlands ist der einzige Platz auf dem Inlandeis, den man bequem mit dem Jeep erreichen kann. Tausende von Touristen besuchen seit wenigen Jahren diesen Punkt. Einige Aufnahmen dieses Ortes bilden den Abschluss meines neuen Buches, das im September beim Hatje Cantz Verlag erscheinen wird.

 

 

Seit 2004 dokumentiert Frederic Lezmi mit seiner Serie Arabian Prospects verschiedene Schnittstellen zwischen westlicher und arabischer Welt. Als Halblibanese fragt er in seiner Arbeit bewusst nach den Vorstellungen und Signaturen von Eigenem und Fremden und ihren Veränderungen im Kontext einer immer weiter globalisierten Gesellschaft. Sein Projekt veranschaulicht diesen Wandel in präziser Dokumentation und in differenziert ästhetischen Einsichten gerade in architektonische Situationen. Westliche Werte und orientalische Traditionen treten einerseits in Dialog, prallen andererseits aber auch unmittelbar zusammen – in jedem Fall beeinflussen sie sich gegenseitig.
Für seine Diplomarbeit hat er „das Dazwischen“ untersucht – das, was geographisch und kulturell zwischen uns hier in Mitteleuropa und seinem langjährigen Beobachtungsfeld dort im Nahen Osten liegt.
Von August bis Dezember 2008 war er Von Wien nach Beirut unterwegs. Ihm begegneten Menschen in verschiedenen Lebenswelten. In seinen Aufnahmen tauchen sie auf als Passanten und Wartende, als Subjekte und Objekte des Blicks, und bewegen sich in ihrem urbanen oder ländlichen Umfeld.
Seine Bilder sind als ambivalente Kompositionen jenseits der gängigen Klischees angelegt.
Sie überschreiten den festen Aussagewert architektonischer Monumente und realer Grenzmarkierungen und suchen darin neue Perspektiven. Im Sinne einer regional unterschiedlichen, aber immer stärker zusammenwachsenden Globalität überlagern und durchdringen sich in ihnen Morgen- und Abendland. Die Fotografie erweist sich dabei als visuelles Scharnier, als Schnittstelle vielfacher Welten, deren Spielraum zwischen West und Ost jeweils ausgeweitet oder verengt wir

 



 

REMOTEWORDS (Achim Mohné / Uta Kopp) ist ein künstlerisches Langzeit-projekt, das auf Dächern installierte Nachrichten durch virtuelle Globen wie Google Earth weltweit verbreitet. Die Botschaften werden in Form großer signalroter Buchstaben dauerhaft angebracht. Der Ort und die Nachricht stellen konzeptuell eine semantische Einheit her. AutorInnen werden eingeladen, um für das Projekt Botschaften zu entwickeln.
Abbildung: REMOTEWORDS # 5, „OFF LIMITS FOR GOOGLE “ (12/08), Akademie der Künste Berlin / Words: Klaus Staeck /2009

Projekte:
Arts on Main Johannesburg "MABONENG" (2/09)
Jozi art:lab Johannesburg "ARTMIGRATION" (2/09)
Private Home of Niq Mholongo Soweto "MSAWAWA" (2/09)
Akademie der Künste Berlin „OFF LIMITS FOR GOOGLE “ (12/08)
Edith Russ Haus für Medienkunst „ON“ (7/08)
Kunst:Raum Sylt „ICH SEHE NICHT, WAS ICH NICHT SEHE!“ (5/08)
Fuhrwerkswaage Kunstraum Köln „IN ART WE TRUST“ (3/08)
Remotewords Homebase „START“ (12/07)


 

 

 

Anke Heelemann
Seit mittlerweile drei Jahren äußert sich meine künstlerische Arbeit in Form des Langzeitprojektes FOTOTHEK – Fachge-schäft für vergessene Privatfotografien. Das Arbeitsmaterial bildet eine eigene umfangreiche Sammlung von anonymen Privatfotografien. Das Gesamtprojekt formiert sich dabei als Aktionsform, die den Rahmen für meine künstlerische Auseinander-setzung mit dem gesammelten Bildmaterial schafft.
Für die Inszenierung der FOTOTHEK greife ich auf installative und performativ-kommunikative Techniken zurück. Dabei sehe ich meine Arbeit als eine innovative, künstlerische Strategie, die stets den direkten Kontakt zum Publikum sucht und in der Durchführung die direkte Rückkopplung als wesentlichen Bestandteil in den Arbeitsprozess integriert. In den verschiedenen Teilprojekten, die das prozessuale Gesamtwerk FOTOTHEK ausmachen, stehen die Interaktion von Besucher, Künstlerin, Material/Archiv/Raum immer wieder im Zentrum des künstlerischen Schaffens.
Was als Ladenprojekt in Weimar startete hat sich mittlerweile zu einer vielschichtigen Aktionsform entwickelt, die an verschiedensten Orten, in diverser Form und Gestalt agiert. Innerhalb einer bewussten Verankerung in der Öffentlichkeit werden partizipatorische Ereignisse und Umgebungen geschaffen: vom Ladengeschäft mit verschiedenen Serviceangeboten und einem öffentlichen Archiv, über städtische Interventionen, mobile Installationen, thematische Ausstellungsprojekte bis zu Veranstaltungsreihen.
Projektwebsite: www.vergessene-fotos.de




 

Verena Franke Dead but alive
ist eine fotografisch-künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Archivierung, Kolonialismus, Schönheit und Tod.
100.000 Exemplare präparierter Vögel lagern in den verborgenen Archiven der Naturkundemuseen.
Ich habe einzelne Exemplare, vor schwarzem Hintergrund, losgelöst aus ihrer heutigen Umgebung, mit 4 mal 5 inch Diamaterial aufgenommen. Sie erinnern an klassische Portraitaufnahmen, andere haben wissenschaftlichen Bestandsaufnahmecharakter und weisen doch darüber hinaus. Erst bei genauem Betrachten, entdeckt man die Bruchstellen zwischen Leben und Tod und die Eingriffe der Präparatoren.
Das jeweilige Datenblatt informiert über Gattungsname, Todeszeitpunkt, Ort und Sammler. Das Museumsstück wird zum Individuum mit Vergangenheit und Gegenwart.

 

 

 

Silke Helmerdig The Decisive Moment Gibt es ihn, den entscheidenden Augenblick, oder ist er nur ein fotografischer Mythos? Durch das Betätigen des Auslösers löst sich der Bruchteil einer Sekunde aus Zeit und Raum. Es entsteht der Eindruck eines einzig möglichen Momentes. Er wird zu dem alles entscheidenden Augenblick, dem Beweis des Seins. Ich fotografiere es, also muss es wichtig sein.
Der Mythos des entscheidenden Augenblicks bestätigt den Mythos der Wahrhaftigkeit der Fotografie. Obwohl wir zwei Bilder, die wie unperfekt montiert erscheinen, sehen, werden sie durch die Art der Präsentation zu einem. Es entsteht ein Dialog entscheidender Augenblicke. Ein Paradoxon, wo es doch nur Einen geben kann. In der Zweiteiligkeit entwickelt sich ein Dialog der Halbbilder, in dem es um das Davor, das Danach und das Dazwischen geht.



 

Karin Jobst  In der Arbeit atomar---zone1, Fotografien in und um ein deutsches Kernkraftwerk, stelle ich in einem Künstlerbuch mit 23 Fotografien die unterschiedlichen Ebenen des Themas gegen und zueinander in Bezug.
Dabei sehe ich die Herausforderung darin, die Vielschichtigkeit des Themas in seiner visuellen und inhaltlichen Komplexität aufzulösen, visuell zu erschliessen und neu zusammenzusetzen.

 

 

 

 

 

Frank Göldner - THFTHF war der IATA-Code des Berliner Flughafens Tempelhof der am 31.10.2008 geschlossen wurde. Der voraus gegangene jahrelange Prozess bis zur vollzogenen Schließung des Flughafens sorgte für ein bis heute andauernde Auseinandersetzung verschiedenster Interessengruppen auf Seiten der Befürworter und Gegner.
Diese illustriert auch die zum Teil sehr emotionale Beziehung der Protagonisten zum Objekt. Nicht nur diese Diskussionen sondern auch der geschichtliche Hintergrund der Anlage gaben immer wieder Anlass zu einer teilweise mythologischen Überhöhung des Komplexes.
Auf der anderen Seite steht die faktische Historie als amerikanische Luftwaffenbasis mit der Luftbrücke und zuletzt die reelle Nutzung als ein öffentlicher Verkehrsflughafen.
Die bevorstehende Schließung nahm Frank Göldner zum Anlass, im August 2008 eine umfassende fotografische Bestandsaufnahme des Areals, noch in seiner Funktion als Flughafen, anzufertigen. Mit den Mitteln der klassischen Dokumentarfotografie zeigt er die Alltäglichkeit des Geschichtlichen und gewährt gleichzeitig Einblicke in dessen verborgene Bereiche.


 

 

 

Programm der Tagung
im Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg

Samstag, 6.12.2008, 10.00 - 20.00 Uhr
Sonntag, 7.12.2008, 11.00 - 17.00 Uhr

 

Samstag, 6.12.2008

10.00 Uhr Ankunft und Einlass in das Auditorium.
                 Bitte beachten: Separater Eingang auf der Rückseite des Hauses/                  Fleet-Promenade

10.20 Uhr Begrüßungen: Ingo Taubhorn (Kurator des HdP)
                 Manfred Schmalriede (Präsident der DFA)

10.45 Uhr Vortrag: Dr. Claude W. Sui, Leiter und Kurator des Forum                  Internationale Photographie (FIP) der Reiss-Engelhorn-Museen                  Mannheim, gibt einen Einblick in die fotografischen                  Sammlungsbestände .

11.45 Uhr Präsentation: Sabine Schründer

12.30 Uhr Mittagspause mit der Möglichkeit im hauseigenen Restaurant „Fillet                  of Soul“ zu essen. Tische werden reserviert.

13.30 Uhr Präsentationen: Delia Keller, Peter Bialobrzeski

15.00 Uhr Vortrag: Dr. Christiane Stahl, Leiterin Alfred-Ehrhardt-Stiftung Köln                 Mikrofotografie – Schönheit jenseits des Sichtbaren

16.00 Uhr Kaffee-Pause

16.15 Uhr Präsentation: Stefan Kies

17.00 Uhr Kuratorenführung durch die Retrospektive: Kiyoshi Suzuki,
                 Soul and Soul

18.15 Uhr Portfolio Walk
                Natalie Bothur, Mathias Bozellec, Axel Braun, Ralf Brück,
                Patrik Budenz, Laura J Gerlach, Kirill Golovchenko, Katja Illner,                 Kareen Kittelmann, Annett Kuhlmann, Gordon Linnemann,
                Ingo Mittelstaedt, Christian Pankratz, Markus Redert,
                Rainer Rehfeld, Lotte Reimann, Silke Schmidt, Mona Simon,
                Corinna Streitz, Gabrielle Strijewski, Karin Tondorf,
                Almut von Pusch, Dennis Williamson
             

20.00 Uhr Ende

 

Sonntag, 7.12.2008

11.00 Uhr Präsentationen: Frauke Bergemann, Norbert Wiesneth,                 Yvonne Seidel

13.00 Uhr Mittagspause

14.00 Uhr Vortrag: Ferdinand Brüggemann, Fotohistoriker,
                Direktor der Galerie Priska Pasquer, Köln
                Japanische Fotografie der Gegenwart und Lifestyle

15.00 Uhr Präsentationen: Michael Jochum, Thomas Anschütz

16.15 Uhr Kaffee-Pause  
            
16.30 Uhr Präsentationen: Wolfgang Bellwinkel, Wolfgang Zurborn

17.30 Uhr Ende der Tagung

Haus der Photographie Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstraße 1 - 2, D-20095 Hamburg
Tel. +49-(0)40-32 10 30, Fax +49-(0)40-32 10 3-230
info@deichtorhallen.de



Beiträge von:

Thomas Anschütz, Wolfgang Bellwinkel, Frauke Bergemann,
Peter Bialobrzeski, Ferdinand Brüggemann, Michael Jochum,
Delia Keller, Stefan Kies, Sabine Schründer, Yvonne Seidel,
Dr. Christiane Stahl, Dr. Claude W. Sui
, Norbert Wiesneth,
Wolfgang Zurborn


 

 

Dr. Claude W. Sui, Leiter und Kurator des Forum Internationale Photographie (FIP) der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim wird einen Einblick in die fotografischen Sammlungsbestände geben. Ausgewählte Exponate dokumentieren den hochwertigen Bestand des „Forum Internationale Photographie“ (FIP), das im Rahmen der Stiftung von Curt Engelhorn im Jahre 2001 eingerichtet werden konnte.
Sammeln, Erschließen, Bewahren und Präsentieren von Konvoluten und Nachlässen international anerkannter Foto-Künstler oder Foto-Sammler sowie die wissenschaftliche Pflege und Betreuung von bereits im Bestand des FIP befindlicher Sammlungen, das sind die schwerpunktmäßigen Ziele des Forums, die in Ausstellungen und Publikationen zum Thema ebenso sichtbar werden wird wie in internationalen Tagungen und weiteren themenspezifischen Fachveranstaltungen.
Historische Fotosammlung
Der Bestand des „Forums Internationale Photographie“ basiert zum einen auf den aus der Sammlungsgeschichte der Reiss-Engelhorn-Museen resultierenden Sammlungen der Geschwister Carl (1843-1914), Anna (1836-1915) und Wilhelm (1838-1908) Reiss und der Fotosammlung von Jakob Lorent (1813-1884). Die historische Sammlung der Geschwister Reiss enthält Reisebilder sowie ethnografische Fotografien aus der Mitte des 19. Jahrhunderts – ca. 4.000 einzigartige Albuminabzüge von Fotografien, welche die Familienmitglieder auf ihren Reisen in der ganzen Welt gesammelt haben.
Helmut Gernsheim-Archiv
Seit Beginn des Jahres 2002 verwaltet das „Forum Internationale Photographie“ den zeitgenössischen Teil der Fotosammlung des bedeutenden Fotohistorikers und Sammlers Helmut Gernsheim wie auch sein künstlerisches Oeuvre, seinen gesamten Nachlass und seine Fotobibliothek.
Robert Häusser-Archiv
Mit der Fotosammlung des 1924 in Stuttgart geborenen Robert Häusser, die der Künstler dem „Forum Internationale Photographie“ übergibt, wird der Bestand des FIP um eine international anerkannte Sammlung eines bedeutenden Fotografen der Gegenwart erweitert. Häusser, ein Pionier der zeitgenössischen Fotografie, gehört zu den wenigen international anerkannten deutschen Fotografen der Nachkriegszeit, der mit seiner unverwechselbaren Handschrift Maßstäbe gesetzt hat.
Abbildung: Robert Häusser, J.R. 5-9-70, 1970

 

 

 

 

Dr. Christiane Stahl
Leiterin Alfred-Ehrhardt-Stiftung Köln
(stellv. Vorsitzende DGPh)

Mikrofotografie – Schönheit jenseits des Sichtbaren
Der Vortrag gibt mit zahlreichem Bildmaterial einen Ausblick auf die Ausstellung Mikrofotografie – Schönheit jenseits des Sichtbaren der Alfred-Ehrhardt-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Museum für Fotografie Stiftung Preußischer Kulturbesitz Berlin und dem Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik der Humboldt-Universität. Die Ausstellung wird im Darwin-Jahr 2009 im Herbst in Berlin starten und Anfang 2010 in die Alfred-Ehrhardt-Stiftung nach Köln wandern.
Die Ausstellung Mikrofotografie – Schönheit jenseits des Sichtbaren präsentiert einen breiten, etwa 400 Exponate umfassenden Überblick zur Geschichte einer immer schon zwischen wissenschaftlicher Präzision und künstlerischer Phantasie oszillierenden Gattung der Fotografie. Zu den Exponaten gehören Fotografien von Künstlern wie Naturwissenschaftlern der Moderne, der 1950/60er Jahre sowie der zeitgenössischen Fotokunst, die sich von den Formenwelten des Mikrokosmos für ihre fotokünstlerische Bildproduktion haben inspirieren lassen. Zusätzlich werden auch jene Werke einbezogen, die im rein naturwissenschaftlichen Zusammenhang entstanden, bevor die Avantgarde-Fotografie sich die Mikrofotografie für ihre künstlerische Produktion aneignete und diese in den Kunstrang erhob. Von der 1840 angefertigten Daguerreotypie des Stängels einer Clematis durch Andreas von Ettingshausen bis zu den Fotografien mit einem Rasterelektronenmikroskop von der Becher-Schülerin Claudia Fährenkemper spannt sich ein breites Panorama faszinierender Bilder von dem, was das menschliche Auge nicht sehen kann.
Abb.: Claudia Fährenkemper, Radiolarie, 2005, Silbergelatineabzug.

 

 

 

 

Stefan Kiess  Meine fotografischen Arbeiten handeln von der gebauten Umwelt, sind aber keine Abbilder der Realität. Sie sind aus Montagen entstandene autonome Bilder,
in denen die Gegenständlichkeit weitgehend aufgelöst ist. Flächen, Linien, Materialstrukturen überlagern und durchdringen sich. Die Bilder sind Rekonstruktionen von Erinnerungen, Eindrücken, Gefühlen.
Um zu diesen Montagen zu gelangen werden Negative von Abbildern umkopiert, zerschnitten, zerstört und - in einem Prozess forschender
Annäherung - wieder neu zusammengesetzt. So entsteht letztendlich ein für die Belichtung auf Fotopapier geeignetes "Negativ".
Alle Arbeiten sind in schwarz/weiß und entstehen grundsätzlich analog.

 

 


 

Peter Bialobrzeski Paradise Now
Paradise Now zeigt sowohl inszenierte, als auch vom Stadtwachstum unberührt gelassene Naturfragmente am Rande der künstlich beleuchteten Infrastruktur asiatischer Großstädte. Die Lichter der Großstadt folgen im Unterschied zum natürlichen Licht keiner Richtung, die künstlichen Sonnen aus Natriumdampflampen, Autoscheinwerfern und angestrahlten Wolkenkratzern bilden eine Art »Vernacular Light«, welches das städtische Super-Grün zwischen hyperreal und surreal changieren lässt. Die Bilder zelebrieren das üppige Grün als Zeichen der Hoffnung, werfen aber auch die Frage auf, ob wir dieses Leuchten angesichts der prognostizierten Klimakatastrophe überhaupt noch verantworten wollen. Niemals zuvor waren unsere Städte so hell; in Zukunft werden sie nicht mehr so strahlen können. Diese Fotos werden uns daran erinnern, dass Dekadenz und Unvernunft immer ziemlich gut aussehen. Die Bilder entstanden zwischen Oktober 2007 und März 2008 in Hanoi, Jakarta, Singapur, Bangkok und Kuala Lumpur.Jugendzentren oder auf der Straße kennen gelernt habe, zu einer Art Gegenüberstellung gebeten: Aus mehreren traditionellen Stoffen sollten sie jeweils denjenigen auswählen, der in ihren Augen ihr Herkunftsland symbolisiert und vor dem sie dann fotografiert werden wollten. Dieser stoffliche Hintergrund steht für die erste Wurzel der Porträtierten. Die zweite Wurzel, ihre Lebenswirklichkeit hier und jetzt, wird durch Kleidung und Haltung repräsentiert.

 

 

 

 

Norbert Wiesneth
Meine künstlerische Arbeit entwickelt sich aus der Erfahrung der Transformation von Orten. Dabei lote ich fotografisch die Gegensätze und Verbindungen von Organik und Geometrie aus. In verschiedenen Werkgruppen, formuliere ich von einem persönlichen Standpunkt neue Zusammenhänge von Architektur und Landschaft.



 



 

Frauke Bergemann
so weit das Auge reicht …
Seit ich fotografiere habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, den durch das Objektiv verflachten und vorgegebenen Ausschnitt in der Fotografie zu erweitern und zu vertiefen. Ich wollte in die Bilder eintauchen und mich in ihnen bewegen wie beim Filmschwenk, der meinen Blick lenkt vom fast zu berührenden Vordergrund bis zu den endlosen Weiten am Bildhorizont. Bei der Aufnahme bleibe ich ganz dicht an dem tradierten Begriff der Dokumentarfotografie und erhoffe von dem festgehaltenden Augenblick, dass er über mein ausschließlich persönliches Gefühl hinausgeht. Ich bestimme einen Ausgangspunkt, von dem aus ich alle wichtigen Blickpunkte miteinander verküpfen kann. Zerlege diesen weit ausholenden Blick mit der Kamera (analog) in einzelne Aufnahmen, um sie später am Computer wieder zusammen zu bauen. Mein Ziel ist es, ein räumliches und dreidimensional anmutendes Foto zu erschaffen, dass dem Betrachter das Gefühl des >Dabeigewesen zu sein< vermittelt.
Die verschiedenen Perspektiven in meinen Bildern zeigen einen gestaffelten und gedehnten Raum. Aufgehängt, wie an einer Kette, sind die unterschiedlichen Verweise, ob bildlicher oder textlicher Art, gut sichtbar. Der Vordergrund erscheint zum Anfassen nah, aber auch der Hintergrund wird nicht durch dazwischen liegende Motive verdeckt. So lässt das entzerrte Bild dem Betrachter die Möglichkeit, mit seinen Augen in der Fotografie spazieren zu gehen.




 

 

Michael Jochum  R.o.T.
...aus den Archiven subjektiven Erinnerns wird ein allgemeines Repertoire geschaf-fen, das an Bilder aus der eigenen Familiengeschichte erinnert. Familienbilder werden durch erneutes Fotografieren auf ihren Erinnerungsgehalt und ihre eigene Ver-gangenheit befragt. Ausschnitte, Unschärfen und Beleuchtung lassen neue Bilder entstehen. Material und Gebrauchsspuren werden sichtbar, und verweisen damit auf Vergangenheit und Geschichte. Wie Erinnerungen zeigen sie Risse, Spuren, Kratzer oder verschwimmen mehr oder weniger. Die Arbeit will keine Familiengeschichte an-hand von Bildmaterial rekonstruieren, sondern bleibt wie Erinnerung bruchstückhaft und durchsetzt mit anderen Bildern. Einzig die Bilder rekonstruieren ihre eigene Ge-schichte. MJ
Abb.: aus R.o.T., 1999-2001/2005, 60x40 cm Silbergelatine, Seleniumtonung, Holzrahmung





 

Sabine Schründer In meinen Arbeiten geht es oft um die Stellung des Einzelnen im gesellschaftlichen Kontext und um die subjektive Auseinandersetzung mit soziokulturellen Phänomenen. Oft arbeite ich assoziativ und verbinde bewusst Inszenierungen, dokumentarische Eindrücke und bildliche Metaphern. In den jeweiligen Präsentationsformen geht es mir darum, Unmittelbarkeit und Authentizität erfahrbar zu machen.
In den beiden Arbeiten Eva-04 und Eva-05 (Tokyo 1998+ 2008) nutze ich die Erzählform des Buches. Die Bildreihenfolge und das Ineinandergreifen unterschiedlicher fotografischer Komponenten schaffen eine Beschreibung des Themenkomplexes Individuum und Kollektiv auf einer teilweise abstrakten und doch intimen Ebene.
In der Fotoinstallation intrude(into) (2007) untersuche ich das Terrain zwischen Gefahr, Kontrolle und Sicherheit sowie dem Individuum. Ich kreiere ein assoziatives Netz aus Bildern in einer nicht-linearen Hängung unterschiedlicher Formate. Instrumente und Apparaturen der Kontrolle verbinde ich mit Bildern aus der Natur. Durch digitale Manipulation sowie die Loslösung aus ihrem ursprünglichen Kontext erscheinen die Szenarien in einem Feld zwischen ästhetischer Verlockung und unterschwelligem Unbehagen.



 

 

Delia Keller  Auf einem der Bilder sehen wir eine junge Frau im roten Kleid in einem Kino sitzen. Die Vorstellung ist vorbei. Nicht zufällig ist ein Kino gewählt, in dessen Innenraum Außenräume auf die Leinwand projiziert werden, in denen die Existenz des Menschen zwischen Innenund Außen, Sehnsucht und Realität ihre eigentümliche Darstellung findet. Delia Kellers Bilder von Räumen sind durch die Präsenz von Körper und Geschichte aufgeladen mit dem Geheimnis einer Erzählung, die zu enträtseln dem Betrachter überlassen bleibt.



 

 

Thomas Anschütz zeigt beim diesjährigen Treffen mehrfach überlagerte Ansichten von Stadt und Land. Mischungen aus Vergangenem und Gegenwärtigem verschmelzen zu grossformatigen Bildern in Schwarz und Weiss.

 



 

Wolfgang Bellwinkel  Im zweiten Teil meines Global City Projects fotografiere ich unvollendete Gebaeude in Asien,
Europa und Nah-Ost.
Hochhäuser dienen nicht zuletzt der Selbstvergewisserung der eigenen Bedeutung, sie symbolisieren Macht - nicht zufällig gehören die grössten und aufwendigsten Gebäude meist Banken und grossen Konzernen. In meiner Arbeit stehen Gebäude eher für das Gegenteil. Sie sind gross und zunächst mal beeindruckend – aber eben unvollendet. Sie ergaenzen als moderne Ruinen, als ungewollte Skulpturen des Scheiterns, das Bild des städtischen Raums.
Die fotografierten Gebäude werden freigestellt. Die in der konventionellen Fotografie übliche Beziehung von Objekt und Raum wird dadurch aufgehoben. Durch die vorgenommene Reduktion werden die Bauwerke ihres erklärenden Umfeldes beraubt, was zu einer Irritation führt, gleichzeitig aber zu einer stärkeren Fokussierung auf das Skulpturale. Als “Babeltürme” werden sie zu einem Sinnbild des Grössenwahns, zu einem Symbol des Scheiterns.

 



 

Die Arbeit von Yvonne Seidel wird besonders von zwei Zugängen der Dokumentar-fotografie dominiert, der Reportage oder Reisereportage und der Luftbildfotografie und dem Fliegen. Besonders deutlich wird dies bei ihrer Arbeit „SKY“, in der sie den Frankfurter Flughafen ergründet und sich in vielfältiger Hinsicht den beiden Themen widmet, die an diesem Ort spürbarer sind wie nirgends sonst.
SKY – FRA ein Magazin vom Fliegen
Über Monate hat Yvonne Seidel das ewige Schauspiel auf dem größten Flughafen (Binnen-)Europas "Frankfurt International Airport" fotografiert. In einer Synthese aus Inszenierung und Reportage mit literarischen Texten beschreibt die Edition SKY eine Ethnologie des Traums und Alltags vom Fliegen. Der Kristallisationspunkt von Sehnsucht und Geschwindigkeit lässt Welten in den sechs Kapiteln Arrival, Traveler, Peripher, City, Transit und Departure aufeinander treffen.
Luftansichten
Die Vogelperspektive bietet einen anderen Blick auf die Welt. Sie verschafft
Übersicht und lässt neue Zusammenhänge erkennen. Linien, Formen und
Strukturen werden zunächst zu einer grafischen Abstraktion. Bei genauer
Anschauung erkennt der Betrachter aber den Ursprung.



 

 

Vorstellung des Buchprojektes
China! Which China?
Von Wolfgang Zurborn, Verlag Schaden.com, gestaltet von Heine/Lenz/Zizka.
"Es ist sehr erholsam, nach all den inszenierten Bildern der Olympischen Spiele, nach all der arrangierten, retuschierten Wirklichkeit mit Wolfgang Zurborns anarchistischem Auge auf China zu schauen. Der Zufall führt Regie, die Botschaft ist verschlüsselt, der Sinn spielt Verstecken, der Monolith zerfällt in Einzelteile. Es ist weder ein aufdringlicher Blick hinter die Kulissen noch ein komplizenhafter Schulterschluss mit den Menschen, die endlich Individuen sein dürfen. Es ist weder die Wahrheit noch eine Entlarvung, sondern ein hintergründiges Dekonstruieren der Wirklichkeit. Zurborns großartige Fotografien geben uns Möglichkeiten, keine Antworten, sie sind Fallgruben für die Wahrnehmung und Ermunterungen zu Gedankenspielen."
Aus dem Artikel Die Spiele sind vorbei, das Spiel beginnt
China ohne Regieanweisung: Wolfgang Zurborns hintergründige Fotografien aus Peking und Schanghai von Jakob Strobel y Serra in der FAZ vom 28.8.2008

 

 


 

 

 

 

 

Programm der Jahrestagung
in Leinfelden-Echterdingen, 25. - 27. April 2008

 

Freitag, 25.4.2008

16.30 Uhr

 

Mitgliederversammlung (nicht öffentlich)
in der Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 8

 


 

Samstag, 26.4.2008

10.00 - 16.30 Uhr

 

 

Bildpräsentationen und Vorträge von Mitgliedern und Gästen
Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 8

 

10.00 Uhr

 

 

Begrüßung: Prof. Manfred Schmalriede

10.30 Uhr

 

 

Vortrag von Dr. Marlene Schnelle-Schneyder: "Wie wahr sind die Bilder, wie falsch ist die Wirklichkeit?"


11.30 - 13.00 Uhr

 

Bildpräsentationen von Lukas Roth und David Klammer

14.00 - 15.30 Uhr

 

Bildpräsentationen von Frank Rothe und Uta Rauser

 

15.45 Uhr

 

Bildpräsentation von Eva Mahn

 

17.00 Uhr

 

Eröffnung der Ausstellung "Das Schauspiel des Authentischen" von Katharina Bosse, Wiebke Leister und Silke Helmerdig
Galerie Altes Rathaus Musberg, Filderstr. 44, LE-Musberg

 

19.00 Uhr

 

Eröffnung der Ausstellung "Portraits aus dem Archiv der DFA" in der
Burg galerie coiffeur, Friedrichstr. 4, LE-Musberg

 


 

Sonntag, 27.4.2008

10.00 - 16.00 Uhr

 

Bildpräsentationen und Vorträge von Mitgliedern und Gästen
Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 8

 

10.00 Uhr

 

 

Bildpräsentation von Tania Reinicke

11.00 Uhr

 

 

Vortrag von PD Dr. Andrea Gnam: "Dimensionen des Imaginären in der zeitgenössischen Fotografie"

 

13.00 Uhr

 

Bildpräsentationen von Peter Jacobi und Thomas Brenner

15.00 Uhr

 

Bildpräsentation von Gertrud Schrenk

 

   

 


Bildpräsentationen von:

Thomas Brenner, Peter Jacobi, David Klammer, Eva Mahn, Uta Rauser, Tania Reinicke, Lukas Roth, Frank Rothe, Gertrud Schrenk

 


 

 

Am Tag, als ich die Arbeiten von
Frank Rothe
sah, war ich sofort wieder das kleine Mädchen, das mit anderen Mädchen zusammen kichert, in uns die Unbeschwertheit des Sommers. Für einen Augenblick war ich wieder Kind in einem Pionierlager. In diesen Sommercamps war jede Stunde geplant... Ich war nur Teil eines Ganzen, des Kollektivs. Wollte ich spielen, sollte ich vielleicht gerade schwimmen oder schlafen gehen...
In so einem Camp wird man für wenige Wochen aus seinem sozialen Umfeld und der familiären Geborgenheit herausgerissen. Man muss sich neu behaupten.
In Rothes Fotografien finden sich diese Momente, in denen Menschen zusammen sind, die sich im Alltag nie begegnen würden. Hier leben sie in einem Zimmer und müssen miteinander zurecht kommen. Melancholie, Sehnsucht, Liebe und Einsamkeit spielen daher eine große Rolle.
Rothes Fotografien beinhalten verschiedene Ebenen, die er mit Schärfe und Unschärfe hervorhebt, im Vordergrund Ruhe und im Hintergrund Aktion oder vice versa. Die Fotos ziehen in Geschichten hinein, die nie ganz entschlüsselt werden, da uns oft nur kleine Ausschnitte gezeigt werden und der Betrachter die Lücken selbst ergänzen muss. Das macht Running Through The Wind so geheimnisvoll. Jeder kann seine eigene Geschichte in den Bildern suchen...
...In den Bildern spürt man große Gefühle, begegnet einem Licht und einer Farbigkeit, die oft an Gemälde heranreicht. Sie sind unverstellt, naiv und echt. So etwas sieht man viel zu selten.             
Steffi Schulze , Camera Work Berlin

 


 

Tania Reinicke    Die Art, wie wir die Welt fotografisch wahrnehmen und darstellen, verändert die Welt, wie wir sie verstehen. Bei meiner Arbeit geht es nicht darum Vorhandenes oder Sichtbares abzubilden, vielmehr erzählen die Bilder Geschichten, die Anreiz bieten für eine Entdeckungsreise mit ganz persönlichen Ausblicken und Einsichten. Dabei geht es um die Erkundung einer durchaus bestimmbaren Wirklichkeit, die in einer Gegenwart postmoderner Entwicklungen von der Inszenierung und Illusionierung der Wirklichkeit und einer fortschreitenden Mythologisierung der eigenen Persönlichkeit im Begriff ist, einer virtuellen Welt zu weichen. Das simulatorisch Wirkliche verwandelt sich in sich in das authentisch Unwirkliche. In meiner Arbeit erscheint der mich umgebende Raum nicht als klar beschreibbarer und genau definierter Zustand, in dem es um eine äußere Ansichtigkeit und Differenzierung dinglicher Verhalte geht, sondern um eine innere Wirklichkeit, in der der Betrachter sie antrifft.
Eine Idee, ein Gefühl, Erinnerungen, Wünsche, - Sehnsüchte und Projektionen unserer selbst, bestimmt von den unterschiedlichsten Assoziationen, die sich im Kopf des jeweiligen Betrachters einstellen.
In meiner Arbeit Lost Spaces, die 2002 in den Hutongs bzw. Shikumen der chinesisschen Städte Beijing und Shangai, entstanden ist verwandeln sich in der Andeutung von Verborgenen, im Labyrinth von Lichtern, Treppen und Fassaden, Nähe und Distanz scheinbar ereignislose Schauplätze zur Bühne unvorhergesehener virtueller Geschehnisse.
Der Preis der Freiheit, Vietnam 2006, wurde als Projektstipendium vom Kulturwerk der VG Bild-Kunst GmbH, Bonn gefördert. Die Arbeit zeigt ein Gesicht Vietnams, das geprägt ist durch die Spätfolgen des Vietnamkrieges. Erst auf den zweiten Blick entfaltet sich die unglaubliche Dimension der Kriegsfolgen. Den Vietnamkrieg hat die Menschheit nach über 30 Jahren noch immer nicht bewältigt.

 

 

Präziser als Lukas Roth arbeitet
derzeit kaum ein anderer Fotograf an der Schnittstelle von Realität und Fiktion, Objektivität und Subjektivität. Dafür wurde ihm 2004 der Otto-Steinert-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie vergeben.
Die hyperrealistisch und oft sezierend kühl wirkenden Fotografien, Landschaftsaufnahmen ebenso wie Architekturbilder, Baustellen oder Stadtansichten, sind Ergebnis eines langen und aufwändigen Arbeitsprozesses mit dem Ziel, die Diskrepanz zwischen der Erinnerung des Künstlers und dem, was die Kamera erfassen kann, zu minimieren. Das geschieht durch Verfremdungen, Montage und digitale Bildbearbeitung. Roths Absicht ist also nicht dokumentarisch, sondern entspringt dem Wunsch nach Wiedergabe eines persönlichen Eindrucks. Eliminiert wird, was in den Augen des Künstlers nichts auf dem Bild zu suchen hat, aber es wird auch hinzugefügt, was in den Augen des Künstlers fehlt. Das macht sie zu vertrackten Vexierspielen für ihre Betrachter, denn Roth beherrscht das Spiel mit perspektivischen Verschiebungen, und seine imaginären Räume wirken auch auf den zweiten Blick wirklicher als die Wirklichkeit.      
Kerstin Stremmel

 


 

Thomas Brenner, couvent
Die Serie „couvent“ entstand im Sommer 2006 in einem ehemaligem Kloster, ca 100 km südwestlich von Brüssel. Die 16 Inszenierungen beschäftigen sich mit dem Themenkomplex Religionen, Glaube und spielen mit imaginären Wünschen und Ängsten. Die Mönche stehen hierbei als anonyme Protagonisten, um die Aussage der Bilder für jeden Betrachter möglichst offen zu halten.

 






 

Gertrud Schrenk
Symbole und Symbiose

Ornament und Verbrechen, Sex and Rhyme, Rhythm and Blues, das Schwarze
Herz, King Kong und die Blondine, Übermacht und Verlorenheit, Hingabe
und Eruption. Naturwissenschaft und Archetypen, elementar und erotisch, puppenhaft in Szene gesetzt. Eine Zweite Postmoderne?
Die Moderne Kunst ist einmal angetreten, sich herrschenden Mustern zu
verweigern. Wo aber Verweigerung zum herrschenden Muster geworden ist,
bleibt nur noch ein: „Sag ja zum Ja”.

 

 

Eva Mahn, Männer
Erfolgreiche Männer,
Männer um die 60,
Männer und ihr Imperium,
Männer, die mir entgangen sind,
aber auch, die mir erspart geblieben sind,
Zugereiste und Hallenser.

Abb.: Prof. Hermann Weber, Maler und Grafiker, geboren 1959 in Biberach (Riß)
Seit 1996 Professor für Kunsterziehung / Kunstpädagogik an der Burg
Giebichenstein – Hochschule für Kunst und Design Halle
Bad Lauchstädt, 27. Januar 2004

 


Peter Jacobi, Siebenbürgische Wehrkirchen
und Bauernkirchen, Fotografien von 2004 und 2005

 

In Siebenbürgen befinden sich noch ca. 300 Kirchen und Wehrkirchen. Diese wurden von den Siebenbürger Sachsen in der Zeit von ca. 1250 bis ca. 1900 errichtet. Durch ihre außerordentliche Geschichte und Gestalt, sind diese Ensembles (Kirche, Pfarrhaus, Predigerhaus, Schule, Lehrerwohnung, Kindergarten, Gemeindesaal), einmalig in der Welt.
Durch den Exodus nach 1990, der Mehrzahl der Siebenbürger Sachsen (Einwanderer von Rhein, Mosel, Elsas, Maas), ist ein Grossteil dieser Ensembles verwaist, und ohne Fürsorge. Ein Teil dieser Bauten ist bereits eingestürzt, oder in sehr schlechtem Zustand. Ich habe einen „Bericht“ über ca. 200 Ensembles erstellt. Diese Arbeit besteht aus jeweils einigen dokumentarischen Fotografien und schriftlichen Notizen zum Zustand dieser Bauten.
Eine Internet Seite ist für die kommende Zeit geplant. Es soll um neue Nutzer, Patenschaften, Helfer für die Restaurierung, oder auch Käufer, weltweit geworben werden.



 

 

Wie man sich bettet...
Fotografien von: Uta Rauser und Bernadette Grimmenstein

Wir haben das Bett der Emscher an verschiedenen Stellen fotografiert. Und wir haben verschiedene Betten von Menschen im Ruhrgebiet fotografiert.
So entstanden Bildpaare, die sich unter Gesichtspunkten wie Licht, Farbe, Struktur oder sozialer/geografischer Ort betrachten lassen.

 


 

David Klammer Öffentliche Anbetung
Die Welt der Selbst-Inszenierung und -Darstellung im öffentlichen Raum ist seit drei Jahren ein freies Thema für den Fotografen David Klammer aus Köln. Einkaufspassagen, Feste und Megaevents wie die Fussball WM 2006 sind für den Fotografen eine Bühne von ritualisiertem Verhalten und Eitelkeit, das dem Zuschauer vor allem eins beweisen soll: individuell zu sein in einer trendlosen Gesellschaft. Die extreme Blitztechnik der Fotos, die durch starke Unterbelichtung verschwundene Räumlichkeit der Orte gibt den Fotos eine Bühnenaura, die mal an eine antike Tragödie und mal an einen Mailänder Laufsteg erinnert. Für seine Fotos während der Public Viewings der WM 06 erhielt Klammer 2007 bei den World Press Photo Awards den dritten Preis in der Kategorie Sport Feature Series.

 

 

 

 

 

Programm der Tagung
im Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg

Samstag, 1.12.2007, 10.00 - 20.00 Uhr
Sonntag, 2.12.2007, 10.00 - 17.00 Uhr

 

 

Samstag

  9:30 Uhr  Ankunft und Einlass in das Auditorium.
                 Bitte beachten: Separater Eingang auf der Rückseite des Hauses

10.00 Uhr Begrüßungen: Ingo Taubhorn (Kurator des HdP)
                 Manfred Schmalriede (Präsident der DFA)

10.15 Uhr Präsentationen: Oliver Sieber und Katja Stuke,
                 Ralf Cohen, Annette Frick

12.30 Uhr Mittagspause mit der Möglichkeit im hauseigenen Restaurant „Fillet                  of Soul“ zu essen. Tische werden reserviert.

13.30 Uhr Vortrag: Manfred Schmalriede Über das Künstlerische in der                   Fotografie

14.30 Uhr Präsentation: Gosbert Adler

15.15 Uhr Kaffee-Pause

15.30 Uhr Präsentationen: Jaschi Klein, Dörte Eißfeldt

17.00 Uhr Kuratorenführung durch die Ausstellung American Beauties

18.15 Uhr Portfolio Walk mit Arbeiten von Tine Casper, Anja Engelke,                  Cosima Hanebeck, Karin Jobst, Paul Kalkbrenner, Ferial Kasmai,
                 Joanna Kosowska, Jan Lemitz, Frederic Lezmi, Shushi Li,
                 Daia Morariu, Klaus Münzer, Patrick Presch, Tania Reinicke,
                 Florian Schwarz, Dieter Seitz, Verena Thomas, Rivkah Young,
                 Benja Weller

20.00 Uhr Ende

 

 

Sonntag

10.00 Uhr Präsentationen: Ralf Meyer, Laurenz Theinert, Amin El Dib

12.15 Uhr Mittagspause

13.15 Uhr Präsentationen: Irina Ruppert, Silke Helmerdig

14.45 Uhr Kaffee-Pause

15.00 Uhr Präsentationen: Christoph Balzar, Wolfgang Zurborn, Marc Räder

17.00 Uhr Ende der Tagung

 

 

Haus der Photographie Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstraße 1 - 2
D-20095 Hamburg
Tel. +49-(0)40-32 10 30
Fax +49-(0)40-32 10 3-230
info@deichtorhallen.de

 


Bildpräsentationen:

Gosbert Adler, Christoph Balzar, Ralf Cohen, Dörte Eißfeldt,
Amin El Dib, Annette Frick, Silke Helmerdig, Jaschi Klein,
Ralf Meyer, Marc Räder, Irina Ruppert, Oliver Sieber, Katja Stuke,
Laurenz Theinert,
Wolfgang Zurborn


 

 

Die Böhm ist ein seit 1999 vierteljährlich, in limitierter Auflage erscheinendes Künstler-Heft, konzipiert und herausgegeben von Katja Stuke (*1968) und Oliver Sieber (*1966). Veröffentlichung finden darin vorwiegend von ihnen selbst aufgenommene Photographien, die sie verschiedenen Themen folgend und nur gelegentlich durch Bildtitel kommentiert zu Sequenzen fügen. Gegensätzliche wie fast identische Blickwinkel treten hervor, die einerseits mit der individuellen künstlerischen Position vertraut machen, andererseits gänzlich freie Assoziationen und Interpretationen ermöglichen. Die Motivwelt des Künstlerpaars, angesiedelt zwischen den Sujets Portrait, Stadt und Landschaft, erschließt sich vor dem Hintergrund ihres Lebensumfelds im Großraum Düsseldorf-Köln sowie ihrer vielen Reisen, u. a. in die USA, Kanada und Japan. Ihr besonderes Interesse richtet sich auf alltäglich anzutreffende Begebenheiten oder auf Personenkreise, die sich vielfach als Projektionsflächen eigener Reflexion mit dem Außergewöhnlichen und Atmosphärischen verschränken. Wahrnehmungsmechanismen werden hinterfragt und im weitesten Sinn auch Lebensräume, die sich über gesellschaftliche oder kulturelle Wertevorstellungen definieren. Von großer Bedeutung ist in ihren Bildern auch die Frage nach dem Einfluss der Film- und Medienwelt, nicht zuletzt auch angeregt und verstärkt durch die Aktivitäten der Kunst- und Photographieszene. Dass das Bild im Kopf ebenso wichtig ist, wie das, welches wir de facto zu sehen glauben, machen Katja Stuke und Oliver Sieber auf vielfältige und anregende Weise deutlich. (Gaby Conrath-Scholl, anlässlich der Ausstellung "Das Böhm Projekt" in der SK-Stiftung/photographischen Sammlung, Köln, Sept. 2006)

 

Neben dem gemeinsamen Projekt – das mittlerweile auch einen Internet-Ausstellungsraum beinhaltet – stellen die fotografischen Arbeiten der beiden jeweils eigenständige künstlerische Positionen dar. Ein Schwerpunkt der Arbeit von Oliver Sieber ist die Beschäftigung mit Identität, Individualität und Gruppenzugehörigkeit und verschiedenen Jugendkulturen.
Katja Stukes fotografische Arbeiten thematisieren die Beobachtung der Menschen im öffentlichen Raum, die Beurteilung von Bildern und Realität auf Grund unterschiedlichster bildnerischer Sozialisation und die Veränderung der Wahrnehmung von Bildern durch unterschiedliche mediale Kontexte.
http://www.os66.de
http://www.ks68.de
http://www.frau-boehm.de

 

 

 

Die Architektonische Nachhut von
Ralf Meyer ist eine Annäherung an die architektonischen Hinterlassenschaften des "Dritten Reiches" in Deutschland. Das Ziel war es, zu beobachten, auf welche Weise wir heute mit der Architektur einer Phase unserer jüngeren Geschichte umgehen. Wie sieht das Leben in und um diese Bauten herum aus, die zwischen 1933 und 1945 im Nationalsozialismus entstanden sind?
Zwischen 2001 und 2006 entstand an 32 Orten in Deutschland eine Sammlung von 130 Fotografien.
Viele repräsentative Bauten folgten einem ideologischen Programm. Es gab kaum privates, ungelenktes Bauen. Bis heute existieren Wohnsiedlungen, ehemalige Parteigebäude, Kulturbauten, Ministerien und militärische Anlagen. Aber auch Flughäfen, Fabriken, Brücken und Bunker wurden im Sinne ihres spezifischen Auftrages baulich geprägt. Ist diese implizierte Botschaft der Architektur auch heute noch spürbar?
Wir begegnen diesen Gebäuden im Stadtbild, wohnen und arbeiten in ihnen und kaufen dort ein. Welche Wechselwirkungen entstehen durch die tägliche Konfrontation mit diesen Relikten?
Im Vordergrund der Fotografien steht nicht die reine Abbildung von Fassaden, sondern vielmehr die Fragestellung, auf welche Weise sich das Leben im 21. Jahrhundert mit den Ausprägungen des deutschen Faschismus der 1930er und 40er Jahre verträgt.
Der Bildband Architektonische Nachhut erschien 2007 im Kerber Verlag.

 


 

Irina Ruppert Wurzeln 2
In meiner Arbeit “Wurzeln 2“ geht es um Jugendliche, die in zwei Kulturkreisen aufwachsen; um Heranwachsende, die damit konfrontiert sind, mit einem anderen kulturellen und sprachlichen Hintergrund in Deutschland zu leben. Mich hat interessiert, wie Pubertierende, die ohnehin auf der Suche nach der eigenen Identität sind, sich zu Fragen positionieren wie: Wo ist meine Heimat? Wo gehöre ich hin? Wo liegt meine Zukunft?
Für die Aufnahmen habe ich rund 100 Jugendliche, die ich in Schulen, Jugendzentren oder auf der Straße kennen gelernt habe, zu einer Art Gegenüberstellung gebeten: Aus mehreren traditionellen Stoffen sollten sie jeweils denjenigen auswählen, der in ihren Augen ihr Herkunftsland symbolisiert und vor dem sie dann fotografiert werden wollten. Dieser stoffliche Hintergrund steht für die erste Wurzel der Porträtierten. Die zweite Wurzel, ihre Lebenswirklichkeit hier und jetzt, wird durch Kleidung und Haltung repräsentiert.

 

 

 

Laurenz Theinert stellt zwei neue fotografische Projekte vor.

Raumverdichtung: Ein Objekt von verschiedenen Standpunkten fotografiert. Diese unterschiedlichen Ansichten werden transparent vergrößert und in einem Plexiglasblock mit geringem Abstand geschichtet. Der abgeschrittene Raum wird somit im Block verdichtet - die unterschiedlichen Sichtweisen zu einer kombiniert.

Zeitfenster
: Zwei Aufnahmen vom gleichen Standpunkt mit einem Abstand einer halben Sekunde. Aufnahme 1 und das Negativ von Aufnahme 2 werden am PC übereinandergelegt. Alle Bildteile, die sich während der halben Sekunde nicht verändert haben löschen sich gegenseitig aus. Die Teile, die sich verändert haben sind positiv und negativ sichtbar. Es entsteht sozusagen ein Zeitfenster. Wie die zwei unterschiedlichen Standpunkte der Augen räumliches Sehen ermöglichen so wird durch die Überlagerung zweier Zeitpunkte ein Zeitraum sichtbar, der so sonst nicht zu sehen ist.




 

Jaschi Klein   Wind-Installationen
In der Installation treffen Kultur und Natur aufeinander. Der Mensch schematisiert, schafft ideelle Formen: Dreieck, Quadrat und Kreis - uralte Symbole für Himmel und Erde. Sie sind Paradigmen für Realität, die in Natur und Kultur enthalten sind.
Die Natur greift ein: Wind lässt Vielfalt entstehen und variiert Formen, die starre Körper von sich aus nicht zulassen. Die entstandenen Strukturen entsprechen dem Prinzip der Kombinatorik per Mutation.
Der Installationsaufbau aus beweglichen Elementen, aufgehängt an 5 m hohen Stelen, bewirkt im Schattenspiel, in Überschneidungen und Verdrehungen immer wieder neue Kompositionen. Die Anordnung wird durch die Umgebung diktiert, die Interaktion mit ihr lenkt den Prozess des Aufbaus.
Die Aufbauten tauchen auf an Orten mit verschiedenen Windverhältnissen und Naturerscheinungen. Kennzeichnet sich ein Kompositionsfeld durch verschiedene Abstände der einzelnen Stelen, so werden unterschiedliche Bewegungsmuster des Windes deutlich – wie Verwirbelungen und andere Strömungsverhältnisse.
Die Installationen haben bewusst temporären Charakter. Sie sind ausgerichtet auf das Endresultat Bild, aber gleichzeitig als Aktion von Bedeutung. Für kurze Zeit haben die Objekte das Umfeld zum Schweben gebracht. Der Blick soll sich nicht gewöhnen an Permanentes. Von der Aktion bleibt ein geschärfter Blick für die Landschaftsform.

 

 

 

Amin El Dib Men at Work
Bei meinen neuen Arbeiten handelt es sich um manipulierte Reproduktionen aus Pornomagazinen. Ich habe in den letzten Jahren etliche fotografische Arbeiten zum Thema Pornographie beobachtet. Den Blick auf die Männer habe ich dabei vermißt. Das war das Vorzeichen unter dem ich an das Thema heran gegangen bin. Eine so intensive Hinwendung zum rein sexuellen, zu bestimmten Körperfunktionen, verstehe ich als Verdrängung des Todes und als Selbstvergewisserung: noch lebe ich, der Körper funktioniert. Gefunden habe ich die vorliegenden Bilder. (4 Bildgruppen mit insgesamt 30 Motiven). Ich denke, daß das Motiv der Vanitas anklingt.




 

Annette Frick   Die Masken der Identität Identität ist das Stichwort, das meine unterschiedlichen Arbeiten verbindet. Sowohl für meine fotografischen Selbstportraits, in denen es um weibliches Selbstverständnis, und die Suche nach einer weiblichen Identität jenseits der vorgegebenen Rollen Klischees geht, als auch für das Projekt Tabuzonen, in dem ich mich mit dem Holocaust und der deutschen Vergangenheit auseinander setzte.
Ein Teil der Arbeit ist eine subjektive Dokumentation, der Protagonisten der nicht offiziellen Kultur Berlins, die einen der Hauptanziehungspunkte der Metropole ausmachen, aber in der Hoch-Kultur und den Medien nur ein Schattendasein führen.
Seit Jahren mache ich hier Portraits von den Sternschnuppen, Künstlerinnen, Tunten, Lesben, Dragkingz, Transvestiten, Nachtschwärmern und ihren Begleitern. Individuen, die eine andere Vorstellung von Identität haben und spielerisch damit umgehen. Sie setzen ihren eigenen Entwurf dem herrschenden Mainstream, der grauen Anzüge und Kleider entgegen.
Dabei interessieren mich sowohl die Individuen in fast minimalistisch reduzierten, wie auch in höchst aufwendigen Aufmachungen. Ausschlaggebend bei meiner Auswahl war nur, dass ein Teil ihrer Persönlichkeit durch diese Inszenierung besser zur Geltung zu kommen schien und eine Vorstellung Realität wurde.
Dem gegenüber stelle ich Nachtaufnahmen von der Stadt und, ehemals repräsentativer, zur Zeit verhüllter Gebäude, wie z.B.: der alten Nationalgalerie, der Karl-Marx Allee, dem ehemaligen Propaganda Ministerium, dem Kino Babylon, dem ehemaligen Luftfahrt Ministerium. Die Gebäude befinden sich in einem Zwischen- Zustand und obwohl die Bauplanen ihr Volumen und ihre Massivität noch zu unterstreichen scheinen, haben sie gleichzeitig etwas Zeitloses und provisorisches. Etwas dass uns an die Zelte der Nomaden oder die Urform des Hauses erinnert. Es ist eine Anknüpfung und gleichzeitig Infragestellung der Fundamente der Vergangenheit und ihrer Hypothek. Auf diesen Nacht-Aufnahmen sind der Mond und die Wechsel der Jahreszeiten die einzigen ungeschminkten Konstanten.
Das Projekt verweist auch auf das Berlin der 20 und 30 er Jahre, das eine außergewöhnlich vitale Parallelkultur und eine ganz andere Tradition im Umgang mit Identität und Geschlechterrollen hatte, als die meisten andern deutschen Städte.

 

 

 

Dörte Eißfeldt  Was ist ein Bild.
Eine frühe Beschäftigung mit Malerei und ein Studienschwerpunkt Film beeinflussen meine gesamte fotografische Arbeit, die erst nach dem Studium begann, ebenso, wie umgekehrt die fotografische Arbeit die Arbeit mit bewegten Bildern beeinflußt. Ein meist experimenteller Umgang mit dem fotografischen Bild zeichnet die Arbeiten aus.
Was ist ein Bild? Dies ist in meiner Arbeit immer wieder Antrieb und Frage. Wie wird etwas Bild? Schon die Betätigung des Auslösers, ein winziger Schnitt in die Zeit, bedeutet einen großen Sprung hin zum Bild....
Die Aufnahmen entstehen meist in meinem unmittelbaren Umfeld
Sie sind für mich Kristallisationspunkte - wie das Staubkorn für den Regentropfen - und bilden die Grundlage meiner Arbeiten. Mal wird ein Film daraus, mal entsteht eher Malerei, mal zeichne ich - mit der Schere. In meinen neueren Arbeiten geht es mir darum, ob und wie ich die Schwerkraft der Bilder verändern kann um sie leicht, offen und dynamisch zu lassen. Und dann gerät die ganze Welt ins Bild, ganz nebenbei.
Wir bewegen uns auf einer hauchdünnen Membran zwischen der imaginären unendlichen inneren Welt und der sichtbaren und faßbaren Wirklichkeit unseres Alltags, unserer kleinen Welt. So eine Membran sind auch Bilder; ich versuche, die Qualitäten beider Welten miteinander in Schwingung zu versetzen, die Schnittstellen zum Klingen zu bringen.

 

 

 

Silke Helmerdig bewegt sich im Spannungsfeld zwischen zeitgeschichtlicher Relevanz und scheinbarer Alltäglichkeit. Ihre Arbeitsweise ist vielfältig. Sie bedient sich verschiedener Kameras, Formate und Materialien und verknüpft Fotografien, meist in schwarzweiß, miteinander, mit Texten oder mit Ton zu Erzählsträngen in linearen und nichtlinearen Präsentationsformen. Ihre Themen sind biografisch geprägt, schaffen in ihrer Umsetzung aber Assoziationsräume für den Betrachter. Sie nutzt Sehgewohnheiten und kulturelle Standards zur Vermittlung ihrer Geschichten, denn ohne die Kenntnis des Betrachters bleibt das einzelne Bild eine leere Bedeutungshülle. Ihre künstlerischen Arbeiten sind bestimmt von den assoziativen Sprüngen, die sich im Kopf des Betrachters einstellen.

 

 

 

Ralf Cohen  In meiner Bildpräsentation werde ich eine aktuelle Arbeit aus diesem Jahr vorstellen. Ihr Titel ist ohne Namen. Sie zeigt Heere von Wesen, die aufgezogen sind, eine Schlacht zu schlagen. Ständig wird das Denken des Betrachters zwischen dem äußeren tatsächlichen Bild und den Gedanken zu Geschichte und Erinnerung schwanken. Ein für mich meditativ unheimlicher Ort, den ich immer wieder aufsuche.
Des weiteren werde ich zwei Serien aus dem Jahr 1997 präsentieren.
Die Bilder der Serie Vernissage zeigen meine innere Haltung zu derartigen Veranstaltungen; hin- und hergerissen zwischen Kunst und Menschen. Ich bin nicht nur auf die Kunst konzentriert, sondern unterhalte mich mit mehreren Besuchern gleichzeitig. Die Bilder aus der Serie Altrhein sind Darstellungen des ständigen Kommen und Gehen in der Natur; um dies zu transformieren wandte ich eine nichtfotografische Technik an.
Gemeinsam ist meinen Arbeiten stets, daß sie von mir gelebt sind und meine ganz persönliche innere Sicht zeigen. Mit meinen Eingriffen in der analogen Fotografie führe ich die Bilder zu dieser von mir bestimmten Wahrheit.

 


 

Christoph Balzar EUROPA LADRONA
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Migration von Afrika über die Kanarischen Inseln nach Europa entstand Christoph Balzars Serie EUROPA LADRONA I – XIV. Innerhalb dieses Kunstprojekts erkundet er die Umgebung der Inseln nach Möglichkeiten zum Überleben. Während sich seine Visualisierungen in eine fremde Lage hineinversetzen, liegt das Augenmerk auf den Orten, die seine fiktiven Gegenüber aufgesucht haben könnten. Die Wahl seiner Motive zerstört das vertraute Bild der Urlaubsinseln und zeigt, welche Form die Landschaft durch das Politikum der illegalen Migration und der Abschottung seitens Europas annehmen kann. Der Ausspruch „Europa, Du Diebin!“ wie „Europa Ladrona“ in der Übersetzung heißt, weist darauf hin, dass die Kanaren, bevor sie von Europa gestohlen und annektiert wurden, afrikanisch waren. In Form eines Graffitis an der Betonwand eines desolaten Hafens ist der Spruch auf einer von Balzars Fotografien wieder zu finden und verdeutlicht, dass zwischen der politischen und der geografischen Wahrheit sprichwörtlich Welten liegen. […] Balzars Fotografien enthüllen nicht immer real existierende Orte, sondern auch Projektionen möglicher Wunschvorstellungen. Digitale Mikroinstallationen wirken in EUROPA LADRONA als narrative Strategien der unfreiwilligen Reisenden. Sie versuchen jene Orte durch die Augen des anderen zu betrachten und verdichten Teils Raum und Zeit, um bestimmte Ereignisse in das Bildgeschehen zu integrieren, die sonst unbemerkt bleiben würden. […] Wirklichkeit wird nicht dokumentiert, sondern in ihrer Komplexität ähnlich den additiven Techniken der Malerei organisiert. […] Balzar will keine Wahrheit aufdecken, sondern lädt dazu ein, seinem andeutungsreichen Spiel zu folgen. Text: Julia Gwendolyn Schneider

 

 

 

Buchvorstellung: Wolfgang Zurborn Drift, Kehrer Verlag, Heidelberg
Für Wolfgang Zurborn ist die Gewinnung jedes fotografischen Bildes, nicht nur einer Bewegungs- und Ereignisaufnahme, sondern auch eines Raum- oder Objektbildes, mit dem Faktor Zeit und der ihm innewohnenden Dynamik bei der einmaligen und einzigartigen Motivsuche verbunden. In der Tradition des entscheidenden Augenblicks von Henri Cartier-Bresson begreift Zurborn seine fotografischen Bildwelten als Kompositionen, die auf den wichtigen unwiederholbaren Moment abzielen. Der Fotograf surft auf der Welle der raumzeitlichen Wahrnehmungen, bis er vor jenem Moment zu stehen scheint, an dem das Bild in seiner vollen Komplexion zusammenschießen könnte. Während aber bei Cartier-Bresson der fruchtbare Moment des Bildes im einzelnen virtuosen Bildmotiv-Objekt aufgeht, setzt bei Zurborn die fotografische Produktion einen anderen, entscheidenden Augenblick in der gesamten Situation selbst voraus, den Moment, worin vorhandene Perspektiven, unterschiedliche Blickwinkel, Fragmente und Komponenten, Vorder-, Mittel- und Hintergrund in die noch offene Konstellation eines einmaligen, aber jederzeit revidierbaren „Entwurfs“ (Sartre) eintreten und dem so gewinnbaren Bild eine unverwechselbare und doch historisch veränderbare Signatur verleihen.
(aus dem Buchtext: Drift – eine neue Kunst fotografischer Navigation von Peter V. Brinkemper)

 

 


 

 

 

 

 

Programm der Jahrestagung
in Leinfelden-Echterdingen, 19. - 22. Juli 2007

 

 

Donnerstag, 19.7.2007

19.00 Uhr

 

Eröffnung der Ausstellung „...und grüßen Sie mir die Welt“ / fotografierte Heimaten
von Peter Bialobrzeski, Jörn Vanhöfen und Andreas Weinand
Flughafen Stuttgart, Terminal 3, Ebene 5

   

 

 

Freitag, 20.7.2007

16.00 Uhr

 

Mitgliederversammlung (nicht öffentlich)
in der Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 8

 

20.00 Uhr

 

Eröffnung der Ausstellung „Ansichten aus Leinfelden-Echterdingen“,
mit "Heimat - LE" von "die arge lola"
(Andreas Langen und Kai Loges)
und dem Fotoclub Leinfelden-Echterdingen
Stadtmuseum Leinfelden-Echterdingen
Hauptstr.79, LE-Echterdingen

 

   

 

Samstag, 21.7.2007

10.00 Uhr

 

 

Eröffnung der Ausstellung „secret gardens“, von Sophie Schmalriede
vhs Leinfelden-Echterdingen, Neuer Markt 1

 

11.00 - 13.00 Uhr

 

 

Bildpräsentationen von Thomas Bachler,
Karen Weinert und Anja Bohnhof,
Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 8

 

14.00 Uhr

 

Vortrag von Dr. Christiane Stahl „Inventur, Verlust und Erfindung. »Heimat-Bilder« in der zeitgenössischen deutschen Fotografie“
Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 8

15.00 - 17.00 Uhr

 

Bildpräsentationen von Birgit Wingrat,
Ille Oelhaf und Bertram Kober,
Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 8

 

17.00 Uhr

 

Eröffnung der Ausstellung „Sehnsucht und Vertrautheit" von Wolfgang Bellwinkel, Wiebke Loeper und Andreas Mader
Galerie Altes Rathaus Musberg, Filderstr. 44, LE-Musberg

 

18.00 Uhr

 

Eröffnung der Ausstellung „heimat.de",
von Emanuel Raab
Stadtarchiv Leinfelden-Echterdingen, Schönaicher Sträßle 4, LE-Musberg

 

19.00 Uhr

 

Besuch der Ausstellung „Deutsch Land“
von Andreas Herzau
Burg galerie coiffeur, Friedrichstr. 4, LE-Musberg

 


 

Sonntag, 22.7.2007

10.00 - 11.00 Uhr

 

Bildpräsentation von Florian Beckers,
Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 8

 

11.00 Uhr

 

Vortrag von Bernd Rodrian “Schwarzer Himmel – Kleid aus Licht, über das Leben und Werk Heinrich Heidersbergers”
Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 8


13.00 - 14.30 Uhr

 

Bildpräsentationen von Katharina Mouratidi
und Andreas Mader,
Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 8

 

15.00 - 16.30 Uhr

 

Bildpräsentationen von Petra Warrass
und Henning Maier-Jantzen,
Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 8

   

 


Bildpräsentationen von:

Thomas Bachler, Florian Beckers, Henning Maier-Jantzen,
Bertram Kober, Andreas Mader, Katharina Mouratidi,
Ille Oelhaf, Petra Warrass, Birgit Wingrat,
Karen Weinert und Anja Bohnhof


 

 

Ille Oelhaf   Der Mythos des Fremden, der Ferne - die Sehnsucht danach hat ihre Verführungskraft noch nicht verloren. Die In-Besitznahme dieser Mythen durch Fotografien scheint immer noch und immer leichter möglich. Doch für die meisten Betrachter handelt es sich dabei um bildgewordene Projektionen, die eine Virtualisierung ihrer Welterfahrung nach sich ziehen, d.h. die Wandlung eines subjektiven Weltbilds zu austauschbaren Bildwelten. Dem eigenen, bewussten Weltbild zu folgen beinhaltet dagegen, sich in eine bestimmte Beziehung zur Welt setzen. Im Idealfall bedeutet es für die Fotografen, 'das Unsichtbare im Sichtbaren' (Lyotard) hervorzuheben. Dieses 'Unsichtbare im Sichtbaren' zu zeigen und wirkkräftig zu machen - darum geht es heute in der künstlerischen Fotografie.
In vier Foto-Essays werden Aspekte des Lebens in Kaliningrad Oblast als subjektive Interpretation und Erfahrung thematisiert. Welche Erzählungen reflektieren unser Leben, stiften Sinn und organisieren schließlich die Welt? Die Straßen und Wohnblocks, der Überfluss und der Mangel dieser gewollt gesichtslosen Stadt und die maroden Dörfer sind der zutiefst prägende Lebenshintergrund der Menschen. Die Kaliningrader Porträts zeigen Menschen, an denen wir Ähnlichkeiten und Unterschiede festzustellen beginnen. Körpersprache, Kleidung und viele andere Details sind vertraut und unterscheiden sich dennoch. So stellen diese Fotografien die Frage nach einer Identität, die für die Entwicklung dieser russischen Exklave – seit 2004 eingeschlossen von der EU - von entscheidender Bedeutung ist.

 


 

Katharina Mouratidi - Die andere Globalisierung
"Warum tust du das, was du tust?"
Drei Jahre lang porträtierte Katharina Mouratidi GlobalisierungskritikerInnen aus 43 Ländern: Indios und Arbeiter, Studentinnen, Rentierzüchter, Bäuerinnen, Wissenschaftlerinnen, Christen, Atheisten, Bürgerinnen und Revolutionäre. Allen, darunter auch vielen international bekannten Persönlichkeiten - wie der Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchú und dem Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz -, stellte sie die Frage: "Warum tust du das, was du tust?"Die Interviewten berichteten so von ihrer eigenen Geschichte und den ganz persönlichen Beweggründen ihres Engagements. Die Antworten, die Mouratidi auf ihre Frage erhalten hat, sind so ungewöhnlich wie vielfältig. Sie sind spektakulär und alltäglich, kämpferisch, liebevoll, sehnsüchtig, voller Idealismus und Hoffnung, aber auch berührend, warnend und aufrüttelnd. Gemeinsam haben sie nur eines: die Gewissheit, dass zum Überleben der Menschheit und unseres Planeten ein Bewusstseinswandel unumgänglich ist - hin zu einer anderen Globalisierung, von der alle Menschen und die Umwelt profitieren.
Die Arbeit tourt seit September 2005 im In- und Ausland. Das Buch zur Arbeit ist 2006 unter dem Titel "¡Venceremos! Die andere Globalisierung" bei Edition Braus, Heidelberg, erschienen.

 

 

 

Petra Warrass - Wo es ist
Mit ihren Inszenierungen greift Petra Warrass auf Handlungen zurück, in denen sie sich scheibar auf Situationen des täglichen Lebens bezieht. Die Losgelöstheit ihrer exzentrischen Darstellungen von einer nachvollziehbaren klaren Handlung führen den Betrachter zu einer Irritation, die neugierig macht. Der festgehaltene Moment wirkt wie das herausgeschnittene Einzelbild aus einer filmischen Handlung, in der man nach dem Vorher und Nachher sucht. In ihren Bildern ruft Petra Warrass Gefühle wach und reißt Geschcihten an, die gedankliche Prozesse auslösen. Beim Betrachten ihrer Bilder bin ich immer gerne bereit, den Faden aufzunehmen und im eigenen Kopf weiter zu spinnen.
Prof. Heiner Schmitz, aus dem Katalog zur Ausstellung "Tandem" im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr in der Alten Post, 2006.

 



 

Birgit Wingrat - Landkante
Es ist mit Einschränkung ein romantischer Blick, den die Fotografin auf ihre Sujets wirft. Nicht die dokumentarische Bestandtsaufnahme ist das Thema, sondern Birgit Wingrat generiert bühnenhafte Räume aus dem un- und umgestalteten Brach- und Neuland. Immer wieder beschäftigen sie Grenzsituationen - die Kante. James Gibson definiert in seiner bahnbrechenden Erforschung der „Wahrnehmung der visuellen Welt« 1950 das Kantenphänomen als den »fundamentalen Raumeindruck«.
Genau »die elementaren Eindrücke einer visuellen Welt sind die von Oberfläche und Kante», für die Reize ausfindig gemacht werden müssen.
Der strenge Aufbau, der Blick für formale Bezüge in den Bildelementen zeigen, dass die Autorin sich nicht mit einer intuitiven schnellen Bildaneignung zufrieden gibt, sondern dass sie über ein bewusstes, erarbeitetes Sehen zu ihrer Bildsprache gefunden hat.
Dem widerspricht vielleicht der Begriff »romantischer Blick«, wenn man ihn im üblichen Sinn als Verklärung oder Überhöhung sieht. Es ist vielleicht etwas hochgegriffen, auf Casper David Friedrich zu kommen - aber die Auseinandersetzung mit diesem Jahrhundertgenie zeigt, dass hinter der vordergründig romantischen Fassade ein unglaublich strenges, fast mathematisches Gerüst von Bild - sprich Kompositionskoordinaten - liegt.
Aus der Rede von Prof. Fritz Haase im Hafenmuseum Speicher XI, Bremen

 

 

 

Andreas Mader - Die Tage Das Leben
...Diese große Erzählung des Lebens zeigen die Aufnahmen Andreas Maders - unprätentiöse und unsentimentale aber gleichzeitig intime Porträts des Freundeskreises über einen langen Zeitraum hinweg fotografiert. Ihnen liegt die innere Überzeugung zu Grunde, dass sich im Alltäglichen eine tiefere Wahrheit über uns selbst offenbart. Andreas Mader bedient sich der Fotografie, um das unmerkliche Verrinnen der Zeit, visualisiert durch körperliche und modische Veränderungsprozesse, zu dokumentieren. Persönliche Teilhabe und taktvolle Distanz befinden sich dabei in einem feinen Gleichgewicht... Rainer Danne

 


 

Florian Beckers - Das Verschwinden der Bilder Florian Beckers fotografische Arbeiten sind im wörtlichen Verständnis "Licht-Bilder", d.h., Licht ist Thema der Bilder, Ursache und Gegenstand zugleich.
Auf den ersten Blick mag dies widersprüchlich erscheinen, da in seinen Fotografien die Dunkelheit dominiert. Man könnte also eher davon sprechen, dass sie aus der Dunkelheit heraus entstehen und teilweise wieder in ihr verschwinden.
Die Dunkelheit aber wird nur durch das Licht erfahrbar.
Im Wechselspiel bzw. Spannungsfeld von Dunkelheit und Licht erscheinen Wirklichkeitsfragmente, Versatzstücke des Realen, in der Form, dass das Angedeutete im Betrachter Assoziationen weckt. Dabei steht nicht nur jedes Bild für sich alleine, sondern es gibt Korrespondenzen, die einen Zusammenhang nahe legen. Aber, herausgerissen aus einer räumlichen, zeitlichen und inhaltlichen Kontinuität kann sich eine Lesbarkeit in chronologischer Reihenfolge nicht ergeben. Vielmehr entstehen Brüche, die Fragen aufwerfen und eine Reaktion des Betrachters fordern.
Das noch Sichtbare ist dabei lediglich Auslöser für das, was außerhalb der Abbildung liegt, aber das Wesentliche darstellt. Das Bild erschliesst sich also nur in der Wahrnehmung des Betrachters selber, muss durch seine Vorstellungskraft vollendet werden.

 

 

 

Thomas Bachler Bild aus der Serie
Pixel Trees, Camera obscura
Fotografie, 2006, 60 x 80 cm, Barytabzug.
Thomas Bachler präsentiert vier neue Fotoserien aus den letzten Jahren: Übers
Lesen, Fovea centralis, Pixel Trees und Deutsche Autos. Allen Arbeiten ist gemeinsam, daß sie, einem strengen Konzept folgend, unsere bzw. die apperative Wahrnehmung thematisieren und hinterfragen.

 

 

 

 

Anja Bohnhof & Karen Weinert
Die Serie Abwesenheitsnotizen zeigt Ansichten von musealen Gedächtnis-stätten historisch bedeutender Persönlichkeiten, in denen die Fotografinnen über eine inszenierte Leere den Blick des Betrachters auf die "Unbestimmtheitsstellen" lenken.
[...] Bohnhof und Weinert zeigen leer stehende Innenräume, die Persönlichkeiten fehlen. Die Spuren in den Gebäuden, an den Fußböden, den Tapeten, lassen Rückschlüsse, wenn auch begrenzt, auf die ehemaligen Bewohner zu. Die Räume zeigen Spuren menschlichen Lebens in menschenleeren Bildern. Das Visuelle dehnt sich in den narrativen Bildern weit über das hinaus, was auf ihnen zu sehen ist und der kühle Blick in diese Räume wirkt wie ein präziser Schnitt durch das eigene Gedächtnis. Fenster, Türen, Böden sind erkennbar und vielleicht auch zeitlich einzuordnen. Sie sind Eingänge in ein Labyrinth der Umrisse und Farben. Die Distanz dieser Räume schafft eine paradoxe Nähe zu den Menschen, die hier gewirkt haben sollen. Man sucht nach Spuren einer Geschichte und verdächtigt die eigenartigen Streifen der Tapeten. [...]
aus der Rede von Dr. Sandra Mühlenbehrend im Neuen Sächsischen Kunstverein, Dresden
Abbildung: Arbeitszimmer Annette von Droste-Hülshoff, Rüschhaus, Stadtmuseum Münster

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bertram Kober, aus der Serie Carrara

 

 

 

 

 

 

 

 

Programm der Tagung
im Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg

Samstag, 9.12.2006, 10.00 - 19.00 Uhr
Sonntag, 10.12.2006, 10.00 - 18.00 Uhr


Samstag

  9:30 Uhr  Ankunft und Einlass in das Auditorium.
                 Bitte beachten: Separater Eingang auf der Rückseite des Hauses

10.00 Uhr Begrüßungen: F.C. Gundlach und Ingo Taubhorn (HdP)
                 Manfred Schmalriede (Präsident der DFA)

10.15 Uhr Präsentation: Emanuel Raab

11.00 Uhr Vortrag: Prof. Dr. Dagmar Burkhart: Der Tod und das Model -                  Nekrophile Tendenzen in der Modefotografie


12.00 Uhr Mittagspause mit der Möglichkeit im hauseigenen Restaurant „Fillet                  of Soul“ zu essen. Tische werden reserviert.


13.00 Uhr Präsentationen: Marc Beckmann, Andrea Diefenbach

14.00 Uhr Vortrag: Dr. Peter V. Brinkemper: Heartbeat or Heartattack?
                 Sinn und Sünde in der Modefotografie"


15.00 Uhr Präsentationen: Bernd Arnold, Andreas Weinand


16.00 Uhr Kaffee-Pause


16.30 Uhr Präsentationen: Haubitz+Zoche, Claus Bach,
                 Klaus Elle, Lukas Einsele

19.00 Uhr Ende

 

 

Sonntag

10.00 Uhr Ausstellung „The Heartbeat of Fashion“ ist geöffnet

11.00 Uhr Führung durch die Ausstellung von F.C. Gundlach

12.00 Uhr Mittagspause


13.00 Uhr Präsentationen: Achim Mohné, Tilman Lothspeich, Knut Maron

15.00 Uhr Präsentation: Gabriele Leidloff
                 Vorträge: Jörg Bader, Direktor des Centre da la Photographie Genf,
                 Prof. Dr. Bernd Hüppauf, New York University


16.15 Uhr Kaffee-Pause


16.45 Uhr Präsentationen: Andreas Herzau, Horst-Dieter Zinn


18:00 Uhr Ende der Tagung

 

 

Haus der Photographie Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstraße 1 - 2
D-20095 Hamburg
Tel. +49-(0)40-32 10 30
Fax +49-(0)40-32 10 3-230
info@deichtorhallen.de

 


Bildpräsentationen:

Bernd Arnold, Claus Bach, Marc Beckmann, Andrea Diefenbach,
Lukas Einsele, Klaus Elle, Haubitz+Zoche, Andreas Herzau,
Gabriele Leidloff, Tilman Lothspeich, Knut Maron, Achim Mohné,
Emanuel Raab, Andreas Weinand, Horst-Dieter Zinn


 

 

Claus Bach Heinos Kabinett: Annäherung an ein Spontankunstwerk. Seit 1985 sammelt der gelernte Tischler Heino Kirbst im thüringischen Dorf Sieglitz Alltags- und Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens, ohne sich dabei auf Zeitepochen oder bestimmte Bereiche zu spezialisieren. Seine einzig erklärte Absicht besteht - wie so oft - im Bewahren von Vergessenem. So füllt sich bis heute das Gebäude der ehemaligen Schule des Ortes, ein zweigeschossiger DDR- Plattenbau, mit all diesen Dingen, selbst klinische und elektronische Apparaturen sowie diverse Materialien des Schulunterrichts fehlen nicht. Und die Angelegenheit hat Folgen: Seine Obsession fand in der Gestaltung einzelner Themenkabinette ihren bisherigen Höhepunkt, welcher über die Jahre zu einem bizarren Spontankunstwerk heranreifte. Zeitgenössische Installationskünstler sollten unbedingt eine Weiterbildungsreise nach Sieglitz in Erwägung ziehen. Aber auch die reine fotografische Reise durch "Heinos Raritätenkabinett", wie er es selbst nennt, läßt die eine oder andere inszenierte Fotoarbeit fast überflüssig erscheinen. Hier hat Realität Fiktion überholt.

 


 

Achim Mohné The Lemay Island Remote Location project.
Eine Lichtinstallation für LED-Spot Strahler, Windgenerator, Solarmodule.
Die Lemay Island Remote Location wurde 1969 von Robert Smithson und Nancy Holt erworben. Das 40 Hektar messende Landstück liegt 70 Kilometer entfernt von urbaner Infrastruktur. Im Juni 2005 wurde die energieautarke, permanente „Land-Media-Sculpture“ auf Lemay Island errichtet. Die Lichtinstallation illuminiert die umliegende Landschaft 24 Stunden täglich mit einem „Lichtkorridor“. Die Solarmodule dienen der Stromerzeugung und gleichzeitig als „fotografische Tafelbilder“, die das umliegende „Newfoundland Evaporation Basin (Great Salt Lake) reflektieren.

 

 

 

 

Andreas Herzau
Deutsch Land – Eine Reise zu den Deutschen

Dieses Projekt ist eine Bilderreise, eine subjektive Bestandsaufnahme über Deutschland 60 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und gut 15 Jahre nach der Wiedervereinigung. Andreas Herzaus Plan war es, keinen Plan zu haben, keiner „Story“, keinem Plot zu folgen. Bei dieser Arbeit ging es ihm darum, Bilder und Geschichten zu finden, statt diese zu suchen und sich die Freiheit zu nehmen, kleine Dinge zu entdecken, die durchaus die Kraft haben, vom großen Ganzen zu erzählen. Es werden die flüchtigen Dinge und Eindrücke festgehalten, die viel über die Stimmung in Deutschland erzählen können und vor denen letztlich die Sprache versagt. Seine Arbeitsweise ist ein Vagabundieren und Flanieren im Visuellen: subjektive Skizzen und Notizen, kleine Ausschnitte des Deutschen Alltags und der Deutschen Kultur. Anknüpfend an seine früheren Arbeiten über New York (2000 – 2002) oder die Durchquerung des indischen Subkontinents (2004) schneidet er diese fotografischen Eindrücke assoziativ an- und gegeneinander. So entstehen einzelne Kurzgeschichten und gefühlvolle Einblicke in die heutige deutsche Normalität.
Diese Arbeit entstand mit Hilfe eines Stipendiums der VG BildKunst.

 

 

 

 

Seit Jahren beschäftigt sich Bernd Arnold mit Macht und den Ritualen gesellschaftlicher Inszenierungen. Themen waren die katholischen Rituale in Köln, die Inszenierungen des demokratischen Wahlkampfes zur Findung des Kanzlers, das Nachtleben, die zauberhafte Welt des Eros mit Zuhältern und Prostituierten, die Gipfel der Weltwirtschaft und das Innenleben der Fernsehwelt mit der Frage »Ist die Erde eine Mattscheibe?«. Gemeinsam ist den Geschichten ihre Verbundenheit zur metaphysischen Ebene der Macht: dem Glauben. Hierarchien und Zusammenhalt innerhalb bestehender gesellschaftsrelevanten Gruppierungen werden durch das existentielle Bedürfnis nach »Glauben« immer wieder gefestigt und neu bestimmt.
Macht und Ritual‹, 1986-2004 Zu sagen, die klassische, die analoge Fotografie registriere die Oberfläche einer sichtbaren Welt mit staunenswerter Präzision, ist physikalisch sicher richtig. Markiert aber wohl kaum die Grenzen einer Kamerakunst, deren Anspruch darin besteht, sozusagen ›hinter die Kulissen‹ zu blicken. Genau dies ist das Anliegen des Kölner Fotografen Bernd Arnold, der sich besonders jener Bereiche annimmt, wo das bewusste Schauspiel, das dezidierte Auffahren einer Maske gewissermaßen zur ›Conditio sine qua non‹ gehört. Galt sein anfängliches Interesse den Riten und Ritualen der katholischen Kirche, so hat Arnold seinen Radius zügig auf die Bereiche Politik und Medien erweitert und – in Gestalt einer ebenso intelligenten wie atmosphärisch dichten Schwarzweißfotografie – gezeigt, wie kritischer Dokumentarismus heute aussehen könnte. 
Von Michael Koetzle (im Rahmen seiner kuratierten Ausstellung „24x36“) 



 

 

Klaus Elle wird zwei aktuelle fotografische Arbeiten vorstellen. Die Serie Übergangslandschaften zeigt eine speziell gewachsene Natur, die sich in der Nähe unserer Großstädte entwickelt hat. Ein neuronales Geflecht von Ästen und Blattwerk, kleine Biotope, vergessene Grünflächen, wo die Evolution still vor sich hinspielt. Dazu gibt es bunt geordnete Konsumlandschaften und künstliche Gärten unserer Überproduktion.
Ich war Sigi (ein Totenmonolog) ist ein Bild Buch Projekt. Basierend auf den Tagebüchern eines Verstorbenen hat Klaus Elle Stilleben in dessen Haus fotografiert und einen Text parallel zu den Tagebüchern verfasst.

 



 

Horst-Dieter Zinn, Off - Line
...Wenn der Motor im Stillstand läuft besteht die Möglichkeit der Erkenntnis, welche Bilder in mir verbleiben, welche Bilder ich vergesse, welche Bilder meine Wirklichkeit offensichtlich berühren. Der Stillstand, das „Offline“ gehen der Bilderwelten entblättert das Paradox in der Fotografie: Dass Bilder im Tiefsten das verbergen, was sie vorgeben zu zeigen. Also bin ich angewiesen auf die Interpretation des Dargestellten und begebe mich so zwangsläufig in den Bereich der Selbsterfahrung. Die kann allerdings ihre Grenzen (also ihr verhaftet sein im Ego) nur dann überschreiten, wenn ich das Bild erlebe. ....

 

 

 

 

Künstlerduo Haubitz + Zoche, Skidubai, Dubai, 2006. Seit dem Beginn ihrer Zusammenarbeit im Jahre 1998 reflektieren die Künstlerinnen Raum und Architektur (als umbauten, gebauten Raum) sowohl in ihren installativen wie fotografichen Arbeiten nicht im Sinne seiner faktischen Gegebenheit, sondern als wahrnehmungsabhängige Konstruktion. (...) 
Eine mit theatralischem Illusionismus spielende Bühnenhaftigkeit rückt seit 2002 in das Zentrum der fotografischen Untersuchungen von Haubitz+Zoche. Sportstätten, Baustellen, Musterfassaden, Festzelte und Museumsräume erscheinen stets als menschenleere Orte an denen sich die Melancholie des Nichtereignisses mit der unbestimmten Erwartung auf eine möglicherweise bald stattfindende Aktion mischt." (Stephan Berg)
Neben Aufnahmen aus dieser offen angelegten Serie zeigen Haubitz + Zoche erste Skizzen zu einem neuen Projekt über Baustellenplakate in Dubai.

 

 

 

 

Holz vor der Hütte, Tilman Lothspeichs neueste Arbeit enstand im Winter 2005/2006 im äußersten Osten der Republik, in Görlitz. Diese Stadt hat die DDR unbeschadet überstanden, weil sie der dortigen Regierung so unwichtig war. Gammel und Improvisation gibt es in dieser Stadt kaum noch und vernagelte Fenster gehören dort bald der Vergangenheit an. – Alles wird fein sein.
Tilman Lothspeichs Intention ist nicht der „gelangweilte“ dokumentarische Blick, sondern ein Interesse am „Dahinter“. – Der verbaute, eingeschränkte Blick, die Strukturen, der „Lob der Oberflächlichkeit“.
Hier, wie auch in seinen früheren Arbeiten, ist sein Umgang mit den technischen Bildmitteln ein experimenteller. Fotografie ist nicht immer das Ausgangs-, aber meist das Endprodukt. In seiner Werkgruppe „Einschlafrituale“ observierte er seine eigene Einschlafphase (lange bevor die deutsche Fernsehnation Einblick in die Schlafzimmer ihrer Big-Brother-Kandidaten bekam). Von der Infrarot-Videokamera gingen die Bilder den Weg über den Computer um schließlich als stille Bildsequenz auf Fotomaterial präsentiert zu werden …

 

 

 

Andrea Diefenbach,  SPID – Aids in Odessa  Als Perle am Schwarzen Meer wird Odessa bezeichnet, die Hafenstadt im Süden der Ukraine – eins der Länder, die der Zusammenbruch der Sowjetunion mit am schwersten getroffen hat. Eins der vielen Symptome des Zusammenbruchs ist die Aids-Epidemie. Seit kurzem hält die Ukraine den traurigen Europarekord an Neuinfektionen und gehört auch weltweit zu den Staaten, in denen sich Aids am schnellsten ausbreitet.
Odessa, durch dessen Hafen der HIV-Virus damals vermutlich in die Staaten der Sowjetunion gelangte, ist heute eine der am schwersten betroffenen Städte, nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben in der Einmillionenstadt etwa 160.000 Infizierte. Meine Arbeit erzählt persönliche Geschichten verschiedener HIV-positiver hinter dieser großen Zahl.

 



 

Marc Beckmann, VIVA LA COCA – Bolivien und die Coca Viva la Coca ist die Geschichte der Coca-Pflanze in Bolivien - es ist die Geschichte vom bolivianischen Hochland und dem ideologischen Einfluss auf die sozialen Bewegungen, den Minenarbeitern, die als Urväter der Coca-Bauern-Bewegung und der jetzt regierenden MAS Partei gelten. Es ist die Geschichte von der legalen und auch der illegalen Coca, von den Menschen, die vom Anbau der Coca-Pflanze leben und denen, die gegen sie kämpfen. Und es ist die Geschichte jenes Coca-Bauern, der aus einem kleinen Dorf im Chapare stammt und zum Präsidenten gewählt wurde. Viva la Coca ist der Versuch, Bolivien und die derzeitige Situation zu begreifen und zu erklären.

 

 

 

Andreas Weinand, Seeing and Believing Seit 20 Jahren entwickle ich meine künstlerisch dokumentarische Photographie im Spannungsfeld von Auftragsarbeiten und freien Produktionen im Medien- und Kunstkontext.
Schwerpunktmäßig befasse ich mich mit der Darstellung der Menschen in ihren Beziehungen zueinander und zu ihrer Umwelt. Meine Intention ist die visuelle Übertragung individueller Lebensimpulse. Insbesondere die Suche des Menschen nach Identität und deren Ausdruck ist immanenter Bestandteil meines Werkes.

 



 

Emanuel Raab, Ansichten über Innen und Außen Räume regeln das Leben – wo die Eingänge sind, welche Form die Räume haben, wie die Objekte aussehen, das regelt das Leben.Lucius Bernhard
Herausgelöst aus erkennbaren zeitlichen, geographischen oder architektonischen Zusammenhängen erforscht Ansichten jene Transformationen, die an sich bedeutungslose Orte durch den künstlerischen Zugriff mittels einer subjektiven Kamera erfahren. In der konzentrierten Betrachtung präzise gewählter Bildausschnitte nisten Offenlegung und Verborgenheit zugleich. Die fotografische Erfassung eines bestimmten Augenblicks, einer bestimmten Perspektive, eines bestimmten Lichts überführen die Orte in Projektionsflächen des Unbestimmbaren. Innen und Außen verdichten sich zu magisch aufgeladenen, metaphorischen Räumen, die über die bildnerische Wirklichkeit hinaus Eingang suchen in das Wesenhafte, das sich gegen jede konkrete – sprachliche wie bildliche – Erfassung sperrt. Aus der intendierten Sichtbarmachung des Innenliegenden resultiert eine ästhetische Wirklichkeitskonstruktion, die sich nicht aus der Hinzufügung, sondern aus Reduktion, nicht aus Bewegung, sondern aus Innehalten nährt. Schauend im Sinn von erspürend wandelt sich das Dargestellte in mögliche Übergänge in das Unerwartete, das Undarstellbare, das sich einer tieferen Wahrheit zu nähern sucht.

 

 

 

 

ONE STEP BEYOND – Wiederbegegnung mit der Mine von Lukas Einsele ist ein
künstlerisches Projekt, das über Landminen und ihre Opfer berichtet und sie in ein sichtbares und nachvollziehbares Verhältnis zueinander bringt. Für das Projekt ist Einsele nach Angola, Afghanistan, Bosnien-Herzegowina und
Kambodscha gereist, die vier wohl am stärksten verminten Länder der Erde.
Für One Step Beyond erinnern sich Menschen, die von einer Mine verwundet
wurden, und berichten über den Hergang des Unglücks. Einige von ihnen
stellen den Unfallort in einer Zeichnung dar. Danach werden sie von Lukas
Einsele mit einer Großbildkamera portraitiert und erhalten im Tausch einen
Polaroidabzug dieser Fotografie. Den Erzählungen der Opfer, ihrer Zeichnung
und dem Porträt wird die Dokumentation einer Landmine gegenübergestellt, die den jeweiligen Unfall hätte verursachen können.
One Step Beyond wurde mehrfach ausgestellt (u.a. im Witte de With center for
contemporary art Rotterdam, im Museum Haus Esters Krefeld und im UN
Hauptgebäude New York). Das Buch zum Projekt wurde mit dem Deutschen
Fotobuchpreis 2006/07 ausgezeichnet.

 

 

 

 

"Ugly Casting" - ein Paradoxon durch bildgebende Verfahren. Gabriele Leidloff kombiniert bildgebende Verfahren und wissenschaftliche Geräte mit modernsten visuellen Technologien. Ihre statischen und bewegten Bilder überraschen durch einen atypischen Kamerablick, der die Sprache der Medien reflektiert. Ihre Filme, Videos und Fotografien verführen zu einem Bild der Gegenwart zwischen Realität und Virtualität und verwischen die Linie, die das Wissenschaftliche vom Ästhetischen trennt.
Mit bildgebenden Verfahren, wie Röntgen, Ultraschall, Magnetoenzephalographie, Computertomographie, Eye-Tracking          Girl 1, 1996/2006, Röntgenaufnahme entwirft Leidloff auf neue Weise ein
produktives Paradox: Indem sie die Darstellung umkehrt, produziert sie statt Ansichten des Inneren vorgeblich vertraute Bilder eines Blicks von außen und auf Oberflächen. Ihre Röntgenaufnahmen faszinieren, weil ihnen das Knochengerüst fehlt. Wir sehen nachgestellte Filmszenen, einen Hüftschwung wie von Mannequins, eine Begegnung, einen Kuss. Gabriele Leidloffs Installationen beschreiben ein komplexes Vexierspiel, das Wissenschaft und Ästhetik, Technik und künstlerische Darstellung verbindet.
Das Forum zwischen Kunst und Neurowissenschaft l o g - i n / l o c k e d o u t, 1997 von Gabriele Leidloff initiiert, stellt Installationen zu kulturellen und wirtschaftlichen Ereignissen mit internationalen Kooperationspartnern in verschiedenen Ländern her. Ihr Ziel ist es, Spezialisten der Neurowissenschaft, Bildtheoretiker, bildende Künstler, Filmemacher und Unternehmer in einen Dialog zu verwickeln. www.locked-in.com.

 

 



 

 

 

 

 

Programm der Jahrestagung
in Leinfelden-Echterdingen, 28. - 30. April 2006

 

Freitag, 28.4.2006

16.00 Uhr

 

Mitgliederversammlung (nicht öffentlich)
in der Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 8

 

20.00 Uhr

 

Eröffnung der Ausstellung „Kommen und Gehen“ mit Arbeiten von Jörg Boström, Kai-Olaf Hesse, David Klammer, Bertram Kober, Eva Mahn, Ulrich Mertens, Luzia Simons, Wolfgang Zurborn
Stadtmuseum Leinfelden-Echterdingen
Hauptstr.79, LE-Echterdingen

 

   

 

Samstag, 29.4.2006

10.00 - 17.00 Uhr

 

 

Bildpräsentationen und Vorträge von Mitgliedern und Gästen

11.00 Uhr

 

 

Prof. Dr. Bernd Hüppauf: „Unscharfe Bilder. Zwischen Imitation und Simulation“

14.00 Uhr

 

Dr. Christoph Schaden: „WILLKOMMEN IM DÉJÀ VU! Ein kunsthistorisch-systemischer Blick auf Tendenzen der Gegenwartsfotografie“
Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 8

 

17.00 Uhr

 

Eröffnung der Ausstellung "Zwischen Obsession und Konstruktion – Dimensionen inszenierter Identität"
mit Arbeiten von Ingo Taubhorn, Sibylle Fendt, Simone Demandt und Delia Keller
Galerie Altes Rathaus Musberg,
Filderstr. 44, LE-Musberg

 

18.00 Uhr

 

Eröffnung der Ausstellung „Türken in Deutschland" von Henning Christoph, Stadtarchiv Leinfelden-Echterdingen, Schönaicher Sträßle 4
Firmengebäude MHZ-Hachtel, LE-Musberg

 

19.00 Uhr

 

Eröffnung der Ausstellung „Märchen“
von Ute Behrend, Burg galerie coiffeur, Friedrichstr. 4, LE-Musberg

 


 

Sonntag, 30.4.2006

10.00 - 17.00 Uhr

 

Bildpräsentationen von Mitgliedern
und Gästen

11.00 Uhr

 

Wiebke Ratzeburg: „Darstellungen von Leidenschaft in der zeitgenössischen Fotokunst“
Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 8

   

 


Bildpräsentationen von:

Andrej Barov, Thomas Brenner, Claudio Hils, Edgar Lissel,
Gudrun Kemsa, Oliver Kern, Sabine Schnell, Jörn Vanhöfen,
Christian Wolter, Horst-Dieter Zinn, Wolfgang Zurborn


 

 

Andrej Barovs Film "BrainArt" beschreibt eine neue Kunstrichtung, die dank
modernster Digitaltechnik neue Seh- und Hörerfahrungen schafft und die
Gestaltleistungen der menschlichen Wahrnehmung thematisiert. Zum ersten Mal waren Kunstwerke der BrainArt im Münchner Ausstellungsprojekt "Colour Matrix" von Andrej Barov und Brian Eno im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke
zu sehen und zu hören. Der Film umreißt in 40 Minuten den kulturgeschichtlichen und wissenschaftlichen Hintergrund von BrainArt und beschreibt diese Kunstrichtung vor dem Hintergrund der Evolution menschlichen Kunstschaffens als eine der umfassendsten künstlerischen Ausdrucksformen im 21. Jahrhundert.

 


 

In seinen freien Arbeiten beschäftigt sich Thomas Brenner öfters mit Nahrungsmitteln, deren Bedeutung für die Menschen als Lebensmittel und dem Umgang der Gesellschaft mit Nahrung. Durch den visuellen Weg der photographischen Inszenierung besteht für mich die Möglichkeit, mit real existierenden Gegenständen neue „Welten“ zu bauen, die auch die bekannte Bedeutung von Objekten in Frage stellen kann.
Im März 2004 begann Brenner, seine Serie „Brot und Spiele“ umzusetzen.
Brot als weltweit wichtigstes Nahrungsmittel, sowie den Bedeutungen in Brauchtum, Religionen und Kulturen reizen ihn, seine persönliche Sicht zu inszenieren. Photographische Inszenierungen bedienen sich der Verschiebung von Bedeutungen, so dass seine „Baguettes“ zu Holz, zu Schwertern und anderen Symbolen mutieren.

 

 

 

ARCHIVE_BELFAST
In seinen Fotoprojekten lotet Claudio Hils kontroverse Themen aus, so etwa die surrealistische Kriegsszenerie eines Truppenübungsplatzes oder die Unmenschlichkeit der Stadtarchitektur in den neuen Megametropolen. In der vorliegenden Publikation dokumentiert er die Spuren, die Jahre der Gewalt in Belfast hinterlassen haben.
Die Erfahrung von Gewalt hat sich tief in das kollektive Bewusstsein von Belfast eingegraben. In jedem Archiv der Stadt, das fotografische Mittel zur objektiven Beweisführung für die Auswirkungen von Gewalt verwendet, finden sich Spuren des Konflikts. Medizinische Röntgenaufnahmen zeigen den Körper als Ort von Traumata; Polizeifotos geben Tatorte genauestens wieder. Auch private und halböffentliche Sammlungen von Memorabilien des Konflikts werden im Augenblick in öffentliche Archive umgewandelt. Man überführt sie in einen neuen Kontext und macht sie so zu historischen Artefakten. Archive Belfast beobachtet, wie Geschichte geschrieben wird.

 



 

Bewegte Bilder Im Mittelpunkt der Arbeit von Gudrun Kemsa steht die Darstellung von Licht, Raum und Zeit. In ihren Fotografien und Videoarbeiten untersucht sie das enge Zusammenwirken und die Bezüge dieser vermeintlich objektiven Größen zueinander sowie ihr Verhältnis zu der sie umgebenden Welt. Hierbei konzentriert sich Gudrun Kemsa jedoch weniger auf die Dokumentation des Dagewesenen als vielmehr auf die Beschreibung der subjektiven Empfindung von Zeit und Raum und der Energie des Lichtes. Licht und Bewegung bilden die visuelle Definition von Zeit, die Schatten das Ordnungsprinzip für den begehbar scheinenden Bildraum.
Die Fotografien von Gudrun Kemsa zeigen öffentliche Räume - alte, historische Architekturen in Ägypten oder Rom ebenso wie die modrne, urbane Lebenswelt in europäischen Großstädten. Einen wichtigen Aspekt bildet die Darstellung der Verbindung von Architektur und Natur. Die Fotografien von Gudrun Kemsa visualisieren die Erlebniswelt dieser Orte in ihrer Ausdehnung und ihrer Wirkung auf den Menschen.
Seit 2001 ist Gudrun Kemsa Professorin für „Bewegte Bilder und Fotografie“ an der Hochschule Niederrhein in Krefeld.

 

 

 

Edgar Lissel, "Dumus Aurea"
Die Domus Aurea, gegen 64 n.Chr. von Kaiser Nero erbaut, blieb bei dessen Tod 68 n.Chr. unvollendet. In den Ausgrabungen der Domus Aurea wurde von Frau Dr. Parizia Albertano, einer italienischen Wissenschaftlerin der Universität in Rom, eine Bakterienkultur entdeckt und extrahiert, die für die Zerstörung der dortigen Fresken
verantwortlich ist. Diese Bakterien mit dem Namen Leptolyngbya sind rötlich gefärbt und wachsen bevorzugt auf kalkhaltigen Wänden.
In meiner Arbeit sollen diese Bakterien auf die Wände eines künstlichen Raumes aufgebracht und über mehrere Monate hinweg mit einem Bild eines bereits zerstörten Freskos aus der Domus Aurea
beleuchtet werden. Aufgrund der Neigung dieser Bakterien sich zum Licht hin zu bewegen, erwächst ein Freskobild. Im Laufe dieses Experiments werden die Bakterien, die an dem "Original"-Schauplatz zerstörend tätig waren -und
noch sind- für einen konstruktiven Prozeß benutzt. Das Medium der Zerstörung wird umgekehrt an einem anderen Ort für das Entstehen einer neuen
Bildwelt eingesetzt.

 


 

Oliver Kern, "Der gläserne Schlüssel" 
(Arbeitstitel), Auf der Pressekonferenz, dem Fototermin, dem roten Teppich ist der Star dort, wo er hingehört, in einem eigens für ihn geschaffenen Wahrnehmungsraum. Hier treffen die Mittler der Fiktion auf die Vertreter der Wirklichkeit, die Wahrhaftigkeit fordern, aber Unterhaltung erwarten. Und die Schauspieler spielen ihre Rolle. Sie befolgen die Rituale, sie bedienen die Klischees, ihre Bewegungen werden von den Fans, der Presse, dem Publikum gedeutet. Ihre Bilder dienen der realen Welt als Vorlage für ihre Mythen und Gleichnisse. 
Seit 1999 fotografiere ich auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin. Daraus entstand die Idee für eine Arbeit über die Inszenierung von Glamour. Der Arbeitstitel "Der gläserne Schlüssel" ist eine Hommage an Dashiell Hammett.
Oliver Kern (Saarbrücken 1965) lebt in Berlin. Ausstellungen der Projekte "Die Zone", "Das Land dazwischen", "Die vorläufige Stadt", "Der gläserne Schlüssel" (Arbeitstitel) und "Die deutsche Aussicht" (Langzeitprojekt).

 

 

 

Wolfgang Zurborn, "Drift"
Die einzigartige Möglichkeit des Mediums Fotografie besteht gerade darin,
im Dialog mit der Außenwelt immer wieder neu seine eigenen Kriterien der Wahrnehmung in Frage zu stellen, um sie in einen offenen Prozeß, in ein Experiment des Sehens zu überführen. Losgelöst von jeglichem Anspruch, etwas beweisen zu wollen, begreift sich diese Weltsicht als Teil einer dynamischen Wirklichkeit und reflektiert die eigene Wahrnehmung als Konstruktion einer von vielen möglichen Perspektiven. Mit meiner Fotografie verfolge ich kein fest definiertes Ziel, ich lasse mich ein auf eine „Drift“ im Fluß der uns täglich umgebenden Reize und konstruiere mit dem Zusammenspiel der Bilder ein komplexes Netz von Assoziationen, die den Betrachter sensibilisiert für subtile Veränderungen von Wahrnehmungszuständen.

 

 

 

ACCÉS INTERDIT’ Sabine Schnell 2006 Blicke oder Blickbeziehungen im trans-kulturellen Kontext sind selberr transitorische Suchbewegungen. Sie sind zugleich ein nie vollständig gelingendes Rendez-Vous zwischen dem ‚Eigenen’ und dem ‚Fremden’. Sie setzen einen Dialog der Blicke, hier der Photographien frei, dessen Ränder noch unscharf sind – in jedem Wortsinne. Sabine Schnell geht es um das Wechselspiel von Distanznahme und Annäherung, um unheimliche bzw. unheimatliche Masken, die sich in den Blicken spiegeln. Die Lust an der unzugänglichen Nähe zum Anderen oder Fremden führt zu einem ‚entfernten’ Verstehen, das den Zwischenraum des Dialogs auszuloten versucht. Es ist nicht einfach, den (post-) kolonialen Blick, die Körpersprache der Bewegungen, Körpersprachen und Rituale so zu beschreiben, dass das Rätselhafte und Unvertraute in dieser Annäherung bewahrt bleibt. Denn wir wissen wenig über das Blick- und Maskenspiel anderer Kulturkreise, wenn wir ihre Vertreter anschauen oder sie uns anblicken. Der Blick des Anderen ist vielleicht weder fremd noch eigen, sondern eine Kunst der Übersetzung und der Aneignung, die jedwede ‚Identität’ dezentriert und als bewegliches Spiel von Identifikationen sichtbar machen kann. Die metamorph transformierten Portraitarbeiten von Sabine Schnell zeigen diesen Blick-Wechsel zwischen den Kulturen als Neugier und Verunsicherung zugleich. G.C. Tholen

 

 

 

Christian Wolter: „Blühende Landschaften“ Ausgewählte Ansichten postindustriellen Scheiterns im wiedervereinigten Deutschland
Gewerbebrache, Investitionsruine, Schrumpfung, Leerstand, Rückbau:
Dies sind Stichworte der Recherche, die mich 15 Jahre nach der Wiedervereinigung zu Orten des emotionalen sich Verlierens führt. Diese Situationen, die nicht unbedingt zum Verweilen einladen, werden von mir bewusst aufgesucht, um der Faszination absurder Leere nachzuspüren.
An diesen Orten im Interimszustand interessiert mich besonders der ästhetische Reiz, der im Gegensatz liegt zwischen einer sukzessiven Eroberung freier Flächen durch die oft spontan aufkommende Vegetation und dem Bestand an Architektur, die -verlassen oder kaum genutzt- hierzu den geometrisch geordneten Widerpart darstellt.

 

 

 

Kai Loges + Andreas Langen , die arge lola, zeigen "Reale Räume". Dies ist eine ständig wachsende Serie von Interieurs,die wirken wie bewusst gestaltet, tatsächlich aber ohne jeden ästhetischen Plan zustande kommen - zufällig gefundene, nicht arrangierte Szenarien mitten aus dem wirklichen Leben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jörn Vanhöfen:
aus Disaster, #35 Duisburg, 2006

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Programm der Tagung
im Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg

Samstag, 26.11.2005, 11.00 - 18.00 Uhr
Sonntag, 27.11.2005, 11.00 - 16.00 Uhr


Vorträge:

Samstag 11.00 Uhr
F.C. Gundlach und Ingo Taubhorn:
Vorstellung Haus der Photographie Deichtorhallen Hamburg

Samstag 11.30 Uhr
Dr. Gabriele Betancourt Nuñez:
"DIE EIGENE GESCHICHTE - Warum gehören Familienbilder ins Museum"

Samstag 14.00 Uhr
Stefanie Grebe: "Bye-bye Document, hello Document
"

Sonntag 11.00 Uhr
Dr. Annabelle Görgen: "Photographie im Surrealismus"

Sonntag 14.00 Uhr
Dr. Peter V. Brinkemper: "Inszenierung und Fotografie"



Bildpräsentationen:

Samstag 12.00 - 13.00 Uhr
Göran Gnaudschun, A.T. Schaefer

Samstag 14.45 - 18.00 Uhr
Delia Keller, Susanne Brügger, Gudrun Kemsa, Studenten von Roman Bezjak, Stefan Volk, F.C. Gundlach

Sonntag 11.30 - 13.00 Uhr
Eva Leitolf, Walter Sack, Martin Brockhoff

Sonntag 15.00 - 16.00 Uhr
Amin El Dib, Julian Thomann


 

 

Susanne Brügger Das Inselproblem
Der ‘Blick nach unten’ ist zu einem Topos der Kunst geworden - seit den ersten
Luftaufnahmen spiegelt er wie kein anderes Bildthema die Situation des Menschen in der modernen Gesellschaft wider. Von Aussichtsplattformen auf Hochhäusern, aus Ballons, Flugzeugen, Satelliten und Raumstationen wird der Blick auf die Stadt, auf die Erde gesucht. An die Seite der romantischen Naturbetrachtung ist die neue Form der kulturellen Betrachtung städtischer Lebensweise getreten.
Dieser ‘Blick nach unten’ bildet den thematischen Rahmen für das Projekt
Das Inselproblem (IP Projekt). Die faszinierend dissoziierende Kraft des All-Overs steht am Ausgangspunkt einer Untersuchung über Gestalterkennung und der Frage nach Identität.
Die ‘Ästhetik der Zerlegens’ ist Thema auch vieler meiner früheren Arbeiten, insbesondere dem Kartenwerk, einem fotografisch-kartographischen Projekt seit Beginn der 90er Jahre.[XIV. Gustav (1992-95), X. Zwar (1997), XV. Zwischenphasen (2000)].
Das Projekt Das Inselproblem bewegt sich im Bezugsfeld von Ansichtspostkarte (Luftbild)und der statistischen Auswertung der sichtbaren Phänomene.
(S.Brügger, Auszug aus der Projektbeschreibung, 2001)

 


 

Eva Leitolf (geb. 1966) verfolgt in ihrem künstlerischen Werk das Thema der
Spurensuche. 1994 veröffentlichte sie erstmals eine umfangreiche Arbeit zu
Anschlägen auf Ausländer in den alten und neuen Bundesländern, die international viel Beachtung fand. 2004 nimmt sie dieses Thema wieder auf, nun steht die bis heute nicht bewältigte Vergangenheit zwischen der einstigen deutschen Kolonialmacht und den Ureinwohnern Namibias im Mittelpunkt ihrer Analyse.
Eva Leitolfs Arbeiten changieren zwischen
künstlerischer Autonomie und soziologischem Anspruch. Ihre Bilder sind
präzise und beschreiben detailliert die Ortserkundungen der Künstlerin.
Obwohl sie einen gesellschaftskritischen Ansatz verfolgt, nimmt sie nie
offenkundig Partei. Sie umkreist ihr Thema beharrlich, seziert und
visualisiert Bild für Bild schonungslos die Gegebenheiten. Ihre Fotografien
werden nie laut, sind nie plakativ. Ihre Bildsprache ist auf das Wesentliche
reduziert und zugleich lakonisch, hierin liegt ihre große erzählerische
Kraft.  (Dr. Inka Graeve Ingelmann)
Bildtitel: "Trophäenjagd, Georg-Ferdinandshöhe, 2004" aus "Rostock Ritz"

 

 

 

Im August 2005 wurde in Hamburg die Ausstellung „Wählergunst und Wählerkunst – Die kleine Rache des Souverän“ gezeigt. Seit über 30 Jahren dokumentiert der Hamburger Fotograf
F.C. Gundlach mit seiner Kleinbildkamera jeweils im Vorfeld der Bundestagswahlen Plakate der großen und kleinen Parteien.
Sein Interesse gilt vor allem jenen Motiven, die durch Übermalungen, Kritzeleien, Collagen, Graffitis und Teilabrisse vom Wähler bearbeitet wurden. So geht es in Gundlachs Sammlung weniger um Parteiprogramme und die Parolen der Wahlkämpfer, sondern eher um Stimmungen, den Zeitgeist und das Lebensgefühl im Land, das nicht zuletzt in der direkten physischen Auseinandersetzung mit den Stellwänden Ausdruck findet. Herausgekommen ist eine Sammlung, die unter anderem die großen Lagerwahlkämpfe, die Debatten um Friedens- und Bündnispolitik, den Kampf um Arbeitnehmerrechte sowie die Sorge um die ökologischen Ressourcen Revue passieren lässt.



 

Göran Gnaudsch Festland
Was bedeutet es, eine Wolke zu sehen, die man durch abendliche Silhouetten von Baumkronen wahrnimmt? Es sind Formen und Farben, die sich durch ihren Unterschied manifestieren. Es ist ein Blick, den man beim Laufen bemerkt – oder auch nicht. Es ist das Flüchtige, nicht recht Fassbare, was mich interessiert. Ein Bild davon und alles, was wichtig ist, spielt sich in seinem Inneren ab. Eine permanente Gegenwart, die nur durch den Betrachter Vergangenheit und Zukunft erfährt.
Es geht mir in den Bildern um eine bestimmte Intensität. Das Unfertigsein, die Brüche, die in den bereisten Ländern spürbar werden, fügen der eigenen Fremdheit und der Unbehaustheit die nötige Energie zu. Es gibt kein Konzept, sondern es ist das Stimmungshafte, das Erlebnis und das Spontane, das die Arbeit ausmacht. Subjektivität, die von der Äußerlichkeit der Dinge zur Innerlichkeit des Bildes führt.
Ich kann nicht die Welt erklären, nicht mal das östliche Mitteleuropa, das ich von Tallin nach Ljubljana bereist habe. Ich habe Dinge gesehen und Bilder mitgenommen. Ich habe die Taschen geleert. Fundstücke.

 

 

 

›jüdisches‹
Fotografische Betrachtungen der Gegenwart
Zahlreiche kulturelle und politische Ereignisse in den letzten zehn Jahren geben Zeugnis von einem regen jüdischen Leben in Deutschland heute. Neubauten von Synagogen und Eröffnungen von Museen gehören ebenso dazu, wie das Wirken von wissenschaftlichen
Institutionen und sozialen Institutionen. Und doch sind die Deutschen jüdischen Glaubens immer noch eine - gemessen an ihrem kulturellen Wirkungsgrad - wenig adäquat wahrgenommene Minderheit, die Anfeindungen ausgesetzt ist. Neben den bekannten Mustern des Antijudaismus sind diese Reaktionen auf ein Nichtverstehen jüdischen Lebens und Denkens zurückzuführen. Dieser Sachverhalt bedarf des Nachdenkens und
Erforschens.
›jüdisches‹ ist ein Projekt des Fachereichs Gestaltung der
Fachhochschule Bielefeld
Studenten: Ingo Busdorf, Andrea Diefenbach, Claudia Dumke, Knud Eggers, Robert Fishman, Katja Gläß, Peter Hampel, Karin Jobst, Daniel Müller,Andreas Neumann, Carsten Nolte, Philipp Ottendörfer, Stephan Sasek, Stefan Sättele,Anne Kathrin Schuhmann, Katrin Trautne
Ausstellungsgestaltung Prof’in Suse Wiegand
Fotografie Prof. Roman Bezjak Medientheorie Prof. Dr. Martin Deppner
gefördert durch die Bundeskulturstiftung und GEO

 

 

 

Die fotografische Arbeit Rodina (russisch: Heimat) von Stefan Volk beschäftigt sich mit den Lebenswelten von Spätaussiedlern. Spätaussiedler sind die Nachfahren Deutscher, die seit dem 18. Jahrhundert nach Russland ausgewandert sind und nun nach Deutschland zurückkehren.
Die Fotos geben einen Einblick in ihr Leben in Russland, ihre Ankunft in Deutschland und ihr Leben in der neuen/alten Heimat.
Stefan Volk wurde 1971 in Münster geboren, machte von 1990 bis 1993 eine Ausbildung zum Fotografen und studierte von 1996 bis 2002 an der Fachhochschule Bielefeld. Er arbeitet seit 1993 als freier Bildjournalist für Redaktionen, Unternehmen und Werbeagenturen.

 

 

 

Die Welt so zu zeigen, dass der Mensch sie wieder wahrnehmen und erleben kann, ist die Intention von Walter Sack. Es geht um die Grundfragen nach dem ursprünglichen Ausgangspunkt. Durch die Prozesse der Dinge werden sie zum Ausdruck gebracht. Die Wirklichkeit setze ich nicht mehr unkritisch, in selbstverständlicher Weise voraus, sondern ergründe sie. Ich versuche die Zusammenhänge zwischen den Dingen zu begreifen, durch das Erleben, die vertieften Erkenntnisse herzustellen. So schaffe ich die Möglichkeit, dass sich Subjekt und Objekt zu einer Einheit verschmelzen können. Kraft meiner schöpferischen Fähigkeit forme ich einen eigenen, in sich selbst bestehenden geistigen Mikrokosmos. Die Farben und Formen der Dinge stellen unverfälscht ihre eigene Ausdrucksform dar.
Das Bild wird so zum Schauplatz, durch das sich lebendige geistige Prozesse vollziehen können. Das Bild selbst wird zum Inhalt, es ist der Inhalt. Die Bildinszenierung konzentriert sich somit nicht mehr auf ein Abbild, sondern wird durch die intensive Auseinandersetzung des Betrachters den geheimnisvollen Weg nach Innen beschreiten. So wie es Novalis in der Romantik und Gottfried Benn im 20.Jahrhundert forderten.

 

 

 

Julian Thomann, "Welcome To Jamrock" Ausstellungsprojekt in der Speicherstadt mit journalistischen Fotografien aus Jamaika und ca. 35 Portraits von Reggae Sängern, die ich in meinem Hamburger Studio gemacht habe.
Jamaika ist eine extrem Klischee-behaftete Insel und meiner Meinung nach
einer der interessantesten Orte der Welt, nicht zuletzt weil der Großteil ihrer Bevölkerung gewaltsam dort hingebracht wurde - auch wenn dies vor hunderten von Jahren geschah. Aus dieser Situation heraus entstand eine
ganz spezielle kulturelle und gesellschaftliche Struktur, die sich aus dem
Zusammenspiel der unterschiedlichsten Einflüsse neu entwickelt hat.
Seit ca. 2000 arbeite ich für das deutsche Reggae-Magazin "Riddim"
für die ich Jamaika seitdem mehrmals bereist habe.

 


 

Der Kurzfilm „die Eisbären“von Delia Keller ist eine Adaption der gleichnamigen Erzählung von Marie Luise Kaschnitz. Eine Frau führt darin ein fiktives Gespräch, in
dem ihr Mann über den Beginn ihrer Liebe die „Wahrheit“ wissen will. Imagination und Realität vermischen sich. Als zentrale Elemente für das Motiv der Doppelung setzt Delia Keller zwei Mädchen, Zwillinge, und einen Wandspiegel ein. Am Ende des Films blickt eines der Mädchen erwartungsvoll hinter einen Vorhang – was sich dahinter verbirgt, was wessen Traum und was wessen Wirklichkeit ist, wird nicht enthüllt.

 

 

 

Surface - en face – en ciel
Mit seinen 13 für die Kunsthalle konzipierten Fotoarbeiten bewegt sich Martin Brockhoff zwischen Sichtbarkeit, Ein-Sicht und Sicht-Schutz. Das Medium, das eigentlich dafür geschaffen zu sein scheint, den Augenblick festzuhalten, nutzt er als Möglichkeit, Geschichte und Zeiträume sicht- und imaginierbar zu machen. Die Ansicht der Unsichtbarkeit wird zu einer Reflexion über das Medium Fotografie. In streng dokumentarischer Gegenüberstellung verlieren seine Bilder jeden Realitätsbezug und werden zu abstrakten Rapporten. Als „Oberflächen“ interessieren ihn die körperhafte Materialität des Films wie die fotografische Apparatur oder die undurchdringlich scheinenden Hecken. Seine Kamera richtet er dabei sozusagen von unten nach oben: Von der Aufsicht auf den Film als Material und Geschichte bewegt er sich im 90 Grad-Winkel gekippt nach vorn, ausgerichtet auf die Gegenwart, und richtet sich um weitere 90 Grad gekippt nach oben in den Himmel, in die Unendlichkeit: Surface – en face – en ciel (Christiane Heuwinkel)

 


 

A.T. Schaefer

Im Spiegel

Theaterfotografie.
Kunst aus eigenem Recht.
Arbeiten in der Camera obscura
Bilder von grossen Produktionen der letzten Jahre.
Grenzen und Möglichkeiten
zwischen" Dokument und Erfindung ".
Neue Wege,
neue Themen.
Unerwartete Aussichten.

 

 

 

 

 

Amin El Dib, "GelatineSilberLichtKarton"
Diese Serie behandelt die Fragestellung, wie weit ein Mensch aus dem Bild entfernt werden kann, bis seine Erkennbarkeit, oder sogar die Spuren seiner Anwesenheit, verloren gehen. Dem entspricht anderseits der Versuch im Bild ein Gegenüber zu schaffen, mit dem der Betrachter sich auseinandersetzten kann. Während ich in vorhergehenden Arbeiten Mittel wie Unschärfe, Anschnitte, Abwendung der Abgebildeten oder Verstellungen durch Gegenstände im Vordergrund angewendet habe, zerstöre ich in GelatineSilberLichtKarton Abzüge aus diesen Serien.
Die Untersuchung der Eigenschaften der Barytabzüge verbindet sich mit der Zerteilung der abgebildeten Menschen. Durch Reissen, Aufbrechen der Oberfläche und Überstrahlung werden die Faserung des Kartons und die Oberflächenbeschaffenheit der Gelatineschicht sichtbar und treten in Beziehung mit den abgebildeten Texturen, meistens die Hautoberflächen der abgebildeten Körperteile. In den vorliegenden Bildern ist durch den erneuten Vorgang des Fotografierens eine Zusammenführung der verschiedenen Elemente erfolgt.
GelatineSilberLichtKarton ist vor Allem die Suche nach Bildern der Verletzlichkeit.

 


 

 

Programm der Jahrestagung
in Leinfelden-Echterdingen, 15. - 17. April 2005

 

Freitag, 15.4.2005

15.00 Uhr

 

Mitgliederversammlung (nicht öffentlich)
in der Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 8


18.00 Uhr

 

Verleihung der David-Octavius-Hill-Medaille und des Kunstpreises der Stadt Leinfelden-Echterdingen an Bernhard Prinz

Eröffnung der Ausstellung mit Arbeiten von Bernhard Prinz
Begrüßung: Oberbürgermeister Roland Klenk
Laudatio: Anna-Catharina Gebbers
Foyer der MHZ Hachtel GmbH.
Sindelfinger Straße 21 – LE-Musberg

 

19.30 Uhr

 

Eröffnung der Ausstellung „Deutsche“ von Stefan Moses
Stadtarchiv Leinfelden-Echterdingen, Schönaicher Sträßle 4
(Firmengebäude MHZ-Hachtel) LE-Musberg.

 

 

   

 

Samstag, 16.4.2005

10.00 - 11.30 Uhr

 

Vortrag: PD Dr. Kai-Uwe Hemken
"Ins rechte Licht rücken. Mediale Formate in der modernen Kunst"

 

11.30 - 18.00 Uhr

 

 

Bildpräsentationen von Mitgliedern und Gästen
Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 8

 

18.00 Uhr

 

Eröffnung der Ausstellung „SehBad“ mit Arbeiten von Peter Granser, Haubitz + Zoche, Marc Volk und Thomas Zika,
Galerie Altes Rathaus Musberg, Filderstr. 44 LE-Musberg

19.00 Uhr

 

Preview der Ausstellung „La Scultura“
von Bertram Kober
Galerie Coiffeur Burg, Friedrichstraße 4
LE - Musberg.

 


 

Sonntag, 17.4.2005

10.00 - 16.00 Uhr

 

Bildpräsentationen von Mitgliedern und Gästen
Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 8

   

 



Das Programm am Wochende beinhaltet auch in diesem Jahr wieder
Beiträge zu Theorie und Praxis der Fotografie.

Am Samstag hält PD Dr. Kai-Uwe Hemken einen Vortrag mit dem Titel:
"Ins rechte Licht rücken. Mediale Formate in der modernen Kunst"



Bildpräsentationen von:

Ute Behrend, Simone Demandt, Sibylle Fendt,
Peter Gauditz, Joachim Giesel, Gudrun Kemsa,
David Klammer, Ute Noll, Peter Oehlmann,
Marek Pozniak, Sabine Schnell, Luzia Simons,
Anja Teske


 

 

Ute Behrend stellt Bildpaare vor, die auf die kindliche Phantasiewelt verweisen, an geträumte und erinnerte Szenerien aus allseits bekannten Märchen anknüpfen. Die fragmentierten Aufnahmen verstärken den Aspekt von Unglück und Verlorenheit, der in den Märchenszenerien vorherrscht: Reminiszenzen an keineswegs idyllische Verhältnisse und kindliche Erlebnisse, die retrospektiv zumeist von Erinnerungen an familiäre Behausungen und Geborgenheit überdeckt werden.
Sie spürt Orte und Zeichen auf, sucht Signale und scheinbare Zufälligkeiten. Jede Arbeit besteht aus zwei gleichformatigen Bildern. Das Bildmaterial ist assoziativ und dokumentarisch zugleich. Durch die präzise ausgewählten und dialogisch festgelegten Bildpaare, gerät Behrend zu einer Spurenlegerin, deren fiktive Erzählweise zum Schlüssel für die Vorstellungskraft des Betrachters wird. Die Wirklichkeit der Bilder wird zugleich überschritten und dekonstruiert. Betritt man den Bildraum, vermischen sich die Motive zu sorgsam codierten Geschichten.
Ute Behrend ist eine Erzählerin mit vielseitigem Vokabular – ihre Paarungen von Ereignis und Banalität erscheinen überzeugend souverän. Ihr Interesse liegt dabei im Ausloten der Bezüge von Natur und Kultur, den Schnittmengen, in denen sich fiktive und reale Welten vermischen. Es gelingt ihr ein romantischer Exkurs in die tiefgründigen Landschaften der Gedanken und Gefühle.

 


 

Das Fotoprojekt "Blamage" von Simone Demandt basiert auf Texten ihrer Bekannten und Freunde, die nach Erinnerungen an die Schulturnhalle gefragt wurden: Einige von ihnen erinnern sich an ungehindertes Rennen, das Genießen von Geschwindigkeit und Leichtigkeit, an körperliche Grenzerfahrungen und an ungewöhnliche Raumerfahrung. Überwiegend wurde die Turnhalle aber als der große muffige, merkwürdig beleuchtete Raum kollektiver Peinlichkeit empfunden. Denn in der Turnhalle kommt nicht nur Schönheit und Anmut ans Neonlicht sondern unverblümt auch Hässlichkeit und Ungeschicklichkeit.
Die Turnhalle verbindet wie kaum ein anderer Ort, Gefühle der Euphorie, des Ekels, der Angst, der narzisstischen Verletzung und der sexuellen Empfindungen. Die Künstlerin Simone Demandt sucht für ihre Projekte Orte auf, die auf den ersten Blick nicht "fotogen" sind, in denen aber Handlungen ablaufen oder abliefen, die eindeutige, auch kollektive Erinnerungsbezüge haben. "Blamage", präsentiert in Leuchtkästen, ist eine Auseinandersetzung mit der bildlichen/fotografischen Verdichtung von Erinnerung und Empfindung. Mit der Anmutung von Dokumentarfotografie geht es der Fotografin in ihren Fotoarbeiten, die nicht selten in installativem Zusammenhang mit Texten oder Objekten präsentiert werden, um das Evozieren emotionaler Bruchstücke im Betrachter. 2003 hat Simone Demandt in Paris begonnen, mit nüchternem Blick leere Schulturnhallen aufzunehmen und sie setzt das Projekt in Frankreich und auch Deutschland fort.

 

 

 

Ute Noll ist Bildredakteurin bei der Frankfurter Rundschau und freie Kuratorin. Sie spricht über ihre Arbeit im Magazin der FR und über die Portfolioseite "Fokus auf.....". die sie bei der Entwicklung des Magazins initiiert hat.
In dieser Rubrik, die seit dem 2. April 2005 wieder wöchentlich erscheint, hat sie inzwischen freie Fotoprojekte von mehr als 150 internationalen Fotografinnen und Fotografen vorgestellt.
Ute Noll spricht auch darüber, wie und warum sie im Magazin und in anderen Teilen der Zeitung freie Fotoprojekte mit redaktionellen Texten verbindet und was sie mit dieser Fotografie außerhalb der Frankfurter Rundschau macht.

 



 

Sibylle Fendt lena engel – vom hinfallen und wieder aufstehen.
Über einen Zeitraum von 1,5 Jahren habe ich Portraits einer jungen Frau angefertigt, die ich im Sommer 2003 in einer Psychosomatischen Klinik kennenlernte. Sie wurde dort wegen eines Traumas und daraus resultierenden Depressionen und einer nicht zu übersehenden Essstörung behandelt. Lena ist – wie auch die Protagonisten in meinen vorangegangenen Arbeiten – Projektionsfläche für Menschen, die in seelische Not geraten sind. Menschen, die an der Schwelle zum normalen Leben stehen, doch aus irgend welchen Gründen den Schritt in ein selbstbestimmtes Leben nicht wagen. Das Wichtigste an meiner Arbeit ist, einer menschlichen Empfindung einen Ausdruck zu verleihen.

 

 

 

Der Fotograf David Klammer präsentiert drei Arbeiten: In der Bildserie „untitled“ fotografiert er Protagonisten, die sich in einem seltsam somnambulen und anonymisierten Umfeld bewegen. In den Bildern wird der öffentliche Raum zur theatralischen Schaubühne von Eitelkeiten und Kurzgeschichten, die sich in den von symbolisch universell besetzten und dadurch zunehmend anonymisierten Ballungszentren abspielen, sei es Köln oder Dublin. Es sind Schnappschüsse, die durch ihre Licht-Inszenierung die Selbstinszenierung deutlich machen, welche die scheinbare Zufälligkeit des öffentlichen Verhaltens darstellt. Gestik und Habitus der von Klammer fotografierten Menschen werden als einstudierte und oft geübte Kopien von Idealismen einer Gesellschaft entlarvt, welche die industrielle Individualisierung als erstrebenswerten Massstab ansieht.
Die fotografische Arbeit „Toy Soldiers“ ist der erste Teil eines Projektes mit dem Arbeitstitel „Helden“ und zeigt Militaria-Fans bei den D-Day Feierlichkeiten in der Normandie. Männer, die den Krieg nie erlebt haben, ihn aber unter dem Deckmantel des Reenactment, der authentischen Nachspielung möglichst originalgetreu an Original-Schauplätzen nachspielen möchten. Auch in dieser Arbeit ist die Selbst-Inszenerung der Porträtierten ein Doppelspiel. Die Protagonisten sind sich der Kamera bewusst, durch sie erst wird ihre gespielte Rolle „authentisch“, während gleichzeitig der Schwindel offenbar wird.
Die dritte Arbeit von David Klammer mit dem Titel „1000 Bhopals“ hat ihn mit einem Stipendium der VG Bild in jene Stadt geführt, in der vor über 20 Jahren das grösste Industrie-Unglück der Menschheit passierte. Dort fotografierte er Überlebende und Zeitzeugen der Katastrophe, die sich jederzeit in Indien wiederholen kann.

 

 

 

Komm in den Garten. Der Garten - Synonym für das verlorene Paradies und vielfältige Metapher, Fluchtort aus dem städtischen Alltag, Gegenbild zur Wildnis und Paralleluniversum für das Ausleben von Schöpferphantasien.
Peter Oehlmann zeigt in seinem in Arbeit befindlichen Projekt verschiedene
Facetten des Phänomens Garten und einer Welt, deren Gegenentwurf und Abbild
er gleichermaßen ist.

 

 

 

Anja Teske erzählt mit ihren Arbeiten Geschichten, zeigt Räume und
Portraits, beschreibt Begegnungen aus
ihrem Leben, real und zugleich seltsam
unwirklich. Die Motive sind Kulissen,die sie
will oder gerade nicht, die sie
berühren. Die Darstellungen des Fremden
sind Spiegelungen ihrer eigenen
Geschichte.
Mit der Arbeit Juwelia zeigt sie eine
Person, die ihre mehrfachen Identitäten kreativ und positiv mit allen erdenklichen Launen ausdrückt und anhand von Formen und Farben bemalt. Es ist das Geheimnis
der permanenten Veränderungen, das sie anzieht.

 

 

 

 

Luzia Simons präsentiert ihre Arbeit Stockage 01 aus dem Jahr 2004, ein aus 16 Elementen bestehender Ultrachrome Digitaldruck, der auf Aluminium kaschiert und mit Klarlack beschichtet ist. Dieses Werk stammt aus der Serie "Ich spreche mit jedem, der mit mir spricht" Eine spezielle Migrationsgeschichte: der aus dem Orient importierten Tulpe.

 



 

Die Fotografien von Sabine Schnell lehnen sich in Gestaltung, Farbraum und Figuration der Malerei an und verweisen doch im Restlicht des Erkennbaren auf die zugrundeliegende fotografische Geste. Sie fotografiert menschliche Körper oder figurative Gegenstände als wesenhafte, manchmal archaisch anmutende Erscheinungen. Das Individuum verschwindet zugunsten einerbeunruhigenden Ähnlichkeit des Menschlichen mit dem Animalischen.
Die fotografischen Bildspuren sind bewegungsunscharf, zeichnen zeitliche Überlappungen auf, schichten Farbräume und bringen so eine komplexe Zeitspur zum Vorschein. Das Thema des Menschen als Gegenüber beschäftigt sie schon lange. Jetzt liegt der Schwerpunkt auf dem Moment, in dem das Gegenüber unfassbar, unbegreifbar wird. Das Betrachten dieser Bilder ist ein Spiel mit Grenzen: mit Grenzen der Erkennbarkeit, mit der Grenze zwischen Sehen und Ahnen.

 


 

 

Programm der Tagung in Berlin, Dezember 2004

Fotografie am Schiffbauerdamm Schule und Galerie
Mauerstr. 68
10117 Berlin
U 2 Mohrenstraße, U 2/7 Stadtmitte

fon (+49) (030) 280 468 62
fax (+49) (030) 280 468 72
www.fasberlin.org
mail@fasberlin.org

 


 

Samstag, 11.12.2004

11.00 Uhr

 

Empfang in der Galerie J.J. Heckenhauer, Brunnenstraße 153
( U 8 Station Bernauer Str. Ausgang in Richtung Alexanderplatz)

13.00-19.00 Uhr

 

Fotoschule / Mauerstraße
Bildpräsentationen von Gästen und Mitgliedern

16.00 Uhr

 

Vortrag: Marek Grygiel „Fotografie in Polen“


 

Sonntag, 12.12.2004

11.00 Uhr

 

Vortrag: Prof. Dr. Bernd Scheffer
„Fotografie der Gewalt, Gewalt der Fotografie“

12.00-18.00 Uhr

 

Bildpräsentationen von Gästen und Mitgliedern

   

 

 

Präsentationen neuer Arbeiten von den Mitgliedern:
Thomas Anschütz, Peter Bialobrzeski, Kurt Buchwald, Marc Volk

Folgende Gäste haben sich angekündigt:
Claus Bach, Götz Diergarten, Tillmann Franzen, Delia Keller, Kerstin Parlow, Marek Posniak, Sabine Schnell, Martin Schuppenhauer, Anja Teske




 

Zeitzitate waren schon immer Claus Bachs Weggefährten. Auf ironische Art und Weisehinterfragt er die Bedeutung des Mediums Fotografie und deren scheinbare Abwertung in unserer Bildergesellschaft. Dabei arbeitet er mit den Mitteln der Skulptur, der Performance und des Films. Auch die liebenswert-neurotische Provinzialität Weimars war für ihn Arbeitsanlaß. Sein bisweilen durchtriebenes Spiel mit Manipulationsformen und Klischees, mit Austauschbarkeit und Uniformität deckt die Künstlichkeiten unserer alltäglichen Lebensmentalität auf und schafft - oftmals erfrischende - Irritation. Andrea Dietrich

 


 

Peter Bialobrzeski untersucht in seinem neuen Projekt "PostIndustrial" seit September 2003 die Landschaften zwischen stillgelegten Industriebrachen,
Hafenananlagen und dort wachsenden nachindustrieller Servicearchitektur. Die Fotografien sollen sowohl die Veränderung des Vorgefundenen, als auch die absurden,ästhetisch faszinierenden
Auswüchse der nachindustriellen Stadt thematisieren. Die Entwicklung ist dabei mitlerweile so rasant, dass beispielsweise die futuristische Installation des "Spacepark" in Bremen nur noch in den Fotografien existent ist, Das Unternehmen selbst ist bereits insolvent.
"Begann die Arbeit zunächst in Bremen und Hamburg auf klar begrenzten
Territorien, so habe ich mitlerweile das Spektrum erweitert. Über das
Ruhrgebiet, Wolfsburg und Dubai werde ich noch in Paris, München
Stuttgart und den indischen Callcenter New Towns im Laufe der kommenden
zwei Jahre fotografieren.
 Die Bilder sollen den flüchtigen Moment zwischen gestern und morgen,
zwischen dem Gewesenen und dem Kommenden zur Betrachtung freigeben."

 

 

 

 

Thomas Anschütz zeigt in diesem Jahr den Zyklus: " NY REVISITED ", der im letzten Sommer entstanden ist.
Die Bilder (und Klänge) beschreiben die Wahrnehmung der Stadt, in der Anschütz in der achtziger Jahren lebte, und nun als Besucher wiederkehrt, der die bekannten Ansichten neu gestaltet.

 


 


 

In seiner jüngsten Arbeit "SameTime|SamePlace" fertigt Marc Volk
Übersichtsfotografien von belebten Plätzen an. Aus diesen Bildern werden einige Situationen digital heraus vergrößert und in einem Wandtableau neu kombiniert. Das unübersichtliche Chaos der Gleichzeitigkeit wird so in ein Nebeneinanderumgewandelt, das ein vergleichendes Betrachten ermöglicht.

 

 

 

 

Delia Kellers inszenierte Fotografie zitiert virtuos aus dem Fundus der
Ikonographie des 20. Jahrhunderts. Wir sehen den Rücken einer jungen Frau in
roter Bluse am Fenster eines Bungalows. Wie ein Filmstill erscheint das Bild
als Teil einer größeren Vorstadterzählung, die jedoch nicht aufgelöst wird.
Der Betrachter bleibt zurück mit den Erinnerungen an gesehene Filme und
verinnerlicht emotionale Reaktionsmuster, die für einen kurzen Moment
sichtbar werden.

 

 


 

Kurt Buchwald zeigt seine Serie
"Die Messerbilder" (1997-98).
Die Serie enthält Elemente der Aktion, der Inszenierung, des Experiments und
der Anklage. Ich benutze das Prinzip der Bildmontage. Anstatt einer Blende
halte ich ein Messer vor die Kamera. Fazit: der Apparat bestreitet seine Verantwortung und organisiert das nächste Attentat. Die Bilder bestehen aus einem Kopf- und einem Fußbild, die vertauscht werden, so daß eine Konfrontation bzw. ein Miteinander gegensätzlicher Personen entsteht. Das halbe Mittelbild trennt die Personen, bzw. verdeckt das Tatwerkzeug. Meist ist es ein Stück Stoff, eine Decke oder Gardine aus
der Wohnung, wo ich fotografiert habe.
Das Messer ist Irritation und Bedeutungsträger, ähnlich wie es Hitchcock in einer seiner berühmten Filmszenen vorgeführt hat. Dargestellt wird Gewalt,
die von Einzelnen und/oder einer gesellschaftlichen Struktur ausgeht, die
als reales oder Probehandeln durch die Medien transportiert bzw.
gesellschaftsfähig gemacht wird. Es herrscht das Prinzip: Jeder gegen Jeden,
Starke gegen Schwache, Junge gegen Alte, Frauen gegen Männer oder umgekehrt.

 

 

 

 

Die Fotografien von Sabine Schnell lehnen sich in Gestaltung, Farbraum und Figuration der Malerei an und verweisen doch im Restlicht des Erkennbaren auf die zugrundeliegende fotografische Geste. Sie fotografiert menschliche Körper oder figurative Gegenstände als wesenhafte, manchmal archaisch anmutende Erscheinungen. Das Individuum verschwindet zugunsten einer beunruhigenden Ähnlichkeit des Menschlichen mit dem Animalischen.
Die fotografischen Bildspuren sind bewegungsunscharf, zeichnen zeitliche Überlappungen auf, schichten Farbräume und bringen so eine komplexe Zeitspur zum Vorschein. Das Thema des Menschen als Gegenüber beschäftigt sie schon lange. Jetzt liegt der Schwerpunkt auf dem Moment, in dem das Gegenüber unfassbar, unbegreifbar wird. Das Betrachten dieser Bilder ist ein Spiel mit Grenzen: mit Grenzen der Erkennbarkeit, mit der Grenze zwischen Sehen und Ahnen.

 

 


 

Tillmann Franzen. Das Bezugssystem der Arbeit ist das dem Menschen gemeinsam andere: die Natur. Es ist nicht über klare Objekte oder Dinge. Es ist
eine Beschäftigung mit Unkonkretem; mit dem unbestimmten Bestimmten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Grunde geht es bei der Arbeit von
Anja Teske um das Thema Portrait. Das kann z. B. das Portrait von jemandem sein, der gar nicht in den Bildern auftaucht. Ein Beispiel ist der letzte Besitzer der "Villa Balzer", der durch seine Räume charakterisiert wird, ohne je selbst zu erscheinen.
Die Villa Balzer ist ein Hotel, 150 Jahre im Besitz der Familie Unverzagt, in dessen Räumen sich alle politischen Veränderungen dieser Zeit spiegeln.
Der letzte Unverzagt lebte 12 Jahre bis zu seinem Tod allein in seinem Hotel ohne Gäste. Er tat gerade so, als würden jederzeit Gäste eintreffen. Nach seinem Tod wurden zuerst die Dinge und dann das Haus verkauft.

 

 

 

 

Götz Diergarten stellt das Projekt POC vor. Unter dem Label POC (Piece of Cake) verbirgt sich eine im Juni 2002 gegründete europäische Plattform von Foto- und Videokünstlern. Der Versuch, unter den Arbeiten der POC-Mitglieder stilistische Gemeinsamkeiten zu finden mag zwar vergeblich sein jedoch ist der Bezug zur Welt, das Suchen nach der (Selbst-) Verortung des Menschen in seiner Umwelt eines der immer wiederkehrenden Themen. POC-Mitglieder leben und arbeiten in Finnland, Portugal, Griechenland, Großbritannien, Schweiz, Deutschland, Frankreich und Spanien. Das enge Netzwerk ermöglicht neue Perspektiven für jeden einzelnen Künstler: Kollaborationen, fruchtbarer Austausch über die Arbeit, einen größeren Blickwinkel, Präsenz im Ausland, etc. Nach dem Gründungsworkshop in Rouen (2002) haben sich die ca. 20 POC-Mitglieder in Madrid, Köln oder Athen zu Workshops und gemeinsamen Projekten getroffen. Diese fördern neue künstlerische Ideen sowie neue Werkgruppen und ermöglichen auch den Zugang in die verschiedenen Bereiche der Kunstwelt. Bereits nach einem Jahr gründete POC einen eigenen Verlag. Fünf Bücher, Gouville, Bleus de travail, Jouko Lethola’ s Finlandia, No Parking, and Rikishi markieren den Beginn POCs monographischer Werke und werden europaweit vertrieben. Eine projektbezogene Buchserie und eine DVD-Sammlung vervollständigen POCs Aktivitäten als Verlag.

 

 

 

 

Kerstin Parlow hat an der FH Bielefeld studiert und lebt seit 5 Jahren als freie Fotografin in Berlin.
Sie zeigt die Arbeit "Zu Hause und die Sterne". Die Bilder sind lyrische Ableitungen aus der Wirklichkeit.
Sie beschreiben ein Gefühl. Die Suche nach einem Punkt, an dem Ferne und Nähe sich berühren, an dem Stille eintritt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Programm der Jahrestagung
in Leinfelden-Echterdingen, April 2004

 

 

Freitag, 23.4.2004

14.00 Uhr

anschließend

 

Mitgliederversammlung mit Wahl des neuen Vorstands in der Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 5
Vortrag von Manfred Schmalriede
"Die Mehrdeutigkeit der Bilder"

18.00 Uhr

 

Ausstellungseröffnung: Peter Thomann.
VHS Neuer Markt, Leinfelden

19.00 Uhr

 

Ausstellungseröffnung: Charles Compère,
Stadtarchiv, LE-Musberg

20.00 Uhr

 

Ausstellungseröffnung: "Fremde Nähe"
Hanns-Jörg Anders, Roman Bezjak,
Jürgen Escher, Foyer der MHZ Hachtel GmbH,
LE-Musberg


 

Samstag, 24.4.2004

10.00 - 18.00 Uhr

 

Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Müller
"Subliminale Bilder. Überlegungen zur Filmästhetik der 90er Jahre" und Bildpräsentationen
Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse

18.00 Uhr

 

Ausstellungseröffnung: "Fremde Nähe"
André Lützen, Christoph Henning,
Galerie Altes Rathaus, LE-Musberg

19.00 Uhr

 

Preview: "Innere Angelegenheiten"
Dirk Reinartz, galerie coiffeur, Burg,
LE-Musberg


 

Sonntag, 25.4.2003

10.00 - 18.00 Uhr

 

Bildpräsentationen und Vorträge in der Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 5

   

 

Das Programm am Wochende beinhaltet auch in diesem Jahr wieder
Beiträge zu Theorie und Praxis der Fotografie.

Am Samstag hält Prof. Dr. Jürgen Müller einen Vortrag mit dem Titel:
Subliminale Bilder. Überlegungen zur Filmästhetik der 90er Jahre.

Bildpräsentationen von den Mitgliedern der DFA
Thomas Anschütz, Amin el Dib, Andreas Gefeller, Wolfram Janzer,
Wiebke Leister, Eva Mahn, Marc Volk, Wolfgang Zurborn
und von den Gästen

Haubitz+Zoche, Henning Maier-Jantzen, Achim Mohné, Tina Schelhorn,
Irinel Stegaru, Ingo Taubhorn, Gerd-Alois Zwing


 

In seiner Werkgruppe "VaterMutterIch" richtet Ingo Taubhorn den Blick auf die eigene Familie, die biologische Familie, der er entwachsen ist und vermischt diese Bilder mit Schilderungen seiner Wahlfamilie, seinem schwulen Leben in Berlin. Das Verständnis für die Prägung in der Kindheit ist für ihn von elemetarer Bedeutung.

 


 

Wolfgang Zurborn geht mit seinen "LUsionen" auf Spurensuche in seiner Heimatstadt Ludwigshafen. Als Flaneur auf Wegen, die auch nach 30 Jahren der Abwesenheit noch merkwürdig vertraut sind, mischen sich die inneren Bilder der Vergangenheit mit dem Blick auf die Gegenwart.

 

 

 

 

Mit seiner Arbeit „Supervisions" zeigt uns Andreas Gefeller die Welt aus ungewohnter, ja unmöglicher Perspektive. Hunderte von Kleinbildaufnahmen, jeweils aus zwei Meter Höhe fotografiert, setzt Gefeller am Computer zu einem einzigen nahtlosen Bild zusammen.

 



 

Tina Schelhorn von der Galerie Lichtblick in Köln stellt "images against war" vor, ein Statement gegen den Krieg in Form einer Ausstellung, die seit dem Februar 2003 tourt und einer Website, die mittlerweile über 500 Fotografen aus aller Welt eine Plattform bietet, persönlich Stellung zu beziehen. Aufgrund erheblichen Verknüpfung im Netz hatte die Seite bereits März/April 2003 3 Mio. Zugriffe und wächst seitdem ständig weiter. Die Ausstellung ist zur Zeit in Hasselt/Belgien zu sehen, wo sie noch um Beiträge von Schülern der regionalen Kunstschulen erweitert wurde. Das Nebeneinander unterschiedlichster subjektiver Reaktionen auf die Bedrohungen durch die zertörerische Gewalt des Krieges wird bei diesem Projekt als wesentliches Instrument verstanden, einer Propaganda zu begegnen, die den Boden für die Konfrontation der Kulturen erst schafft.

 

 

 

Den Rahmen des rein fotografischen Kontextes sprengt das Künstlerduo Haubitz+Zoche indem sie ortsfremde fotografische Bilder in vorgefundene architektonische Zusammenhänge einbringen. Das Bild zeigt die Arbeit "Gezeiten", die 1998 in einem Multifunktionsgebäude in München realisiert wurde. Die Installation der Leuchtkästen steigert die Wirkung der ungewöhnlichen architektonischen Raumschichtung und überschreitet dabei die bloß affirmative Darstellung einer Traumwelt.

 

 

 

Der Kölner Künstler Achim Mohné zeigt Beispiele seiner installativ–performativ -medialen Aktionen, in denen das fotografische Abbild im Mittelpunkt steht und darüber hinaus in andere Medien überführt wird. Die mobile Licht-Video-Installation „Fireflies“ z.B. beobachtet Kleinstpartikel und Insekten im Scheinwerferstrahl: gleich berechtigt stehen sich fotografische Spurensammlung und videografische Rhythmik gegenüber.

 

 

 

Thomas Anschütz stellt eine Serie von Vergrößerungen vor, die er aus Aufnahmen seines Vaters herausgeschnitten hat.
Diese Bilder geben einen Einblick in seine Kindheit, auch wenn er nicht selbst hinter der Kamera stehen konnte (weil er zu klein war). Gleichzeitig führen sie zum Ursprung dessen, was ihn an Fotografie fasziniert.

 

 

 

Seit einiger Zeit beschäftigt sich Marc Volk mit Bildern, die nur fotografisches Material abbilden und unter Verwendung fotografischer Techniken entstehen. Für seine Serie "Ränder" hat er Teile des Negativs vergrößert, die eigentlich dem Filmtransport, der Klassifizierung oder dem Entwicklungsprozess dienen und nicht zur Vergrößerung vorgesehen sind. Noch radikaler setzt er dieses Konzept in seiner Arbeit "Rauschen" um. Ein Stück unbelichtet vergrößerter Film wird so zum Grundrauschen der Fotografie, in dem der Betrachters das sichtbare Korn als Bild imaginieren kann.

 

 

 

Eva Mahn "11. September 2001"
Beim Frühstücksfernsehen in Philadelphia starrte unser Kellner entgeistert das Flugzeug an, das in den Tower des World Trade Center knallte und vergaß seine Gäste. Ich glaubte an einen Unfall und tat, was ich mir vorgenommen hatte: Ich ging mit der Lochkamera in die Stadt. Die Leute sahen ängstlich mein in schwarze Folie gewickeltes Etwas an, das ich auf Mülltonnen und Zeitungsboxen deponierte, um es für die langen Belichtungszeiten ruhig zu stellen. Die Stadt geriet plötzlich wie auf ein geheimes Zeichen in Bewegung. Menschenmassen ergossen sich auf die Straße, Kaufhäuser und Museen schlossen. Ich wagte nicht mehr zu fotografieren. Am nächsten Morgen standen der Hoteldirektor, die verängstigte Putzfrau und zwei Hünen von der Security in meinem Zimmer. Einer hatte die Lochkamera in der Hand.



 

Nähert man sich dem Australian Centre for Contemporary Arts (ACCA) in Melbourne ist man fast atemlos ob der Faszination von Form und Material. Auf gelbem Kies breitet sich eine aufgefaltete und ineinander verschobene Struktur von Kuben aus rostroten Stahl aus, abweisend, fensterlos und mysteriös, von „surrealer Qualität“ wie es der Architekt Randell Marsh selbst beschreibt. Wolfram Janzer hat in seinen großformatigen Farbfotografien diesen besonderen Reiz mit klarer Formensprache stilsicher herausgearbeitet.

 

 

 

Gerd-Alois Zwing stellt vier fotografische Arbeiten vor, in denen der Zeitaspekt eine zentrale Rolle spielt. In seiner Serie "Ephemer - über die Flüchtigkeit der Zeit" werden mittels einer Schärfe/Unschärfe -
Technik zeitgenössische Personen mit Bildnissen aus der Kunstgeschichte gegenübergestellt - eine Arbeit über die Flüchtigkeit der Erscheinung und ihre Fixierung im Bild.

 

 

 

Amin El Dibs Über- und Unterwasserwelt lebt vom subtilen Umgang mit feinsten Valeurs aus der Skala verschiedenen Graus. Seine Formulierungen muten oft selbst pflanzenhaft an, sind häufig schwebend, verschwebend. Auf den Bildern erscheint ein Schattenreich, ab und an mit kleinen Einsprengseln, Inselchen von Licht.
...Schnittblumen sind von etwas Lebendigem abgeschnitten, sind schein-lebendig und eigentlich schon tot. In dieser Zeit- und Wahrnehmungsverschiebung von Leben und Tod weisen sie eine Analogie zum Verfahren und Bild der Photographie auf...
( T.O. Immisch, aus der Einführungsrede anäßlich einer Ausstellung in der Fotogalerie zu den 5ünf Sinnen, Halle )

 

 

 

Wiebke Leister zeigt eine work-in-progress Übersicht der unterschiedlichen
Ansätze ihres Zyklus zum Phänomen des menschlichen Lachens. Dort untersucht
sie, wie die Vieldeutigkeit der lachenden Maske in ihrer kontroversen Emotionsvielfalt portraitiert werden kann.
Die Arbeiten beschäftigen sich mit der grenzwertigen Darstellbarkeit der
unterschiedlichen Facetten und Interpretationsspielräume von Lachen und
Lächeln als kulturellen Zeichen – im Spannungsfeld zwischen Emotion und
Expression, Maskierung und Subversion, Performance und Verinnerlichung;
zwischen offensivem Spott und defensiver Verlegenheit.

 

 

 

Einer der Themenschwerpunkte
Irinel
Stegarus ist die Photographie von Modern Dance Szenen, wobei sie in der Umsetzung deutlich über ein reines Dokumentieren hinausgeht. Sie abstrahiert die Körper mit einem Grad der Verfremdung, der die Silhouetten der Tänzer zuweilen wie kalligraphische Zeichen erscheinen läßt. Irinel Stegaru löst sich vom Bühnengeschehen und vom dramaturgischen Ablauf, um eine eigene, neue „Zeichen-Bild-Sprache“ zu entwickeln, die immer vom Umriß des menschlichen Körpers bestimmt ist.

 

 

 

Henning Maier-Jantzen über seine Arbeit
"placed": Das Bedürfnis des Menschen nach Natur, nach der unberührten, reinen und ursprünglichen Landschaft, ist Nebenprodukt der Zivilisation. Die Natur wird damit zum Selbstfindungsraum des Individuums, und je weiter die Nutzung und Besiedelung der Landschaft fortschreitet, desto weiter muss man reisen, um solche Räume überhaupt noch zu finden. Nach der technischen erfolgt nun die mediale Erschließung der Welt, und mit ihr wird noch eine weitere Ebene der Landschaftserfahrung wirksam. Indem wir uns die Bilder der fernen Paradiese, in die wir reisen werden, schon vorher im Fernsehen angeschaut haben, wird es zunehmend wichtiger, die reale Entsprechung dieses Bildes zu finden. Es ist nicht mehr nur Einsamkeit und Abgeschiedenheit, sondern mehr und mehr das persönliche Erlebnis der Natur, das wir auf unseren Reisen suchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 
 
 

 

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