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Simone Demandt Ein zentraler Aspekt in den konzeptuell angelegten großformatigen Werkgruppen Simone Demandts, ist, die Bilderwartungen, die speziell an die Fotografie gestellt wird, zu stören bzw. zu brechen. Besonders in ihren Porträts wird die Intention der Künstlerin deutlich, das Foto als Objekt der Zuweisung von Authentizität in Frage zu stellen: Simone Demandt verwehrt dem Betrachter ihrer Porträts eine „Begutachtung“ der Porträtierten. Für ihre im Kontrast zu ihren Porträts scharfen Raumaufnahmen wiederum sucht Simone Demandt nüchterne Räume, die mitunter eine hermetische Aura besitzen: seien es private wie Garagen oder öffentliche aber emotional oft verdrängte Räume wie Turnhallen oder wissenschaftliche Labore deren Zweckoptimierung kaum zu überbieten sind.
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Thomas Brenner Von Markt und Macht
Die florierende Tuchindustrie bescherte der Stadt und ihren Bürgerinnen und Bürgern einst Reichtum und Wohlstand.
Die zahlreichen Spuren der glorreichen Vergangenheit sind jedoch nicht immer auf den ersten Blick sichtbar. Erst eine intensive Lektüre oder eine gezielte Stadtführung verschafften dem Besucher einen echten Überblick über die Tuchmachertradition in dieser Stadt. Gerade dies war die wichtigste Intention des Kunst-Projektes, das Thomas Brenner im Sommer 2009 durchgeführt hat, nämlich an die vergangenen Zeiten, an die ehemalige Tuchmachertradition in Monschau zu erinnern und diese mit seinen Fotografien erlebbar und erfahrbar zu machen.
Thomas Brenner schuf mit seinen Arbeiten künstlerische Portraits bedeutsamer Orte der ehemaligen Tuchmachermetropole. Eine klischeehafte Reduzierung der Stadt Monschau auf „touristische Fachwerkidylle“ wird dem heutigen Monschauer Leben, aber auch der Ursprünglichkeit tuchmachertraditionsträchtiger Plätze, Häuser und baulicher Zeitzeugen kaum gerecht.
Die Hervorhebung von Plätzen mit Tuchmachertradition durch künstlerische Arbeit bzw. die Untersuchung und künstlerische Interpretation durch Thomas Brenner schuf neue Perspektiven auf vertraute oder auch bisher unentdeckte Ansichten auf Monschau.
Thomas Brenner bedient sich hierbei durch den Einsatz zahlreicher in Korrelation zur Tuchmachertradition stehender Requisiten und entweder rot oder grau gekleideter Statisten des Instrumentariums der Verfremdung. Auf diese Weise macht er uns die heute weitgehend verborgene Tuchmachertradition, die einst die Fachwerkarchitektur und das Stadtbild geprägt hat, sichtbar.
Brenners Fotografien, die sich seinem Konzept folgend auf die
Tuchindustrie, die damals entstandenen gesellschaftspolitischen
Herrschaftsstrukturen und den Vorgang der schweren Arbeit konzentrieren,
entreißen uns der „touristischen Idyll–Gegenwart“.
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Mitten im Westen – Eine Entdeckungsreise durch den Rhein-Sieg-Kreis Ein Bildband mit Fotografien von Dirk Gebhardt, Axel Thünker,
Stefan Worring und Wolfgang Zurborn Touristenführer scheinen genau zu wissen, was für uns sehenswürdig ist und was dieses Etikett nicht verdient. So verkürzt sich der Blick auf nur wenige Orte, die für eine ganze Region stehen sollen. Der Rhein-Sieg-Kreis ist aber ein solch vielschichtiges Gebilde mit seinen allgegenwärtigen Spuren einer ereignisreichen Geschichte, seiner ausgeprägten Kulturlandschaft, seinen modernen Städten mit urbaner Vitalität und seinen dörflichen Gegenden mit traditionellen Strukturen, dass er eine Darstellung verdient, die dieser Komplexität gerecht wird.
In dem Bildband über den Rhein-Sieg-Kreis mit Fotografien von Dirk Gebhardt, Axel Thünker, Stefan Worring und Wolfgang Zurborn soll gerade in der Kombination von vier sehr unterschiedlichen fotografischen Sichtweisen ein spannungsvolles Bild dieses Kreises geschaffen werden, das den Betrachter für historische, gesellschaftliche und kulturelle Aspekte gleichermaßen sensibilisiert.
Subjektive Perspektiven, die in ihrer stilistischen Variation den Betrachter in ganz verschiedene Welten eintauchen lassen, fügen sich in ihrer Addition zu einer Darstellung dieser Region zusammen, die für viele ein hohes Maß an Identifikation möglich macht, da sie keine reinen Fakten abbilden, sondern sich als Ausdruck eines neugierigen Erlebens verstehen. Abgeschlossene Kapitel für die vier Bildautoren machen es möglich, dass sich der Leser des Buches intensiv auf die unterschiedlichen fotografischen Positionen einlassen kann. Das Buch erschien 2009 im KIWI Verlag , Köln.
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Klaus Kammerichs Sehnsucht nach den Trümmern von Köln (aus einem Feldpostbrief Heinrich Bölls an seine Frau Annemarie, 1944)
Kurz nach dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln im März 2009, bei dem fast der ganze handschriftliche Nachlass Heinrich Bölls unterging, darunter viele Romanmanuskripte und Hunderte unveröffentlichter Feldpostbriefe, ist diese Serie von Porträt-Collagen entstanden, die im September 2009 in der Kölner Basilika St. Maternus ausgestellt wurde. Dabei wurden Fotos von Heinrich Böll in Bilder von Kölner Trümmerlandschaften integriert: in historische aus den letzten Jahren des zweiten Weltkriegs und aktuelle rund um die Einsturzstelle. Auch das Gesicht Bölls scheint auf den ersten Blick wie zertrümmert und fügt sich erst aus der Distanz wieder zu einem erkennbaren Ganzen zusammen.
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Michael Frahm
Beeinflusst durch verschiedene Aspekte von Kleidung, thematisiert Michael Frahm die Möglichkeit von Individualität und Identität in einer globalisierten Welt. In dreizehn Ländern suchte er nach jenen, die Kleidung als expressives Mittel ihrer Person betrachten und inszenierte cinematographisch anmutende Porträts ihrer Persönlichkeit in scheinbar kompletter Isolation.
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Im Schloßgarten begibt sich
Frank Göldner auf die Suche
nach dem Fortschritt.
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Studenten von Silke Helmerdig
An der Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig gibt es die Möglichkeit, Fotografie in den Studiengängen Freie Kunst (Klasse Eißfeldt) und Kommunikationsdesign (zukünftig Communication Arts) zu studieren. Im Kommunikationsdesign ist Fotografie ein Pflichtfach unter anderen. Daher wird Fotografie oft in Verbindung mit anderen Medien und Techniken genutzt. Hierbei entstehen gerade aus den Unterschieden in den Anforderungen und Herangehensweisen interessante Positionen.
Lotte Buchholz, Isabell Hornig, Sebastian Lang und Clemens Scherrers stellen ihre aus den Schnittstellen verschiedener Disziplinen resultierenden Arbeiten vor.
Abbildung: Sebastian Lang, Semperoper-Hauptbahnhof
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Berthold Steinhilber Von Landschaften und Orten Die Gemeinde St. Georgen an der Gusen, nördlich von Linz gelegen, unterscheidet sich kaum von anderen Gemeinden in Österreich. Doch Teile des Dorf sind auf dem Areal des KZ Gusen-Mauthausen erbaut. Das Jourhaus, das ehemalige Eingangstor zum KZ Gusen, ist heute eine private Villa. In der ehemaligen Kaserne der SS-Soldaten leben heute Immigranten, das ehemalige KZ-Bordell ist heute ein Wohnhaus.
Gusen ist wohl das einzige Konzentrationslager dieser Größe, dass heute nicht als Gedenkstätte fungiert.
Haben Orte ein EIgenleben? Welche Bedeutung haben Orte, welche Spuren wurden hinterlassen und welche Geschichten erzählen Orte?
Diesen Eigenheiten von Orten widmen sich die Fotoarbeiten über das KZ Dorf Gusen, "Lost Places" setzt sich mit verlassenen Orten an der Ostsee auseinander und die Serie über die antiken Stätten in Griechenland versucht die Anziehungskraft dieser Plätze zu erklären.
Zum Thema Landschaft wird eine Fotoarbeit über die kulturelle und landschaftliche Veränderung der Alpen vorgestellt.
Zum Abschluss zeigt Steinhilber seine Serie "UFO has landed..." in der auf humorvolle Weise mit der Glaubhaftigkeit von Bildern gespielt wird.
Samstag, 5.12.2009, 10.00 - 20.00 Uhr
Sonntag, 6.12.2009, 10.30 - 16.30 Uhr
Samstag, 5.12.2009 |
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10.00 Uhr
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Ankunft und Einlass in das Auditorium. |
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10.15 Uhr |
Begrüßungen: |
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10.30 Uhr |
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Präsentationen: Kirill Golovchenko, Wolf Böwig |
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12.00 Uhr |
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Mittagspause mit der Möglichkeit im hauseigenen Restaurant Fillet of Soul zu essen. Tische werden reserviert. |
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13.00 Uhr |
Vortrag: PD Dr. Andrea Gnam, Von Bayard bis Sugimoto: Nachgestellte Haltungen. Ein Mediencrossover zwischen Vergangenheit und Zukunft. |
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13.45 Uhr |
Präsentationen: Andreas Meichsner, Bianca Patricia |
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15.15 Uhr |
Kaffee-Pause |
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15.45 Uhr |
Präsentation: Manoel Nunes |
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16.30 Uhr |
Vortrag: Roland Poppensieker, LichtBilderBauen |
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17.15 Uhr |
Kuratorenführung von Ingo Taubhorn durch die erste Retrospektive: Lillian Bassman und Paul Himmel |
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18.15 - 20.00 Uhr |
Portfolio Walk mit Andreas Fragel, Oliver Gerhartz, Alexander Gheorghiu, Frauke Hänke/Claus Kienle, Verena Hanschke/Floriana Gavriel, Samuel Henne, Torben Höke, Ute Klein, Jorgen Kube, Minu Lee, Daniel Müller-Jansen, Anja Putensen, Claudio Rasano, Vitali Saloshanka, Horatiu Sava, Jörg Schmiedekind, Sehnaz Seker, Carmen Spitznagel, Frederick Vidal, Michael Wittassek |
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Sonntag, 6.12.2009 |
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10.30 Uhr |
Präsentationen: Isadora Tast, Ille Oelhaf, Haubitz+Zoche |
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12.45 Uhr |
Mittagspause |
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13.45 Uhr
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Präsentationen: Katharina Timner, Johanna Manke |
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15.15 Uhr |
Kaffee-Pause |
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15.45 Uhr |
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Präsentation: Jörg Koopmann |
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16.30 Uhr |
Ende der Tagung
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Haus der Photographie
Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstraße 1 - 2, D-20095 Hamburg
Tel. +49-(0)40-32 10 30, Fax +49-(0)40-32 10 3-230
info@deichtorhallen.de
Beiträge von:
Wolf Böwig, Kirill Golovchenko, Haubitz+Zoche, Jörg
Koopmann,
Johanna Manke, Andreas Meichsner, Manoel Nunes, Ille Oelhaf,
Bianca Patricia, Roland Poppensieker, Isadora Tast, Katharina Timner
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Roland Poppensieker LichtBilderBauen
Architektur und Bild sind als Bestandteil und Ausdrucksform der
Bildenden Kunst seit jeher miteinander verknüpft gewesen, so
durch Darstellung von Baukunst in Malerei und Graphik, beispielsweise
in Stadtveduten, bis hin zur Bildhauerei einerseits, aber auch in
Form von Fresko oder Relief als Teil der Architektur (-oberfläche)
andererseits. Die in der Moderne nur noch vereinzelt auftretende
Einbeziehung des gemalten oder gehauenen bzw. gegossenen Bildes
in das Bauen erfährt gegenwärtig durch neue Techniken
und Medien eine Erweiterung in ihren Möglichkeiten, die auch
die Fotografie betrifft.
Roland Poppensieker, Architekt BDA, hat in seinen Projekten wiederholt
den Bezug zur Fotografie gesucht bzw. Fotografien integriert, so
beispielsweise bei der Neugestaltung der Gedenkstätte Gestapolager
Neue Bremm in Saarbrücken (Architekturpreis des BDA Saar 2004)
oder bei dem Grabmal für F.C. Gundlach auf dem Ohlsdorfer Friedhof
in Hamburg. In seinem Vortrag wird er seine Projekte in einen historischen
und zeitgenössischen Diskurs einbinden und aufzeigen, wie Fotografie
unmittelbar mit Architektur verbunden wird. Poppensieker lebt, arbeitet
und lehrt als freischaffender Architekt in Berlin.
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Johanna Manke Geheime Orte
(2005 2006) Wahrscheinlich kennt jeder aus seiner
eigenen Kindheit die Geheimen Orte, die Verstecke und
Höhlen, in denen man sich als Kind zurückgezogen hat,
um abgeschottet von der Welt der Erwachsenen seinen Träumen
und Fantasien nachzuhängen. Häufig überleben diese
Verstecke nur einen Sommer, manchmal halten sie sich auch für
mehrere Jahre und werden ausgebaut und gepflegt. In meiner Arbeit
war es mir wichtig, das Geheimnis dieser Orte zu wahren. So wirken
die Orte unspektakulär, und der Betrachter kann nur versuchen,
sich an ihre Bedeutung zu erinnern. Die Arbeit Geheime Orte
zeigt zehn authentische Geheimverstecke von Kindern.
Turnerinnen (2004 2005) Die Schwarz-Weiß-Serie
Turnerinnen zeigt deutsche Leistungs-turnerinnen im
Alter zwischen 7 und 14 Jahren, die ich vor einem schlichten Hintergrund
in frontaler Pose, während des Trainings porträtiert habe.
Ich liebe dich, lass mich in Ruhe (2006 2008)
Ich liebe dich, lass mich in Ruhe! Diesen Spruch hat
ein 12 jähriges Mädchen auf ein Bettlaken gesprüht
und von ihrem Balkon gehängt. In kaum einer anderen Zeit des
Lebens werden die Sehnsüchte und Enttäuschungen der Liebe
so unmittelbar gelebt wie in der Jugend. Ein Ausnahmezustand, der
von absoluter Euphorie bis zum Freitod führen kann. Die Arbeit
Ich liebe dich, lass mich in Ruhe! zeigt 12 verschiedene
Kinder und Jugendliche die zum erste mal verliebt sind. Jedes Bild
beruht auf einer authentischen Geschichte, die mir die jeweiligen
Kinder und Jugendlichen anvertraut haben.
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Katharina Timner Meine fotografischen Arbeiten bewegen sich zwischen dem inszenierten Aneinander-Geraten von Körper und Raum und dem Auffinden von skulpturalen und figurativen Momenten, die ich mit der Kamera festhalte, hin und her. Dabei wähle ich verschiedene Zugriffe um ein neues Bild zu erzeugen: Ausgehend von einem Bild, vom Raum, einer Pose, Körperhaltung oder Situation.
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Isadora Tast
Mother India Searching for a Place
Niemand kann besser Auskunft geben über den Zustand einer
Gesellschaft als der, der aus ihr aussteigt. In der Art des Ausstiegs
und der Weise der Reaktion darauf lässt sich das Wertesystem
eines Gemeinwesens ablesen. Der Aussteiger ist die Rache der Gesellschaft
an sich selbst. (Christian Schüle)
Isadora Tast zeigt in Ihrer eindringlichen Serie sensible Portraits
von ganz unterschiedlichen Menschen, die auf Ihrer Heimat- und Sinnnsuche
nach Indien gekommen und geblieben sind. Sie stammen aus Deutschland,
England, Frankreich, Italien aber auch aus Mexico oder Kanada. Sie
haben sich auf den Weg gemacht mit klaren Zielen oder unscharfen
Träumen auf der Suche nach einem erfüllteren Leben
aber sind sie alle.
Kurze Lebensläufe und Ausschnitte aus Gesprächen, die
Isadora Tast mit den Auswanderern geführt hat, geben Aufschluss
über die unterschiedlichen Motivationen und die Frage, ob die
Wünsche und Vorstellungen der Aussteiger sich erfüllt
haben.
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Andreas Meichsner alles in ordnung
Vor dem Hintergrund von jährlich über 50 Millionen deutschen
Urlaubern sowie der Tatsache, dass Urlaub einer der wenigen Zeiträume
des Jahres ist, über die wir neben unserem beruflichen und
familiären Alltag noch frei verfügen, kann an der Wahl
unseres Urlaubs viel über unerfüllte Wünsche und
Sehnsüchte abgelesen werden. Es ist in diesem Zusammenhang
auffallend, dass sich besonders solche Urlaubsformen großer
Beliebtheit erfreuen, welche so wie unser Alltag auch
vorhersehbar und geregelt ablaufen.
»Alles in Ordnung« thematisiert dieses Phänomen
in der Betrachtung verschiedener Urlaubsformen, welche jeweils gleichzeitig
sehr gegensätzlichen Bedürfnissen gerecht werden. Sie
werfen uns genau in das Spannungsfeld unserer Bedürfnisse nach
Freiheit auf der einen sowie Sicherheit und Struktur auf der anderen
Seite. Sie fungieren gleichsam als Enklaven zum Schutz vor den Unwägbarkeiten
des Lebens sowie vor dem horror vacui plötzlicher
Untätigkeit.
»Alles in Ordnung« möchte dieses Dilemma unserer
modernen Gesellschaft beleuchten. Die Arbeiten sollen Fragen aufwerfen
und den Betrachter dazu anregen, die eigenen Wünsche und Sehnsüchte
zu reflektieren und zu hinterfragen.
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Manoel Nunes Die Neuen Menschen
Den Menschen Brasiliens, meine Familie und Freunde, meine Erinnerungen,
meine Toten...
Von meiner Geburt bis zu meinem Tode bin und werde ich von Menschen
geprägt sein, von der Liebe meiner Eltern, von den Erinnerungen
an meine glückliche Kindheit in einer großen Familie,
und an all die Menschen, die an meinem Leben teilnahmen und die
anderen Vergessenen. Vielleicht sind die vergessenen Menschen am
dunkelsten Ort in meinem Gedächtnis und deshalb besonders lichtempfindlich.
Fotografie ist eine Licht-Dichtung, eine Poesie der Zeit. Oder ist
vielleicht Fotografie ein Licht-Extrakt der Zeit? Eine Momentaufnahme
an einem Ort, eine technische Abbildung des Existierenden, die kaum
mehr vom Licht durchdrungen wird wie durch die Erinnerungen in unserem
Gedächtnis. Das Wechselspiel des Hier und Dort. Eine Bewegung
des Erinnerns , der Existenz und das Leben des Bildes sowohl in
einem soziolkulturell-historischen als auch in einem biografischen
Kontext.
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Wolf Böwig
wo man niemanden hinführt, dort findet man Mendes und
Böwig. Unter Kreaturen, die alles verlernt zu haben scheinen
außer quälen, morden und trauern, suchen sie nach dem,
was uns Menschen ausmacht: nach Respekt und Kommunikation. Die unerträgliche
Bitterkeit in Mendes Texten findet sich in Böwigs Bildern
nicht. Sie erzählen und überzeugen von seinem tiefem Glauben
an die Unantastbarkeit der menschlichen Würde. Ich erwische
beide schlaflos in einem klebrig-schwülen Hotelzimmer in Liberias
Hauptstadt Monrovia. Nebenan verprügelt ein Mann seine wimmernde
Frau mit einem Gürtel. Meine Fragen drängen sich zwischen
ihr Weinen und Mendes Zeilen. Ein nächtlicher, imaginärer
Dialog über die Grenzen des Erzählbaren.
Mendes: Die Nacht ist schwül und schwer in Monrovia. Wir haben
Kerzen und ein paar Streichhölzer bei uns, doch heben wir sie
auf für das Morgengrauen, wenn die Ratten und die Kakerlaken
dreist auf uns herumspazieren. Wir, Wolf Böwig und ich, gehen
im Geiste die Dornen des Arbeitstages durch. Wir müssen nicht
reden. Nach einem Bad aus dem Krug widmen wir uns mehr
der Hygiene unseres Inneren: Wir sammeln aus dem Gedächtnis
das, was ihm schaden kann, die Dornen des Tages. Es ist gut, wenn
es uns gelingt, die Dornen auszuspucken. Man muss aufpassen, damit
aus dem Kratzer keine Infektion wird und die Infektion keinen Wundbrand
verursacht. Wolf und ich kennen solche Leute, die so lange am Abgrund
gearbeitet haben, bis sie selbst hineingefallen sind.
In letzter Konsequenz ist das Schweigen der Gipfel der Verneinung
des Menschen: Der Angriff auf das Menschlichste, die Worte. Das
absolute Abbrechen der Sprache entspricht der Definition von Völkermord.
Daher der Nachdruck, zu berichten, darauf zu beharren, über
das hinauszuschauen, was uns gezeigt wird - oder gar die Grenze
des Erzählbaren zu überwinden.
Maike Böhm in Leica Fotografie International
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Kirill Golovchenko 7km Field of Wonders Sieben
Kilometer vor den Toren Odessas befindet sich der größte
Marktplatz Europas. Anfangs nur 4 Hektar groß umfasst er heute
über 70 Hektar - Waren, so weit das Auge reicht. »7km«
ist fast zehn Mal größer als das Centro in Oberhausen
und fast doppelt so groß, wie die berühmte Mall of America
im amerikanischen Bloomington. Die meisten Geschäfte hier sind
weder Gebäude noch Kioske. Es sind unzählige Reihen aufeinander
gestapelter Schiffscontainer, 16.000 an der Zahl. Oben werden die
Waren gelagert, eine Etage tiefer wird verkauft. Die Geschäfte
haben keine Namen, nur Nummern. Dazu kommen noch unzählige
Zelte und Pavillons. De facto stellt der Markt ein verkleinertes
Abbild von Odessa dar. Es ist auch ein Staat im Staate mit eigenen
Gesetzen und Regeln. Die Containerstraßen sind sehr lang und
zur besseren Orientierung farblich gekennzeichnet. Es gibt Weiße,
Gelbe, Blaue, Hellblaue, Aprikose, Graue, Grüne, Rosa Straßen,
um nur einige zu nennen. Spielzeug und Schuhe, Töpfe und Kosmetik,
CDs und Computer, Autos und Waschmaschinen, Stifte und Bettwäsche,
Bücher, Besen und natürlich Klamotten, in allen Formen
und Farben. Alles, was ein Mensch zum Leben brauchen kann, wird
am »7km« angeboten. Die meisten Waren, die auf dem Markt
angeboten werden, sind aus China, der Türkei und auch »Importe
aus Odessa«.
Der ukrainische Durchbruch Ukraine befindet sich in
einem gesamtwirtschaftlichen Transformationsprozess, der trotz des
starken wirtschaftlichen Aufschwungesseit 2000 noch längst
nicht abgeschlossen ist. Kirill Golovchenko legt den Fokus auf die
sich verändernde Waren und Dingwelt des Alltags und entdeckt
dabei Konstellationen, in denen die Rezeption westlicher Kulturgeschichte
und Produktwelt zum Ausdruck für die aktuelle gesellschaftliche
Ambivalenz in der Ukraine wird. Kulturhistorische Ikonen wie die
klassische griechische Tempelfassade, der Eiffelturm oder eine Ansicht
des Canal Grande in Venedig dienen, auf Vorhänge gedruckt und
an Wände gemalt, als weltläufige Kulisse für private
Festtagstafeln oder Musikdarbietungen. Aufwändige Lichtinszenierungen
und elegante Produktpräsentationen à la Prada oder Gucci
werden in Geschäften mit den einfachsten Mitteln und Möglichkeiten
imitiert. Kirill Golovchenko, der seit einigen Jahren in Deutschland
lebt, sagt von sich selbst, er sei noch immer ein »sowjetischer
Mensch«. Auch aus diesem persönlichen Spannungsverhältnis
heraus gelingt es Kirill Golovchenko in seiner Serie Der ukrainische
Durchbruch ein eindrückliches Verständnis von der
tiefen Verwurzelung der ukrainischen Gesellschaft in ihrer kommunistischen
Vergangenheit und ihrem unbedingten Wunsch zum Aufbruch in eine
am Westen orientierte Gegenwart zu vermitteln.
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Ille Oelhaf somewhere between
...lebt, viel auf Reisen, das heutige Ich (G. Benn:
Fazit der Perspektiven)
Seit der Erfindung hat das Medium Fotografie einen hohen Anteil
an der Erschließung und visuellen Aneignung der bis ins 19.
Jahrhundert noch ungesehenen weiten Welt gehabt. Dem Reisenden
bleibt unter diesen Umständen weiter nichts übrig, als
aufmerksam zu beobachten und das gesehene treu zu erzählen.
Alles was außer seinem Gesichtspunkte liegt, ist so gut, als
ob es noch nicht existirte. (G. Forster, A voyage round the
world. 1777) Dieser Maxime wird bis in die Gegenwart und hier nochmals
verstärkt, außerordentlich bereitwillig gefolgt. Die
Fotografie ist in ihrer gegenwärtigen, allumfassenden Verfügbarkeit
dazu das perfekte Medium. Es ist nun aber ein Paradoxon, dass der
Aufbruch in eine offene, unbekannte Welt am Ende in eine geschlossene,
weil erschlossene, besetzte, auch durch die Fotografie kolonisierte
Welt mündet.
Ein Naturraum mit Wegschildern, Aussichtsterrassen und Ruhebänken
dazu die vagen Abweichungen von den perfekten, atmosphärischen
Bildern im Kopf: das sind die Entdeckungen der Gegenwart. Der Blick
von innen entwickelt demzufolge Strategien der verstärkt subjektiven
Aneignung aus betonter und bewusst wahrgenommener Distanz. Ein-Sichten
über dem Alltag werden gesucht, und in zwei Serien
zusammengefasst.
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Exkursionen - Jörg Koopmann nimmt sein Buch BORN IN BRENNEN* als Ausgangspunkt, um über seine fotografische Erzählweise zu sprechen. Die erzählte Geschichte ist nicht linear und setzt sich aus komplexen Themenfeldern zusammen. Ob in Amerika, Deutschland, Polen, Italien, Panama oder Israel - überall geht es um Macht und Gewalt, Politik und Terrorismus. Koopmann liefert in seinen Fotografien thematische Verbindungen zu den unterschiedlichen politschen Ereignissen. Dabei sind seine Bildern weder perfekt komponiert, noch versuchen sie zwanghaft offensichtliche Argumente anzubringen. Oft geht es um eine Verflechtung von Bildern, die ursprünglich Ortsspezifisches dokumentieren, die aber auch in einem breiteren Kontext in Verbindung stehen können. Eine inhaltliche und formale Spurensuche.
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Bianca Patricia Nature Morte,
Köln 2007/2008
Stilleben, als Ausdruck und Zurschaustellung der gesellschaftlichen
Wertevorstellungen und Verhältnisse der jeweiligen Zeitepoche.
Die Stilleben Serien "Nature Morte - Sehnsucht" befassen
sich mit Sexspielzeugen, die zugleich den technischen Fortschritt
sowie die Bedürfnisse und Phantasmen der Menschen im 21. Jahrhundert
widerspiegeln. So sind diese "Thematischen Stilleben"
- eine Ansammlung von Symbolen der Funktion und Sehnsucht - ein
Beitrag zu unserer gegenwärtigen Realität, zu der kollektiv
praktizierten Fiktion von Liebe, Sexualität, Glück, Erfüllung
und Begierde. Die Bilder thematisieren die Einsamkeit und Zerbrechlichkeit
der Männer, inmitten einer zunehmend aggressiv-feministischen
Gesellschaftsstruktur, bei welcher der Kampf um die Gleichberechtigung
zuweilen in Diskriminierung der Männer umschlägt.
Bianca Patricia studierte Medienkunst in Deutschland und Tokyo.
Unter anderem bei Prof.Jürgen Klauke an der Kunsthochschule
für Medien in Köln. Der Schwerpunkt ihres Schaffens bildet
konzeptionelle und inszenierte Fotografie. Sie befasst sich in ihrem
Werk mit den verschiedenen Aspekten des menschlichen Daseins und
den mentalen Abgründen in uns.
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Haubitz+Zoche Agenten und Streber
Das Künstlerduo Haubitz+Zoche arbeitet im Spannungsfeld zwischen
Fotografie und Skulptur. Sie zeigen die zwei Serien "Agenten"
und "Streber", fotografische Beobachtungen im Stadtraum,
sowie die Skulptur "Landungssteg", die in einem anderen
Medium den fotografischen Blickauf den urbanen Raum thematisiert.
Freitag, 24.4.2009 |
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15.00 Uhr |
Mitgliederversammlung (nicht öffentlich) |
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18.00 Uhr |
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Verleihung des Kunstpreises der Stadt Leinfelden-Echterdingen
an Joakim Eskildsen und Cia Rinne |
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20.00 Uhr |
Verleihung der David-Octavius-Hill-Medaille der DFA an
Joakim Eskildsen |
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Samstag, 25.4.2008 |
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10.00 - 17.30 Uhr
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Bildpräsentationen und Vorträge von Mitgliedern
und Gästen
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10.00 Uhr |
Begrüßung: Prof. Manfred Schmalriede |
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10.15 - 11.00 Uhr |
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Bildpräsentationen von Frank Göldner |
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11.00 - 12.00 Uhr |
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Dr. Claude Sui stellt das Werk von Robert Häusser vor. |
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12.00 - 12.45 Uhr |
Bildpräsentationen von Frederic Lezmi |
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12.45 - 14.00 Uhr |
Mittagspause |
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14.00 - 15.30 Uhr |
Bildpräsentationen von Günter Hildenhagen
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15.30 - 16.00 Uhr |
Kaffeepause |
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16.00 - 17.30 Uhr |
Bildpräsentationen von Achim Mohné
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18.00 Uhr |
Eröffnung der Ausstellung
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19.00 Uhr |
Eröffnung der Ausstellung
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Sonntag, 26.4.2008 |
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10.00 - 16.30 Uhr |
Bildpräsentationen und Vorträge von Mitgliedern
und Gästen
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10.30 - 12.00 Uhr
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Bildpräsentationen von Verena Franke und Karin Jobst |
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12.00 - 13.00 Uhr
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Mittagspause
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13.00 - 13.45 Uhr |
Vortrag von Thomas Schirmböck |
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13.45 - 14.30 Uhr |
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Bildpräsentation von Olaf Otto Becker |
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14.30 - 15.00 Uhr |
Kaffepause
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15.00 - 16.30 Uhr |
Bildpräsentationen von Anke Heelemann und Gottfried Hüttemann |
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Olaf Otto Becker, Thekla Ehling, Verena Franke, Frank Göldner,
Anke Heelemann, Günter Hildenhagen, Silke Helmerdig,
Gottfried Hüttemann, Karin Jobst, Frederic Lezmi, Achim Mohné,
Thomas Schirmböck, Dr. Claude Sui
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Dr. Claude W. Sui, Leiter und Kurator des
Forum Internationale Photographie (FIP) der Reiss-Engelhorn-Museen
Mannheim, stellt aus den fotografischen Sammlungsbestände des
Museums das Werk von Robert Häusser vor. Prof. Robert
Häusser, ein Klassiker der Moderne, erhielt viele internationale
Auszeichnungen, u.a. war er 1995 der erste deutsche Hasselbladpreisträger.
Robert Häusser (Jahrgang 1924) gilt als ein Wegbereiter der
zeitgenössischen Fotografie. Er gehört zu den wenigen
nternational anerkannten deutschen Fotografen der Nachkriegszeit,
die eine unverwechselbare Handschrift entwickelt haben. Seine Bilder
wurden schon in den 50er und 60er Jahren in Galerien und Museen
ausgestellt, zu einer Zeit, als die Fotografie in Deutschland noch
nicht den künstlerisch autonomen Stellenwert besaß wie
heute. Sie befinden sich in vielen öffentlichen und privaten
Sammlungen.
Bereits als 17- und 18jähriger schuf er 1941/42 eine Reihe
von Bildern, die Höhepunkte der neueren Fotografie darstellen.
Unbeirrt von Tagesmoden entwickelte er konsequent und kontinuierlich
seine eigene Formsprache und ist im Laufe der Jahre Stil bildend
für die deutsche Fotografie geworden. Für Robert Häusser
ist die Fotografie ein künstlerisches Medium, bei dem Inhalt
und Form sich wechselseitig bedingen. Seine Bilder spekulieren nicht
auf vordergründige Effekte und schnellen Konsum, sondern fordern
vom Betrachter eine kontemplative Annäherung, um ihren Gehalt
zu erschließen. In der bildnerischen Interpretation einer
Situation macht Häusser ein Mehr an Wirklichkeit und einen
inneren Zustand sichtbar. Seine ausschließlich schwarz-weißen
Fotografien sind von strenger, oft symmetrischer Tektonik. Fast
grafisch heben sich die Hell-Dunkel-Flächen voneinander ab
und verdichten sich zu einem suggestiv-symbolischen Ausdruck. Seine
Fotos weisen in ihrer Statik und Aura eine Nähe zum Magischen
Realismus auf. Wie psychische Engramme treffen sie das subjektiv
Wesentliche.
Bilder von Robert Häusser wurden bisher in über 100 Einzelausstellungen
in Museen und Galerien des In- und Auslandes gezeigt.
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Thomas Schirmböck Spurensuche
ist die erste Ausstellung in Deutschland, die sich mit der historischen
deutschen Polizeifotografie beschäftigt. Polizeifoto-grafie
ist ein Ausstellungsthema, das in Museen nur äußerst
selten anzutreffen und gewöhnlich auch nicht öffentlich
zugänglich ist. Die fotografischen Bilder, die von den Fotografen
des Mannheimer Polizeipräsidiums seit dem Ende des Zweiten
Weltkriegs angefertigt wurden, verfügen über eine Besonderheit:
Die Fotografen der Spurensicherung arbeiteten ohne jede Leidenschaft,
schöne" Bilder anzufertigen. Sie wollten möglichst
neutrale Bilder erstellen, die bei einer späteren Betrachtung
die exakte Definition und Rekonstruktion des Aufnahmeortes ermöglichen
sollten. Dass diese Orte Tatorte oder Unfallorte sind, ist aus heutiger
Sicht nicht immer zu erkennen. So lakonisch und reduziert erscheinen
die Aufnahmen, sofern keine Opfer zu erkennen sind. Tatorte oder
Unglücksstätten sind immer Orte des alltäglichen
Lebens, dessen Rhythmus für den Moment des Unglücks unterbrochen
oder angehalten wird. So fixieren diese Aufnahmen Facetten des ganz
gewöhnlichen menschlichen Seins.
Sie versetzen uns in die glückliche Lage miterleben zu können,
wie sich Straßen, Plätze und Stadtviertel, aber auch
die Mobilität und die persönliche Lebenssituation in Mannheim,
analog zur Entwicklung im Nachkriegsdeutschland, veränderten.
Spurensuche" zeigt Alltagsleben in ungeschönter
Direktheit: Elendquartiere in den Ruinen nach dem Krieg, das Hafenleben,
Weihnachten in der Vorstadt, oder die von den Bomben verwüstete
Innenstadt. Man sieht die Leistungen des Wiederaufbaus, erahnt die
privaten Lebensverhältnisse der Menschen und gewinnt einen
ganz neuen Einblick in eine gar nicht so ferne Vergangenheit.
Die Herangehensweise der Polizeifotografen mit ihrer raschen aber
bedächtigen Vorgehensweise sowie die Knappheit des Aufnahmematerials
in der Nachkriegszeit, erforderten einen ausgesprochen umsichtigen
Umgang mit Material. Diesem Umstand aber auch der Virtuosität
der Fotografen ist es geschuldet, dass Aufnahmen von besonderer
bildnerischer Qualität entstanden sind.
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Gottfried Hüttemann Das zentrale Thema
meiner fotografischen Bilder ist der Mensch. Er erscheint in ihnen
entweder als Körperfragment, zum Teil digital stark verfremdet,
oder, wie in einer offenen Serie neuerer Arbeiten, mit freiem Oberkörper
oder zumindest unbedeckten Schultern. Der Zustand der Exponiertheit
des Modells vor der Kamera ist Ausgangspunkt meiner Arbeit und Metapher
für einen existenziellen Zustand der Verletzlichkeit und Gefährdung
des im Körper gebundenen Menschen, eine Gefährdung durch
Alter und Verfall einerseits und in seelischer Hinsicht andererseits.
Im Bild verweigert er sich der Kommunikation mit dem Betrachter
durch Abwendung, Schließen der Augen und andere Gesten des
Verharrens in einer Innenwelt. Andere Aufnahmen zeigen nur Teile
des Körpers, die auf ihre Weise Zeugnis vom Dasein im Körper
ablegen.
Gestik und Mimik, sowie die wenigen narrativen Elemente sind so
minimiert, dass sie sich eindeutigen Interpretationen widersetzen.
Die Bilder dieser Serie sind durchweg Schwarz-Weiß und haben
ein Format von 70 x 70 cm. Sie sind entstanden mit einer analogen
Mittelformatkamera und zum Teil digital bearbeitet.
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Im Zentrum von Thekla Ehlings Photographie stehen Portraits.
Unabhängig von der Bekanntheit der portraitierten Persönlichkeiten
zeihnen sich ihre Photographien immer durch eine sehr persönliche,
die Individualität und ganz eigene Präsenz der Personen
betonende Bildsprache aus.
Mit der Serie Sommerherz begleitet sie das Aufwachsen ihrer beiden
Töchter und deren Freunde. Sie dokumentiert Situationen und
Stimmungen und der Betrachter findet sich verstrickt in Assoziationen
und Erinnerungen an die eigene Kindheit.
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Olaf Otto Becker Above Zero
Mein vorangegangenes Buch Broken line beinhaltet mit
insgesamt
70 großformatigen Bildern die fotografische Dokumentation
der grönländischen Westküste von 2003 bis 2006. Meine
neue Arbeit Above Zero zeigt Aufnahmen von Schmelzwasserseen
und -flüssen auf dem grönländischen Inlandeis.
2007 und 2008 bereiste ich Grönland zusammen mit Georg Sichelschmidt,
der bereits 2006 das Inlandeis zu Fuß von Osten nach Westen
durchquert hatte. Bei diesen beiden Expeditionen war mir wichtig,
die unmittelbaren Folgen der Klimaerwärmung mit meiner Großformatkamera
aufzuzeigen. So entstanden insgesamt 4 Portraits von namenlosen
Schmelzwasser-- flüssen auf ca 800 Meter dickem Eis. Die Flüsse
wurden kartographiert und von der Quelle bis zu ihrem Verschwinden
in einer Gletschermühle, in Bildsequenzen festgehalten. Die
vier Gletscherflüsse stehen stellvertretend für tausende
von Flüssen, wie sie sich jedes Jahr zunehmend im Sommer auf
dem Inlandeis bilden.
In einer dritten Expedition im Mai 2008 begleitete ich die Forschergruppe
von Jay Zwally (Nasa) und Prof. Dr. Konrad Steffen (Universität
Colorado) bei ihren Messungen auf dem grönländischen Inlandeis.
Ich dokumentierte das Forschungscamp und die Forscher bei Ihrer
Arbeit.
Seitdem die Kommunikation zur Klimaerwärmung deutlich zunimmt,
hat sich auch die Zahl der Touristen in Grönland vervielfacht.
Point 660 im Süden Grönlands ist der einzige
Platz auf dem Inlandeis, den man bequem mit dem Jeep erreichen kann.
Tausende von Touristen besuchen seit wenigen Jahren diesen Punkt.
Einige Aufnahmen dieses Ortes bilden den Abschluss meines neuen
Buches, das im September beim Hatje Cantz Verlag erscheinen wird.
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Seit 2004 dokumentiert Frederic Lezmi mit seiner Serie Arabian
Prospects verschiedene Schnittstellen zwischen westlicher
und arabischer Welt. Als Halblibanese fragt er in seiner Arbeit
bewusst nach den Vorstellungen und Signaturen von Eigenem und Fremden
und ihren Veränderungen im Kontext einer immer weiter globalisierten
Gesellschaft. Sein Projekt veranschaulicht diesen Wandel in präziser
Dokumentation und in differenziert ästhetischen Einsichten
gerade in architektonische Situationen. Westliche Werte und orientalische
Traditionen treten einerseits in Dialog, prallen andererseits aber
auch unmittelbar zusammen in jedem Fall beeinflussen sie
sich gegenseitig.
Für seine Diplomarbeit hat er das Dazwischen untersucht
das, was geographisch und kulturell zwischen uns hier in
Mitteleuropa und seinem langjährigen Beobachtungsfeld dort
im Nahen Osten liegt.
Von August bis Dezember 2008 war er Von Wien nach Beirut
unterwegs. Ihm begegneten Menschen in verschiedenen Lebenswelten.
In seinen Aufnahmen tauchen sie auf als Passanten und Wartende,
als Subjekte und Objekte des Blicks, und bewegen sich in ihrem urbanen
oder ländlichen Umfeld.
Seine Bilder sind als ambivalente Kompositionen jenseits der gängigen
Klischees angelegt.
Sie überschreiten den festen Aussagewert architektonischer
Monumente und realer Grenzmarkierungen und suchen darin neue Perspektiven.
Im Sinne einer regional unterschiedlichen, aber immer stärker
zusammenwachsenden Globalität überlagern und durchdringen
sich in ihnen Morgen- und Abendland. Die Fotografie erweist sich
dabei als visuelles Scharnier, als Schnittstelle vielfacher Welten,
deren Spielraum zwischen West und Ost jeweils ausgeweitet oder verengt
wir
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REMOTEWORDS (Achim Mohné / Uta Kopp)
ist ein künstlerisches Langzeit-projekt, das auf Dächern
installierte Nachrichten durch virtuelle Globen wie Google Earth
weltweit verbreitet. Die Botschaften werden in Form großer
signalroter Buchstaben dauerhaft angebracht. Der Ort und die Nachricht
stellen konzeptuell eine semantische Einheit her. AutorInnen werden
eingeladen, um für das Projekt Botschaften zu entwickeln.
Abbildung: REMOTEWORDS # 5, OFF LIMITS FOR GOOGLE (12/08),
Akademie der Künste Berlin / Words: Klaus Staeck /2009
Projekte:
Arts on Main Johannesburg "MABONENG" (2/09)
Jozi art:lab Johannesburg "ARTMIGRATION" (2/09)
Private Home of Niq Mholongo Soweto "MSAWAWA" (2/09)
Akademie der Künste Berlin OFF LIMITS FOR GOOGLE
(12/08)
Edith Russ Haus für Medienkunst ON (7/08)
Kunst:Raum Sylt ICH SEHE NICHT, WAS ICH NICHT SEHE!
(5/08)
Fuhrwerkswaage Kunstraum Köln IN ART WE TRUST (3/08)
Remotewords Homebase START (12/07)
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Anke Heelemann
Seit mittlerweile drei Jahren äußert sich meine künstlerische
Arbeit in Form des Langzeitprojektes FOTOTHEK Fachge-schäft
für vergessene Privatfotografien. Das Arbeitsmaterial bildet
eine eigene umfangreiche Sammlung von anonymen Privatfotografien.
Das Gesamtprojekt formiert sich dabei als Aktionsform, die den Rahmen
für meine künstlerische Auseinander-setzung mit dem gesammelten
Bildmaterial schafft.
Für die Inszenierung der FOTOTHEK greife ich auf installative
und performativ-kommunikative Techniken zurück. Dabei sehe
ich meine Arbeit als eine innovative, künstlerische Strategie,
die stets den direkten Kontakt zum Publikum sucht und in der Durchführung
die direkte Rückkopplung als wesentlichen Bestandteil in den
Arbeitsprozess integriert. In den verschiedenen Teilprojekten, die
das prozessuale Gesamtwerk FOTOTHEK ausmachen, stehen die Interaktion
von Besucher, Künstlerin, Material/Archiv/Raum immer wieder
im Zentrum des künstlerischen Schaffens.
Was als Ladenprojekt in Weimar startete hat sich mittlerweile zu
einer vielschichtigen Aktionsform entwickelt, die an verschiedensten
Orten, in diverser Form und Gestalt agiert. Innerhalb einer bewussten
Verankerung in der Öffentlichkeit werden partizipatorische
Ereignisse und Umgebungen geschaffen: vom Ladengeschäft mit
verschiedenen Serviceangeboten und einem öffentlichen Archiv,
über städtische Interventionen, mobile Installationen,
thematische Ausstellungsprojekte bis zu Veranstaltungsreihen.
Projektwebsite: www.vergessene-fotos.de
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Verena Franke Dead but alive
ist eine fotografisch-künstlerische Auseinandersetzung mit
dem Thema Archivierung, Kolonialismus, Schönheit und Tod.
100.000 Exemplare präparierter Vögel lagern in den verborgenen
Archiven der Naturkundemuseen.
Ich habe einzelne Exemplare, vor schwarzem Hintergrund, losgelöst
aus ihrer heutigen Umgebung, mit 4 mal 5 inch Diamaterial aufgenommen.
Sie erinnern an klassische Portraitaufnahmen, andere haben wissenschaftlichen
Bestandsaufnahmecharakter und weisen doch darüber hinaus. Erst
bei genauem Betrachten, entdeckt man die Bruchstellen zwischen Leben
und Tod und die Eingriffe der Präparatoren.
Das jeweilige Datenblatt informiert über Gattungsname, Todeszeitpunkt,
Ort und Sammler. Das Museumsstück wird zum Individuum mit Vergangenheit
und Gegenwart.
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Silke Helmerdig The Decisive Moment Gibt es ihn,
den entscheidenden Augenblick, oder ist er nur ein fotografischer
Mythos? Durch das Betätigen des Auslösers löst sich
der Bruchteil einer Sekunde aus Zeit und Raum. Es entsteht der Eindruck
eines einzig möglichen Momentes. Er wird zu dem alles entscheidenden
Augenblick, dem Beweis des Seins. Ich fotografiere es, also muss
es wichtig sein.
Der Mythos des entscheidenden Augenblicks bestätigt den Mythos
der Wahrhaftigkeit der Fotografie. Obwohl wir zwei Bilder, die wie
unperfekt montiert erscheinen, sehen, werden sie durch die Art der
Präsentation zu einem. Es entsteht ein Dialog entscheidender
Augenblicke. Ein Paradoxon, wo es doch nur Einen geben kann. In
der Zweiteiligkeit entwickelt sich ein Dialog der Halbbilder, in
dem es um das Davor, das Danach und das Dazwischen geht.
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Karin Jobst In der Arbeit atomar---zone1,
Fotografien in und um ein deutsches Kernkraftwerk, stelle ich in
einem Künstlerbuch mit 23 Fotografien die unterschiedlichen
Ebenen des Themas gegen und zueinander in Bezug.
Dabei sehe ich die Herausforderung darin, die Vielschichtigkeit
des Themas in seiner visuellen und inhaltlichen Komplexität
aufzulösen, visuell zu erschliessen und neu zusammenzusetzen.
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Frank Göldner - THFTHF war der IATA-Code des
Berliner Flughafens Tempelhof der am 31.10.2008 geschlossen wurde.
Der voraus gegangene jahrelange Prozess bis zur vollzogenen Schließung
des Flughafens sorgte für ein bis heute andauernde Auseinandersetzung
verschiedenster Interessengruppen auf Seiten der Befürworter
und Gegner.
Diese illustriert auch die zum Teil sehr emotionale Beziehung der
Protagonisten zum Objekt. Nicht nur diese Diskussionen sondern auch
der geschichtliche Hintergrund der Anlage gaben immer wieder Anlass
zu einer teilweise mythologischen Überhöhung des Komplexes.
Auf der anderen Seite steht die faktische Historie als amerikanische
Luftwaffenbasis mit der Luftbrücke und zuletzt die reelle Nutzung
als ein öffentlicher Verkehrsflughafen.
Die bevorstehende Schließung nahm Frank Göldner zum Anlass,
im August 2008 eine umfassende fotografische Bestandsaufnahme des
Areals, noch in seiner Funktion als Flughafen, anzufertigen. Mit
den Mitteln der klassischen Dokumentarfotografie zeigt er die Alltäglichkeit
des Geschichtlichen und gewährt gleichzeitig Einblicke in dessen
verborgene Bereiche.
10.00 Uhr Ankunft und Einlass in das Auditorium.
Bitte
beachten: Separater Eingang auf der Rückseite des Hauses/ Fleet-Promenade
10.20 Uhr Begrüßungen: Ingo Taubhorn (Kurator
des HdP)
Manfred
Schmalriede (Präsident der DFA)
10.45 Uhr Vortrag: Dr. Claude W. Sui, Leiter
und Kurator des Forum Internationale
Photographie (FIP) der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim,
gibt einen Einblick in die fotografischen Sammlungsbestände
.
11.45 Uhr Präsentation: Sabine Schründer
12.30 Uhr Mittagspause mit der Möglichkeit im hauseigenen
Restaurant Fillet of
Soul zu essen. Tische werden reserviert.
13.30 Uhr Präsentationen: Delia Keller, Peter
Bialobrzeski
15.00 Uhr Vortrag: Dr. Christiane Stahl, Leiterin
Alfred-Ehrhardt-Stiftung Köln Mikrofotografie
Schönheit jenseits des Sichtbaren
16.00 Uhr Kaffee-Pause
16.15 Uhr Präsentation: Stefan Kies
17.00 Uhr Kuratorenführung durch die Retrospektive:
Kiyoshi Suzuki,
Soul and Soul
18.15 Uhr Portfolio Walk
Natalie
Bothur, Mathias Bozellec, Axel Braun, Ralf Brück,
Patrik
Budenz, Laura J Gerlach, Kirill Golovchenko, Katja Illner, Kareen
Kittelmann, Annett Kuhlmann, Gordon Linnemann,
Ingo
Mittelstaedt, Christian Pankratz, Markus Redert,
Rainer
Rehfeld, Lotte Reimann, Silke Schmidt, Mona Simon,
Corinna
Streitz, Gabrielle Strijewski, Karin Tondorf,
Almut
von Pusch, Dennis Williamson
20.00 Uhr Ende
11.00 Uhr Präsentationen: Frauke Bergemann, Norbert Wiesneth,
Yvonne
Seidel
13.00 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr Vortrag: Ferdinand Brüggemann, Fotohistoriker,
Direktor
der Galerie Priska Pasquer, Köln
Japanische
Fotografie der Gegenwart und Lifestyle
15.00 Uhr Präsentationen: Michael Jochum, Thomas Anschütz
16.15 Uhr Kaffee-Pause
16.30 Uhr Präsentationen: Wolfgang Bellwinkel, Wolfgang
Zurborn
17.30 Uhr Ende der Tagung
Haus der Photographie
Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstraße 1 - 2, D-20095 Hamburg
Tel. +49-(0)40-32 10 30, Fax +49-(0)40-32 10 3-230
info@deichtorhallen.de
Beiträge von:
Thomas Anschütz, Wolfgang Bellwinkel, Frauke Bergemann,
Peter Bialobrzeski, Ferdinand Brüggemann, Michael Jochum,
Delia Keller, Stefan Kies, Sabine Schründer, Yvonne Seidel,
Dr. Christiane Stahl, Dr. Claude W. Sui, Norbert Wiesneth,
Wolfgang Zurborn
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Dr. Claude W. Sui, Leiter und Kurator des Forum
Internationale Photographie (FIP) der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim
wird einen Einblick in die fotografischen Sammlungsbestände
geben. Ausgewählte Exponate dokumentieren den hochwertigen
Bestand des Forum Internationale Photographie (FIP),
das im Rahmen der Stiftung von Curt Engelhorn im Jahre 2001 eingerichtet
werden konnte.
Sammeln, Erschließen, Bewahren und Präsentieren von Konvoluten
und Nachlässen international anerkannter Foto-Künstler
oder Foto-Sammler sowie die wissenschaftliche Pflege und Betreuung
von bereits im Bestand des FIP befindlicher Sammlungen, das sind
die schwerpunktmäßigen Ziele des Forums, die in Ausstellungen
und Publikationen zum Thema ebenso sichtbar werden wird wie in internationalen
Tagungen und weiteren themenspezifischen Fachveranstaltungen.
Historische Fotosammlung
Der Bestand des Forums Internationale Photographie basiert
zum einen auf den aus der Sammlungsgeschichte der Reiss-Engelhorn-Museen
resultierenden Sammlungen der Geschwister Carl (1843-1914), Anna
(1836-1915) und Wilhelm (1838-1908) Reiss und der Fotosammlung von
Jakob Lorent (1813-1884). Die historische Sammlung der Geschwister
Reiss enthält Reisebilder sowie ethnografische Fotografien
aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ca. 4.000 einzigartige
Albuminabzüge von Fotografien, welche die Familienmitglieder
auf ihren Reisen in der ganzen Welt gesammelt haben.
Helmut Gernsheim-Archiv
Seit Beginn des Jahres 2002 verwaltet das Forum Internationale
Photographie den zeitgenössischen Teil der Fotosammlung
des bedeutenden Fotohistorikers und Sammlers Helmut Gernsheim wie
auch sein künstlerisches Oeuvre, seinen gesamten Nachlass und
seine Fotobibliothek.
Robert Häusser-Archiv
Mit der Fotosammlung des 1924 in Stuttgart geborenen Robert Häusser,
die der Künstler dem Forum Internationale Photographie
übergibt, wird der Bestand des FIP um eine international anerkannte
Sammlung eines bedeutenden Fotografen der Gegenwart erweitert. Häusser,
ein Pionier der zeitgenössischen Fotografie, gehört zu
den wenigen international anerkannten deutschen Fotografen der Nachkriegszeit,
der mit seiner unverwechselbaren Handschrift Maßstäbe
gesetzt hat.
Abbildung: Robert Häusser, J.R. 5-9-70, 1970
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Dr. Christiane Stahl
Leiterin Alfred-Ehrhardt-Stiftung Köln
(stellv. Vorsitzende DGPh)
Mikrofotografie Schönheit jenseits des Sichtbaren
Der Vortrag gibt mit zahlreichem Bildmaterial einen Ausblick auf
die Ausstellung Mikrofotografie Schönheit jenseits des
Sichtbaren der Alfred-Ehrhardt-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem
Museum für Fotografie Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Berlin und dem Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik
der Humboldt-Universität. Die Ausstellung wird im Darwin-Jahr
2009 im Herbst in Berlin starten und Anfang 2010 in die Alfred-Ehrhardt-Stiftung
nach Köln wandern.
Die Ausstellung Mikrofotografie Schönheit jenseits des
Sichtbaren präsentiert einen breiten, etwa 400 Exponate umfassenden
Überblick zur Geschichte einer immer schon zwischen wissenschaftlicher
Präzision und künstlerischer Phantasie oszillierenden
Gattung der Fotografie. Zu den Exponaten gehören Fotografien
von Künstlern wie Naturwissenschaftlern der Moderne, der 1950/60er
Jahre sowie der zeitgenössischen Fotokunst, die sich von den
Formenwelten des Mikrokosmos für ihre fotokünstlerische
Bildproduktion haben inspirieren lassen. Zusätzlich werden
auch jene Werke einbezogen, die im rein naturwissenschaftlichen
Zusammenhang entstanden, bevor die Avantgarde-Fotografie sich die
Mikrofotografie für ihre künstlerische Produktion aneignete
und diese in den Kunstrang erhob. Von der 1840 angefertigten Daguerreotypie
des Stängels einer Clematis durch Andreas von Ettingshausen
bis zu den Fotografien mit einem Rasterelektronenmikroskop von der
Becher-Schülerin Claudia Fährenkemper spannt sich ein
breites Panorama faszinierender Bilder von dem, was das menschliche
Auge nicht sehen kann.
Abb.: Claudia Fährenkemper, Radiolarie, 2005, Silbergelatineabzug.
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Stefan Kiess Meine fotografischen Arbeiten
handeln von der gebauten Umwelt, sind aber keine Abbilder der Realität.
Sie sind aus Montagen entstandene autonome Bilder,
in denen die Gegenständlichkeit weitgehend aufgelöst ist.
Flächen, Linien, Materialstrukturen überlagern und durchdringen
sich. Die Bilder sind Rekonstruktionen von Erinnerungen, Eindrücken,
Gefühlen.
Um zu diesen Montagen zu gelangen werden Negative von Abbildern
umkopiert, zerschnitten, zerstört und - in einem Prozess forschender
Annäherung - wieder neu zusammengesetzt. So entsteht letztendlich
ein für die Belichtung auf Fotopapier geeignetes "Negativ".
Alle Arbeiten sind in schwarz/weiß und entstehen grundsätzlich
analog.
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Peter Bialobrzeski Paradise Now
Paradise Now zeigt sowohl inszenierte, als auch vom Stadtwachstum
unberührt gelassene Naturfragmente am Rande der künstlich
beleuchteten Infrastruktur asiatischer Großstädte. Die
Lichter der Großstadt folgen im Unterschied zum natürlichen
Licht keiner Richtung, die künstlichen Sonnen aus Natriumdampflampen,
Autoscheinwerfern und angestrahlten Wolkenkratzern bilden eine Art
»Vernacular Light«, welches das städtische Super-Grün
zwischen hyperreal und surreal changieren lässt. Die Bilder
zelebrieren das üppige Grün als Zeichen der Hoffnung,
werfen aber auch die Frage auf, ob wir dieses Leuchten angesichts
der prognostizierten Klimakatastrophe überhaupt noch verantworten
wollen. Niemals zuvor waren unsere Städte so hell; in Zukunft
werden sie nicht mehr so strahlen können. Diese Fotos werden
uns daran erinnern, dass Dekadenz und Unvernunft immer ziemlich
gut aussehen. Die Bilder entstanden zwischen Oktober 2007 und März
2008 in Hanoi, Jakarta, Singapur, Bangkok und Kuala Lumpur.Jugendzentren
oder auf der Straße kennen gelernt habe, zu einer Art Gegenüberstellung
gebeten: Aus mehreren traditionellen Stoffen sollten sie jeweils
denjenigen auswählen, der in ihren Augen ihr Herkunftsland
symbolisiert und vor dem sie dann fotografiert werden wollten. Dieser
stoffliche Hintergrund steht für die erste Wurzel der Porträtierten.
Die zweite Wurzel, ihre Lebenswirklichkeit hier und jetzt, wird
durch Kleidung und Haltung repräsentiert.
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Norbert Wiesneth
Meine künstlerische Arbeit entwickelt sich aus der Erfahrung
der Transformation von Orten. Dabei lote ich fotografisch die Gegensätze
und Verbindungen von Organik und Geometrie aus. In verschiedenen
Werkgruppen, formuliere ich von einem persönlichen Standpunkt
neue Zusammenhänge von Architektur und Landschaft.
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Frauke Bergemann
so weit das Auge reicht
Seit ich fotografiere habe ich nach einer Möglichkeit gesucht,
den durch das Objektiv verflachten und vorgegebenen Ausschnitt in
der Fotografie zu erweitern und zu vertiefen. Ich wollte in die
Bilder eintauchen und mich in ihnen bewegen wie beim Filmschwenk,
der meinen Blick lenkt vom fast zu berührenden Vordergrund
bis zu den endlosen Weiten am Bildhorizont. Bei der Aufnahme bleibe
ich ganz dicht an dem tradierten Begriff der Dokumentarfotografie
und erhoffe von dem festgehaltenden Augenblick, dass er über
mein ausschließlich persönliches Gefühl hinausgeht.
Ich bestimme einen Ausgangspunkt, von dem aus ich alle wichtigen
Blickpunkte miteinander verküpfen kann. Zerlege diesen weit
ausholenden Blick mit der Kamera (analog) in einzelne Aufnahmen,
um sie später am Computer wieder zusammen zu bauen. Mein Ziel
ist es, ein räumliches und dreidimensional anmutendes Foto
zu erschaffen, dass dem Betrachter das Gefühl des >Dabeigewesen
zu sein< vermittelt.
Die verschiedenen Perspektiven in meinen Bildern zeigen einen gestaffelten
und gedehnten Raum. Aufgehängt, wie an einer Kette, sind die
unterschiedlichen Verweise, ob bildlicher oder textlicher Art, gut
sichtbar. Der Vordergrund erscheint zum Anfassen nah, aber auch
der Hintergrund wird nicht durch dazwischen liegende Motive verdeckt.
So lässt das entzerrte Bild dem Betrachter die Möglichkeit,
mit seinen Augen in der Fotografie spazieren zu gehen.
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Michael Jochum R.o.T.
...aus den Archiven subjektiven Erinnerns wird ein allgemeines Repertoire
geschaf-fen, das an Bilder aus der eigenen Familiengeschichte erinnert.
Familienbilder werden durch erneutes Fotografieren auf ihren Erinnerungsgehalt
und ihre eigene Ver-gangenheit befragt. Ausschnitte, Unschärfen
und Beleuchtung lassen neue Bilder entstehen. Material und Gebrauchsspuren
werden sichtbar, und verweisen damit auf Vergangenheit und Geschichte.
Wie Erinnerungen zeigen sie Risse, Spuren, Kratzer oder verschwimmen
mehr oder weniger. Die Arbeit will keine Familiengeschichte an-hand
von Bildmaterial rekonstruieren, sondern bleibt wie Erinnerung bruchstückhaft
und durchsetzt mit anderen Bildern. Einzig die Bilder rekonstruieren
ihre eigene Ge-schichte. MJ
Abb.: aus R.o.T., 1999-2001/2005, 60x40 cm Silbergelatine, Seleniumtonung,
Holzrahmung
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Sabine Schründer In meinen Arbeiten geht es oft um
die Stellung des Einzelnen im gesellschaftlichen Kontext und um
die subjektive Auseinandersetzung mit soziokulturellen Phänomenen.
Oft arbeite ich assoziativ und verbinde bewusst Inszenierungen,
dokumentarische Eindrücke und bildliche Metaphern. In den jeweiligen
Präsentationsformen geht es mir darum, Unmittelbarkeit und
Authentizität erfahrbar zu machen.
In den beiden Arbeiten Eva-04 und Eva-05
(Tokyo 1998+ 2008) nutze ich die Erzählform des Buches. Die
Bildreihenfolge und das Ineinandergreifen unterschiedlicher fotografischer
Komponenten schaffen eine Beschreibung des Themenkomplexes Individuum
und Kollektiv auf einer teilweise abstrakten und doch intimen Ebene.
In der Fotoinstallation intrude(into) (2007) untersuche
ich das Terrain zwischen Gefahr, Kontrolle und Sicherheit sowie
dem Individuum. Ich kreiere ein assoziatives Netz aus Bildern in
einer nicht-linearen Hängung unterschiedlicher Formate. Instrumente
und Apparaturen der Kontrolle verbinde ich mit Bildern aus der Natur.
Durch digitale Manipulation sowie die Loslösung aus ihrem ursprünglichen
Kontext erscheinen die Szenarien in einem Feld zwischen ästhetischer
Verlockung und unterschwelligem Unbehagen.
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Delia Keller Auf einem der Bilder
sehen wir eine junge Frau im roten Kleid in einem Kino sitzen. Die
Vorstellung ist vorbei. Nicht zufällig ist ein Kino gewählt,
in dessen Innenraum Außenräume auf die Leinwand projiziert
werden, in denen die Existenz des Menschen zwischen Innenund Außen,
Sehnsucht und Realität ihre eigentümliche Darstellung
findet. Delia Kellers Bilder von Räumen sind durch die Präsenz
von Körper und Geschichte aufgeladen mit dem Geheimnis einer
Erzählung, die zu enträtseln dem Betrachter überlassen
bleibt.
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Thomas Anschütz zeigt beim diesjährigen Treffen mehrfach überlagerte Ansichten von Stadt und Land. Mischungen aus Vergangenem und Gegenwärtigem verschmelzen zu grossformatigen Bildern in Schwarz und Weiss.
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Wolfgang Bellwinkel Im zweiten Teil
meines Global City Projects fotografiere ich unvollendete
Gebaeude in Asien,
Europa und Nah-Ost.
Hochhäuser dienen nicht zuletzt der Selbstvergewisserung der
eigenen Bedeutung, sie symbolisieren Macht - nicht zufällig
gehören die grössten und aufwendigsten Gebäude meist
Banken und grossen Konzernen. In meiner Arbeit stehen Gebäude
eher für das Gegenteil. Sie sind gross und zunächst mal
beeindruckend aber eben unvollendet. Sie ergaenzen als moderne
Ruinen, als ungewollte Skulpturen des Scheiterns, das Bild des städtischen
Raums.
Die fotografierten Gebäude werden freigestellt. Die in der
konventionellen Fotografie übliche Beziehung von Objekt und
Raum wird dadurch aufgehoben. Durch die vorgenommene Reduktion werden
die Bauwerke ihres erklärenden Umfeldes beraubt, was zu einer
Irritation führt, gleichzeitig aber zu einer stärkeren
Fokussierung auf das Skulpturale. Als Babeltürme
werden sie zu einem Sinnbild des Grössenwahns, zu einem Symbol
des Scheiterns.
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Die Arbeit von Yvonne Seidel wird besonders
von zwei Zugängen der Dokumentar-fotografie dominiert, der
Reportage oder Reisereportage und der Luftbildfotografie und dem
Fliegen. Besonders deutlich wird dies bei ihrer Arbeit SKY,
in der sie den Frankfurter Flughafen ergründet und sich in
vielfältiger Hinsicht den beiden Themen widmet, die an diesem
Ort spürbarer sind wie nirgends sonst.
SKY FRA ein Magazin vom Fliegen
Über Monate hat Yvonne Seidel das ewige Schauspiel auf dem
größten Flughafen (Binnen-)Europas "Frankfurt International
Airport" fotografiert. In einer Synthese aus Inszenierung und
Reportage mit literarischen Texten beschreibt die Edition SKY eine
Ethnologie des Traums und Alltags vom Fliegen. Der Kristallisationspunkt
von Sehnsucht und Geschwindigkeit lässt Welten in den sechs
Kapiteln Arrival, Traveler, Peripher, City, Transit und Departure
aufeinander treffen.
Luftansichten
Die Vogelperspektive bietet einen anderen Blick auf die Welt. Sie
verschafft
Übersicht und lässt neue Zusammenhänge erkennen.
Linien, Formen und
Strukturen werden zunächst zu einer grafischen Abstraktion.
Bei genauer
Anschauung erkennt der Betrachter aber den Ursprung.
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Vorstellung des Buchprojektes
China! Which China? Von Wolfgang Zurborn, Verlag
Schaden.com, gestaltet von Heine/Lenz/Zizka.
"Es ist sehr erholsam, nach all den inszenierten Bildern der
Olympischen Spiele, nach all der arrangierten, retuschierten Wirklichkeit
mit Wolfgang Zurborns anarchistischem Auge auf China zu schauen.
Der Zufall führt Regie, die Botschaft ist verschlüsselt,
der Sinn spielt Verstecken, der Monolith zerfällt in Einzelteile.
Es ist weder ein aufdringlicher Blick hinter die Kulissen noch ein
komplizenhafter Schulterschluss mit den Menschen, die endlich Individuen
sein dürfen. Es ist weder die Wahrheit noch eine Entlarvung,
sondern ein hintergründiges Dekonstruieren der Wirklichkeit.
Zurborns großartige Fotografien geben uns Möglichkeiten,
keine Antworten, sie sind Fallgruben für die Wahrnehmung und
Ermunterungen zu Gedankenspielen."
Aus dem Artikel Die Spiele sind vorbei, das Spiel beginnt
China ohne Regieanweisung: Wolfgang Zurborns hintergründige
Fotografien aus Peking und Schanghai von Jakob Strobel y Serra
in der FAZ vom 28.8.2008
Freitag, 25.4.2008 |
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16.30 Uhr |
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Mitgliederversammlung (nicht öffentlich)
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Samstag, 26.4.2008 |
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10.00 - 16.30 Uhr
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Bildpräsentationen und Vorträge von Mitgliedern
und Gästen
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10.00 Uhr
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Begrüßung: Prof. Manfred Schmalriede |
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10.30 Uhr
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Vortrag von Dr. Marlene Schnelle-Schneyder: "Wie wahr sind die Bilder, wie falsch ist die Wirklichkeit?"
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11.30 - 13.00 Uhr |
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Bildpräsentationen von Lukas Roth und David Klammer |
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14.00 - 15.30 Uhr |
Bildpräsentationen von Frank Rothe und Uta Rauser
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15.45 Uhr |
Bildpräsentation von Eva Mahn
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17.00 Uhr |
Eröffnung der Ausstellung "Das Schauspiel des Authentischen"
von Katharina Bosse, Wiebke Leister und Silke Helmerdig
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19.00 Uhr |
Eröffnung der Ausstellung "Portraits aus dem Archiv
der DFA" in der
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Sonntag, 27.4.2008 |
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10.00 - 16.00 Uhr |
Bildpräsentationen und Vorträge von Mitgliedern
und Gästen
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10.00 Uhr
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Bildpräsentation von Tania Reinicke |
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11.00 Uhr
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Vortrag von PD Dr. Andrea Gnam: "Dimensionen des Imaginären in der zeitgenössischen Fotografie"
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13.00 Uhr |
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Bildpräsentationen von Peter Jacobi und Thomas Brenner |
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15.00 Uhr |
Bildpräsentation von Gertrud Schrenk
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Thomas Brenner, Peter Jacobi, David Klammer, Eva Mahn, Uta Rauser, Tania Reinicke, Lukas Roth, Frank Rothe, Gertrud Schrenk
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Am Tag, als ich die Arbeiten von
Frank Rothe sah, war ich sofort wieder das kleine Mädchen,
das mit anderen Mädchen zusammen kichert, in uns die Unbeschwertheit
des Sommers. Für einen Augenblick war ich wieder Kind in einem
Pionierlager. In diesen Sommercamps war jede Stunde geplant... Ich
war nur Teil eines Ganzen, des Kollektivs. Wollte ich spielen, sollte
ich vielleicht gerade schwimmen oder schlafen gehen...
In so einem Camp wird man für wenige Wochen aus seinem sozialen
Umfeld und der familiären Geborgenheit herausgerissen. Man
muss sich neu behaupten.
In Rothes Fotografien finden sich diese Momente, in denen Menschen
zusammen sind, die sich im Alltag nie begegnen würden. Hier
leben sie in einem Zimmer und müssen miteinander zurecht kommen.
Melancholie, Sehnsucht, Liebe und Einsamkeit spielen daher eine
große Rolle.
Rothes Fotografien beinhalten verschiedene Ebenen, die er mit Schärfe
und Unschärfe hervorhebt, im Vordergrund Ruhe und im Hintergrund
Aktion oder vice versa. Die Fotos ziehen in Geschichten hinein,
die nie ganz entschlüsselt werden, da uns oft nur kleine Ausschnitte
gezeigt werden und der Betrachter die Lücken selbst ergänzen
muss. Das macht Running Through The Wind so geheimnisvoll.
Jeder kann seine eigene Geschichte in den Bildern suchen...
...In den Bildern spürt man große Gefühle, begegnet
einem Licht und einer Farbigkeit, die oft an Gemälde heranreicht.
Sie sind unverstellt, naiv und echt. So etwas sieht man viel zu
selten.
Steffi Schulze , Camera Work Berlin
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Tania Reinicke Die Art, wie wir die Welt
fotografisch wahrnehmen und darstellen, verändert die Welt,
wie wir sie verstehen. Bei meiner Arbeit geht es nicht darum Vorhandenes
oder Sichtbares abzubilden, vielmehr erzählen die Bilder Geschichten,
die Anreiz bieten für eine Entdeckungsreise mit ganz persönlichen
Ausblicken und Einsichten. Dabei geht es um die Erkundung einer
durchaus bestimmbaren Wirklichkeit, die in einer Gegenwart postmoderner
Entwicklungen von der Inszenierung und Illusionierung der Wirklichkeit
und einer fortschreitenden Mythologisierung der eigenen Persönlichkeit
im Begriff ist, einer virtuellen Welt zu weichen. Das simulatorisch
Wirkliche verwandelt sich in sich in das authentisch Unwirkliche.
In meiner Arbeit erscheint der mich umgebende Raum nicht als klar
beschreibbarer und genau definierter Zustand, in dem es um eine
äußere Ansichtigkeit und Differenzierung dinglicher Verhalte
geht, sondern um eine innere Wirklichkeit, in der der Betrachter
sie antrifft.
Eine Idee, ein Gefühl, Erinnerungen, Wünsche, - Sehnsüchte
und Projektionen unserer selbst, bestimmt von den unterschiedlichsten
Assoziationen, die sich im Kopf des jeweiligen Betrachters einstellen.
In meiner Arbeit Lost Spaces, die 2002 in den Hutongs bzw.
Shikumen der chinesisschen Städte Beijing und Shangai, entstanden
ist verwandeln sich in der Andeutung von Verborgenen, im Labyrinth
von Lichtern, Treppen und Fassaden, Nähe und Distanz scheinbar
ereignislose Schauplätze zur Bühne unvorhergesehener virtueller
Geschehnisse.
Der Preis der Freiheit, Vietnam 2006, wurde als Projektstipendium
vom Kulturwerk der VG Bild-Kunst GmbH, Bonn gefördert. Die
Arbeit zeigt ein Gesicht Vietnams, das geprägt ist durch die
Spätfolgen des Vietnamkrieges. Erst auf den zweiten Blick entfaltet
sich die unglaubliche Dimension der Kriegsfolgen. Den Vietnamkrieg
hat die Menschheit nach über 30 Jahren noch immer nicht bewältigt.
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Präziser als Lukas Roth arbeitet
derzeit kaum ein anderer Fotograf an der Schnittstelle von Realität
und Fiktion, Objektivität und Subjektivität. Dafür
wurde ihm 2004 der Otto-Steinert-Preis der Deutschen Gesellschaft
für Photographie vergeben.
Die hyperrealistisch und oft sezierend kühl wirkenden Fotografien,
Landschaftsaufnahmen ebenso wie Architekturbilder, Baustellen oder
Stadtansichten, sind Ergebnis eines langen und aufwändigen
Arbeitsprozesses mit dem Ziel, die Diskrepanz zwischen der Erinnerung
des Künstlers und dem, was die Kamera erfassen kann, zu minimieren.
Das geschieht durch Verfremdungen, Montage und digitale Bildbearbeitung.
Roths Absicht ist also nicht dokumentarisch, sondern entspringt
dem Wunsch nach Wiedergabe eines persönlichen Eindrucks. Eliminiert
wird, was in den Augen des Künstlers nichts auf dem Bild zu
suchen hat, aber es wird auch hinzugefügt, was in den Augen
des Künstlers fehlt. Das macht sie zu vertrackten Vexierspielen
für ihre Betrachter, denn Roth beherrscht das Spiel mit perspektivischen
Verschiebungen, und seine imaginären Räume wirken auch
auf den zweiten Blick wirklicher als die Wirklichkeit.
Kerstin Stremmel
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Thomas Brenner, couvent
Die Serie couvent entstand im Sommer 2006 in einem ehemaligem
Kloster, ca 100 km südwestlich von Brüssel. Die 16 Inszenierungen
beschäftigen sich mit dem Themenkomplex Religionen, Glaube
und spielen mit imaginären Wünschen und Ängsten.
Die Mönche stehen hierbei als anonyme Protagonisten, um die
Aussage der Bilder für jeden Betrachter möglichst offen
zu halten.
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Gertrud Schrenk
Symbole und Symbiose
Ornament und Verbrechen, Sex and Rhyme, Rhythm and Blues, das Schwarze
Herz, King Kong und die Blondine, Übermacht und Verlorenheit,
Hingabe
und Eruption. Naturwissenschaft und Archetypen, elementar und erotisch,
puppenhaft in Szene gesetzt. Eine Zweite Postmoderne?
Die Moderne Kunst ist einmal angetreten, sich herrschenden Mustern
zu
verweigern. Wo aber Verweigerung zum herrschenden Muster geworden
ist,
bleibt nur noch ein: Sag ja zum Ja.
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Eva Mahn, Männer
Erfolgreiche Männer,
Männer um die 60,
Männer und ihr Imperium,
Männer, die mir entgangen sind,
aber auch, die mir erspart geblieben sind,
Zugereiste und Hallenser.
Abb.: Prof. Hermann Weber, Maler und Grafiker, geboren 1959 in
Biberach (Riß)
Seit 1996 Professor für Kunsterziehung / Kunstpädagogik
an der Burg
Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle
Bad Lauchstädt, 27. Januar 2004
Peter Jacobi, Siebenbürgische Wehrkirchen
und Bauernkirchen, Fotografien von 2004 und 2005
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In Siebenbürgen befinden sich noch ca. 300 Kirchen
und Wehrkirchen. Diese wurden von den Siebenbürger Sachsen
in der Zeit von ca. 1250 bis ca. 1900 errichtet. Durch ihre außerordentliche
Geschichte und Gestalt, sind diese Ensembles (Kirche, Pfarrhaus,
Predigerhaus, Schule, Lehrerwohnung, Kindergarten, Gemeindesaal),
einmalig in der Welt.
Durch den Exodus nach 1990, der Mehrzahl der Siebenbürger Sachsen
(Einwanderer von Rhein, Mosel, Elsas, Maas), ist ein Grossteil dieser
Ensembles verwaist, und ohne Fürsorge. Ein Teil dieser Bauten
ist bereits eingestürzt, oder in sehr schlechtem Zustand. Ich
habe einen Bericht über ca. 200 Ensembles erstellt.
Diese Arbeit besteht aus jeweils einigen dokumentarischen Fotografien
und schriftlichen Notizen zum Zustand dieser Bauten.
Eine Internet Seite ist für die kommende Zeit geplant. Es soll
um neue Nutzer, Patenschaften, Helfer für die Restaurierung,
oder auch Käufer, weltweit geworben werden.
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Wie man sich bettet...
Fotografien von: Uta Rauser und Bernadette Grimmenstein
Wir haben das Bett der Emscher an verschiedenen Stellen fotografiert.
Und wir haben verschiedene Betten von Menschen im Ruhrgebiet fotografiert.
So entstanden Bildpaare, die sich unter Gesichtspunkten wie Licht,
Farbe, Struktur oder sozialer/geografischer Ort betrachten lassen.
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David Klammer Öffentliche Anbetung
Die Welt der Selbst-Inszenierung und -Darstellung im öffentlichen
Raum ist seit drei Jahren ein freies Thema für den Fotografen
David Klammer aus Köln. Einkaufspassagen, Feste und Megaevents
wie die Fussball WM 2006 sind für den Fotografen eine Bühne
von ritualisiertem Verhalten und Eitelkeit, das dem Zuschauer vor
allem eins beweisen soll: individuell zu sein in einer trendlosen
Gesellschaft. Die extreme Blitztechnik der Fotos, die durch starke
Unterbelichtung verschwundene Räumlichkeit der Orte gibt den
Fotos eine Bühnenaura, die mal an eine antike Tragödie
und mal an einen Mailänder Laufsteg erinnert. Für seine
Fotos während der Public Viewings der WM 06 erhielt Klammer
2007 bei den World Press Photo Awards den dritten Preis in der Kategorie
Sport Feature Series.
9:30 Uhr Ankunft und Einlass in das Auditorium.
Bitte
beachten: Separater Eingang auf der Rückseite des Hauses
10.00 Uhr Begrüßungen: Ingo Taubhorn (Kurator
des HdP)
Manfred
Schmalriede (Präsident der DFA)
10.15 Uhr Präsentationen: Oliver Sieber
und Katja Stuke,
Ralf
Cohen, Annette Frick
12.30 Uhr Mittagspause mit der Möglichkeit im hauseigenen
Restaurant Fillet of
Soul zu essen. Tische werden reserviert.
13.30 Uhr Vortrag: Manfred Schmalriede Über
das Künstlerische in der Fotografie
14.30 Uhr Präsentation: Gosbert Adler
15.15 Uhr Kaffee-Pause
15.30 Uhr Präsentationen: Jaschi Klein,
Dörte Eißfeldt
17.00 Uhr Kuratorenführung durch die Ausstellung
American Beauties
18.15 Uhr Portfolio Walk mit Arbeiten von Tine
Casper, Anja Engelke, Cosima
Hanebeck, Karin Jobst, Paul Kalkbrenner, Ferial Kasmai,
Joanna
Kosowska, Jan Lemitz, Frederic Lezmi, Shushi Li,
Daia
Morariu, Klaus Münzer, Patrick Presch, Tania Reinicke,
Florian
Schwarz, Dieter Seitz, Verena Thomas, Rivkah Young,
Benja
Weller
20.00 Uhr Ende
10.00 Uhr Präsentationen: Ralf Meyer, Laurenz Theinert,
Amin El Dib
12.15 Uhr Mittagspause
13.15 Uhr Präsentationen: Irina Ruppert, Silke Helmerdig
14.45 Uhr Kaffee-Pause
15.00 Uhr Präsentationen: Christoph Balzar, Wolfgang Zurborn,
Marc Räder
17.00 Uhr Ende der Tagung
Haus der Photographie
Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstraße 1 - 2
D-20095 Hamburg
Tel. +49-(0)40-32 10 30
Fax +49-(0)40-32 10 3-230
info@deichtorhallen.de
Gosbert Adler, Christoph Balzar, Ralf Cohen, Dörte Eißfeldt,
Amin El Dib, Annette Frick, Silke Helmerdig, Jaschi Klein,
Ralf Meyer, Marc Räder, Irina Ruppert, Oliver Sieber, Katja
Stuke,
Laurenz Theinert, Wolfgang Zurborn
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Die Böhm ist ein seit 1999 vierteljährlich, in limitierter Auflage erscheinendes Künstler-Heft, konzipiert und herausgegeben von Katja Stuke (*1968) und Oliver Sieber (*1966). Veröffentlichung finden darin vorwiegend von ihnen selbst aufgenommene Photographien, die sie verschiedenen Themen folgend und nur gelegentlich durch Bildtitel kommentiert zu Sequenzen fügen. Gegensätzliche wie fast identische Blickwinkel treten hervor, die einerseits mit der individuellen künstlerischen Position vertraut machen, andererseits gänzlich freie Assoziationen und Interpretationen ermöglichen. Die Motivwelt des Künstlerpaars, angesiedelt zwischen den Sujets Portrait, Stadt und Landschaft, erschließt sich vor dem Hintergrund ihres Lebensumfelds im Großraum Düsseldorf-Köln sowie ihrer vielen Reisen, u. a. in die USA, Kanada und Japan. Ihr besonderes Interesse richtet sich auf alltäglich anzutreffende Begebenheiten oder auf Personenkreise, die sich vielfach als Projektionsflächen eigener Reflexion mit dem Außergewöhnlichen und Atmosphärischen verschränken. Wahrnehmungsmechanismen werden hinterfragt und im weitesten Sinn auch Lebensräume, die sich über gesellschaftliche oder kulturelle Wertevorstellungen definieren. Von großer Bedeutung ist in ihren Bildern auch die Frage nach dem Einfluss der Film- und Medienwelt, nicht zuletzt auch angeregt und verstärkt durch die Aktivitäten der Kunst- und Photographieszene. Dass das Bild im Kopf ebenso wichtig ist, wie das, welches wir de facto zu sehen glauben, machen Katja Stuke und Oliver Sieber auf vielfältige und anregende Weise deutlich. (Gaby Conrath-Scholl, anlässlich der Ausstellung "Das Böhm Projekt" in der SK-Stiftung/photographischen Sammlung, Köln, Sept. 2006)
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Neben dem gemeinsamen Projekt das mittlerweile auch einen
Internet-Ausstellungsraum beinhaltet stellen die fotografischen
Arbeiten der beiden jeweils eigenständige künstlerische
Positionen dar. Ein Schwerpunkt der Arbeit von Oliver Sieber
ist die Beschäftigung mit Identität, Individualität
und Gruppenzugehörigkeit und verschiedenen Jugendkulturen.
Katja Stukes fotografische Arbeiten thematisieren die Beobachtung
der Menschen im öffentlichen Raum, die Beurteilung von Bildern
und Realität auf Grund unterschiedlichster bildnerischer Sozialisation
und die Veränderung der Wahrnehmung von Bildern durch unterschiedliche
mediale Kontexte.
http://www.os66.de
http://www.ks68.de
http://www.frau-boehm.de
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Die Architektonische Nachhut von
Ralf Meyer ist eine Annäherung an die architektonischen
Hinterlassenschaften des "Dritten Reiches" in Deutschland.
Das Ziel war es, zu beobachten, auf welche Weise wir heute mit der
Architektur einer Phase unserer jüngeren Geschichte umgehen.
Wie sieht das Leben in und um diese Bauten herum aus, die zwischen
1933 und 1945 im Nationalsozialismus entstanden sind?
Zwischen 2001 und 2006 entstand an 32 Orten in Deutschland eine
Sammlung von 130 Fotografien.
Viele repräsentative Bauten folgten einem ideologischen Programm.
Es gab kaum privates, ungelenktes Bauen. Bis heute existieren Wohnsiedlungen,
ehemalige Parteigebäude, Kulturbauten, Ministerien und militärische
Anlagen. Aber auch Flughäfen, Fabriken, Brücken und Bunker
wurden im Sinne ihres spezifischen Auftrages baulich geprägt.
Ist diese implizierte Botschaft der Architektur auch heute noch
spürbar?
Wir begegnen diesen Gebäuden im Stadtbild, wohnen und arbeiten
in ihnen und kaufen dort ein. Welche Wechselwirkungen entstehen
durch die tägliche Konfrontation mit diesen Relikten?
Im Vordergrund der Fotografien steht nicht die reine Abbildung von
Fassaden, sondern vielmehr die Fragestellung, auf welche Weise sich
das Leben im 21. Jahrhundert mit den Ausprägungen des deutschen
Faschismus der 1930er und 40er Jahre verträgt.
Der Bildband Architektonische Nachhut erschien 2007 im Kerber Verlag.
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Irina Ruppert Wurzeln 2
In meiner Arbeit Wurzeln 2 geht es um Jugendliche, die
in zwei Kulturkreisen aufwachsen; um Heranwachsende, die damit konfrontiert
sind, mit einem anderen kulturellen und sprachlichen Hintergrund
in Deutschland zu leben. Mich hat interessiert, wie Pubertierende,
die ohnehin auf der Suche nach der eigenen Identität sind,
sich zu Fragen positionieren wie: Wo ist meine Heimat? Wo gehöre
ich hin? Wo liegt meine Zukunft?
Für die Aufnahmen habe ich rund 100 Jugendliche, die ich in
Schulen, Jugendzentren oder auf der Straße kennen gelernt
habe, zu einer Art Gegenüberstellung gebeten: Aus mehreren
traditionellen Stoffen sollten sie jeweils denjenigen auswählen,
der in ihren Augen ihr Herkunftsland symbolisiert und vor dem sie
dann fotografiert werden wollten. Dieser stoffliche Hintergrund
steht für die erste Wurzel der Porträtierten. Die zweite
Wurzel, ihre Lebenswirklichkeit hier und jetzt, wird durch Kleidung
und Haltung repräsentiert.
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Laurenz Theinert stellt zwei neue fotografische
Projekte vor.
Raumverdichtung: Ein Objekt von verschiedenen Standpunkten
fotografiert. Diese unterschiedlichen Ansichten werden transparent
vergrößert und in einem Plexiglasblock mit geringem Abstand
geschichtet. Der abgeschrittene Raum wird somit im Block verdichtet
- die unterschiedlichen Sichtweisen zu einer kombiniert.
Zeitfenster: Zwei Aufnahmen vom gleichen Standpunkt mit
einem Abstand einer halben Sekunde. Aufnahme 1 und das Negativ von
Aufnahme 2 werden am PC übereinandergelegt. Alle Bildteile,
die sich während der halben Sekunde nicht verändert haben
löschen sich gegenseitig aus. Die Teile, die sich verändert
haben sind positiv und negativ sichtbar. Es entsteht sozusagen ein
Zeitfenster. Wie die zwei unterschiedlichen Standpunkte der Augen
räumliches Sehen ermöglichen so wird durch die Überlagerung
zweier Zeitpunkte ein Zeitraum sichtbar, der so sonst nicht zu sehen
ist.
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Jaschi Klein Wind-Installationen
In der Installation treffen Kultur und Natur aufeinander. Der Mensch
schematisiert, schafft ideelle Formen: Dreieck, Quadrat und Kreis
- uralte Symbole für Himmel und Erde. Sie sind Paradigmen für
Realität, die in Natur und Kultur enthalten sind.
Die Natur greift ein: Wind lässt Vielfalt entstehen und variiert
Formen, die starre Körper von sich aus nicht zulassen. Die
entstandenen Strukturen entsprechen dem Prinzip der Kombinatorik
per Mutation.
Der Installationsaufbau aus beweglichen Elementen, aufgehängt
an 5 m hohen Stelen, bewirkt im Schattenspiel, in Überschneidungen
und Verdrehungen immer wieder neue Kompositionen. Die Anordnung
wird durch die Umgebung diktiert, die Interaktion mit ihr lenkt
den Prozess des Aufbaus.
Die Aufbauten tauchen auf an Orten mit verschiedenen Windverhältnissen
und Naturerscheinungen. Kennzeichnet sich ein Kompositionsfeld durch
verschiedene Abstände der einzelnen Stelen, so werden unterschiedliche
Bewegungsmuster des Windes deutlich wie Verwirbelungen und
andere Strömungsverhältnisse.
Die Installationen haben bewusst temporären Charakter. Sie
sind ausgerichtet auf das Endresultat Bild, aber gleichzeitig als
Aktion von Bedeutung. Für kurze Zeit haben die Objekte das
Umfeld zum Schweben gebracht. Der Blick soll sich nicht gewöhnen
an Permanentes. Von der Aktion bleibt ein geschärfter Blick
für die Landschaftsform.
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Amin El Dib Men at Work
Bei meinen neuen Arbeiten handelt es sich um manipulierte
Reproduktionen aus Pornomagazinen. Ich habe in den letzten Jahren
etliche fotografische Arbeiten zum Thema Pornographie beobachtet.
Den Blick auf die Männer habe ich dabei vermißt. Das
war das Vorzeichen unter dem ich an das Thema heran gegangen bin.
Eine so intensive Hinwendung zum rein sexuellen, zu bestimmten Körperfunktionen,
verstehe ich als Verdrängung des Todes und als Selbstvergewisserung:
noch lebe ich, der Körper funktioniert. Gefunden habe ich die
vorliegenden Bilder. (4 Bildgruppen mit insgesamt 30 Motiven). Ich
denke, daß das Motiv der Vanitas anklingt.
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Annette Frick Die Masken der Identität
Identität ist das Stichwort, das meine unterschiedlichen
Arbeiten verbindet. Sowohl für meine fotografischen Selbstportraits,
in denen es um weibliches Selbstverständnis, und die Suche
nach einer weiblichen Identität jenseits der vorgegebenen Rollen
Klischees geht, als auch für das Projekt Tabuzonen,
in dem ich mich mit dem Holocaust und der deutschen Vergangenheit
auseinander setzte.
Ein Teil der Arbeit ist eine subjektive Dokumentation, der Protagonisten
der nicht offiziellen Kultur Berlins, die einen der Hauptanziehungspunkte
der Metropole ausmachen, aber in der Hoch-Kultur und den Medien
nur ein Schattendasein führen.
Seit Jahren mache ich hier Portraits von den Sternschnuppen, Künstlerinnen,
Tunten, Lesben, Dragkingz, Transvestiten, Nachtschwärmern und
ihren Begleitern. Individuen, die eine andere Vorstellung von Identität
haben und spielerisch damit umgehen. Sie setzen ihren eigenen Entwurf
dem herrschenden Mainstream, der grauen Anzüge und Kleider
entgegen.
Dabei interessieren mich sowohl die Individuen in fast minimalistisch
reduzierten, wie auch in höchst aufwendigen Aufmachungen. Ausschlaggebend
bei meiner Auswahl war nur, dass ein Teil ihrer Persönlichkeit
durch diese Inszenierung besser zur Geltung zu kommen schien und
eine Vorstellung Realität wurde.
Dem gegenüber stelle ich Nachtaufnahmen von der Stadt und,
ehemals repräsentativer, zur Zeit verhüllter Gebäude,
wie z.B.: der alten Nationalgalerie, der Karl-Marx Allee, dem ehemaligen
Propaganda Ministerium, dem Kino Babylon, dem ehemaligen Luftfahrt
Ministerium. Die Gebäude befinden sich in einem Zwischen- Zustand
und obwohl die Bauplanen ihr Volumen und ihre Massivität noch
zu unterstreichen scheinen, haben sie gleichzeitig etwas Zeitloses
und provisorisches. Etwas dass uns an die Zelte der Nomaden oder
die Urform des Hauses erinnert. Es ist eine Anknüpfung und
gleichzeitig Infragestellung der Fundamente der Vergangenheit und
ihrer Hypothek. Auf diesen Nacht-Aufnahmen sind der Mond und die
Wechsel der Jahreszeiten die einzigen ungeschminkten Konstanten.
Das Projekt verweist auch auf das Berlin der 20 und 30 er Jahre,
das eine außergewöhnlich vitale Parallelkultur und eine
ganz andere Tradition im Umgang mit Identität und Geschlechterrollen
hatte, als die meisten andern deutschen Städte.
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Dörte Eißfeldt Was ist ein
Bild.
Eine frühe Beschäftigung mit Malerei und ein Studienschwerpunkt
Film beeinflussen meine gesamte fotografische Arbeit, die erst nach
dem Studium begann, ebenso, wie umgekehrt die fotografische Arbeit
die Arbeit mit bewegten Bildern beeinflußt. Ein meist experimenteller
Umgang mit dem fotografischen Bild zeichnet die Arbeiten aus.
Was ist ein Bild? Dies ist in meiner Arbeit immer wieder Antrieb
und Frage. Wie wird etwas Bild? Schon die Betätigung des Auslösers,
ein winziger Schnitt in die Zeit, bedeutet einen großen Sprung
hin zum Bild....
Die Aufnahmen entstehen meist in meinem unmittelbaren Umfeld
Sie sind für mich Kristallisationspunkte - wie das Staubkorn
für den Regentropfen - und bilden die Grundlage meiner Arbeiten.
Mal wird ein Film daraus, mal entsteht eher Malerei, mal zeichne
ich - mit der Schere. In meinen neueren Arbeiten geht es mir darum,
ob und wie ich die Schwerkraft der Bilder verändern kann um
sie leicht, offen und dynamisch zu lassen. Und dann gerät die
ganze Welt ins Bild, ganz nebenbei.
Wir bewegen uns auf einer hauchdünnen Membran zwischen der
imaginären unendlichen inneren Welt und der sichtbaren und
faßbaren Wirklichkeit unseres Alltags, unserer kleinen Welt.
So eine Membran sind auch Bilder; ich versuche, die Qualitäten
beider Welten miteinander in Schwingung zu versetzen, die Schnittstellen
zum Klingen zu bringen.
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Silke Helmerdig bewegt sich im Spannungsfeld zwischen zeitgeschichtlicher
Relevanz und scheinbarer Alltäglichkeit. Ihre Arbeitsweise
ist vielfältig. Sie bedient sich verschiedener Kameras, Formate
und Materialien und verknüpft Fotografien, meist in schwarzweiß,
miteinander, mit Texten oder mit Ton zu Erzählsträngen
in linearen und nichtlinearen Präsentationsformen. Ihre Themen
sind biografisch geprägt, schaffen in ihrer Umsetzung aber
Assoziationsräume für den Betrachter. Sie nutzt Sehgewohnheiten
und kulturelle Standards zur Vermittlung ihrer Geschichten, denn
ohne die Kenntnis des Betrachters bleibt das einzelne Bild eine
leere Bedeutungshülle. Ihre künstlerischen Arbeiten sind
bestimmt von den assoziativen Sprüngen, die sich im Kopf des
Betrachters einstellen.
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Ralf Cohen In meiner Bildpräsentation
werde ich eine aktuelle Arbeit aus diesem Jahr vorstellen. Ihr Titel
ist ohne Namen. Sie zeigt Heere von Wesen, die aufgezogen
sind, eine Schlacht zu schlagen. Ständig wird das Denken des
Betrachters zwischen dem äußeren tatsächlichen Bild
und den Gedanken zu Geschichte und Erinnerung schwanken. Ein für
mich meditativ unheimlicher Ort, den ich immer wieder aufsuche.
Des weiteren werde ich zwei Serien aus dem Jahr 1997 präsentieren.
Die Bilder der Serie Vernissage zeigen meine innere
Haltung zu derartigen Veranstaltungen; hin- und hergerissen zwischen
Kunst und Menschen. Ich bin nicht nur auf die Kunst konzentriert,
sondern unterhalte mich mit mehreren Besuchern gleichzeitig. Die
Bilder aus der Serie Altrhein sind Darstellungen des
ständigen Kommen und Gehen in der Natur; um dies zu transformieren
wandte ich eine nichtfotografische Technik an.
Gemeinsam ist meinen Arbeiten stets, daß sie von mir gelebt
sind und meine ganz persönliche innere Sicht zeigen. Mit meinen
Eingriffen in der analogen Fotografie führe ich die Bilder
zu dieser von mir bestimmten Wahrheit.
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Christoph Balzar EUROPA LADRONA
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Migration von Afrika über
die Kanarischen Inseln nach Europa entstand Christoph Balzars Serie
EUROPA LADRONA I XIV. Innerhalb dieses Kunstprojekts erkundet
er die Umgebung der Inseln nach Möglichkeiten zum Überleben.
Während sich seine Visualisierungen in eine fremde Lage hineinversetzen,
liegt das Augenmerk auf den Orten, die seine fiktiven Gegenüber
aufgesucht haben könnten. Die Wahl seiner Motive zerstört
das vertraute Bild der Urlaubsinseln und zeigt, welche Form die
Landschaft durch das Politikum der illegalen Migration und der Abschottung
seitens Europas annehmen kann. Der Ausspruch Europa, Du Diebin!
wie Europa Ladrona in der Übersetzung heißt,
weist darauf hin, dass die Kanaren, bevor sie von Europa gestohlen
und annektiert wurden, afrikanisch waren. In Form eines Graffitis
an der Betonwand eines desolaten Hafens ist der Spruch auf einer
von Balzars Fotografien wieder zu finden und verdeutlicht, dass
zwischen der politischen und der geografischen Wahrheit sprichwörtlich
Welten liegen. [
] Balzars Fotografien enthüllen nicht
immer real existierende Orte, sondern auch Projektionen möglicher
Wunschvorstellungen. Digitale Mikroinstallationen wirken in EUROPA
LADRONA als narrative Strategien der unfreiwilligen Reisenden. Sie
versuchen jene Orte durch die Augen des anderen zu betrachten und
verdichten Teils Raum und Zeit, um bestimmte Ereignisse in das Bildgeschehen
zu integrieren, die sonst unbemerkt bleiben würden. [
]
Wirklichkeit wird nicht dokumentiert, sondern in ihrer Komplexität
ähnlich den additiven Techniken der Malerei organisiert. [
]
Balzar will keine Wahrheit aufdecken, sondern lädt dazu ein,
seinem andeutungsreichen Spiel zu folgen. Text: Julia Gwendolyn
Schneider
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Buchvorstellung: Wolfgang Zurborn Drift,
Kehrer Verlag, Heidelberg
Für Wolfgang Zurborn ist die Gewinnung jedes fotografischen
Bildes, nicht nur einer Bewegungs- und Ereignisaufnahme, sondern
auch eines Raum- oder Objektbildes, mit dem Faktor Zeit und der
ihm innewohnenden Dynamik bei der einmaligen und einzigartigen Motivsuche
verbunden. In der Tradition des entscheidenden Augenblicks von Henri
Cartier-Bresson begreift Zurborn seine fotografischen Bildwelten
als Kompositionen, die auf den wichtigen unwiederholbaren Moment
abzielen. Der Fotograf surft auf der Welle der raumzeitlichen Wahrnehmungen,
bis er vor jenem Moment zu stehen scheint, an dem das Bild in seiner
vollen Komplexion zusammenschießen könnte. Während
aber bei Cartier-Bresson der fruchtbare Moment des Bildes im einzelnen
virtuosen Bildmotiv-Objekt aufgeht, setzt bei Zurborn die fotografische
Produktion einen anderen, entscheidenden Augenblick in der gesamten
Situation selbst voraus, den Moment, worin vorhandene Perspektiven,
unterschiedliche Blickwinkel, Fragmente und Komponenten, Vorder-,
Mittel- und Hintergrund in die noch offene Konstellation eines einmaligen,
aber jederzeit revidierbaren Entwurfs (Sartre) eintreten
und dem so gewinnbaren Bild eine unverwechselbare und doch historisch
veränderbare Signatur verleihen.
(aus dem Buchtext: Drift eine neue Kunst fotografischer Navigation
von Peter V. Brinkemper)
Donnerstag, 19.7.2007 |
||
|
19.00 Uhr |
Eröffnung der Ausstellung ...und grüßen
Sie mir die Welt / fotografierte Heimaten |
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Freitag, 20.7.2007 |
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16.00 Uhr |
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Mitgliederversammlung (nicht öffentlich)
|
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20.00 Uhr |
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Eröffnung der Ausstellung Ansichten aus Leinfelden-Echterdingen, |
|
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Samstag, 21.7.2007 |
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10.00 Uhr
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Eröffnung der Ausstellung secret gardens,
von Sophie Schmalriede
|
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11.00 - 13.00 Uhr
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Bildpräsentationen von Thomas Bachler,
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14.00 Uhr |
Vortrag von Dr. Christiane Stahl Inventur, Verlust
und Erfindung. »Heimat-Bilder« in der zeitgenössischen
deutschen Fotografie |
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15.00 - 17.00 Uhr |
|
Bildpräsentationen von Birgit Wingrat,
|
|
17.00 Uhr |
Eröffnung der Ausstellung Sehnsucht und Vertrautheit"
von Wolfgang Bellwinkel, Wiebke Loeper und Andreas Mader
|
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18.00 Uhr |
Eröffnung der Ausstellung heimat.de",
|
|
|
19.00 Uhr |
Besuch der Ausstellung Deutsch Land
|
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Sonntag, 22.7.2007 |
||
|
10.00 - 11.00 Uhr |
Bildpräsentation von Florian Beckers,
|
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|
11.00 Uhr |
Vortrag von Bernd Rodrian Schwarzer Himmel Kleid
aus Licht, über das Leben und Werk Heinrich Heidersbergers
|
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13.00 - 14.30 Uhr |
Bildpräsentationen von Katharina Mouratidi
|
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15.00 - 16.30 Uhr |
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Bildpräsentationen von Petra Warrass |
Thomas Bachler, Florian Beckers, Henning Maier-Jantzen,
Bertram Kober, Andreas Mader, Katharina Mouratidi,
Ille Oelhaf, Petra Warrass, Birgit Wingrat,
Karen Weinert und Anja Bohnhof
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Ille Oelhaf Der Mythos des Fremden,
der Ferne - die Sehnsucht danach hat ihre Verführungskraft
noch nicht verloren. Die In-Besitznahme dieser Mythen durch Fotografien
scheint immer noch und immer leichter möglich. Doch für
die meisten Betrachter handelt es sich dabei um bildgewordene Projektionen,
die eine Virtualisierung ihrer Welterfahrung nach sich ziehen, d.h.
die Wandlung eines subjektiven Weltbilds zu austauschbaren Bildwelten.
Dem eigenen, bewussten Weltbild zu folgen beinhaltet dagegen, sich
in eine bestimmte Beziehung zur Welt setzen. Im Idealfall bedeutet
es für die Fotografen, 'das Unsichtbare im Sichtbaren' (Lyotard)
hervorzuheben. Dieses 'Unsichtbare im Sichtbaren' zu zeigen und
wirkkräftig zu machen - darum geht es heute in der künstlerischen
Fotografie.
In vier Foto-Essays werden Aspekte des Lebens in Kaliningrad Oblast
als subjektive Interpretation und Erfahrung thematisiert. Welche
Erzählungen reflektieren unser Leben, stiften Sinn und organisieren
schließlich die Welt? Die Straßen und Wohnblocks, der
Überfluss und der Mangel dieser gewollt gesichtslosen Stadt
und die maroden Dörfer sind der zutiefst prägende Lebenshintergrund
der Menschen. Die Kaliningrader Porträts zeigen Menschen, an
denen wir Ähnlichkeiten und Unterschiede festzustellen beginnen.
Körpersprache, Kleidung und viele andere Details sind vertraut
und unterscheiden sich dennoch. So stellen diese Fotografien die
Frage nach einer Identität, die für die Entwicklung dieser
russischen Exklave seit 2004 eingeschlossen von der EU -
von entscheidender Bedeutung ist.
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Katharina Mouratidi - Die andere Globalisierung
"Warum tust du das, was du tust?"
Drei Jahre lang porträtierte Katharina Mouratidi GlobalisierungskritikerInnen
aus 43 Ländern: Indios und Arbeiter, Studentinnen, Rentierzüchter,
Bäuerinnen, Wissenschaftlerinnen, Christen, Atheisten, Bürgerinnen
und Revolutionäre. Allen, darunter auch vielen international
bekannten Persönlichkeiten - wie der Friedensnobelpreisträgerin
Rigoberta Menchú und dem Wirtschaftsnobelpreisträger
Joseph Stiglitz -, stellte sie die Frage: "Warum tust du das,
was du tust?"Die Interviewten berichteten so von ihrer eigenen
Geschichte und den ganz persönlichen Beweggründen ihres
Engagements. Die Antworten, die Mouratidi auf ihre Frage erhalten
hat, sind so ungewöhnlich wie vielfältig. Sie sind spektakulär
und alltäglich, kämpferisch, liebevoll, sehnsüchtig,
voller Idealismus und Hoffnung, aber auch berührend, warnend
und aufrüttelnd. Gemeinsam haben sie nur eines: die Gewissheit,
dass zum Überleben der Menschheit und unseres Planeten ein
Bewusstseinswandel unumgänglich ist - hin zu einer anderen
Globalisierung, von der alle Menschen und die Umwelt profitieren.
Die Arbeit tourt seit September 2005 im In- und Ausland. Das Buch
zur Arbeit ist 2006 unter dem Titel "¡Venceremos! Die
andere Globalisierung" bei Edition Braus, Heidelberg, erschienen.
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Petra Warrass - Wo es ist
Mit ihren Inszenierungen greift Petra Warrass auf Handlungen zurück,
in denen sie sich scheibar auf Situationen des täglichen Lebens
bezieht. Die Losgelöstheit ihrer exzentrischen Darstellungen
von einer nachvollziehbaren klaren Handlung führen den Betrachter
zu einer Irritation, die neugierig macht. Der festgehaltene Moment
wirkt wie das herausgeschnittene Einzelbild aus einer filmischen
Handlung, in der man nach dem Vorher und Nachher sucht. In ihren
Bildern ruft Petra Warrass Gefühle wach und reißt Geschcihten
an, die gedankliche Prozesse auslösen. Beim Betrachten ihrer
Bilder bin ich immer gerne bereit, den Faden aufzunehmen und im
eigenen Kopf weiter zu spinnen.
Prof. Heiner Schmitz, aus dem Katalog zur Ausstellung "Tandem"
im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr in der Alten Post, 2006.
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Birgit Wingrat - Landkante
Es ist mit Einschränkung ein romantischer Blick, den die
Fotografin auf ihre Sujets wirft. Nicht die dokumentarische Bestandtsaufnahme
ist das Thema, sondern Birgit Wingrat generiert bühnenhafte
Räume aus dem un- und umgestalteten Brach- und Neuland. Immer
wieder beschäftigen sie Grenzsituationen - die Kante. James
Gibson definiert in seiner bahnbrechenden Erforschung der Wahrnehmung
der visuellen Welt« 1950 das Kantenphänomen als den »fundamentalen
Raumeindruck«.
Genau »die elementaren Eindrücke einer visuellen Welt
sind die von Oberfläche und Kante», für die Reize
ausfindig gemacht werden müssen.
Der strenge Aufbau, der Blick für formale Bezüge in den
Bildelementen zeigen, dass die Autorin sich nicht mit einer intuitiven
schnellen Bildaneignung zufrieden gibt, sondern dass sie über
ein bewusstes, erarbeitetes Sehen zu ihrer Bildsprache gefunden
hat.
Dem widerspricht vielleicht der Begriff »romantischer Blick«,
wenn man ihn im üblichen Sinn als Verklärung oder Überhöhung
sieht. Es ist vielleicht etwas hochgegriffen, auf Casper David Friedrich
zu kommen - aber die Auseinandersetzung mit diesem Jahrhundertgenie
zeigt, dass hinter der vordergründig romantischen Fassade ein
unglaublich strenges, fast mathematisches Gerüst von Bild -
sprich Kompositionskoordinaten - liegt.
Aus der Rede von Prof. Fritz Haase im Hafenmuseum Speicher XI, Bremen
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Andreas Mader - Die Tage Das Leben
...Diese große Erzählung des Lebens zeigen die Aufnahmen
Andreas Maders - unprätentiöse und unsentimentale aber
gleichzeitig intime Porträts des Freundeskreises über
einen langen Zeitraum hinweg fotografiert. Ihnen liegt die innere
Überzeugung zu Grunde, dass sich im Alltäglichen eine
tiefere Wahrheit über uns selbst offenbart. Andreas Mader bedient
sich der Fotografie, um das unmerkliche Verrinnen der Zeit, visualisiert
durch körperliche und modische Veränderungsprozesse, zu
dokumentieren. Persönliche Teilhabe und taktvolle Distanz befinden
sich dabei in einem feinen Gleichgewicht... Rainer Danne
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Florian Beckers - Das Verschwinden der Bilder Florian Beckers
fotografische Arbeiten sind im wörtlichen Verständnis
"Licht-Bilder", d.h., Licht ist Thema der Bilder, Ursache
und Gegenstand zugleich.
Auf den ersten Blick mag dies widersprüchlich erscheinen, da
in seinen Fotografien die Dunkelheit dominiert. Man könnte
also eher davon sprechen, dass sie aus der Dunkelheit heraus
entstehen und teilweise wieder in ihr verschwinden.
Die Dunkelheit aber wird nur durch das Licht erfahrbar.
Im Wechselspiel bzw. Spannungsfeld von Dunkelheit und Licht erscheinen
Wirklichkeitsfragmente, Versatzstücke des Realen, in der Form,
dass das Angedeutete im Betrachter Assoziationen weckt. Dabei
steht nicht nur jedes Bild für sich alleine, sondern es gibt
Korrespondenzen, die einen Zusammenhang nahe legen. Aber, herausgerissen
aus einer räumlichen, zeitlichen und inhaltlichen Kontinuität
kann sich eine Lesbarkeit in chronologischer Reihenfolge nicht ergeben.
Vielmehr entstehen Brüche, die Fragen aufwerfen und eine Reaktion
des Betrachters fordern.
Das noch Sichtbare ist dabei lediglich Auslöser für das,
was außerhalb der Abbildung liegt, aber das Wesentliche darstellt.
Das Bild erschliesst sich also nur in der Wahrnehmung des Betrachters
selber, muss durch seine Vorstellungskraft vollendet werden.
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Thomas Bachler Bild aus der Serie
Pixel Trees, Camera obscura
Fotografie, 2006, 60 x 80 cm, Barytabzug.
Thomas Bachler präsentiert vier neue Fotoserien aus den letzten
Jahren: Übers
Lesen, Fovea centralis, Pixel Trees und Deutsche
Autos. Allen Arbeiten ist gemeinsam, daß sie, einem strengen
Konzept folgend, unsere bzw. die apperative Wahrnehmung thematisieren
und hinterfragen.
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Anja Bohnhof & Karen Weinert
Die Serie Abwesenheitsnotizen zeigt Ansichten von musealen
Gedächtnis-stätten historisch bedeutender Persönlichkeiten,
in denen die Fotografinnen über eine inszenierte Leere den
Blick des Betrachters auf die "Unbestimmtheitsstellen"
lenken.
[...] Bohnhof und Weinert zeigen leer stehende Innenräume,
die Persönlichkeiten fehlen. Die Spuren in den Gebäuden,
an den Fußböden, den Tapeten, lassen Rückschlüsse,
wenn auch begrenzt, auf die ehemaligen Bewohner zu. Die Räume
zeigen Spuren menschlichen Lebens in menschenleeren Bildern. Das
Visuelle dehnt sich in den narrativen Bildern weit über das
hinaus, was auf ihnen zu sehen ist und der kühle Blick in diese
Räume wirkt wie ein präziser Schnitt durch das eigene
Gedächtnis. Fenster, Türen, Böden sind erkennbar
und vielleicht auch zeitlich einzuordnen. Sie sind Eingänge
in ein Labyrinth der Umrisse und Farben. Die Distanz dieser Räume
schafft eine paradoxe Nähe zu den Menschen, die hier gewirkt
haben sollen. Man sucht nach Spuren einer Geschichte und verdächtigt
die eigenartigen Streifen der Tapeten. [...]
aus der Rede von Dr. Sandra Mühlenbehrend im Neuen Sächsischen
Kunstverein, Dresden
Abbildung: Arbeitszimmer Annette von Droste-Hülshoff, Rüschhaus,
Stadtmuseum Münster
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Bertram Kober, aus der Serie Carrara
9:30 Uhr Ankunft und Einlass in das Auditorium.
Bitte
beachten: Separater Eingang auf der Rückseite des Hauses
10.00 Uhr Begrüßungen: F.C. Gundlach und Ingo
Taubhorn (HdP)
Manfred
Schmalriede (Präsident der DFA)
10.15 Uhr Präsentation: Emanuel Raab
11.00 Uhr Vortrag: Prof. Dr. Dagmar Burkhart: Der
Tod und das Model - Nekrophile Tendenzen
in der Modefotografie
12.00 Uhr Mittagspause mit der Möglichkeit im hauseigenen
Restaurant Fillet of
Soul zu essen. Tische werden reserviert.
13.00 Uhr Präsentationen: Marc Beckmann, Andrea
Diefenbach
14.00 Uhr Vortrag: Dr. Peter V. Brinkemper: Heartbeat
or Heartattack?
Sinn
und Sünde in der Modefotografie"
15.00 Uhr Präsentationen: Bernd Arnold,
Andreas Weinand
16.00 Uhr Kaffee-Pause
16.30 Uhr Präsentationen: Haubitz+Zoche,
Claus Bach,
Klaus Elle, Lukas Einsele
19.00 Uhr Ende
10.00 Uhr Ausstellung The Heartbeat of Fashion ist geöffnet
11.00 Uhr Führung durch die Ausstellung von F.C.
Gundlach
12.00 Uhr Mittagspause
13.00 Uhr Präsentationen: Achim Mohné, Tilman Lothspeich,
Knut Maron
15.00 Uhr Präsentation: Gabriele Leidloff
Vorträge: Jörg Bader, Direktor des Centre da
la Photographie Genf,
Prof.
Dr. Bernd Hüppauf, New York University
16.15 Uhr Kaffee-Pause
16.45 Uhr Präsentationen: Andreas Herzau, Horst-Dieter Zinn
18:00 Uhr Ende der Tagung
Haus der Photographie
Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstraße 1 - 2
D-20095 Hamburg
Tel. +49-(0)40-32 10 30
Fax +49-(0)40-32 10 3-230
info@deichtorhallen.de
Bernd Arnold, Claus Bach, Marc Beckmann, Andrea Diefenbach,
Lukas Einsele, Klaus Elle, Haubitz+Zoche, Andreas Herzau,
Gabriele Leidloff, Tilman Lothspeich, Knut Maron, Achim Mohné,
Emanuel Raab, Andreas Weinand, Horst-Dieter Zinn
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Claus Bach Heinos Kabinett: Annäherung an ein Spontankunstwerk. Seit 1985 sammelt der gelernte Tischler Heino Kirbst im thüringischen Dorf Sieglitz Alltags- und Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens, ohne sich dabei auf Zeitepochen oder bestimmte Bereiche zu spezialisieren. Seine einzig erklärte Absicht besteht - wie so oft - im Bewahren von Vergessenem. So füllt sich bis heute das Gebäude der ehemaligen Schule des Ortes, ein zweigeschossiger DDR- Plattenbau, mit all diesen Dingen, selbst klinische und elektronische Apparaturen sowie diverse Materialien des Schulunterrichts fehlen nicht. Und die Angelegenheit hat Folgen: Seine Obsession fand in der Gestaltung einzelner Themenkabinette ihren bisherigen Höhepunkt, welcher über die Jahre zu einem bizarren Spontankunstwerk heranreifte. Zeitgenössische Installationskünstler sollten unbedingt eine Weiterbildungsreise nach Sieglitz in Erwägung ziehen. Aber auch die reine fotografische Reise durch "Heinos Raritätenkabinett", wie er es selbst nennt, läßt die eine oder andere inszenierte Fotoarbeit fast überflüssig erscheinen. Hier hat Realität Fiktion überholt.
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Achim Mohné The Lemay Island Remote Location project.
Eine Lichtinstallation für LED-Spot Strahler, Windgenerator,
Solarmodule.
Die Lemay Island Remote Location wurde 1969 von Robert Smithson
und Nancy Holt erworben. Das 40 Hektar messende Landstück liegt
70 Kilometer entfernt von urbaner Infrastruktur. Im Juni 2005 wurde
die energieautarke, permanente Land-Media-Sculpture
auf Lemay Island errichtet. Die Lichtinstallation illuminiert die
umliegende Landschaft 24 Stunden täglich mit einem Lichtkorridor.
Die Solarmodule dienen der Stromerzeugung und gleichzeitig als fotografische
Tafelbilder, die das umliegende Newfoundland Evaporation
Basin (Great Salt Lake) reflektieren.
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Andreas Herzau
Deutsch Land Eine Reise zu den Deutschen
Dieses Projekt ist eine Bilderreise, eine subjektive Bestandsaufnahme
über Deutschland 60 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und gut
15 Jahre nach der Wiedervereinigung. Andreas Herzaus Plan war es,
keinen Plan zu haben, keiner Story, keinem Plot zu folgen.
Bei dieser Arbeit ging es ihm darum, Bilder und Geschichten zu finden,
statt diese zu suchen und sich die Freiheit zu nehmen, kleine Dinge
zu entdecken, die durchaus die Kraft haben, vom großen Ganzen
zu erzählen. Es werden die flüchtigen Dinge und Eindrücke
festgehalten, die viel über die Stimmung in Deutschland erzählen
können und vor denen letztlich die Sprache versagt. Seine Arbeitsweise
ist ein Vagabundieren und Flanieren im Visuellen: subjektive Skizzen
und Notizen, kleine Ausschnitte des Deutschen Alltags und der Deutschen
Kultur. Anknüpfend an seine früheren Arbeiten über
New York (2000 2002) oder die Durchquerung des indischen
Subkontinents (2004) schneidet er diese fotografischen Eindrücke
assoziativ an- und gegeneinander. So entstehen einzelne Kurzgeschichten
und gefühlvolle Einblicke in die heutige deutsche Normalität.
Diese Arbeit entstand mit Hilfe eines Stipendiums der VG BildKunst.
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Seit Jahren beschäftigt sich Bernd Arnold mit Macht
und den Ritualen gesellschaftlicher Inszenierungen. Themen waren
die katholischen Rituale in Köln, die Inszenierungen des demokratischen
Wahlkampfes zur Findung des Kanzlers, das Nachtleben, die zauberhafte
Welt des Eros mit Zuhältern und Prostituierten, die Gipfel
der Weltwirtschaft und das Innenleben der Fernsehwelt mit der Frage
»Ist die Erde eine Mattscheibe?«. Gemeinsam ist den
Geschichten ihre Verbundenheit zur metaphysischen Ebene der Macht:
dem Glauben. Hierarchien und Zusammenhalt innerhalb bestehender
gesellschaftsrelevanten Gruppierungen werden durch das existentielle
Bedürfnis nach »Glauben« immer wieder gefestigt
und neu bestimmt.
Macht und Ritual, 1986-2004 Zu sagen, die klassische,
die analoge Fotografie registriere die Oberfläche einer sichtbaren
Welt mit staunenswerter Präzision, ist physikalisch sicher
richtig. Markiert aber wohl kaum die Grenzen einer Kamerakunst,
deren Anspruch darin besteht, sozusagen hinter die Kulissen
zu blicken. Genau dies ist das Anliegen des Kölner Fotografen
Bernd Arnold, der sich besonders jener Bereiche annimmt, wo das
bewusste Schauspiel, das dezidierte Auffahren einer Maske gewissermaßen
zur Conditio sine qua non gehört. Galt sein anfängliches
Interesse den Riten und Ritualen der katholischen Kirche, so hat
Arnold seinen Radius zügig auf die Bereiche Politik und Medien
erweitert und in Gestalt einer ebenso intelligenten wie atmosphärisch
dichten Schwarzweißfotografie gezeigt, wie kritischer
Dokumentarismus heute aussehen könnte.
Von Michael Koetzle (im Rahmen seiner kuratierten Ausstellung
24x36)
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Klaus Elle wird zwei aktuelle fotografische
Arbeiten vorstellen. Die Serie Übergangslandschaften
zeigt eine speziell gewachsene Natur, die sich in der Nähe
unserer Großstädte entwickelt hat. Ein neuronales Geflecht
von Ästen und Blattwerk, kleine Biotope, vergessene Grünflächen,
wo die Evolution still vor sich hinspielt. Dazu gibt es bunt geordnete
Konsumlandschaften und künstliche Gärten unserer Überproduktion.
Ich war Sigi (ein Totenmonolog) ist ein Bild Buch Projekt.
Basierend auf den Tagebüchern eines Verstorbenen hat Klaus
Elle Stilleben in dessen Haus fotografiert und einen Text parallel
zu den Tagebüchern verfasst.
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Horst-Dieter Zinn, Off - Line
...Wenn der Motor im Stillstand läuft besteht die Möglichkeit
der Erkenntnis, welche Bilder in mir verbleiben, welche Bilder ich
vergesse, welche Bilder meine Wirklichkeit offensichtlich berühren.
Der Stillstand, das Offline gehen der Bilderwelten entblättert
das Paradox in der Fotografie: Dass Bilder im Tiefsten das verbergen,
was sie vorgeben zu zeigen. Also bin ich angewiesen auf die Interpretation
des Dargestellten und begebe mich so zwangsläufig in den Bereich
der Selbsterfahrung. Die kann allerdings ihre Grenzen (also ihr
verhaftet sein im Ego) nur dann überschreiten, wenn ich das
Bild erlebe. ....
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Künstlerduo Haubitz + Zoche, Skidubai, Dubai,
2006. Seit dem Beginn ihrer Zusammenarbeit im Jahre 1998 reflektieren
die Künstlerinnen Raum und Architektur (als umbauten, gebauten
Raum) sowohl in ihren installativen wie fotografichen Arbeiten nicht
im Sinne seiner faktischen Gegebenheit, sondern als wahrnehmungsabhängige
Konstruktion. (...)
Eine mit theatralischem Illusionismus spielende Bühnenhaftigkeit
rückt seit 2002 in das Zentrum der fotografischen Untersuchungen
von Haubitz+Zoche. Sportstätten, Baustellen, Musterfassaden,
Festzelte und Museumsräume erscheinen stets als menschenleere
Orte an denen sich die Melancholie des Nichtereignisses mit der
unbestimmten Erwartung auf eine möglicherweise bald stattfindende
Aktion mischt." (Stephan Berg)
Neben Aufnahmen aus dieser offen angelegten Serie zeigen Haubitz
+ Zoche erste Skizzen zu einem neuen Projekt über Baustellenplakate
in Dubai.
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Holz vor der Hütte, Tilman Lothspeichs neueste
Arbeit enstand im Winter 2005/2006 im äußersten Osten
der Republik, in Görlitz. Diese Stadt hat die DDR unbeschadet
überstanden, weil sie der dortigen Regierung so unwichtig war.
Gammel und Improvisation gibt es in dieser Stadt kaum noch und vernagelte
Fenster gehören dort bald der Vergangenheit an. Alles
wird fein sein.
Tilman Lothspeichs Intention ist nicht der gelangweilte
dokumentarische Blick, sondern ein Interesse am Dahinter.
Der verbaute, eingeschränkte Blick, die Strukturen,
der Lob der Oberflächlichkeit.
Hier, wie auch in seinen früheren Arbeiten, ist sein Umgang
mit den technischen Bildmitteln ein experimenteller. Fotografie
ist nicht immer das Ausgangs-, aber meist das Endprodukt. In seiner
Werkgruppe Einschlafrituale observierte er seine eigene
Einschlafphase (lange bevor die deutsche Fernsehnation Einblick
in die Schlafzimmer ihrer Big-Brother-Kandidaten bekam). Von der
Infrarot-Videokamera gingen die Bilder den Weg über den Computer
um schließlich als stille Bildsequenz auf Fotomaterial präsentiert
zu werden
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Andrea Diefenbach, SPID Aids
in Odessa Als Perle am Schwarzen Meer wird Odessa bezeichnet,
die Hafenstadt im Süden der Ukraine eins der Länder,
die der Zusammenbruch der Sowjetunion mit am schwersten getroffen
hat. Eins der vielen Symptome des Zusammenbruchs ist die Aids-Epidemie.
Seit kurzem hält die Ukraine den traurigen Europarekord an
Neuinfektionen und gehört auch weltweit zu den Staaten, in
denen sich Aids am schnellsten ausbreitet.
Odessa, durch dessen Hafen der HIV-Virus damals vermutlich in die
Staaten der Sowjetunion gelangte, ist heute eine der am schwersten
betroffenen Städte, nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) leben in der Einmillionenstadt etwa 160.000 Infizierte. Meine
Arbeit erzählt persönliche Geschichten verschiedener HIV-positiver
hinter dieser großen Zahl.
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Marc Beckmann, VIVA LA COCA Bolivien und die Coca Viva la Coca ist die Geschichte der Coca-Pflanze in Bolivien - es ist die Geschichte vom bolivianischen Hochland und dem ideologischen Einfluss auf die sozialen Bewegungen, den Minenarbeitern, die als Urväter der Coca-Bauern-Bewegung und der jetzt regierenden MAS Partei gelten. Es ist die Geschichte von der legalen und auch der illegalen Coca, von den Menschen, die vom Anbau der Coca-Pflanze leben und denen, die gegen sie kämpfen. Und es ist die Geschichte jenes Coca-Bauern, der aus einem kleinen Dorf im Chapare stammt und zum Präsidenten gewählt wurde. Viva la Coca ist der Versuch, Bolivien und die derzeitige Situation zu begreifen und zu erklären.
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Andreas Weinand, Seeing and Believing Seit
20 Jahren entwickle ich meine künstlerisch dokumentarische
Photographie im Spannungsfeld von Auftragsarbeiten und freien Produktionen
im Medien- und Kunstkontext.
Schwerpunktmäßig befasse ich mich mit der Darstellung
der Menschen in ihren Beziehungen zueinander und zu ihrer Umwelt.
Meine Intention ist die visuelle Übertragung individueller
Lebensimpulse. Insbesondere die Suche des Menschen nach Identität
und deren Ausdruck ist immanenter Bestandteil meines Werkes.
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Emanuel Raab, Ansichten über Innen und Außen
Räume regeln das Leben wo die Eingänge sind, welche
Form die Räume haben, wie die Objekte aussehen, das regelt
das Leben.Lucius Bernhard
Herausgelöst aus erkennbaren zeitlichen, geographischen oder
architektonischen Zusammenhängen erforscht Ansichten jene
Transformationen, die an sich bedeutungslose Orte durch den künstlerischen
Zugriff mittels einer subjektiven Kamera erfahren. In der konzentrierten
Betrachtung präzise gewählter Bildausschnitte nisten Offenlegung
und Verborgenheit zugleich. Die fotografische Erfassung eines bestimmten
Augenblicks, einer bestimmten Perspektive, eines bestimmten Lichts
überführen die Orte in Projektionsflächen des Unbestimmbaren.
Innen und Außen verdichten sich zu magisch aufgeladenen, metaphorischen
Räumen, die über die bildnerische Wirklichkeit hinaus
Eingang suchen in das Wesenhafte, das sich gegen jede konkrete
sprachliche wie bildliche Erfassung sperrt. Aus der intendierten
Sichtbarmachung des Innenliegenden resultiert eine ästhetische
Wirklichkeitskonstruktion, die sich nicht aus der Hinzufügung,
sondern aus Reduktion, nicht aus Bewegung, sondern aus Innehalten
nährt. Schauend im Sinn von erspürend wandelt sich das
Dargestellte in mögliche Übergänge in das Unerwartete,
das Undarstellbare, das sich einer tieferen Wahrheit zu nähern
sucht.
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ONE STEP BEYOND Wiederbegegnung mit der
Mine von Lukas Einsele ist ein
künstlerisches Projekt, das über Landminen und ihre Opfer
berichtet und sie in ein sichtbares und nachvollziehbares Verhältnis
zueinander bringt. Für das Projekt ist Einsele nach Angola,
Afghanistan, Bosnien-Herzegowina und
Kambodscha gereist, die vier wohl am stärksten verminten Länder
der Erde.
Für One Step Beyond erinnern sich Menschen, die von einer Mine
verwundet
wurden, und berichten über den Hergang des Unglücks. Einige
von ihnen
stellen den Unfallort in einer Zeichnung dar. Danach werden sie
von Lukas
Einsele mit einer Großbildkamera portraitiert und erhalten
im Tausch einen
Polaroidabzug dieser Fotografie. Den Erzählungen der Opfer,
ihrer Zeichnung
und dem Porträt wird die Dokumentation einer Landmine gegenübergestellt,
die den jeweiligen Unfall hätte verursachen können.
One Step Beyond wurde mehrfach ausgestellt (u.a. im Witte
de With center for
contemporary art Rotterdam, im Museum Haus Esters Krefeld und im
UN
Hauptgebäude New York). Das Buch zum Projekt wurde mit dem
Deutschen
Fotobuchpreis 2006/07 ausgezeichnet.
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"Ugly Casting" - ein Paradoxon durch bildgebende Verfahren.
Gabriele Leidloff kombiniert bildgebende Verfahren und wissenschaftliche
Geräte mit modernsten visuellen Technologien. Ihre statischen
und bewegten Bilder überraschen durch einen atypischen Kamerablick,
der die Sprache der Medien reflektiert. Ihre Filme, Videos und Fotografien
verführen zu einem Bild der Gegenwart zwischen Realität
und Virtualität und verwischen die Linie, die das Wissenschaftliche
vom Ästhetischen trennt.
Mit bildgebenden Verfahren, wie Röntgen, Ultraschall, Magnetoenzephalographie,
Computertomographie, Eye-Tracking Girl
1, 1996/2006, Röntgenaufnahme entwirft Leidloff auf neue
Weise ein
produktives Paradox: Indem sie die Darstellung umkehrt, produziert
sie statt Ansichten des Inneren vorgeblich vertraute Bilder eines
Blicks von außen und auf Oberflächen. Ihre Röntgenaufnahmen
faszinieren, weil ihnen das Knochengerüst fehlt. Wir sehen
nachgestellte Filmszenen, einen Hüftschwung wie von Mannequins,
eine Begegnung, einen Kuss. Gabriele Leidloffs Installationen beschreiben
ein komplexes Vexierspiel, das Wissenschaft und Ästhetik, Technik
und künstlerische Darstellung verbindet.
Das Forum zwischen Kunst und Neurowissenschaft l o g - i n / l o
c k e d o u t, 1997 von Gabriele Leidloff initiiert, stellt Installationen
zu kulturellen und wirtschaftlichen Ereignissen mit internationalen
Kooperationspartnern in verschiedenen Ländern her. Ihr Ziel
ist es, Spezialisten der Neurowissenschaft, Bildtheoretiker, bildende
Künstler, Filmemacher und Unternehmer in einen Dialog zu verwickeln.
www.locked-in.com.
Freitag, 28.4.2006 |
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16.00 Uhr |
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Mitgliederversammlung (nicht öffentlich)
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20.00 Uhr |
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Eröffnung der Ausstellung Kommen und Gehen
mit Arbeiten von Jörg Boström, Kai-Olaf Hesse, David
Klammer, Bertram Kober, Eva Mahn, Ulrich Mertens, Luzia Simons,
Wolfgang Zurborn |
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Samstag, 29.4.2006 |
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10.00 - 17.00 Uhr
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Bildpräsentationen und Vorträge von Mitgliedern und Gästen |
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11.00 Uhr
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Prof. Dr. Bernd Hüppauf: Unscharfe Bilder. Zwischen Imitation und Simulation |
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14.00 Uhr |
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Dr. Christoph Schaden: WILLKOMMEN IM DÉJÀ
VU! Ein kunsthistorisch-systemischer Blick auf Tendenzen der
Gegenwartsfotografie
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17.00 Uhr |
Eröffnung der Ausstellung "Zwischen Obsession und
Konstruktion Dimensionen inszenierter Identität"
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18.00 Uhr |
Eröffnung der Ausstellung Türken in Deutschland"
von Henning Christoph, Stadtarchiv Leinfelden-Echterdingen,
Schönaicher Sträßle 4
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19.00 Uhr |
Eröffnung der Ausstellung Märchen
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Sonntag, 30.4.2006 |
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10.00 - 17.00 Uhr |
Bildpräsentationen von Mitgliedern |
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11.00 Uhr |
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Wiebke Ratzeburg: Darstellungen von Leidenschaft in
der zeitgenössischen Fotokunst |
Andrej Barov, Thomas Brenner, Claudio Hils, Edgar Lissel,
Gudrun Kemsa, Oliver Kern, Sabine Schnell, Jörn Vanhöfen,
Christian Wolter, Horst-Dieter Zinn, Wolfgang Zurborn
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Andrej Barovs Film "BrainArt"
beschreibt eine neue Kunstrichtung, die dank
modernster Digitaltechnik neue Seh- und Hörerfahrungen schafft
und die
Gestaltleistungen der menschlichen Wahrnehmung thematisiert. Zum
ersten Mal waren Kunstwerke der BrainArt im Münchner Ausstellungsprojekt
"Colour Matrix" von Andrej Barov und Brian Eno im Museum
für Abgüsse Klassischer Bildwerke
zu sehen und zu hören. Der Film umreißt in 40 Minuten
den kulturgeschichtlichen und wissenschaftlichen Hintergrund von
BrainArt und beschreibt diese Kunstrichtung vor dem Hintergrund
der Evolution menschlichen Kunstschaffens als eine der umfassendsten
künstlerischen Ausdrucksformen im 21. Jahrhundert.
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In seinen freien Arbeiten beschäftigt sich Thomas Brenner
öfters mit Nahrungsmitteln, deren Bedeutung für die Menschen
als Lebensmittel und dem Umgang der Gesellschaft mit Nahrung. Durch
den visuellen Weg der photographischen Inszenierung besteht für
mich die Möglichkeit, mit real existierenden Gegenständen
neue Welten zu bauen, die auch die bekannte Bedeutung
von Objekten in Frage stellen kann.
Im März 2004 begann Brenner, seine Serie Brot und
Spiele umzusetzen.
Brot als weltweit wichtigstes Nahrungsmittel, sowie den Bedeutungen
in Brauchtum, Religionen und Kulturen reizen ihn, seine persönliche
Sicht zu inszenieren. Photographische Inszenierungen bedienen sich
der Verschiebung von Bedeutungen, so dass seine Baguettes
zu Holz, zu Schwertern und anderen Symbolen mutieren.
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ARCHIVE_BELFAST
In seinen Fotoprojekten lotet Claudio Hils kontroverse Themen
aus, so etwa die surrealistische Kriegsszenerie eines Truppenübungsplatzes
oder die Unmenschlichkeit der Stadtarchitektur in den neuen Megametropolen.
In der vorliegenden Publikation dokumentiert er die Spuren, die
Jahre der Gewalt in Belfast hinterlassen haben.
Die Erfahrung von Gewalt hat sich tief in das kollektive Bewusstsein
von Belfast eingegraben. In jedem Archiv der Stadt, das fotografische
Mittel zur objektiven Beweisführung für die Auswirkungen
von Gewalt verwendet, finden sich Spuren des Konflikts. Medizinische
Röntgenaufnahmen zeigen den Körper als Ort von Traumata;
Polizeifotos geben Tatorte genauestens wieder. Auch private und
halböffentliche Sammlungen von Memorabilien des Konflikts werden
im Augenblick in öffentliche Archive umgewandelt. Man überführt
sie in einen neuen Kontext und macht sie so zu historischen Artefakten.
Archive Belfast beobachtet, wie Geschichte geschrieben wird.
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Bewegte Bilder Im Mittelpunkt der Arbeit von Gudrun Kemsa
steht die Darstellung von Licht, Raum und Zeit. In ihren Fotografien
und Videoarbeiten untersucht sie das enge Zusammenwirken und die
Bezüge dieser vermeintlich objektiven Größen zueinander
sowie ihr Verhältnis zu der sie umgebenden Welt. Hierbei konzentriert
sich Gudrun Kemsa jedoch weniger auf die Dokumentation des Dagewesenen
als vielmehr auf die Beschreibung der subjektiven Empfindung von
Zeit und Raum und der Energie des Lichtes. Licht und Bewegung bilden
die visuelle Definition von Zeit, die Schatten das Ordnungsprinzip
für den begehbar scheinenden Bildraum.
Die Fotografien von Gudrun Kemsa zeigen öffentliche Räume
- alte, historische Architekturen in Ägypten oder Rom ebenso
wie die modrne, urbane Lebenswelt in europäischen Großstädten.
Einen wichtigen Aspekt bildet die Darstellung der Verbindung von
Architektur und Natur. Die Fotografien von Gudrun Kemsa visualisieren
die Erlebniswelt dieser Orte in ihrer Ausdehnung und ihrer Wirkung
auf den Menschen.
Seit 2001 ist Gudrun Kemsa Professorin für Bewegte Bilder
und Fotografie an der Hochschule Niederrhein in Krefeld.
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Edgar Lissel, "Dumus Aurea"
Die Domus Aurea, gegen 64 n.Chr. von Kaiser Nero erbaut, blieb bei
dessen Tod 68 n.Chr. unvollendet. In den Ausgrabungen der Domus
Aurea wurde von Frau Dr. Parizia Albertano, einer italienischen
Wissenschaftlerin der Universität in Rom, eine Bakterienkultur
entdeckt und extrahiert, die für die Zerstörung der dortigen
Fresken
verantwortlich ist. Diese Bakterien mit dem Namen Leptolyngbya sind
rötlich gefärbt und wachsen bevorzugt auf kalkhaltigen
Wänden.
In meiner Arbeit sollen diese Bakterien auf die Wände eines
künstlichen Raumes aufgebracht und über mehrere Monate
hinweg mit einem Bild eines bereits zerstörten Freskos aus
der Domus Aurea
beleuchtet werden. Aufgrund der Neigung dieser Bakterien sich zum
Licht hin zu bewegen, erwächst ein Freskobild. Im Laufe dieses
Experiments werden die Bakterien, die an dem "Original"-Schauplatz
zerstörend tätig waren -und
noch sind- für einen konstruktiven Prozeß benutzt. Das
Medium der Zerstörung wird umgekehrt an einem anderen Ort für
das Entstehen einer neuen
Bildwelt eingesetzt.
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Oliver Kern, "Der gläserne Schlüssel"
(Arbeitstitel), Auf der Pressekonferenz, dem Fototermin, dem roten
Teppich ist der Star dort, wo er hingehört, in einem eigens
für ihn geschaffenen Wahrnehmungsraum. Hier treffen die Mittler
der Fiktion auf die Vertreter der Wirklichkeit, die Wahrhaftigkeit
fordern, aber Unterhaltung erwarten. Und die Schauspieler spielen
ihre Rolle. Sie befolgen die Rituale, sie bedienen die Klischees,
ihre Bewegungen werden von den Fans, der Presse, dem Publikum gedeutet.
Ihre Bilder dienen der realen Welt als Vorlage für ihre Mythen
und Gleichnisse.
Seit 1999 fotografiere ich auf den Internationalen Filmfestspielen
Berlin. Daraus entstand die Idee für eine Arbeit über
die Inszenierung von Glamour. Der Arbeitstitel "Der gläserne
Schlüssel" ist eine Hommage an Dashiell Hammett.
Oliver Kern (Saarbrücken 1965) lebt in Berlin. Ausstellungen
der Projekte "Die Zone", "Das Land dazwischen",
"Die vorläufige Stadt", "Der gläserne Schlüssel"
(Arbeitstitel) und "Die deutsche Aussicht" (Langzeitprojekt).
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Wolfgang Zurborn, "Drift"
Die einzigartige Möglichkeit des Mediums Fotografie besteht
gerade darin,
im Dialog mit der Außenwelt immer wieder neu seine eigenen
Kriterien der Wahrnehmung in Frage zu stellen, um sie in einen offenen
Prozeß, in ein Experiment des Sehens zu überführen.
Losgelöst von jeglichem Anspruch, etwas beweisen zu wollen,
begreift sich diese Weltsicht als Teil einer dynamischen Wirklichkeit
und reflektiert die eigene Wahrnehmung als Konstruktion einer von
vielen möglichen Perspektiven. Mit meiner Fotografie verfolge
ich kein fest definiertes Ziel, ich lasse mich ein auf eine Drift
im Fluß der uns täglich umgebenden Reize und konstruiere
mit dem Zusammenspiel der Bilder ein komplexes Netz von Assoziationen,
die den Betrachter sensibilisiert für subtile Veränderungen
von Wahrnehmungszuständen.
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ACCÉS INTERDIT Sabine Schnell 2006 Blicke oder Blickbeziehungen im trans-kulturellen Kontext sind selberr transitorische Suchbewegungen. Sie sind zugleich ein nie vollständig gelingendes Rendez-Vous zwischen dem Eigenen und dem Fremden. Sie setzen einen Dialog der Blicke, hier der Photographien frei, dessen Ränder noch unscharf sind in jedem Wortsinne. Sabine Schnell geht es um das Wechselspiel von Distanznahme und Annäherung, um unheimliche bzw. unheimatliche Masken, die sich in den Blicken spiegeln. Die Lust an der unzugänglichen Nähe zum Anderen oder Fremden führt zu einem entfernten Verstehen, das den Zwischenraum des Dialogs auszuloten versucht. Es ist nicht einfach, den (post-) kolonialen Blick, die Körpersprache der Bewegungen, Körpersprachen und Rituale so zu beschreiben, dass das Rätselhafte und Unvertraute in dieser Annäherung bewahrt bleibt. Denn wir wissen wenig über das Blick- und Maskenspiel anderer Kulturkreise, wenn wir ihre Vertreter anschauen oder sie uns anblicken. Der Blick des Anderen ist vielleicht weder fremd noch eigen, sondern eine Kunst der Übersetzung und der Aneignung, die jedwede Identität dezentriert und als bewegliches Spiel von Identifikationen sichtbar machen kann. Die metamorph transformierten Portraitarbeiten von Sabine Schnell zeigen diesen Blick-Wechsel zwischen den Kulturen als Neugier und Verunsicherung zugleich. G.C. Tholen
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Christian Wolter: Blühende Landschaften
Ausgewählte Ansichten postindustriellen Scheiterns
im wiedervereinigten Deutschland
Gewerbebrache, Investitionsruine, Schrumpfung, Leerstand, Rückbau:
Dies sind Stichworte der Recherche, die mich 15 Jahre nach der Wiedervereinigung
zu Orten des emotionalen sich Verlierens führt. Diese Situationen,
die nicht unbedingt zum Verweilen einladen, werden von mir bewusst
aufgesucht, um der Faszination absurder Leere nachzuspüren.
An diesen Orten im Interimszustand interessiert mich besonders der
ästhetische Reiz, der im Gegensatz liegt zwischen einer sukzessiven
Eroberung freier Flächen durch die oft spontan aufkommende
Vegetation und dem Bestand an Architektur, die -verlassen oder kaum
genutzt- hierzu den geometrisch geordneten Widerpart darstellt.
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Kai Loges + Andreas Langen , die arge lola, zeigen "Reale Räume". Dies ist eine ständig wachsende Serie von Interieurs,die wirken wie bewusst gestaltet, tatsächlich aber ohne jeden ästhetischen Plan zustande kommen - zufällig gefundene, nicht arrangierte Szenarien mitten aus dem wirklichen Leben.
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Jörn Vanhöfen:
aus Disaster, #35 Duisburg, 2006
Samstag 11.00 Uhr
F.C. Gundlach und Ingo Taubhorn:
Vorstellung Haus der Photographie Deichtorhallen Hamburg
Samstag 11.30 Uhr
Dr. Gabriele Betancourt Nuñez:
"DIE EIGENE GESCHICHTE - Warum gehören Familienbilder
ins Museum"
Samstag 14.00 Uhr
Stefanie Grebe: "Bye-bye Document, hello Document"
Sonntag 11.00 Uhr
Dr. Annabelle Görgen: "Photographie im Surrealismus"
Sonntag 14.00 Uhr
Dr. Peter V. Brinkemper: "Inszenierung und Fotografie"
Samstag 12.00 - 13.00 Uhr
Göran Gnaudschun, A.T. Schaefer
Samstag 14.45 - 18.00 Uhr
Delia Keller, Susanne Brügger, Gudrun Kemsa, Studenten von
Roman Bezjak, Stefan Volk, F.C. Gundlach
Sonntag 11.30 - 13.00 Uhr
Eva Leitolf, Walter Sack, Martin Brockhoff
Sonntag 15.00 - 16.00 Uhr
Amin El Dib, Julian Thomann
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Susanne Brügger Das Inselproblem
Der Blick nach unten ist zu einem Topos der Kunst geworden
- seit den ersten
Luftaufnahmen spiegelt er wie kein anderes Bildthema die Situation
des Menschen in der modernen Gesellschaft wider. Von Aussichtsplattformen
auf Hochhäusern, aus Ballons, Flugzeugen, Satelliten und Raumstationen
wird der Blick auf die Stadt, auf die Erde gesucht. An die Seite
der romantischen Naturbetrachtung ist die neue Form der kulturellen
Betrachtung städtischer Lebensweise getreten.
Dieser Blick nach unten bildet den thematischen Rahmen
für das Projekt
Das Inselproblem (IP Projekt). Die faszinierend dissoziierende
Kraft des All-Overs steht am Ausgangspunkt einer Untersuchung über
Gestalterkennung und der Frage nach Identität.
Die Ästhetik der Zerlegens ist Thema auch vieler
meiner früheren Arbeiten, insbesondere dem Kartenwerk, einem
fotografisch-kartographischen Projekt seit Beginn der 90er Jahre.[XIV.
Gustav (1992-95), X. Zwar (1997), XV. Zwischenphasen (2000)].
Das Projekt Das Inselproblem bewegt sich im Bezugsfeld von
Ansichtspostkarte (Luftbild)und der statistischen Auswertung der
sichtbaren Phänomene.
(S.Brügger, Auszug aus der Projektbeschreibung, 2001)
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Eva Leitolf (geb. 1966) verfolgt in ihrem künstlerischen
Werk das Thema der
Spurensuche. 1994 veröffentlichte sie erstmals eine umfangreiche
Arbeit zu
Anschlägen auf Ausländer in den alten und neuen Bundesländern,
die international viel Beachtung fand. 2004 nimmt sie dieses Thema
wieder auf, nun steht die bis heute nicht bewältigte Vergangenheit
zwischen der einstigen deutschen Kolonialmacht und den Ureinwohnern
Namibias im Mittelpunkt ihrer Analyse.
Eva Leitolfs Arbeiten changieren zwischen
künstlerischer Autonomie und soziologischem Anspruch. Ihre
Bilder sind
präzise und beschreiben detailliert die Ortserkundungen der
Künstlerin.
Obwohl sie einen gesellschaftskritischen Ansatz verfolgt, nimmt
sie nie
offenkundig Partei. Sie umkreist ihr Thema beharrlich, seziert und
visualisiert Bild für Bild schonungslos die Gegebenheiten.
Ihre Fotografien
werden nie laut, sind nie plakativ. Ihre Bildsprache ist auf das
Wesentliche
reduziert und zugleich lakonisch, hierin liegt ihre große
erzählerische
Kraft. (Dr. Inka Graeve Ingelmann)
Bildtitel: "Trophäenjagd, Georg-Ferdinandshöhe, 2004"
aus "Rostock Ritz"
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Im August 2005 wurde in Hamburg die Ausstellung Wählergunst
und Wählerkunst Die kleine Rache des Souverän
gezeigt. Seit über 30 Jahren dokumentiert der Hamburger Fotograf
F.C. Gundlach mit seiner Kleinbildkamera jeweils im Vorfeld
der Bundestagswahlen Plakate der großen und kleinen Parteien.
Sein Interesse gilt vor allem jenen Motiven, die durch Übermalungen,
Kritzeleien, Collagen, Graffitis und Teilabrisse vom Wähler
bearbeitet wurden. So geht es in Gundlachs Sammlung weniger um Parteiprogramme
und die Parolen der Wahlkämpfer, sondern eher um Stimmungen,
den Zeitgeist und das Lebensgefühl im Land, das nicht zuletzt
in der direkten physischen Auseinandersetzung mit den Stellwänden
Ausdruck findet. Herausgekommen ist eine Sammlung, die unter anderem
die großen Lagerwahlkämpfe, die Debatten um Friedens-
und Bündnispolitik, den Kampf um Arbeitnehmerrechte sowie die
Sorge um die ökologischen Ressourcen Revue passieren lässt.
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Göran Gnaudsch Festland
Was bedeutet es, eine Wolke zu sehen, die man durch abendliche Silhouetten
von Baumkronen wahrnimmt? Es sind Formen und Farben, die sich durch
ihren Unterschied manifestieren. Es ist ein Blick, den man beim
Laufen bemerkt oder auch nicht. Es ist das Flüchtige,
nicht recht Fassbare, was mich interessiert. Ein Bild davon und
alles, was wichtig ist, spielt sich in seinem Inneren ab. Eine permanente
Gegenwart, die nur durch den Betrachter Vergangenheit und Zukunft
erfährt.
Es geht mir in den Bildern um eine bestimmte Intensität. Das
Unfertigsein, die Brüche, die in den bereisten Ländern
spürbar werden, fügen der eigenen Fremdheit und der Unbehaustheit
die nötige Energie zu. Es gibt kein Konzept, sondern es ist
das Stimmungshafte, das Erlebnis und das Spontane, das die Arbeit
ausmacht. Subjektivität, die von der Äußerlichkeit
der Dinge zur Innerlichkeit des Bildes führt.
Ich kann nicht die Welt erklären, nicht mal das östliche
Mitteleuropa, das ich von Tallin nach Ljubljana bereist habe. Ich
habe Dinge gesehen und Bilder mitgenommen. Ich habe die Taschen
geleert. Fundstücke.
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jüdisches
Fotografische Betrachtungen der Gegenwart
Zahlreiche kulturelle und politische Ereignisse in den letzten zehn
Jahren geben Zeugnis von einem regen jüdischen Leben in Deutschland
heute. Neubauten von Synagogen und Eröffnungen von Museen gehören
ebenso dazu, wie das Wirken von wissenschaftlichen
Institutionen und sozialen Institutionen. Und doch sind die Deutschen
jüdischen Glaubens immer noch eine - gemessen an ihrem kulturellen
Wirkungsgrad - wenig adäquat wahrgenommene Minderheit, die
Anfeindungen ausgesetzt ist. Neben den bekannten Mustern des Antijudaismus
sind diese Reaktionen auf ein Nichtverstehen jüdischen Lebens
und Denkens zurückzuführen. Dieser Sachverhalt bedarf
des Nachdenkens und
Erforschens.
jüdisches ist ein Projekt des Fachereichs
Gestaltung der
Fachhochschule Bielefeld
Studenten: Ingo Busdorf, Andrea Diefenbach, Claudia Dumke, Knud
Eggers, Robert Fishman, Katja Gläß, Peter Hampel, Karin
Jobst, Daniel Müller,Andreas Neumann, Carsten Nolte, Philipp
Ottendörfer, Stephan Sasek, Stefan Sättele,Anne Kathrin
Schuhmann, Katrin Trautne
Ausstellungsgestaltung Profin Suse Wiegand
Fotografie Prof. Roman Bezjak Medientheorie Prof. Dr. Martin
Deppner
gefördert durch die Bundeskulturstiftung und GEO
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Die fotografische Arbeit Rodina (russisch:
Heimat) von Stefan Volk beschäftigt sich mit den Lebenswelten
von Spätaussiedlern. Spätaussiedler sind die Nachfahren
Deutscher, die seit dem 18. Jahrhundert nach Russland ausgewandert
sind und nun nach Deutschland zurückkehren.
Die Fotos geben einen Einblick in ihr Leben in Russland, ihre Ankunft
in Deutschland und ihr Leben in der neuen/alten Heimat.
Stefan Volk wurde 1971 in Münster geboren, machte von 1990
bis 1993 eine Ausbildung zum Fotografen und studierte von 1996 bis
2002 an der Fachhochschule Bielefeld. Er arbeitet seit 1993 als
freier Bildjournalist für Redaktionen, Unternehmen und Werbeagenturen.
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Die Welt so zu zeigen, dass der Mensch sie wieder wahrnehmen und
erleben kann, ist die Intention von Walter Sack. Es geht
um die Grundfragen nach dem ursprünglichen Ausgangspunkt. Durch
die Prozesse der Dinge werden sie zum Ausdruck gebracht. Die Wirklichkeit
setze ich nicht mehr unkritisch, in selbstverständlicher Weise
voraus, sondern ergründe sie. Ich versuche die Zusammenhänge
zwischen den Dingen zu begreifen, durch das Erleben, die vertieften
Erkenntnisse herzustellen. So schaffe ich die Möglichkeit,
dass sich Subjekt und Objekt zu einer Einheit verschmelzen können.
Kraft meiner schöpferischen Fähigkeit forme ich einen
eigenen, in sich selbst bestehenden geistigen Mikrokosmos. Die Farben
und Formen der Dinge stellen unverfälscht ihre eigene Ausdrucksform
dar.
Das Bild wird so zum Schauplatz, durch das sich lebendige geistige
Prozesse vollziehen können. Das Bild selbst wird zum Inhalt,
es ist der Inhalt. Die Bildinszenierung konzentriert sich somit
nicht mehr auf ein Abbild, sondern wird durch die intensive Auseinandersetzung
des Betrachters den geheimnisvollen Weg nach Innen beschreiten.
So wie es Novalis in der Romantik und Gottfried Benn im 20.Jahrhundert
forderten.
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Julian Thomann, "Welcome To
Jamrock" Ausstellungsprojekt in der Speicherstadt mit
journalistischen Fotografien aus Jamaika und ca. 35 Portraits von
Reggae Sängern, die ich in meinem Hamburger Studio gemacht
habe.
Jamaika ist eine extrem Klischee-behaftete Insel und meiner Meinung
nach
einer der interessantesten Orte der Welt, nicht zuletzt weil der
Großteil ihrer Bevölkerung gewaltsam dort hingebracht
wurde - auch wenn dies vor hunderten von Jahren geschah. Aus dieser
Situation heraus entstand eine
ganz spezielle kulturelle und gesellschaftliche Struktur, die sich
aus dem
Zusammenspiel der unterschiedlichsten Einflüsse neu entwickelt
hat.
Seit ca. 2000 arbeite ich für das deutsche Reggae-Magazin "Riddim"
für die ich Jamaika seitdem mehrmals bereist habe.
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Der Kurzfilm die Eisbärenvon Delia Keller
ist eine Adaption der gleichnamigen Erzählung von Marie
Luise Kaschnitz. Eine Frau führt darin ein fiktives Gespräch,
in
dem ihr Mann über den Beginn ihrer Liebe die Wahrheit
wissen will. Imagination und Realität vermischen sich. Als
zentrale Elemente für das Motiv der Doppelung setzt Delia Keller
zwei Mädchen, Zwillinge, und einen Wandspiegel ein. Am Ende
des Films blickt eines der Mädchen erwartungsvoll hinter einen
Vorhang was sich dahinter verbirgt, was wessen Traum und
was wessen Wirklichkeit ist, wird nicht enthüllt.
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Surface - en face en ciel
Mit seinen 13 für die Kunsthalle konzipierten Fotoarbeiten
bewegt sich Martin Brockhoff zwischen Sichtbarkeit, Ein-Sicht
und Sicht-Schutz. Das Medium, das eigentlich dafür geschaffen
zu sein scheint, den Augenblick festzuhalten, nutzt er als Möglichkeit,
Geschichte und Zeiträume sicht- und imaginierbar zu machen.
Die Ansicht der Unsichtbarkeit wird zu einer Reflexion über
das Medium Fotografie. In streng dokumentarischer Gegenüberstellung
verlieren seine Bilder jeden Realitätsbezug und werden zu abstrakten
Rapporten. Als Oberflächen interessieren ihn die
körperhafte Materialität des Films wie die fotografische
Apparatur oder die undurchdringlich scheinenden Hecken. Seine Kamera
richtet er dabei sozusagen von unten nach oben: Von der Aufsicht
auf den Film als Material und Geschichte bewegt er sich im 90 Grad-Winkel
gekippt nach vorn, ausgerichtet auf die Gegenwart, und richtet sich
um weitere 90 Grad gekippt nach oben in den Himmel, in die Unendlichkeit:
Surface en face en ciel (Christiane Heuwinkel)
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A.T. Schaefer
Im Spiegel
Theaterfotografie.
Kunst aus eigenem Recht.
Arbeiten in der Camera obscura
Bilder von grossen Produktionen der letzten Jahre.
Grenzen und Möglichkeiten
zwischen" Dokument und Erfindung ".
Neue Wege,
neue Themen.
Unerwartete Aussichten.
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Amin El Dib, "GelatineSilberLichtKarton"
Diese Serie behandelt die Fragestellung, wie weit ein Mensch aus
dem Bild entfernt werden kann, bis seine Erkennbarkeit, oder sogar
die Spuren seiner Anwesenheit, verloren gehen. Dem entspricht anderseits
der Versuch im Bild ein Gegenüber zu schaffen, mit dem der
Betrachter sich auseinandersetzten kann. Während ich in vorhergehenden
Arbeiten Mittel wie Unschärfe, Anschnitte, Abwendung der Abgebildeten
oder Verstellungen durch Gegenstände im Vordergrund angewendet
habe, zerstöre ich in GelatineSilberLichtKarton Abzüge
aus diesen Serien.
Die Untersuchung der Eigenschaften der Barytabzüge verbindet
sich mit der Zerteilung der abgebildeten Menschen. Durch Reissen,
Aufbrechen der Oberfläche und Überstrahlung werden die
Faserung des Kartons und die Oberflächenbeschaffenheit der
Gelatineschicht sichtbar und treten in Beziehung mit den abgebildeten
Texturen, meistens die Hautoberflächen der abgebildeten Körperteile.
In den vorliegenden Bildern ist durch den erneuten Vorgang des Fotografierens
eine Zusammenführung der verschiedenen Elemente erfolgt.
GelatineSilberLichtKarton ist vor Allem die Suche nach Bildern der
Verletzlichkeit.
Freitag, 15.4.2005 |
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15.00 Uhr |
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Mitgliederversammlung (nicht öffentlich)
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18.00 Uhr |
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Verleihung der David-Octavius-Hill-Medaille und des
Kunstpreises der Stadt Leinfelden-Echterdingen an
Bernhard Prinz
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19.30 Uhr |
Eröffnung der Ausstellung Deutsche von Stefan
Moses
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Samstag, 16.4.2005 |
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10.00 - 11.30 Uhr |
Vortrag: PD Dr. Kai-Uwe Hemken
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11.30 - 18.00 Uhr
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Bildpräsentationen von Mitgliedern und Gästen
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18.00 Uhr |
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Eröffnung der Ausstellung SehBad mit Arbeiten
von Peter Granser, Haubitz + Zoche, Marc Volk und Thomas Zika, |
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19.00 Uhr |
Preview der Ausstellung La Scultura
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Sonntag, 17.4.2005 |
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10.00 - 16.00 Uhr |
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Bildpräsentationen von Mitgliedern und Gästen |
Das Programm am Wochende beinhaltet auch in diesem Jahr wieder
Beiträge zu Theorie und Praxis der Fotografie.
Am Samstag hält PD Dr. Kai-Uwe Hemken einen Vortrag
mit dem Titel:
"Ins rechte Licht rücken. Mediale Formate in der modernen
Kunst"
Ute Behrend, Simone Demandt, Sibylle Fendt,
Peter Gauditz, Joachim Giesel, Gudrun Kemsa,
David Klammer, Ute Noll, Peter Oehlmann,
Marek Pozniak, Sabine Schnell, Luzia Simons,
Anja Teske
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Ute Behrend stellt Bildpaare vor, die auf die
kindliche Phantasiewelt verweisen, an geträumte und erinnerte
Szenerien aus allseits bekannten Märchen anknüpfen. Die
fragmentierten Aufnahmen verstärken den Aspekt von Unglück
und Verlorenheit, der in den Märchenszenerien vorherrscht:
Reminiszenzen an keineswegs idyllische Verhältnisse und kindliche
Erlebnisse, die retrospektiv zumeist von Erinnerungen an familiäre
Behausungen und Geborgenheit überdeckt werden.
Sie spürt Orte und Zeichen auf, sucht Signale und scheinbare
Zufälligkeiten. Jede Arbeit besteht aus zwei gleichformatigen
Bildern. Das Bildmaterial ist assoziativ und dokumentarisch zugleich.
Durch die präzise ausgewählten und dialogisch festgelegten
Bildpaare, gerät Behrend zu einer Spurenlegerin, deren
fiktive Erzählweise zum Schlüssel für die Vorstellungskraft
des Betrachters wird. Die Wirklichkeit der Bilder wird zugleich
überschritten und dekonstruiert. Betritt man den Bildraum,
vermischen sich die Motive zu sorgsam codierten Geschichten.
Ute Behrend ist eine Erzählerin mit vielseitigem Vokabular
ihre Paarungen von Ereignis und Banalität erscheinen
überzeugend souverän. Ihr Interesse liegt dabei im Ausloten
der Bezüge von Natur und Kultur, den Schnittmengen, in denen
sich fiktive und reale Welten vermischen. Es gelingt ihr ein romantischer
Exkurs in die tiefgründigen Landschaften der Gedanken und Gefühle.
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Das Fotoprojekt "Blamage" von Simone Demandt
basiert auf Texten ihrer Bekannten und Freunde, die nach Erinnerungen
an die Schulturnhalle gefragt wurden: Einige von ihnen erinnern
sich an ungehindertes Rennen, das Genießen von Geschwindigkeit
und Leichtigkeit, an körperliche Grenzerfahrungen und an ungewöhnliche
Raumerfahrung. Überwiegend wurde die Turnhalle aber als der
große muffige, merkwürdig beleuchtete Raum kollektiver
Peinlichkeit empfunden. Denn in der Turnhalle kommt nicht nur Schönheit
und Anmut ans Neonlicht sondern unverblümt auch Hässlichkeit
und Ungeschicklichkeit.
Die Turnhalle verbindet wie kaum ein anderer Ort, Gefühle der
Euphorie, des Ekels, der Angst, der narzisstischen Verletzung und
der sexuellen Empfindungen. Die Künstlerin Simone Demandt sucht
für ihre Projekte Orte auf, die auf den ersten Blick nicht
"fotogen" sind, in denen aber Handlungen ablaufen oder
abliefen, die eindeutige, auch kollektive Erinnerungsbezüge
haben. "Blamage", präsentiert in Leuchtkästen,
ist eine Auseinandersetzung mit der bildlichen/fotografischen Verdichtung
von Erinnerung und Empfindung. Mit der Anmutung von Dokumentarfotografie
geht es der Fotografin in ihren Fotoarbeiten, die nicht selten in
installativem Zusammenhang mit Texten oder Objekten präsentiert
werden, um das Evozieren emotionaler Bruchstücke im Betrachter.
2003 hat Simone Demandt in Paris begonnen, mit nüchternem Blick
leere Schulturnhallen aufzunehmen und sie setzt das Projekt in Frankreich
und auch Deutschland fort.
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Ute Noll ist Bildredakteurin bei der Frankfurter
Rundschau und freie Kuratorin. Sie spricht über ihre Arbeit
im Magazin der FR und über die Portfolioseite "Fokus auf.....".
die sie bei der Entwicklung des Magazins initiiert hat.
In dieser Rubrik, die seit dem 2. April 2005 wieder wöchentlich
erscheint, hat sie inzwischen freie Fotoprojekte von mehr als 150
internationalen Fotografinnen und Fotografen vorgestellt.
Ute Noll spricht auch darüber, wie und warum sie im Magazin
und in anderen Teilen der Zeitung freie Fotoprojekte mit redaktionellen
Texten verbindet und was sie mit dieser Fotografie außerhalb
der Frankfurter Rundschau macht.
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Sibylle Fendt lena engel vom hinfallen
und wieder aufstehen.
Über einen Zeitraum von 1,5 Jahren habe ich Portraits einer
jungen Frau angefertigt, die ich im Sommer 2003 in einer Psychosomatischen
Klinik kennenlernte. Sie wurde dort wegen eines Traumas und daraus
resultierenden Depressionen und einer nicht zu übersehenden
Essstörung behandelt. Lena ist wie auch die Protagonisten
in meinen vorangegangenen Arbeiten Projektionsfläche
für Menschen, die in seelische Not geraten sind. Menschen,
die an der Schwelle zum normalen Leben stehen, doch aus irgend welchen
Gründen den Schritt in ein selbstbestimmtes Leben nicht wagen.
Das Wichtigste an meiner Arbeit ist, einer menschlichen Empfindung
einen Ausdruck zu verleihen.
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Der Fotograf David Klammer präsentiert
drei Arbeiten: In der Bildserie untitled fotografiert
er Protagonisten, die sich in einem seltsam somnambulen und anonymisierten
Umfeld bewegen. In den Bildern wird der öffentliche Raum zur
theatralischen Schaubühne von Eitelkeiten und Kurzgeschichten,
die sich in den von symbolisch universell besetzten und dadurch
zunehmend anonymisierten Ballungszentren abspielen, sei es Köln
oder Dublin. Es sind Schnappschüsse, die durch ihre Licht-Inszenierung
die Selbstinszenierung deutlich machen, welche die scheinbare Zufälligkeit
des öffentlichen Verhaltens darstellt. Gestik und Habitus der
von Klammer fotografierten Menschen werden als einstudierte und
oft geübte Kopien von Idealismen einer Gesellschaft entlarvt,
welche die industrielle Individualisierung als erstrebenswerten
Massstab ansieht.
Die fotografische Arbeit Toy Soldiers ist der
erste Teil eines Projektes mit dem Arbeitstitel Helden
und zeigt Militaria-Fans bei den D-Day Feierlichkeiten in der Normandie.
Männer, die den Krieg nie erlebt haben, ihn aber unter dem
Deckmantel des Reenactment, der authentischen Nachspielung möglichst
originalgetreu an Original-Schauplätzen nachspielen möchten.
Auch in dieser Arbeit ist die Selbst-Inszenerung der Porträtierten
ein Doppelspiel. Die Protagonisten sind sich der Kamera bewusst,
durch sie erst wird ihre gespielte Rolle authentisch,
während gleichzeitig der Schwindel offenbar wird.
Die dritte Arbeit von David Klammer mit dem Titel 1000
Bhopals hat ihn mit einem Stipendium der VG Bild in jene
Stadt geführt, in der vor über 20 Jahren das grösste
Industrie-Unglück der Menschheit passierte. Dort fotografierte
er Überlebende und Zeitzeugen der Katastrophe, die sich jederzeit
in Indien wiederholen kann.
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Komm in den Garten. Der Garten - Synonym für das verlorene
Paradies und vielfältige Metapher, Fluchtort aus dem städtischen
Alltag, Gegenbild zur Wildnis und Paralleluniversum für das
Ausleben von Schöpferphantasien.
Peter Oehlmann zeigt in seinem in Arbeit befindlichen Projekt
verschiedene
Facetten des Phänomens Garten und einer Welt, deren Gegenentwurf
und Abbild
er gleichermaßen ist.
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Anja Teske erzählt mit ihren Arbeiten
Geschichten, zeigt Räume und
Portraits, beschreibt Begegnungen aus
ihrem Leben, real und zugleich seltsam
unwirklich. Die Motive sind Kulissen,die sie
will oder gerade nicht, die sie
berühren. Die Darstellungen des Fremden
sind Spiegelungen ihrer eigenen
Geschichte.
Mit der Arbeit Juwelia zeigt sie eine
Person, die ihre mehrfachen Identitäten kreativ und positiv
mit allen erdenklichen Launen ausdrückt und anhand von Formen
und Farben bemalt. Es ist das Geheimnis
der permanenten Veränderungen, das sie anzieht.
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Luzia Simons präsentiert ihre Arbeit Stockage 01 aus dem Jahr 2004, ein aus 16 Elementen bestehender Ultrachrome Digitaldruck, der auf Aluminium kaschiert und mit Klarlack beschichtet ist. Dieses Werk stammt aus der Serie "Ich spreche mit jedem, der mit mir spricht" Eine spezielle Migrationsgeschichte: der aus dem Orient importierten Tulpe.
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Die Fotografien von Sabine Schnell lehnen sich in Gestaltung,
Farbraum und Figuration der Malerei an und verweisen doch im Restlicht
des Erkennbaren auf die zugrundeliegende fotografische Geste. Sie
fotografiert menschliche Körper oder figurative Gegenstände
als wesenhafte, manchmal archaisch anmutende Erscheinungen. Das
Individuum verschwindet zugunsten einerbeunruhigenden Ähnlichkeit
des Menschlichen mit dem Animalischen.
Die fotografischen Bildspuren sind bewegungsunscharf, zeichnen zeitliche
Überlappungen auf, schichten Farbräume und bringen so
eine komplexe Zeitspur zum Vorschein. Das Thema des Menschen als
Gegenüber beschäftigt sie schon lange. Jetzt liegt der
Schwerpunkt auf dem Moment, in dem das Gegenüber unfassbar,
unbegreifbar wird. Das Betrachten dieser Bilder ist ein Spiel mit
Grenzen: mit Grenzen der Erkennbarkeit, mit der Grenze zwischen
Sehen und Ahnen.
Fotografie am Schiffbauerdamm Schule und Galerie
Mauerstr. 68
10117 Berlin
U 2 Mohrenstraße, U 2/7 Stadtmitte
fon (+49) (030) 280 468 62
fax (+49) (030) 280 468 72
www.fasberlin.org
mail@fasberlin.org
Samstag, 11.12.2004 |
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11.00 Uhr |
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Empfang in der Galerie J.J. Heckenhauer, Brunnenstraße
153 |
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13.00-19.00 Uhr |
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Fotoschule / Mauerstraße |
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16.00 Uhr |
Vortrag: Marek Grygiel Fotografie in Polen |
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Sonntag, 12.12.2004 |
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11.00 Uhr |
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Vortrag: Prof. Dr. Bernd Scheffer |
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12.00-18.00 Uhr |
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Bildpräsentationen von Gästen und Mitgliedern |
Präsentationen neuer Arbeiten von den Mitgliedern:
Thomas Anschütz, Peter Bialobrzeski, Kurt Buchwald, Marc
Volk
Folgende Gäste haben sich angekündigt:
Claus Bach, Götz Diergarten, Tillmann Franzen, Delia Keller,
Kerstin Parlow, Marek Posniak, Sabine Schnell, Martin Schuppenhauer,
Anja Teske
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Zeitzitate waren schon immer Claus Bachs Weggefährten. Auf ironische Art und Weisehinterfragt er die Bedeutung des Mediums Fotografie und deren scheinbare Abwertung in unserer Bildergesellschaft. Dabei arbeitet er mit den Mitteln der Skulptur, der Performance und des Films. Auch die liebenswert-neurotische Provinzialität Weimars war für ihn Arbeitsanlaß. Sein bisweilen durchtriebenes Spiel mit Manipulationsformen und Klischees, mit Austauschbarkeit und Uniformität deckt die Künstlichkeiten unserer alltäglichen Lebensmentalität auf und schafft - oftmals erfrischende - Irritation. Andrea Dietrich
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Peter Bialobrzeski untersucht in seinem neuen Projekt "PostIndustrial"
seit September 2003 die Landschaften zwischen stillgelegten Industriebrachen,
Hafenananlagen und dort wachsenden nachindustrieller Servicearchitektur.
Die Fotografien sollen sowohl die Veränderung des Vorgefundenen,
als auch die absurden,ästhetisch faszinierenden
Auswüchse der nachindustriellen Stadt thematisieren. Die
Entwicklung ist dabei mitlerweile so rasant, dass beispielsweise
die futuristische Installation des "Spacepark" in Bremen
nur noch in den Fotografien existent ist, Das Unternehmen selbst
ist bereits insolvent.
"Begann die Arbeit zunächst in Bremen und Hamburg auf
klar begrenzten
Territorien, so habe ich mitlerweile das Spektrum erweitert. Über
das
Ruhrgebiet, Wolfsburg und Dubai werde ich noch in Paris, München
Stuttgart und den indischen Callcenter New Towns im Laufe der kommenden
zwei Jahre fotografieren.
Die Bilder sollen den flüchtigen Moment zwischen gestern
und morgen,
zwischen dem Gewesenen und dem Kommenden zur Betrachtung freigeben."
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Thomas Anschütz zeigt in diesem Jahr den Zyklus: "
NY REVISITED ", der im letzten Sommer entstanden ist.
Die Bilder (und Klänge) beschreiben die Wahrnehmung der Stadt,
in der Anschütz in der achtziger Jahren lebte, und nun als
Besucher wiederkehrt, der die bekannten Ansichten neu gestaltet.
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In seiner jüngsten Arbeit "SameTime|SamePlace"
fertigt Marc Volk
Übersichtsfotografien von belebten Plätzen an. Aus diesen
Bildern werden einige Situationen digital heraus vergrößert
und in einem Wandtableau neu kombiniert. Das unübersichtliche
Chaos der Gleichzeitigkeit wird so in ein Nebeneinanderumgewandelt,
das ein vergleichendes Betrachten ermöglicht.
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Delia Kellers inszenierte Fotografie zitiert virtuos aus
dem Fundus der
Ikonographie des 20. Jahrhunderts. Wir sehen den Rücken einer
jungen Frau in
roter Bluse am Fenster eines Bungalows. Wie ein Filmstill erscheint
das Bild
als Teil einer größeren Vorstadterzählung, die jedoch
nicht aufgelöst wird.
Der Betrachter bleibt zurück mit den Erinnerungen an gesehene
Filme und
verinnerlicht emotionale Reaktionsmuster, die für einen kurzen
Moment
sichtbar werden.
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Kurt Buchwald zeigt seine Serie
"Die Messerbilder" (1997-98).
Die Serie enthält Elemente der Aktion, der Inszenierung, des
Experiments und
der Anklage. Ich benutze das Prinzip der Bildmontage. Anstatt einer
Blende
halte ich ein Messer vor die Kamera. Fazit: der Apparat bestreitet
seine Verantwortung und organisiert das nächste Attentat. Die
Bilder bestehen aus einem Kopf- und einem Fußbild, die vertauscht
werden, so daß eine Konfrontation bzw. ein Miteinander gegensätzlicher
Personen entsteht. Das halbe Mittelbild trennt die Personen, bzw.
verdeckt das Tatwerkzeug. Meist ist es ein Stück Stoff, eine
Decke oder Gardine aus
der Wohnung, wo ich fotografiert habe.
Das Messer ist Irritation und Bedeutungsträger, ähnlich
wie es Hitchcock in einer seiner berühmten Filmszenen vorgeführt
hat. Dargestellt wird Gewalt,
die von Einzelnen und/oder einer gesellschaftlichen Struktur ausgeht,
die
als reales oder Probehandeln durch die Medien transportiert bzw.
gesellschaftsfähig gemacht wird. Es herrscht das Prinzip: Jeder
gegen Jeden,
Starke gegen Schwache, Junge gegen Alte, Frauen gegen Männer
oder umgekehrt.
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Die Fotografien von Sabine Schnell lehnen sich in Gestaltung,
Farbraum und Figuration der Malerei an und verweisen doch im Restlicht
des Erkennbaren auf die zugrundeliegende fotografische Geste. Sie
fotografiert menschliche Körper oder figurative Gegenstände
als wesenhafte, manchmal archaisch anmutende Erscheinungen. Das
Individuum verschwindet zugunsten einer beunruhigenden Ähnlichkeit
des Menschlichen mit dem Animalischen.
Die fotografischen Bildspuren sind bewegungsunscharf, zeichnen zeitliche
Überlappungen auf, schichten Farbräume und bringen so
eine komplexe Zeitspur zum Vorschein. Das Thema des Menschen als
Gegenüber beschäftigt sie schon lange. Jetzt liegt der
Schwerpunkt auf dem Moment, in dem das Gegenüber unfassbar,
unbegreifbar wird. Das Betrachten dieser Bilder ist ein Spiel mit
Grenzen: mit Grenzen der Erkennbarkeit, mit der Grenze zwischen
Sehen und Ahnen.
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Tillmann Franzen. Das Bezugssystem der Arbeit ist das dem
Menschen gemeinsam andere: die Natur. Es ist nicht über klare
Objekte oder Dinge. Es ist
eine Beschäftigung mit Unkonkretem; mit dem unbestimmten Bestimmten.
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Im Grunde geht es bei der Arbeit von
Anja Teske um das Thema Portrait. Das kann z. B. das Portrait
von jemandem sein, der gar nicht in den Bildern auftaucht. Ein Beispiel
ist der letzte Besitzer der "Villa Balzer", der durch
seine Räume charakterisiert wird, ohne je selbst zu erscheinen.
Die Villa Balzer ist ein Hotel, 150 Jahre im Besitz der Familie
Unverzagt, in dessen Räumen sich alle politischen Veränderungen
dieser Zeit spiegeln.
Der letzte Unverzagt lebte 12 Jahre bis zu seinem Tod allein in
seinem Hotel ohne Gäste. Er tat gerade so, als würden
jederzeit Gäste eintreffen. Nach seinem Tod wurden zuerst die
Dinge und dann das Haus verkauft.
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Götz Diergarten stellt das Projekt POC vor. Unter dem Label POC (Piece of Cake) verbirgt sich eine im Juni 2002 gegründete europäische Plattform von Foto- und Videokünstlern. Der Versuch, unter den Arbeiten der POC-Mitglieder stilistische Gemeinsamkeiten zu finden mag zwar vergeblich sein jedoch ist der Bezug zur Welt, das Suchen nach der (Selbst-) Verortung des Menschen in seiner Umwelt eines der immer wiederkehrenden Themen. POC-Mitglieder leben und arbeiten in Finnland, Portugal, Griechenland, Großbritannien, Schweiz, Deutschland, Frankreich und Spanien. Das enge Netzwerk ermöglicht neue Perspektiven für jeden einzelnen Künstler: Kollaborationen, fruchtbarer Austausch über die Arbeit, einen größeren Blickwinkel, Präsenz im Ausland, etc. Nach dem Gründungsworkshop in Rouen (2002) haben sich die ca. 20 POC-Mitglieder in Madrid, Köln oder Athen zu Workshops und gemeinsamen Projekten getroffen. Diese fördern neue künstlerische Ideen sowie neue Werkgruppen und ermöglichen auch den Zugang in die verschiedenen Bereiche der Kunstwelt. Bereits nach einem Jahr gründete POC einen eigenen Verlag. Fünf Bücher, Gouville, Bleus de travail, Jouko Lethola s Finlandia, No Parking, and Rikishi markieren den Beginn POCs monographischer Werke und werden europaweit vertrieben. Eine projektbezogene Buchserie und eine DVD-Sammlung vervollständigen POCs Aktivitäten als Verlag.
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Kerstin Parlow hat an der FH Bielefeld studiert und lebt
seit 5 Jahren als freie Fotografin in Berlin.
Sie zeigt die Arbeit "Zu Hause und die Sterne". Die Bilder
sind lyrische Ableitungen aus der Wirklichkeit.
Sie beschreiben ein Gefühl. Die Suche nach einem Punkt, an
dem Ferne und Nähe sich berühren, an dem Stille eintritt.
Freitag, 23.4.2004 |
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14.00 Uhr |
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Mitgliederversammlung mit Wahl des neuen Vorstands in der
Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 5 |
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18.00 Uhr |
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Ausstellungseröffnung: Peter Thomann. |
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19.00 Uhr |
Ausstellungseröffnung: Charles Compère, |
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20.00 Uhr |
Ausstellungseröffnung: "Fremde Nähe" |
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Samstag, 24.4.2004 |
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10.00 - 18.00 Uhr |
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Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Müller |
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18.00 Uhr |
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Ausstellungseröffnung: "Fremde Nähe" |
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19.00 Uhr |
Preview: "Innere Angelegenheiten" |
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Sonntag, 25.4.2003 |
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10.00 - 18.00 Uhr |
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Bildpräsentationen und Vorträge in der Zehntscheuer, Echterdingen, Maiergasse 5 |
Das Programm am Wochende beinhaltet auch in diesem Jahr wieder
Beiträge zu Theorie und Praxis der Fotografie.
Am Samstag hält Prof. Dr. Jürgen Müller einen
Vortrag mit dem Titel:
Subliminale Bilder. Überlegungen zur Filmästhetik der
90er Jahre.
Bildpräsentationen von den Mitgliedern der DFA
Thomas Anschütz, Amin el Dib, Andreas Gefeller, Wolfram Janzer,
Wiebke Leister, Eva Mahn, Marc Volk, Wolfgang Zurborn
und von den Gästen
Haubitz+Zoche, Henning Maier-Jantzen, Achim Mohné, Tina Schelhorn,
Irinel Stegaru, Ingo Taubhorn, Gerd-Alois Zwing
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In seiner Werkgruppe "VaterMutterIch" richtet Ingo Taubhorn den Blick auf die eigene Familie, die biologische Familie, der er entwachsen ist und vermischt diese Bilder mit Schilderungen seiner Wahlfamilie, seinem schwulen Leben in Berlin. Das Verständnis für die Prägung in der Kindheit ist für ihn von elemetarer Bedeutung.
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Wolfgang Zurborn geht mit seinen "LUsionen" auf Spurensuche in seiner Heimatstadt Ludwigshafen. Als Flaneur auf Wegen, die auch nach 30 Jahren der Abwesenheit noch merkwürdig vertraut sind, mischen sich die inneren Bilder der Vergangenheit mit dem Blick auf die Gegenwart.
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Mit seiner Arbeit Supervisions" zeigt uns Andreas Gefeller die Welt aus ungewohnter, ja unmöglicher Perspektive. Hunderte von Kleinbildaufnahmen, jeweils aus zwei Meter Höhe fotografiert, setzt Gefeller am Computer zu einem einzigen nahtlosen Bild zusammen.
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Tina Schelhorn von der Galerie Lichtblick in Köln
stellt "images against war" vor, ein Statement gegen den
Krieg in Form einer Ausstellung, die seit dem Februar 2003 tourt
und einer Website, die mittlerweile über 500 Fotografen aus
aller Welt eine Plattform bietet, persönlich Stellung zu beziehen.
Aufgrund erheblichen Verknüpfung im Netz hatte die Seite bereits
März/April 2003 3 Mio. Zugriffe und wächst seitdem ständig
weiter. Die Ausstellung ist zur Zeit in Hasselt/Belgien zu sehen,
wo sie noch um Beiträge von Schülern der regionalen Kunstschulen
erweitert wurde. Das Nebeneinander unterschiedlichster subjektiver
Reaktionen auf die Bedrohungen durch die zertörerische Gewalt
des Krieges wird bei diesem Projekt als wesentliches Instrument
verstanden, einer Propaganda zu begegnen, die den Boden für
die Konfrontation der Kulturen erst schafft.
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Den Rahmen des rein fotografischen Kontextes sprengt das Künstlerduo Haubitz+Zoche indem sie ortsfremde fotografische Bilder in vorgefundene architektonische Zusammenhänge einbringen. Das Bild zeigt die Arbeit "Gezeiten", die 1998 in einem Multifunktionsgebäude in München realisiert wurde. Die Installation der Leuchtkästen steigert die Wirkung der ungewöhnlichen architektonischen Raumschichtung und überschreitet dabei die bloß affirmative Darstellung einer Traumwelt.
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Der Kölner Künstler Achim Mohné zeigt Beispiele seiner installativperformativ -medialen Aktionen, in denen das fotografische Abbild im Mittelpunkt steht und darüber hinaus in andere Medien überführt wird. Die mobile Licht-Video-Installation Fireflies z.B. beobachtet Kleinstpartikel und Insekten im Scheinwerferstrahl: gleich berechtigt stehen sich fotografische Spurensammlung und videografische Rhythmik gegenüber.
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Thomas Anschütz stellt eine Serie von Vergrößerungen
vor, die er aus Aufnahmen seines Vaters herausgeschnitten hat.
Diese Bilder geben einen Einblick in seine Kindheit, auch wenn er
nicht selbst hinter der Kamera stehen konnte (weil er zu klein war).
Gleichzeitig führen sie zum Ursprung dessen, was ihn an Fotografie
fasziniert.
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Seit einiger Zeit beschäftigt sich Marc Volk mit Bildern, die nur fotografisches Material abbilden und unter Verwendung fotografischer Techniken entstehen. Für seine Serie "Ränder" hat er Teile des Negativs vergrößert, die eigentlich dem Filmtransport, der Klassifizierung oder dem Entwicklungsprozess dienen und nicht zur Vergrößerung vorgesehen sind. Noch radikaler setzt er dieses Konzept in seiner Arbeit "Rauschen" um. Ein Stück unbelichtet vergrößerter Film wird so zum Grundrauschen der Fotografie, in dem der Betrachters das sichtbare Korn als Bild imaginieren kann.
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Eva Mahn "11. September 2001"
Beim Frühstücksfernsehen in Philadelphia starrte unser
Kellner entgeistert das Flugzeug an, das in den Tower des World
Trade Center knallte und vergaß seine Gäste. Ich glaubte
an einen Unfall und tat, was ich mir vorgenommen hatte: Ich ging
mit der Lochkamera in die Stadt. Die Leute sahen ängstlich
mein in schwarze Folie gewickeltes Etwas an, das ich auf Mülltonnen
und Zeitungsboxen deponierte, um es für die langen Belichtungszeiten
ruhig zu stellen. Die Stadt geriet plötzlich wie auf ein geheimes
Zeichen in Bewegung. Menschenmassen ergossen sich auf die Straße,
Kaufhäuser und Museen schlossen. Ich wagte nicht mehr zu fotografieren.
Am nächsten Morgen standen der Hoteldirektor, die verängstigte
Putzfrau und zwei Hünen von der Security in meinem Zimmer.
Einer hatte die Lochkamera in der Hand.
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Nähert man sich dem Australian Centre for Contemporary Arts (ACCA) in Melbourne ist man fast atemlos ob der Faszination von Form und Material. Auf gelbem Kies breitet sich eine aufgefaltete und ineinander verschobene Struktur von Kuben aus rostroten Stahl aus, abweisend, fensterlos und mysteriös, von surrealer Qualität wie es der Architekt Randell Marsh selbst beschreibt. Wolfram Janzer hat in seinen großformatigen Farbfotografien diesen besonderen Reiz mit klarer Formensprache stilsicher herausgearbeitet.
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Gerd-Alois Zwing stellt vier fotografische Arbeiten vor,
in denen der Zeitaspekt eine zentrale Rolle spielt. In seiner Serie
"Ephemer - über die Flüchtigkeit der Zeit" werden
mittels einer Schärfe/Unschärfe -
Technik zeitgenössische Personen mit Bildnissen aus der Kunstgeschichte
gegenübergestellt - eine Arbeit über die Flüchtigkeit
der Erscheinung und ihre Fixierung im Bild.
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Amin El Dibs Über- und Unterwasserwelt lebt vom subtilen
Umgang mit feinsten Valeurs aus der Skala verschiedenen Graus. Seine
Formulierungen muten oft selbst pflanzenhaft an, sind häufig
schwebend, verschwebend. Auf den Bildern erscheint ein Schattenreich,
ab und an mit kleinen Einsprengseln, Inselchen von Licht.
...Schnittblumen sind von etwas Lebendigem abgeschnitten, sind schein-lebendig
und eigentlich schon tot. In dieser Zeit- und Wahrnehmungsverschiebung
von Leben und Tod weisen sie eine Analogie zum Verfahren und Bild
der Photographie auf...
( T.O. Immisch, aus der Einführungsrede anäßlich
einer Ausstellung in der Fotogalerie zu den 5ünf Sinnen, Halle
)
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Wiebke Leister zeigt eine work-in-progress Übersicht
der unterschiedlichen
Ansätze ihres Zyklus zum Phänomen des menschlichen Lachens.
Dort untersucht
sie, wie die Vieldeutigkeit der lachenden Maske in ihrer kontroversen
Emotionsvielfalt portraitiert werden kann.
Die Arbeiten beschäftigen sich mit der grenzwertigen Darstellbarkeit
der
unterschiedlichen Facetten und Interpretationsspielräume von
Lachen und
Lächeln als kulturellen Zeichen im Spannungsfeld zwischen
Emotion und
Expression, Maskierung und Subversion, Performance und Verinnerlichung;
zwischen offensivem Spott und defensiver Verlegenheit.
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Einer der Themenschwerpunkte
Irinel Stegarus ist die Photographie von Modern Dance
Szenen, wobei sie in der Umsetzung deutlich über ein reines
Dokumentieren hinausgeht. Sie abstrahiert die Körper mit einem
Grad der Verfremdung, der die Silhouetten der Tänzer zuweilen
wie kalligraphische Zeichen erscheinen läßt. Irinel Stegaru
löst sich vom Bühnengeschehen und vom dramaturgischen
Ablauf, um eine eigene, neue Zeichen-Bild-Sprache zu
entwickeln, die immer vom Umriß des menschlichen Körpers
bestimmt ist.
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Henning Maier-Jantzen über seine Arbeit
"placed": Das Bedürfnis des Menschen nach Natur,
nach der unberührten, reinen und ursprünglichen Landschaft,
ist Nebenprodukt der Zivilisation. Die Natur wird damit zum Selbstfindungsraum
des Individuums, und je weiter die Nutzung und Besiedelung der Landschaft
fortschreitet, desto weiter muss man reisen, um solche Räume
überhaupt noch zu finden. Nach der technischen erfolgt nun
die mediale Erschließung der Welt, und mit ihr wird noch eine
weitere Ebene der Landschaftserfahrung wirksam. Indem wir uns die
Bilder der fernen Paradiese, in die wir reisen werden, schon vorher
im Fernsehen angeschaut haben, wird es zunehmend wichtiger, die
reale Entsprechung dieses Bildes zu finden. Es ist nicht mehr nur
Einsamkeit und Abgeschiedenheit, sondern mehr und mehr das persönliche
Erlebnis der Natur, das wir auf unseren Reisen suchen.
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© 2003 Deutsche Fotografische Akademie |