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Am Tag, als ich die Arbeiten von
Frank Rothe sah, war ich sofort wieder das kleine Mädchen,
das mit anderen Mädchen zusammen kichert, in uns die Unbeschwertheit
des Sommers. Für einen Augenblick war ich wieder Kind in einem
Pionierlager. In diesen Sommercamps war jede Stunde geplant... Ich
war nur Teil eines Ganzen, des Kollektivs. Wollte ich spielen, sollte
ich vielleicht gerade schwimmen oder schlafen gehen...
In so einem Camp wird man für wenige Wochen aus seinem sozialen
Umfeld und der familiären Geborgenheit herausgerissen. Man
muss sich neu behaupten.
In Rothes Fotografien finden sich diese Momente, in denen Menschen
zusammen sind, die sich im Alltag nie begegnen würden. Hier
leben sie in einem Zimmer und müssen miteinander zurecht kommen.
Melancholie, Sehnsucht, Liebe und Einsamkeit spielen daher eine
große Rolle.
Rothes Fotografien beinhalten verschiedene Ebenen, die er mit Schärfe
und Unschärfe hervorhebt, im Vordergrund Ruhe und im Hintergrund
Aktion oder vice versa. Die Fotos ziehen in Geschichten hinein,
die nie ganz entschlüsselt werden, da uns oft nur kleine Ausschnitte
gezeigt werden und der Betrachter die Lücken selbst ergänzen
muss. Das macht Running Through The Wind so geheimnisvoll.
Jeder kann seine eigene Geschichte in den Bildern suchen...
...In den Bildern spürt man große Gefühle, begegnet
einem Licht und einer Farbigkeit, die oft an Gemälde heranreicht.
Sie sind unverstellt, naiv und echt. So etwas sieht man viel zu
selten.
Steffi
Schulze , Camera Work Berlin
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Tania Reinicke Die Art, wie wir die Welt
fotografisch wahrnehmen und darstellen, verändert die Welt,
wie wir sie verstehen. Bei meiner Arbeit geht es nicht darum Vorhandenes
oder Sichtbares abzubilden, vielmehr erzählen die Bilder Geschichten,
die Anreiz bieten für eine Entdeckungsreise mit ganz persönlichen
Ausblicken und Einsichten. Dabei geht es um die Erkundung einer
durchaus bestimmbaren Wirklichkeit, die in einer Gegenwart postmoderner
Entwicklungen von der Inszenierung und Illusionierung der Wirklichkeit
und einer fortschreitenden Mythologisierung der eigenen Persönlichkeit
im Begriff ist, einer virtuellen Welt zu weichen. Das simulatorisch
Wirkliche verwandelt sich in sich in das authentisch Unwirkliche.
In meiner Arbeit erscheint der mich umgebende Raum nicht als klar
beschreibbarer und genau definierter Zustand, in dem es um eine
äußere Ansichtigkeit und Differenzierung dinglicher Verhalte
geht, sondern um eine innere Wirklichkeit, in der der Betrachter
sie antrifft.
Eine Idee, ein Gefühl, Erinnerungen, Wünsche, - Sehnsüchte
und Projektionen unserer selbst, bestimmt von den unterschiedlichsten
Assoziationen, die sich im Kopf des jeweiligen Betrachters einstellen.
In meiner Arbeit Lost Spaces, die 2002 in den Hutongs bzw.
Shikumen der chinesisschen Städte Beijing und Shangai, entstanden
ist verwandeln sich in der Andeutung von Verborgenen, im Labyrinth
von Lichtern, Treppen und Fassaden, Nähe und Distanz scheinbar
ereignislose Schauplätze zur Bühne unvorhergesehener virtueller
Geschehnisse.
Der Preis der Freiheit, Vietnam 2006, wurde als Projektstipendium
vom Kulturwerk der VG Bild-Kunst GmbH, Bonn gefördert. Die
Arbeit zeigt ein Gesicht Vietnams, das geprägt ist durch die
Spätfolgen des Vietnamkrieges. Erst auf den zweiten Blick entfaltet
sich die unglaubliche Dimension der Kriegsfolgen. Den Vietnamkrieg
hat die Menschheit nach über 30 Jahren noch immer nicht bewältigt.
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Präziser als Lukas Roth arbeitet
derzeit kaum ein anderer Fotograf an der Schnittstelle von Realität
und Fiktion, Objektivität und Subjektivität. Dafür
wurde ihm 2004 der Otto-Steinert-Preis der Deutschen Gesellschaft
für Photographie vergeben.
Die hyperrealistisch und oft sezierend kühl wirkenden Fotografien,
Landschaftsaufnahmen ebenso wie Architekturbilder, Baustellen oder
Stadtansichten, sind Ergebnis eines langen und aufwändigen
Arbeitsprozesses mit dem Ziel, die Diskrepanz zwischen der Erinnerung
des Künstlers und dem, was die Kamera erfassen kann, zu minimieren.
Das geschieht durch Verfremdungen, Montage und digitale Bildbearbeitung.
Roths Absicht ist also nicht dokumentarisch, sondern entspringt
dem Wunsch nach Wiedergabe eines persönlichen Eindrucks. Eliminiert
wird, was in den Augen des Künstlers nichts auf dem Bild zu
suchen hat, aber es wird auch hinzugefügt, was in den Augen
des Künstlers fehlt. Das macht sie zu vertrackten Vexierspielen
für ihre Betrachter, denn Roth beherrscht das Spiel mit perspektivischen
Verschiebungen, und seine imaginären Räume wirken auch
auf den zweiten Blick wirklicher als die Wirklichkeit.
Kerstin Stremmel
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Thomas Brenner, couvent
Die Serie couvent entstand im Sommer 2006 in einem ehemaligem
Kloster, ca 100 km südwestlich von Brüssel. Die 16 Inszenierungen
beschäftigen sich mit dem Themenkomplex Religionen, Glaube
und spielen mit imaginären Wünschen und Ängsten.
Die Mönche stehen hierbei als anonyme Protagonisten, um die
Aussage der Bilder für jeden Betrachter möglichst offen
zu halten.
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Gertrud Schrenk
Symbole und Symbiose
Ornament und Verbrechen, Sex and Rhyme, Rhythm and Blues, das Schwarze
Herz, King Kong und die Blondine, Übermacht und Verlorenheit,
Hingabe
und Eruption. Naturwissenschaft und Archetypen, elementar und erotisch,
puppenhaft in Szene gesetzt. Eine Zweite Postmoderne?
Die Moderne Kunst ist einmal angetreten, sich herrschenden Mustern
zu
verweigern. Wo aber Verweigerung zum herrschenden Muster geworden
ist,
bleibt nur noch ein: Sag ja zum Ja.
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Eva Mahn, Männer
Erfolgreiche Männer,
Männer um die 60,
Männer und ihr Imperium,
Männer, die mir entgangen sind,
aber auch, die mir erspart geblieben sind,
Zugereiste und Hallenser.
Abb.: Prof. Hermann Weber, Maler und Grafiker, geboren 1959 in
Biberach (Riß)
Seit 1996 Professor für Kunsterziehung / Kunstpädagogik
an der Burg
Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle
Bad Lauchstädt, 27. Januar 2004
Peter Jacobi, Siebenbürgische Wehrkirchen
und Bauernkirchen, Fotografien von 2004 und 2005
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In Siebenbürgen befinden sich noch ca. 300 Kirchen
und Wehrkirchen. Diese wurden von den Siebenbürger Sachsen
in der Zeit von ca. 1250 bis ca. 1900 errichtet. Durch ihre außerordentliche
Geschichte und Gestalt, sind diese Ensembles (Kirche, Pfarrhaus,
Predigerhaus, Schule, Lehrerwohnung, Kindergarten, Gemeindesaal),
einmalig in der Welt.
Durch den Exodus nach 1990, der Mehrzahl der Siebenbürger Sachsen
(Einwanderer von Rhein, Mosel, Elsas, Maas), ist ein Grossteil dieser
Ensembles verwaist, und ohne Fürsorge. Ein Teil dieser Bauten
ist bereits eingestürzt, oder in sehr schlechtem Zustand. Ich
habe einen Bericht über ca. 200 Ensembles erstellt.
Diese Arbeit besteht aus jeweils einigen dokumentarischen Fotografien
und schriftlichen Notizen zum Zustand dieser Bauten.
Eine Internet Seite ist für die kommende Zeit geplant. Es soll
um neue Nutzer, Patenschaften, Helfer für die Restaurierung,
oder auch Käufer, weltweit geworben werden.
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Wie man sich bettet...
Fotografien von: Uta Rauser und Bernadette Grimmenstein
Wir haben das Bett der Emscher an verschiedenen Stellen fotografiert.
Und wir haben verschiedene Betten von Menschen im Ruhrgebiet fotografiert.
So entstanden Bildpaare, die sich unter Gesichtspunkten wie Licht,
Farbe, Struktur oder sozialer/geografischer Ort betrachten lassen.
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David Klammer Öffentliche Anbetung
Die Welt der Selbst-Inszenierung und -Darstellung im öffentlichen
Raum ist seit drei Jahren ein freies Thema für den Fotografen
David Klammer aus Köln. Einkaufspassagen, Feste und Megaevents
wie die Fussball WM 2006 sind für den Fotografen eine Bühne
von ritualisiertem Verhalten und Eitelkeit, das dem Zuschauer vor
allem eins beweisen soll: individuell zu sein in einer trendlosen
Gesellschaft. Die extreme Blitztechnik der Fotos, die durch starke
Unterbelichtung verschwundene Räumlichkeit der Orte gibt den
Fotos eine Bühnenaura, die mal an eine antike Tragödie
und mal an einen Mailänder Laufsteg erinnert. Für seine
Fotos während der Public Viewings der WM 06 erhielt Klammer
2007 bei den World Press Photo Awards den dritten Preis in der Kategorie
Sport Feature Series.
9:30 Uhr Ankunft und Einlass in das Auditorium.
Bitte
beachten: Separater Eingang auf der Rückseite des Hauses
10.00 Uhr Begrüßungen: Ingo Taubhorn (Kurator
des HdP)
Manfred
Schmalriede (Präsident der DFA)
10.15 Uhr Präsentationen: Oliver Sieber
und Katja Stuke,
Ralf
Cohen, Annette Frick
12.30 Uhr Mittagspause mit der Möglichkeit im hauseigenen
Restaurant Fillet of
Soul zu essen. Tische werden reserviert.
13.30 Uhr Vortrag: Manfred Schmalriede Über
das Künstlerische in der Fotografie
14.30 Uhr Präsentation: Gosbert Adler
15.15 Uhr Kaffee-Pause
15.30 Uhr Präsentationen: Jaschi Klein,
Dörte Eißfeldt
17.00 Uhr Kuratorenführung durch die Ausstellung
American Beauties
18.15 Uhr Portfolio Walk mit Arbeiten von Tine
Casper, Anja Engelke, Cosima
Hanebeck, Karin Jobst, Paul Kalkbrenner, Ferial Kasmai,
Joanna
Kosowska, Jan Lemitz, Frederic Lezmi, Shushi Li,
Daia
Morariu, Klaus Münzer, Patrick Presch, Tania Reinicke,
Florian
Schwarz, Dieter Seitz, Verena Thomas, Rivkah Young,
Benja
Weller
20.00 Uhr Ende
10.00 Uhr Präsentationen: Ralf Meyer, Laurenz Theinert,
Amin El Dib
12.15 Uhr Mittagspause
13.15 Uhr Präsentationen: Irina Ruppert, Silke Helmerdig
14.45 Uhr Kaffee-Pause
15.00 Uhr Präsentationen: Christoph Balzar, Wolfgang Zurborn,
Marc Räder
17.00 Uhr Ende der Tagung
Haus der Photographie
Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstraße 1 - 2
D-20095 Hamburg
Tel. +49-(0)40-32 10 30
Fax +49-(0)40-32 10 3-230
info@deichtorhallen.de
Gosbert Adler, Christoph Balzar, Ralf Cohen, Dörte Eißfeldt,
Amin El Dib, Annette Frick, Silke Helmerdig, Jaschi Klein,
Ralf Meyer, Marc Räder, Irina Ruppert, Oliver Sieber, Katja
Stuke,
Laurenz Theinert, Wolfgang Zurborn
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Die Böhm ist ein seit 1999 vierteljährlich, in limitierter Auflage erscheinendes Künstler-Heft, konzipiert und herausgegeben von Katja Stuke (*1968) und Oliver Sieber (*1966). Veröffentlichung finden darin vorwiegend von ihnen selbst aufgenommene Photographien, die sie verschiedenen Themen folgend und nur gelegentlich durch Bildtitel kommentiert zu Sequenzen fügen. Gegensätzliche wie fast identische Blickwinkel treten hervor, die einerseits mit der individuellen künstlerischen Position vertraut machen, andererseits gänzlich freie Assoziationen und Interpretationen ermöglichen. Die Motivwelt des Künstlerpaars, angesiedelt zwischen den Sujets Portrait, Stadt und Landschaft, erschließt sich vor dem Hintergrund ihres Lebensumfelds im Großraum Düsseldorf-Köln sowie ihrer vielen Reisen, u. a. in die USA, Kanada und Japan. Ihr besonderes Interesse richtet sich auf alltäglich anzutreffende Begebenheiten oder auf Personenkreise, die sich vielfach als Projektionsflächen eigener Reflexion mit dem Außergewöhnlichen und Atmosphärischen verschränken. Wahrnehmungsmechanismen werden hinterfragt und im weitesten Sinn auch Lebensräume, die sich über gesellschaftliche oder kulturelle Wertevorstellungen definieren. Von großer Bedeutung ist in ihren Bildern auch die Frage nach dem Einfluss der Film- und Medienwelt, nicht zuletzt auch angeregt und verstärkt durch die Aktivitäten der Kunst- und Photographieszene. Dass das Bild im Kopf ebenso wichtig ist, wie das, welches wir de facto zu sehen glauben, machen Katja Stuke und Oliver Sieber auf vielfältige und anregende Weise deutlich. (Gaby Conrath-Scholl, anlässlich der Ausstellung "Das Böhm Projekt" in der SK-Stiftung/photographischen Sammlung, Köln, Sept. 2006)
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Neben dem gemeinsamen Projekt das mittlerweile auch einen
Internet-Ausstellungsraum beinhaltet stellen die fotografischen
Arbeiten der beiden jeweils eigenständige künstlerische
Positionen dar. Ein Schwerpunkt der Arbeit von Oliver Sieber
ist die Beschäftigung mit Identität, Individualität
und Gruppenzugehörigkeit und verschiedenen Jugendkulturen.
Katja Stukes fotografische Arbeiten thematisieren die Beobachtung
der Menschen im öffentlichen Raum, die Beurteilung von Bildern
und Realität auf Grund unterschiedlichster bildnerischer Sozialisation
und die Veränderung der Wahrnehmung von Bildern durch unterschiedliche
mediale Kontexte.
http://www.os66.de
http://www.ks68.de
http://www.frau-boehm.de
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Die Architektonische Nachhut von
Ralf Meyer ist eine Annäherung an die architektonischen
Hinterlassenschaften des "Dritten Reiches" in Deutschland.
Das Ziel war es, zu beobachten, auf welche Weise wir heute mit der
Architektur einer Phase unserer jüngeren Geschichte umgehen.
Wie sieht das Leben in und um diese Bauten herum aus, die zwischen
1933 und 1945 im Nationalsozialismus entstanden sind?
Zwischen 2001 und 2006 entstand an 32 Orten in Deutschland eine
Sammlung von 130 Fotografien.
Viele repräsentative Bauten folgten einem ideologischen Programm.
Es gab kaum privates, ungelenktes Bauen. Bis heute existieren Wohnsiedlungen,
ehemalige Parteigebäude, Kulturbauten, Ministerien und militärische
Anlagen. Aber auch Flughäfen, Fabriken, Brücken und Bunker
wurden im Sinne ihres spezifischen Auftrages baulich geprägt.
Ist diese implizierte Botschaft der Architektur auch heute noch
spürbar?
Wir begegnen diesen Gebäuden im Stadtbild, wohnen und arbeiten
in ihnen und kaufen dort ein. Welche Wechselwirkungen entstehen
durch die tägliche Konfrontation mit diesen Relikten?
Im Vordergrund der Fotografien steht nicht die reine Abbildung von
Fassaden, sondern vielmehr die Fragestellung, auf welche Weise sich
das Leben im 21. Jahrhundert mit den Ausprägungen des deutschen
Faschismus der 1930er und 40er Jahre verträgt.
Der Bildband Architektonische Nachhut erschien 2007 im Kerber Verlag.
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Irina Ruppert Wurzeln 2
In meiner Arbeit Wurzeln 2 geht es um Jugendliche, die
in zwei Kulturkreisen aufwachsen; um Heranwachsende, die damit konfrontiert
sind, mit einem anderen kulturellen und sprachlichen Hintergrund
in Deutschland zu leben. Mich hat interessiert, wie Pubertierende,
die ohnehin auf der Suche nach der eigenen Identität sind,
sich zu Fragen positionieren wie: Wo ist meine Heimat? Wo gehöre
ich hin? Wo liegt meine Zukunft?
Für die Aufnahmen habe ich rund 100 Jugendliche, die ich in
Schulen, Jugendzentren oder auf der Straße kennen gelernt
habe, zu einer Art Gegenüberstellung gebeten: Aus mehreren
traditionellen Stoffen sollten sie jeweils denjenigen auswählen,
der in ihren Augen ihr Herkunftsland symbolisiert und vor dem sie
dann fotografiert werden wollten. Dieser stoffliche Hintergrund
steht für die erste Wurzel der Porträtierten. Die zweite
Wurzel, ihre Lebenswirklichkeit hier und jetzt, wird durch Kleidung
und Haltung repräsentiert.
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Laurenz Theinert stellt zwei neue fotografische
Projekte vor.
Raumverdichtung: Ein Objekt von verschiedenen Standpunkten
fotografiert. Diese unterschiedlichen Ansichten werden transparent
vergrößert und in einem Plexiglasblock mit geringem Abstand
geschichtet. Der abgeschrittene Raum wird somit im Block verdichtet
- die unterschiedlichen Sichtweisen zu einer kombiniert.
Zeitfenster: Zwei Aufnahmen vom gleichen Standpunkt mit
einem Abstand einer halben Sekunde. Aufnahme 1 und das Negativ von
Aufnahme 2 werden am PC übereinandergelegt. Alle Bildteile,
die sich während der halben Sekunde nicht verändert haben
löschen sich gegenseitig aus. Die Teile, die sich verändert
haben sind positiv und negativ sichtbar. Es entsteht sozusagen ein
Zeitfenster. Wie die zwei unterschiedlichen Standpunkte der Augen
räumliches Sehen ermöglichen so wird durch die Überlagerung
zweier Zeitpunkte ein Zeitraum sichtbar, der so sonst nicht zu sehen
ist.
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Jaschi Klein Wind-Installationen
In der Installation treffen Kultur und Natur aufeinander. Der Mensch
schematisiert, schafft ideelle Formen: Dreieck, Quadrat und Kreis
- uralte Symbole für Himmel und Erde. Sie sind Paradigmen für
Realität, die in Natur und Kultur enthalten sind.
Die Natur greift ein: Wind lässt Vielfalt entstehen und variiert
Formen, die starre Körper von sich aus nicht zulassen. Die
entstandenen Strukturen entsprechen dem Prinzip der Kombinatorik
per Mutation.
Der Installationsaufbau aus beweglichen Elementen, aufgehängt
an 5 m hohen Stelen, bewirkt im Schattenspiel, in Überschneidungen
und Verdrehungen immer wieder neue Kompositionen. Die Anordnung
wird durch die Umgebung diktiert, die Interaktion mit ihr lenkt
den Prozess des Aufbaus.
Die Aufbauten tauchen auf an Orten mit verschiedenen Windverhältnissen
und Naturerscheinungen. Kennzeichnet sich ein Kompositionsfeld durch
verschiedene Abstände der einzelnen Stelen, so werden unterschiedliche
Bewegungsmuster des Windes deutlich wie Verwirbelungen und
andere Strömungsverhältnisse.
Die Installationen haben bewusst temporären Charakter. Sie
sind ausgerichtet auf das Endresultat Bild, aber gleichzeitig als
Aktion von Bedeutung. Für kurze Zeit haben die Objekte das
Umfeld zum Schweben gebracht. Der Blick soll sich nicht gewöhnen
an Permanentes. Von der Aktion bleibt ein geschärfter Blick
für die Landschaftsform.
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Amin El Dib Men at Work
Bei meinen neuen Arbeiten handelt es sich um manipulierte
Reproduktionen aus Pornomagazinen. Ich habe in den letzten Jahren
etliche fotografische Arbeiten zum Thema Pornographie beobachtet.
Den Blick auf die Männer habe ich dabei vermißt. Das
war das Vorzeichen unter dem ich an das Thema heran gegangen bin.
Eine so intensive Hinwendung zum rein sexuellen, zu bestimmten Körperfunktionen,
verstehe ich als Verdrängung des Todes und als Selbstvergewisserung:
noch lebe ich, der Körper funktioniert. Gefunden habe ich die
vorliegenden Bilder. (4 Bildgruppen mit insgesamt 30 Motiven). Ich
denke, daß das Motiv der Vanitas anklingt.
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Annette Frick Die Masken der Identität
Identität ist das Stichwort, das meine unterschiedlichen
Arbeiten verbindet. Sowohl für meine fotografischen Selbstportraits,
in denen es um weibliches Selbstverständnis, und die Suche
nach einer weiblichen Identität jenseits der vorgegebenen Rollen
Klischees geht, als auch für das Projekt Tabuzonen,
in dem ich mich mit dem Holocaust und der deutschen Vergangenheit
auseinander setzte.
Ein Teil der Arbeit ist eine subjektive Dokumentation, der Protagonisten
der nicht offiziellen Kultur Berlins, die einen der Hauptanziehungspunkte
der Metropole ausmachen, aber in der Hoch-Kultur und den Medien
nur ein Schattendasein führen.
Seit Jahren mache ich hier Portraits von den Sternschnuppen, Künstlerinnen,
Tunten, Lesben, Dragkingz, Transvestiten, Nachtschwärmern und
ihren Begleitern. Individuen, die eine andere Vorstellung von Identität
haben und spielerisch damit umgehen. Sie setzen ihren eigenen Entwurf
dem herrschenden Mainstream, der grauen Anzüge und Kleider
entgegen.
Dabei interessieren mich sowohl die Individuen in fast minimalistisch
reduzierten, wie auch in höchst aufwendigen Aufmachungen. Ausschlaggebend
bei meiner Auswahl war nur, dass ein Teil ihrer Persönlichkeit
durch diese Inszenierung besser zur Geltung zu kommen schien und
eine Vorstellung Realität wurde.
Dem gegenüber stelle ich Nachtaufnahmen von der Stadt und,
ehemals repräsentativer, zur Zeit verhüllter Gebäude,
wie z.B.: der alten Nationalgalerie, der Karl-Marx Allee, dem ehemaligen
Propaganda Ministerium, dem Kino Babylon, dem ehemaligen Luftfahrt
Ministerium. Die Gebäude befinden sich in einem Zwischen- Zustand
und obwohl die Bauplanen ihr Volumen und ihre Massivität noch
zu unterstreichen scheinen, haben sie gleichzeitig etwas Zeitloses
und provisorisches. Etwas dass uns an die Zelte der Nomaden oder
die Urform des Hauses erinnert. Es ist eine Anknüpfung und
gleichzeitig Infragestellung der Fundamente der Vergangenheit und
ihrer Hypothek. Auf diesen Nacht-Aufnahmen sind der Mond und die
Wechsel der Jahreszeiten die einzigen ungeschminkten Konstanten.
Das Projekt verweist auch auf das Berlin der 20 und 30 er Jahre,
das eine außergewöhnlich vitale Parallelkultur und eine
ganz andere Tradition im Umgang mit Identität und Geschlechterrollen
hatte, als die meisten andern deutschen Städte.
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Dörte Eißfeldt Was ist ein
Bild.
Eine frühe Beschäftigung mit Malerei und ein Studienschwerpunkt
Film beeinflussen meine gesamte fotografische Arbeit, die erst nach
dem Studium begann, ebenso, wie umgekehrt die fotografische Arbeit
die Arbeit mit bewegten Bildern beeinflußt. Ein meist experimenteller
Umgang mit dem fotografischen Bild zeichnet die Arbeiten aus.
Was ist ein Bild? Dies ist in meiner Arbeit immer wieder Antrieb
und Frage. Wie wird etwas Bild? Schon die Betätigung des Auslösers,
ein winziger Schnitt in die Zeit, bedeutet einen großen Sprung
hin zum Bild....
Die Aufnahmen entstehen meist in meinem unmittelbaren Umfeld
Sie sind für mich Kristallisationspunkte - wie das Staubkorn
für den Regentropfen - und bilden die Grundlage meiner Arbeiten.
Mal wird ein Film daraus, mal entsteht eher Malerei, mal zeichne
ich - mit der Schere. In meinen neueren Arbeiten geht es mir darum,
ob und wie ich die Schwerkraft der Bilder verändern kann um
sie leicht, offen und dynamisch zu lassen. Und dann gerät die
ganze Welt ins Bild, ganz nebenbei.
Wir bewegen uns auf einer hauchdünnen Membran zwischen der
imaginären unendlichen inneren Welt und der sichtbaren und
faßbaren Wirklichkeit unseres Alltags, unserer kleinen Welt.
So eine Membran sind auch Bilder; ich versuche, die Qualitäten
beider Welten miteinander in Schwingung zu versetzen, die Schnittstellen
zum Klingen zu bringen.
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Silke Helmerdig bewegt sich im Spannungsfeld zwischen zeitgeschichtlicher
Relevanz und scheinbarer Alltäglichkeit. Ihre Arbeitsweise
ist vielfältig. Sie bedient sich verschiedener Kameras, Formate
und Materialien und verknüpft Fotografien, meist in schwarzweiß,
miteinander, mit Texten oder mit Ton zu Erzählsträngen
in linearen und nichtlinearen Präsentationsformen. Ihre Themen
sind biografisch geprägt, schaffen in ihrer Umsetzung aber
Assoziationsräume für den Betrachter. Sie nutzt Sehgewohnheiten
und kulturelle Standards zur Vermittlung ihrer Geschichten, denn
ohne die Kenntnis des Betrachters bleibt das einzelne Bild eine
leere Bedeutungshülle. Ihre künstlerischen Arbeiten sind
bestimmt von den assoziativen Sprüngen, die sich im Kopf des
Betrachters einstellen.
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Ralf Cohen In meiner Bildpräsentation
werde ich eine aktuelle Arbeit aus diesem Jahr vorstellen. Ihr Titel
ist ohne Namen. Sie zeigt Heere von Wesen, die aufgezogen
sind, eine Schlacht zu schlagen. Ständig wird das Denken des
Betrachters zwischen dem äußeren tatsächlichen Bild
und den Gedanken zu Geschichte und Erinnerung schwanken. Ein für
mich meditativ unheimlicher Ort, den ich immer wieder aufsuche.
Des weiteren werde ich zwei Serien aus dem Jahr 1997 präsentieren.
Die Bilder der Serie Vernissage zeigen meine innere
Haltung zu derartigen Veranstaltungen; hin- und hergerissen zwischen
Kunst und Menschen. Ich bin nicht nur auf die Kunst konzentriert,
sondern unterhalte mich mit mehreren Besuchern gleichzeitig. Die
Bilder aus der Serie Altrhein sind Darstellungen des
ständigen Kommen und Gehen in der Natur; um dies zu transformieren
wandte ich eine nichtfotografische Technik an.
Gemeinsam ist meinen Arbeiten stets, daß sie von mir gelebt
sind und meine ganz persönliche innere Sicht zeigen. Mit meinen
Eingriffen in der analogen Fotografie führe ich die Bilder
zu dieser von mir bestimmten Wahrheit.
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Christoph Balzar EUROPA LADRONA
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Migration von Afrika über
die Kanarischen Inseln nach Europa entstand Christoph Balzars Serie
EUROPA LADRONA I XIV. Innerhalb dieses Kunstprojekts erkundet
er die Umgebung der Inseln nach Möglichkeiten zum Überleben.
Während sich seine Visualisierungen in eine fremde Lage hineinversetzen,
liegt das Augenmerk auf den Orten, die seine fiktiven Gegenüber
aufgesucht haben könnten. Die Wahl seiner Motive zerstört
das vertraute Bild der Urlaubsinseln und zeigt, welche Form die
Landschaft durch das Politikum der illegalen Migration und der Abschottung
seitens Europas annehmen kann. Der Ausspruch Europa, Du Diebin!
wie Europa Ladrona in der Übersetzung heißt,
weist darauf hin, dass die Kanaren, bevor sie von Europa gestohlen
und annektiert wurden, afrikanisch waren. In Form eines Graffitis
an der Betonwand eines desolaten Hafens ist der Spruch auf einer
von Balzars Fotografien wieder zu finden und verdeutlicht, dass
zwischen der politischen und der geografischen Wahrheit sprichwörtlich
Welten liegen. [
] Balzars Fotografien enthüllen nicht
immer real existierende Orte, sondern auch Projektionen möglicher
Wunschvorstellungen. Digitale Mikroinstallationen wirken in EUROPA
LADRONA als narrative Strategien der unfreiwilligen Reisenden. Sie
versuchen jene Orte durch die Augen des anderen zu betrachten und
verdichten Teils Raum und Zeit, um bestimmte Ereignisse in das Bildgeschehen
zu integrieren, die sonst unbemerkt bleiben würden. [
]
Wirklichkeit wird nicht dokumentiert, sondern in ihrer Komplexität
ähnlich den additiven Techniken der Malerei organisiert. [
]
Balzar will keine Wahrheit aufdecken, sondern lädt dazu ein,
seinem andeutungsreichen Spiel zu folgen. Text: Julia Gwendolyn
Schneider
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Buchvorstellung: Wolfgang Zurborn Drift,
Kehrer Verlag, Heidelberg
Für Wolfgang Zurborn ist die Gewinnung jedes fotografischen
Bildes, nicht nur einer Bewegungs- und Ereignisaufnahme, sondern
auch eines Raum- oder Objektbildes, mit dem Faktor Zeit und der
ihm innewohnenden Dynamik bei der einmaligen und einzigartigen Motivsuche
verbunden. In der Tradition des entscheidenden Augenblicks von Henri
Cartier-Bresson begreift Zurborn seine fotografischen Bildwelten
als Kompositionen, die auf den wichtigen unwiederholbaren Moment
abzielen. Der Fotograf surft auf der Welle der raumzeitlichen Wahrnehmungen,
bis er vor jenem Moment zu stehen scheint, an dem das Bild in seiner
vollen Komplexion zusammenschießen könnte. Während
aber bei Cartier-Bresson der fruchtbare Moment des Bildes im einzelnen
virtuosen Bildmotiv-Objekt aufgeht, setzt bei Zurborn die fotografische
Produktion einen anderen, entscheidenden Augenblick in der gesamten
Situation selbst voraus, den Moment, worin vorhandene Perspektiven,
unterschiedliche Blickwinkel, Fragmente und Komponenten, Vorder-,
Mittel- und Hintergrund in die noch offene Konstellation eines einmaligen,
aber jederzeit revidierbaren Entwurfs (Sartre) eintreten
und dem so gewinnbaren Bild eine unverwechselbare und doch historisch
veränderbare Signatur verleihen.
(aus dem Buchtext: Drift eine neue Kunst fotografischer Navigation
von Peter V. Brinkemper)
Donnerstag, 19.7.2007 |
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19.00 Uhr |
Eröffnung der Ausstellung ...und grüßen
Sie mir die Welt / fotografierte Heimaten |
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Freitag, 20.7.2007
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16.00 Uhr |
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Mitgliederversammlung (nicht öffentlich)
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20.00 Uhr |
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Eröffnung der Ausstellung Ansichten aus Leinfelden-Echterdingen, |
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Samstag, 21.7.2007 |
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10.00 Uhr
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Eröffnung der Ausstellung secret gardens,
von Sophie Schmalriede
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11.00 - 13.00 Uhr
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Bildpräsentationen von Thomas Bachler,
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14.00 Uhr |
Vortrag von Dr. Christiane Stahl Inventur, Verlust
und Erfindung. »Heimat-Bilder« in der zeitgenössischen
deutschen Fotografie |
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15.00 - 17.00 Uhr |
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Bildpräsentationen von Birgit Wingrat,
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17.00 Uhr |
Eröffnung der Ausstellung Sehnsucht und Vertrautheit"
von Wolfgang Bellwinkel, Wiebke Loeper und Andreas Mader
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18.00 Uhr |
Eröffnung der Ausstellung heimat.de",
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19.00 Uhr |
Besuch der Ausstellung Deutsch Land
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Sonntag, 22.7.2007 |
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10.00 - 11.00 Uhr |
Bildpräsentation von Florian Beckers,
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11.00 Uhr |
Vortrag von Bernd Rodrian Schwarzer Himmel Kleid
aus Licht, über das Leben und Werk Heinrich Heidersbergers
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13.00 - 14.30 Uhr |
Bildpräsentationen von Katharina Mouratidi
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15.00 - 16.30 Uhr |
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Bildpräsentationen von Petra Warrass |
Thomas Bachler, Florian Beckers, Henning Maier-Jantzen,
Bertram Kober, Andreas Mader, Katharina Mouratidi,
Ille Oelhaf, Petra Warrass, Birgit Wingrat,
Karen Weinert und Anja Bohnhof
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Ille Oelhaf Der Mythos des Fremden,
der Ferne - die Sehnsucht danach hat ihre Verführungskraft
noch nicht verloren. Die In-Besitznahme dieser Mythen durch Fotografien
scheint immer noch und immer leichter möglich. Doch für
die meisten Betrachter handelt es sich dabei um bildgewordene Projektionen,
die eine Virtualisierung ihrer Welterfahrung nach sich ziehen, d.h.
die Wandlung eines subjektiven Weltbilds zu austauschbaren Bildwelten.
Dem eigenen, bewussten Weltbild zu folgen beinhaltet dagegen, sich
in eine bestimmte Beziehung zur Welt setzen. Im Idealfall bedeutet
es für die Fotografen, 'das Unsichtbare im Sichtbaren' (Lyotard)
hervorzuheben. Dieses 'Unsichtbare im Sichtbaren' zu zeigen und
wirkkräftig zu machen - darum geht es heute in der künstlerischen
Fotografie.
In vier Foto-Essays werden Aspekte des Lebens in Kaliningrad Oblast
als subjektive Interpretation und Erfahrung thematisiert. Welche
Erzählungen reflektieren unser Leben, stiften Sinn und organisieren
schließlich die Welt? Die Straßen und Wohnblocks, der
Überfluss und der Mangel dieser gewollt gesichtslosen Stadt
und die maroden Dörfer sind der zutiefst prägende Lebenshintergrund
der Menschen. Die Kaliningrader Porträts zeigen Menschen, an
denen wir Ähnlichkeiten und Unterschiede festzustellen beginnen.
Körpersprache, Kleidung und viele andere Details sind vertraut
und unterscheiden sich dennoch. So stellen diese Fotografien die
Frage nach einer Identität, die für die Entwicklung dieser
russischen Exklave seit 2004 eingeschlossen von der EU -
von entscheidender Bedeutung ist.
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Katharina Mouratidi - Die andere Globalisierung
"Warum tust du das, was du tust?"
Drei Jahre lang porträtierte Katharina Mouratidi GlobalisierungskritikerInnen
aus 43 Ländern: Indios und Arbeiter, Studentinnen, Rentierzüchter,
Bäuerinnen, Wissenschaftlerinnen, Christen, Atheisten, Bürgerinnen
und Revolutionäre. Allen, darunter auch vielen international
bekannten Persönlichkeiten - wie der Friedensnobelpreisträgerin
Rigoberta Menchú und dem Wirtschaftsnobelpreisträger
Joseph Stiglitz -, stellte sie die Frage: "Warum tust du das,
was du tust?"Die Interviewten berichteten so von ihrer eigenen
Geschichte und den ganz persönlichen Beweggründen ihres
Engagements. Die Antworten, die Mouratidi auf ihre Frage erhalten
hat, sind so ungewöhnlich wie vielfältig. Sie sind spektakulär
und alltäglich, kämpferisch, liebevoll, sehnsüchtig,
voller Idealismus und Hoffnung, aber auch berührend, warnend
und aufrüttelnd. Gemeinsam haben sie nur eines: die Gewissheit,
dass zum Überleben der Menschheit und unseres Planeten ein
Bewusstseinswandel unumgänglich ist - hin zu einer anderen
Globalisierung, von der alle Menschen und die Umwelt profitieren.
Die Arbeit tourt seit September 2005 im In- und Ausland. Das Buch
zur Arbeit ist 2006 unter dem Titel "¡Venceremos! Die
andere Globalisierung" bei Edition Braus, Heidelberg, erschienen.
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Petra Warrass - Wo es ist
Mit ihren Inszenierungen greift Petra Warrass auf Handlungen zurück,
in denen sie sich scheibar auf Situationen des täglichen Lebens
bezieht. Die Losgelöstheit ihrer exzentrischen Darstellungen
von einer nachvollziehbaren klaren Handlung führen den Betrachter
zu einer Irritation, die neugierig macht. Der festgehaltene Moment
wirkt wie das herausgeschnittene Einzelbild aus einer filmischen
Handlung, in der man nach dem Vorher und Nachher sucht. In ihren
Bildern ruft Petra Warrass Gefühle wach und reißt Geschcihten
an, die gedankliche Prozesse auslösen. Beim Betrachten ihrer
Bilder bin ich immer gerne bereit, den Faden aufzunehmen und im
eigenen Kopf weiter zu spinnen.
Prof. Heiner Schmitz, aus dem Katalog zur Ausstellung "Tandem"
im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr in der Alten Post, 2006.
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Birgit Wingrat - Landkante
Es ist mit Einschränkung ein romantischer Blick, den die
Fotografin auf ihre Sujets wirft. Nicht die dokumentarische Bestandtsaufnahme
ist das Thema, sondern Birgit Wingrat generiert bühnenhafte
Räume aus dem un- und umgestalteten Brach- und Neuland. Immer
wieder beschäftigen sie Grenzsituationen - die Kante. James
Gibson definiert in seiner bahnbrechenden Erforschung der Wahrnehmung
der visuellen Welt« 1950 das Kantenphänomen als den »fundamentalen
Raumeindruck«.
Genau »die elementaren Eindrücke einer visuellen Welt
sind die von Oberfläche und Kante», für die Reize
ausfindig gemacht werden müssen.
Der strenge Aufbau, der Blick für formale Bezüge in den
Bildelementen zeigen, dass die Autorin sich nicht mit einer intuitiven
schnellen Bildaneignung zufrieden gibt, sondern dass sie über
ein bewusstes, erarbeitetes Sehen zu ihrer Bildsprache gefunden
hat.
Dem widerspricht vielleicht der Begriff »romantischer Blick«,
wenn man ihn im üblichen Sinn als Verklärung oder Überhöhung
sieht. Es ist vielleicht etwas hochgegriffen, auf Casper David Friedrich
zu kommen - aber die Auseinandersetzung mit diesem Jahrhundertgenie
zeigt, dass hinter der vordergründig romantischen Fassade ein
unglaublich strenges, fast mathematisches Gerüst von Bild -
sprich Kompositionskoordinaten - liegt.
Aus der Rede von Prof. Fritz Haase im Hafenmuseum Speicher XI, Bremen
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Andreas Mader - Die Tage Das Leben
...Diese große Erzählung des Lebens zeigen die Aufnahmen
Andreas Maders - unprätentiöse und unsentimentale aber
gleichzeitig intime Porträts des Freundeskreises über
einen langen Zeitraum hinweg fotografiert. Ihnen liegt die innere
Überzeugung zu Grunde, dass sich im Alltäglichen eine
tiefere Wahrheit über uns selbst offenbart. Andreas Mader bedient
sich der Fotografie, um das unmerkliche Verrinnen der Zeit, visualisiert
durch körperliche und modische Veränderungsprozesse, zu
dokumentieren. Persönliche Teilhabe und taktvolle Distanz befinden
sich dabei in einem feinen Gleichgewicht... Rainer Danne
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Florian Beckers - Das Verschwinden der Bilder Florian Beckers
fotografische Arbeiten sind im wörtlichen Verständnis
"Licht-Bilder", d.h., Licht ist Thema der Bilder, Ursache
und Gegenstand zugleich.
Auf den ersten Blick mag dies widersprüchlich erscheinen, da
in seinen Fotografien die Dunkelheit dominiert. Man könnte
also eher davon sprechen, dass sie aus der Dunkelheit heraus
entstehen und teilweise wieder in ihr verschwinden.
Die Dunkelheit aber wird nur durch das Licht erfahrbar.
Im Wechselspiel bzw. Spannungsfeld von Dunkelheit und Licht erscheinen
Wirklichkeitsfragmente, Versatzstücke des Realen, in der Form,
dass das Angedeutete im Betrachter Assoziationen weckt. Dabei
steht nicht nur jedes Bild für sich alleine, sondern es gibt
Korrespondenzen, die einen Zusammenhang nahe legen. Aber, herausgerissen
aus einer räumlichen, zeitlichen und inhaltlichen Kontinuität
kann sich eine Lesbarkeit in chronologischer Reihenfolge nicht ergeben.
Vielmehr entstehen Brüche, die Fragen aufwerfen und eine Reaktion
des Betrachters fordern.
Das noch Sichtbare ist dabei lediglich Auslöser für das,
was außerhalb der Abbildung liegt, aber das Wesentliche darstellt.
Das Bild erschliesst sich also nur in der Wahrnehmung des Betrachters
selber, muss durch seine Vorstellungskraft vollendet werden.
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Thomas Bachler Bild aus der Serie
Pixel Trees, Camera obscura
Fotografie, 2006, 60 x 80 cm, Barytabzug.
Thomas Bachler präsentiert vier neue Fotoserien aus den letzten
Jahren: Übers
Lesen, Fovea centralis, Pixel Trees und Deutsche
Autos. Allen Arbeiten ist gemeinsam, daß sie, einem strengen
Konzept folgend, unsere bzw. die apperative Wahrnehmung thematisieren
und hinterfragen.
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Anja Bohnhof & Karen Weinert
Die Serie Abwesenheitsnotizen zeigt Ansichten von musealen
Gedächtnis-stätten historisch bedeutender Persönlichkeiten,
in denen die Fotografinnen über eine inszenierte Leere den
Blick des Betrachters auf die "Unbestimmtheitsstellen"
lenken.
[...] Bohnhof und Weinert zeigen leer stehende Innenräume,
die Persönlichkeiten fehlen. Die Spuren in den Gebäuden,
an den Fußböden, den Tapeten, lassen Rückschlüsse,
wenn auch begrenzt, auf die ehemaligen Bewohner zu. Die Räume
zeigen Spuren menschlichen Lebens in menschenleeren Bildern. Das
Visuelle dehnt sich in den narrativen Bildern weit über das
hinaus, was auf ihnen zu sehen ist und der kühle Blick in diese
Räume wirkt wie ein präziser Schnitt durch das eigene
Gedächtnis. Fenster, Türen, Böden sind erkennbar
und vielleicht auch zeitlich einzuordnen. Sie sind Eingänge
in ein Labyrinth der Umrisse und Farben. Die Distanz dieser Räume
schafft eine paradoxe Nähe zu den Menschen, die hier gewirkt
haben sollen. Man sucht nach Spuren einer Geschichte und verdächtigt
die eigenartigen Streifen der Tapeten. [...]
aus der Rede von Dr. Sandra Mühlenbehrend im Neuen Sächsischen
Kunstverein, Dresden
Abbildung: Arbeitszimmer Annette von Droste-Hülshoff, Rüschhaus,
Stadtmuseum Münster
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Bertram Kober, aus der Serie Carrara
9:30 Uhr Ankunft und Einlass in das Auditorium.
Bitte
beachten: Separater Eingang auf der Rückseite des Hauses
10.00 Uhr Begrüßungen: F.C. Gundlach und Ingo
Taubhorn (HdP)
Manfred
Schmalriede (Präsident der DFA)
10.15 Uhr Präsentation: Emanuel Raab
11.00 Uhr Vortrag: Prof. Dr. Dagmar Burkhart: Der
Tod und das Model - Nekrophile Tendenzen
in der Modefotografie
12.00 Uhr Mittagspause mit der Möglichkeit im hauseigenen
Restaurant Fillet of
Soul zu essen. Tische werden reserviert.
13.00 Uhr Präsentationen: Marc Beckmann, Andrea
Diefenbach
14.00 Uhr Vortrag: Dr. Peter V. Brinkemper: Heartbeat
or Heartattack?
Sinn
und Sünde in der Modefotografie"
15.00 Uhr Präsentationen: Bernd Arnold,
Andreas Weinand
16.00 Uhr Kaffee-Pause
16.30 Uhr Präsentationen: Haubitz+Zoche,
Claus Bach,
Klaus Elle, Lukas Einsele
19.00 Uhr Ende
10.00 Uhr Ausstellung The Heartbeat of Fashion ist geöffnet
11.00 Uhr Führung durch die Ausstellung von F.C.
Gundlach
12.00 Uhr Mittagspause
13.00 Uhr Präsentationen: Achim Mohné, Tilman Lothspeich,
Knut Maron
15.00 Uhr Präsentation: Gabriele Leidloff
Vorträge: Jörg Bader, Direktor des Centre da
la Photographie Genf,
Prof.
Dr. Bernd Hüppauf, New York University
16.15 Uhr Kaffee-Pause
16.45 Uhr Präsentationen: Andreas Herzau, Horst-Dieter Zinn
18:00 Uhr Ende der Tagung
Haus der Photographie
Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstraße 1 - 2
D-20095 Hamburg
Tel. +49-(0)40-32 10 30
Fax +49-(0)40-32 10 3-230
info@deichtorhallen.de
Bernd Arnold, Claus Bach, Marc Beckmann, Andrea Diefenbach,
Lukas Einsele, Klaus Elle, Haubitz+Zoche, Andreas Herzau,
Gabriele Leidloff, Tilman Lothspeich, Knut Maron, Achim Mohné,
Emanuel Raab, Andreas Weinand, Horst-Dieter Zinn
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Claus Bach Heinos Kabinett: Annäherung an ein Spontankunstwerk. Seit 1985 sammelt der gelernte Tischler Heino Kirbst im thüringischen Dorf Sieglitz Alltags- und Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens, ohne sich dabei auf Zeitepochen oder bestimmte Bereiche zu spezialisieren. Seine einzig erklärte Absicht besteht - wie so oft - im Bewahren von Vergessenem. So füllt sich bis heute das Gebäude der ehemaligen Schule des Ortes, ein zweigeschossiger DDR- Plattenbau, mit all diesen Dingen, selbst klinische und elektronische Apparaturen sowie diverse Materialien des Schulunterrichts fehlen nicht. Und die Angelegenheit hat Folgen: Seine Obsession fand in der Gestaltung einzelner Themenkabinette ihren bisherigen Höhepunkt, welcher über die Jahre zu einem bizarren Spontankunstwerk heranreifte. Zeitgenössische Installationskünstler sollten unbedingt eine Weiterbildungsreise nach Sieglitz in Erwägung ziehen. Aber auch die reine fotografische Reise durch "Heinos Raritätenkabinett", wie er es selbst nennt, läßt die eine oder andere inszenierte Fotoarbeit fast überflüssig erscheinen. Hier hat Realität Fiktion überholt.
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Achim Mohné The Lemay Island Remote Location project.
Eine Lichtinstallation für LED-Spot Strahler, Windgenerator,
Solarmodule.
Die Lemay Island Remote Location wurde 1969 von Robert Smithson
und Nancy Holt erworben. Das 40 Hektar messende Landstück liegt
70 Kilometer entfernt von urbaner Infrastruktur. Im Juni 2005 wurde
die energieautarke, permanente Land-Media-Sculpture
auf Lemay Island errichtet. Die Lichtinstallation illuminiert die
umliegende Landschaft 24 Stunden täglich mit einem Lichtkorridor.
Die Solarmodule dienen der Stromerzeugung und gleichzeitig als fotografische
Tafelbilder, die das umliegende Newfoundland Evaporation
Basin (Great Salt Lake) reflektieren.
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Andreas Herzau
Deutsch Land Eine Reise zu den Deutschen
Dieses Projekt ist eine Bilderreise, eine subjektive Bestandsaufnahme
über Deutschland 60 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und gut
15 Jahre nach der Wiedervereinigung. Andreas Herzaus Plan war es,
keinen Plan zu haben, keiner Story, keinem Plot zu folgen.
Bei dieser Arbeit ging es ihm darum, Bilder und Geschichten zu finden,
statt diese zu suchen und sich die Freiheit zu nehmen, kleine Dinge
zu entdecken, die durchaus die Kraft haben, vom großen Ganzen
zu erzählen. Es werden die flüchtigen Dinge und Eindrücke
festgehalten, die viel über die Stimmung in Deutschland erzählen
können und vor denen letztlich die Sprache versagt. Seine Arbeitsweise
ist ein Vagabundieren und Flanieren im Visuellen: subjektive Skizzen
und Notizen, kleine Ausschnitte des Deutschen Alltags und der Deutschen
Kultur. Anknüpfend an seine früheren Arbeiten über
New York (2000 2002) oder die Durchquerung des indischen
Subkontinents (2004) schneidet er diese fotografischen Eindrücke
assoziativ an- und gegeneinander. So entstehen einzelne Kurzgeschichten
und gefühlvolle Einblicke in die heutige deutsche Normalität.
Diese Arbeit entstand mit Hilfe eines Stipendiums der VG BildKunst.
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Seit Jahren beschäftigt sich Bernd Arnold mit Macht
und den Ritualen gesellschaftlicher Inszenierungen. Themen waren
die katholischen Rituale in Köln, die Inszenierungen des demokratischen
Wahlkampfes zur Findung des Kanzlers, das Nachtleben, die zauberhafte
Welt des Eros mit Zuhältern und Prostituierten, die Gipfel
der Weltwirtschaft und das Innenleben der Fernsehwelt mit der Frage
»Ist die Erde eine Mattscheibe?«. Gemeinsam ist den
Geschichten ihre Verbundenheit zur metaphysischen Ebene der Macht:
dem Glauben. Hierarchien und Zusammenhalt innerhalb bestehender
gesellschaftsrelevanten Gruppierungen werden durch das existentielle
Bedürfnis nach »Glauben« immer wieder gefestigt
und neu bestimmt.
Macht und Ritual, 1986-2004 Zu sagen, die klassische,
die analoge Fotografie registriere die Oberfläche einer sichtbaren
Welt mit staunenswerter Präzision, ist physikalisch sicher
richtig. Markiert aber wohl kaum die Grenzen einer Kamerakunst,
deren Anspruch darin besteht, sozusagen hinter die Kulissen
zu blicken. Genau dies ist das Anliegen des Kölner Fotografen
Bernd Arnold, der sich besonders jener Bereiche annimmt, wo das
bewusste Schauspiel, das dezidierte Auffahren einer Maske gewissermaßen
zur Conditio sine qua non gehört. Galt sein anfängliches
Interesse den Riten und Ritualen der katholischen Kirche, so hat
Arnold seinen Radius zügig auf die Bereiche Politik und Medien
erweitert und in Gestalt einer ebenso intelligenten wie atmosphärisch
dichten Schwarzweißfotografie gezeigt, wie kritischer
Dokumentarismus heute aussehen könnte.
Von Michael Koetzle (im Rahmen seiner kuratierten Ausstellung
24x36)
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Klaus Elle wird zwei aktuelle fotografische
Arbeiten vorstellen. Die Serie Übergangslandschaften
zeigt eine speziell gewachsene Natur, die sich in der Nähe
unserer Großstädte entwickelt hat. Ein neuronales Geflecht
von Ästen und Blattwerk, kleine Biotope, vergessene Grünflächen,
wo die Evolution still vor sich hinspielt. Dazu gibt es bunt geordnete
Konsumlandschaften und künstliche Gärten unserer Überproduktion.
Ich war Sigi (ein Totenmonolog) ist ein Bild Buch Projekt.
Basierend auf den Tagebüchern eines Verstorbenen hat Klaus
Elle Stilleben in dessen Haus fotografiert und einen Text parallel
zu den Tagebüchern verfasst.
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Horst-Dieter Zinn, Off - Line
...Wenn der Motor im Stillstand läuft besteht die Möglichkeit
der Erkenntnis, welche Bilder in mir verbleiben, welche Bilder ich
vergesse, welche Bilder meine Wirklichkeit offensichtlich berühren.
Der Stillstand, das Offline gehen der Bilderwelten entblättert
das Paradox in der Fotografie: Dass Bilder im Tiefsten das verbergen,
was sie vorgeben zu zeigen. Also bin ich angewiesen auf die Interpretation
des Dargestellten und begebe mich so zwangsläufig in den Bereich
der Selbsterfahrung. Die kann allerdings ihre Grenzen (also ihr
verhaftet sein im Ego) nur dann überschreiten, wenn ich das
Bild erlebe. ....
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Künstlerduo Haubitz + Zoche, Skidubai, Dubai,
2006. Seit dem Beginn ihrer Zusammenarbeit im Jahre 1998 reflektieren
die Künstlerinnen Raum und Architektur (als umbauten, gebauten
Raum) sowohl in ihren installativen wie fotografichen Arbeiten nicht
im Sinne seiner faktischen Gegebenheit, sondern als wahrnehmungsabhängige
Konstruktion. (...)
Eine mit theatralischem Illusionismus spielende Bühnenhaftigkeit
rückt seit 2002 in das Zentrum der fotografischen Untersuchungen
von Haubitz+Zoche. Sportstätten, Baustellen, Musterfassaden,
Festzelte und Museumsräume erscheinen stets als menschenleere
Orte an denen sich die Melancholie des Nichtereignisses mit der
unbestimmten Erwartung auf eine möglicherweise bald stattfindende
Aktion mischt." (Stephan Berg)
Neben Aufnahmen aus dieser offen angelegten Serie zeigen Haubitz
+ Zoche erste Skizzen zu einem neuen Projekt über Baustellenplakate
in Dubai.
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Holz vor der Hütte, Tilman Lothspeichs neueste
Arbeit enstand im Winter 2005/2006 im äußersten Osten
der Republik, in Görlitz. Diese Stadt hat die DDR unbeschadet
überstanden, weil sie der dortigen Regierung so unwichtig war.
Gammel und Improvisation gibt es in dieser Stadt kaum noch und vernagelte
Fenster gehören dort bald der Vergangenheit an. Alles
wird fein sein.
Tilman Lothspeichs Intention ist nicht der gelangweilte
dokumentarische Blick, sondern ein Interesse am Dahinter.
Der verbaute, eingeschränkte Blick, die Strukturen,
der Lob der Oberflächlichkeit.
Hier, wie auch in seinen früheren Arbeiten, ist sein Umgang
mit den technischen Bildmitteln ein experimenteller. Fotografie
ist nicht immer das Ausgangs-, aber meist das Endprodukt. In seiner
Werkgruppe Einschlafrituale observierte er seine eigene
Einschlafphase (lange bevor die deutsche Fernsehnation Einblick
in die Schlafzimmer ihrer Big-Brother-Kandidaten bekam). Von der
Infrarot-Videokamera gingen die Bilder den Weg über den Computer
um schließlich als stille Bildsequenz auf Fotomaterial präsentiert
zu werden
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Andrea Diefenbach, SPID Aids
in Odessa Als Perle am Schwarzen Meer wird Odessa bezeichnet,
die Hafenstadt im Süden der Ukraine eins der Länder,
die der Zusammenbruch der Sowjetunion mit am schwersten getroffen
hat. Eins der vielen Symptome des Zusammenbruchs ist die Aids-Epidemie.
Seit kurzem hält die Ukraine den traurigen Europarekord an
Neuinfektionen und gehört auch weltweit zu den Staaten, in
denen sich Aids am schnellsten ausbreitet.
Odessa, durch dessen Hafen der HIV-Virus damals vermutlich in die
Staaten der Sowjetunion gelangte, ist heute eine der am schwersten
betroffenen Städte, nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) leben in der Einmillionenstadt etwa 160.000 Infizierte. Meine
Arbeit erzählt persönliche Geschichten verschiedener HIV-positiver
hinter dieser großen Zahl.
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Marc Beckmann, VIVA LA COCA Bolivien und die Coca Viva la Coca ist die Geschichte der Coca-Pflanze in Bolivien - es ist die Geschichte vom bolivianischen Hochland und dem ideologischen Einfluss auf die sozialen Bewegungen, den Minenarbeitern, die als Urväter der Coca-Bauern-Bewegung und der jetzt regierenden MAS Partei gelten. Es ist die Geschichte von der legalen und auch der illegalen Coca, von den Menschen, die vom Anbau der Coca-Pflanze leben und denen, die gegen sie kämpfen. Und es ist die Geschichte jenes Coca-Bauern, der aus einem kleinen Dorf im Chapare stammt und zum Präsidenten gewählt wurde. Viva la Coca ist der Versuch, Bolivien und die derzeitige Situation zu begreifen und zu erklären.
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Andreas Weinand, Seeing and Believing Seit
20 Jahren entwickle ich meine künstlerisch dokumentarische
Photographie im Spannungsfeld von Auftragsarbeiten und freien Produktionen
im Medien- und Kunstkontext.
Schwerpunktmäßig befasse ich mich mit der Darstellung
der Menschen in ihren Beziehungen zueinander und zu ihrer Umwelt.
Meine Intention ist die visuelle Übertragung individueller
Lebensimpulse. Insbesondere die Suche des Menschen nach Identität
und deren Ausdruck ist immanenter Bestandteil meines Werkes.
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Emanuel Raab, Ansichten über Innen und Außen
Räume regeln das Leben wo die Eingänge sind, welche
Form die Räume haben, wie die Objekte aussehen, das regelt
das Leben.Lucius Bernhard
Herausgelöst aus erkennbaren zeitlichen, geographischen oder
architektonischen Zusammenhängen erforscht Ansichten jene
Transformationen, die an sich bedeutungslose Orte durch den künstlerischen
Zugriff mittels einer subjektiven Kamera erfahren. In der konzentrierten
Betrachtung präzise gewählter Bildausschnitte nisten Offenlegung
und Verborgenheit zugleich. Die fotografische Erfassung eines bestimmten
Augenblicks, einer bestimmten Perspektive, eines bestimmten Lichts
überführen die Orte in Projektionsflächen des Unbestimmbaren.
Innen und Außen verdichten sich zu magisch aufgeladenen, metaphorischen
Räumen, die über die bildnerische Wirklichkeit hinaus
Eingang suchen in das Wesenhafte, das sich gegen jede konkrete
sprachliche wie bildliche Erfassung sperrt. Aus der intendierten
Sichtbarmachung des Innenliegenden resultiert eine ästhetische
Wirklichkeitskonstruktion, die sich nicht aus der Hinzufügung,
sondern aus Reduktion, nicht aus Bewegung, sondern aus Innehalten
nährt. Schauend im Sinn von erspürend wandelt sich das
Dargestellte in mögliche Übergänge in das Unerwartete,
das Undarstellbare, das sich einer tieferen Wahrheit zu nähern
sucht.
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